Preisnachlass beim Konzessionär

  • Über meinen Jubiläumsbeitrag (der 500.ste) habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, schliesslich muss es ein wirklich sinnvoller Beitrag werden. Nun haben hier im Forum schon einige über mögliche Preisnachlässe und Verhandlungen mit Konzessionären berichtet. Der entscheidende Beitrag jedoch war zum Thema: "aktuelle Preise ausgesuchter Stücke in Singapore". Dort heisst es in einem Satz:"..gibt es eigentlich rabatz oder ist es abhängig vom Verhandlungsgeschick"

    Da habe ich mir gedacht, damit es künftig neben Rabatz auch Erfolg bei Preisverhandlungen mit dem Konzessionär gibt, gebe ich hier mal ein paar Tips, mit denen ihr beim Konzessionärskauf weiterkommt:

    Generell wichtig ist, das ihr im Vorfeld gründlich eure Hausaufgaben macht. Das Wissen über die gewünschte Armbanduhr muss lückenlos und sofort abrufbar parat liegen. Vor dem Verkäufer müsst ihr absolut in der Lage sein, bei Beschreibungsfehlern ansatzlos korrigierend ins Wort fallen zu können (wie ihr es im Forum geübt habt). Eure Beschlagenheit wird suggerieren, dass ihr wisst, was ihr wollt und dass es seitens des Verkäufers wenig Sinn machen würde, euch sowohl in Sachen Preisnachlass, als auch beim Thema Service etwas vormachen zu wollen.
    Darüber hinaus sollte die Kleidung gepflegt, aber keineswegs overdressed sein. Hemd wäre gut, Stoffhose muss, Budapester aus Dackelleder sind ebenfalls nie verkehrt. Flecken, bestenfalls Schweissflecken, sind kein Problem, sie sind Zeitzeugen aktiv genossener Momente und symbolisieren Engagement, Individualität und Charakterstärke. Sweater, T-Shirt oder Turnschuhe sind absolut tabu. Von Besuchen exquisiter Testamentseröffnungen und geselligen Gerichtsterminen ist euch die notwendige Etikette (auch wenn der Kunde immer König ist) ja bekannt. Für das notwendige erhabene Charisma wäre ein Kater vom Vorabend enorm hilfreich. Er hält die Glückshormone im Zaum und verleiht dem Atem mit Sicherheit einen exotischen, erfahrenen Touch, um den der Verkäufer euch wahrscheinlich beneidet.
    Die Stirn darf zudem gerne mit etwas Doornkaat betupft werden. Wenn ihr ausseht und riecht wie jemand, der gerade von der Lilliputaner-Version der Village-People durch ein Altenheim gejagt wurde, wird man bereitwillig auf unnötige Fragen verzichten. So gerüstet gehts nun zum Konzessionär eurer Wahl:

    - Schreit vor dem Ladengeschäft unbedingt grundlos fremde Menschen an. Das befreit und baut eventuell vorhandene innere Spannungen ab.

    - Sollte der Konzessinär über einen Pennerfilter verfügen, so klingelt Sturm. Im Ladengeschäft sollte man sich bereits stark gefordert fühlen, bevor ihr überhaupt richtig da seid.

    - Vermeidet es, bei Einlass auf die Begrüssung zu reagieren. Sucht Augenkontakt, blinzelt nicht, zeigt keinerlei Gefühlsregung! Geht einfach langsam hinein und stellt euch dahin, wo es euch am besten gefällt. Brecht jetzt den Blickkontackt ab, in dem ihr für mindestens 10 Sekunden unter deutlich hörbarem Atmen die Augen schliesst.

    - Ruft euch jetzt in Erinnerung, dass ihr an der Spitze der Nahrungskette steht und geniesst diese Position mit jedem Atemzug! Bevor ihr aus Versehen Gefühle zeigt, oder gar Freundlichkeitsfloskeln loswerden könnt, fragt euch, wie Klaus Kinski oder Charles Bukowski in dieser Situation reagieren würden.

    - Nach dem die Frage gestellt wurde, was man für euch tun könne, erwidert nur mit Fakten und verzichtet auf Füllwörter oder ganze Sätze: Uhrenhersteller, Modell, Variante. Zusätzlich kann es von Vorteil sein, die Stimme dabei lauter werden zu lassen, das unterstreicht die Ernsthaftigkeit eurer Kaufabsicht.

    - Während der mit Sicherheit sichtlich motivierte Mitarbeiter die gewünschte Uhr aus dem Schaufenster, dem Tresor oder sonst wo her holt, wird man euch fragen, ob man euch etwas anbieten könne. Sagt, dass ihr Pfannkuchen möchtet!

    - Werft einfach hin und wieder willkürlich und mit stark autistischem Timbre frühere Referenznummern des Uhren-Modells, Unterschiede und Preise in den Raum. Nuschelt oder kreischt dabei ein wenig.

    - Wenn ihr gebeten werdet, die Uhr anzulegen, sollte in Sekundenbruchteilen emotionslos die Frage gestellt werden, ob dies bereits etwas kostet. Hiermit wird ein eindeutiger Impuls in den Raum gebläht, dass ihr bereit seid, mit jedem einzelnen Cent in den Nahkampf zu gehen. Man wird euer Verhandlungsgeschick bereits jetzt sehr schätzen.

    - Beginnt jetzt mit dem unzufriedenem Verhalten. Schüttelt den Kopf (verneinend natürlich), stöhnt laut und zeigt nebst den Worten: "Oh je" auf eine beliebige Stelle der Uhr; fragt dann mit erhobener Stimme: "Der Preis für so etwas?"

    - Egal mit welchem Preis ihr nun konfrontiert werdet, verlangt umgehend einen neuen Stuhl und ein Tässchen Hochprozentiges. Blufft mit dem besseren Preis eines Mitbewerbers und lockt den Verkäufer aus der Reserve. Wenn er Lust hat, mit euch zu spielen, wird er euch dies unterschwellig merken lassen.

    - Der Rest ist einfach. Ist der Preis in Ordnung, sagt den Kauf zu und bezahlt irgendwie. Ist der Preis zu hoch, lasst es!
    Wenn die Uhr selten ist, könnt ihr auch kurz den Laden verlassen, um nach wenigen Minuten völlig verschwitzt und betrunken wieder zu erscheinen. wenn man im Laden das Gefühl bekommt, man wird euch zum Verrecken nicht los, kann das eine enorm interessante Ausgangssituation für weitere Manöver werden.

    Ein schlauer Opiumsüchtiger hat einmal behauptet, der Weg sei das Ziel. Dabei scheint er aber vergessen zu haben, dass es ohne Ziel keinen Weg gäbe und dass es glücklicherweise Abkürzungen und Schleichwege gibt. Wie man sich also seine eigenen Verhaltensschemata schön reden möchte, um ans Ziel zu kommen, spielt überhaupt keine Rolle. Viele Menschen ziehen den gradlinigen Weg der guten Erziehung, der Freundlichkeit und des verständnisvollen Gehabes vor. Vollkommen überbewertet. Wer aus purer Kurzsichtigkeit gerne die Kirche im Dorf lässt, verdrängt die Tatsache, dass wir vor einiger Zeit noch Kreuzritter (Gruß an Crusader!) in die Welt entsandt haben, um eben dieses zu vermeiden.

    Also bleibt euch selbst und der Natur unserer Spezies treu und gebt bei allem was ihr tut gefälligst ein bisschen mehr Gas.

    (Quelle -auszugsweise- :Dr. Paul Müller Verlag WL 1/07)

    Gruß Gero

  • Lieber Gero!
    Herzlichen Glückwunsch zum 500er!!!
    Als eifriger Leser Deiner Beiträge, kann ich Dich beruhigen über ihre Qualität und nur hoffen, dass die nächsten 500 qualitativ so bleiben.
    Grüße
    Hubert
    P.S. Es wäre mal nett, wenn Du etwas von Dir gezeichnetes ins Forum stellen könntest.

  • Zitat von thesaint


    P.S. Es wäre mal nett, wenn Du etwas von Dir gezeichnetes ins Forum stellen könntest.

    Gerne! Wie wärs mit einem Selbstportrait?

    Gruß Gero

  • Zitat von Chronometres

    Über meinen Jubiläumsbeitrag (der 500.ste) habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, schliesslich muss es ein wirklich sinnvoller Beitrag werden.

    Du meinst, es wäre nach 499 Beiträgen endlich mal Zeit für einen sinnvollen? :D

    Gratulation, das ist Dir wieder nicht gelungen. Nur weiter so! :thumbup:

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