Uhrenreglage beim 7750

  • Hallo,
    ich möchte mal das Thema "Ganggenauigkeit" aufnehmen. Ich gehöre zu den "Sekundenfuchsern" (JA,JA ich weiss!) und akzeptiere die ungenaue Reglage (seit Helmut Sinn nicht mehr in der Fa. ist) auch nicht. Hier nun mein Tip: Das 7750 könnt Ihr auf folgende Weise selbst regulieren (hat bei allen 356 von mir sehr gut funktioniert):

    Wenn Ihr die Feineinstellung (1) verschiebt, ergibt sich pro Einkerbung ein Vor/Nachgang (je nach Richtung) von ca. 1,5 Sekunden in 24 Std.
    Sollte dies nicht ausreichend sein, oder Ihr wollt die Feineinstellung nicht bis zum Anschlag "ausreizen", so könnt Ihr den Hebel 2 mit viel Fingerspitzengefühl entweder nach unten (Nachgang - ) oder nach oben verschieben (Vorgang+). Aber Achtung: 1/10mm verschieben hat ca. 5 Sekunden/24Std. zur Folge.
    Ich selbst reguliere zu erst grob und dann an der Feinregulierung. Auf diese Weise habe ich Gangwerte an allen 356 ohne Chronometer-Zeugnis von 0 bis +2 Sekunden/24 Std. und an Chronometer von 0 bis + 0,5 Sekunden/24 Std. erreicht.
    Viel Glück!

    Ach so: Bevor jetzt jemand auf den Gedanken kommt, daß die Wasserdichtheit der Uhr nicht mehr gegeben ist, wenn man sie öffnet,
    kann ich euch berühigen. Bei der Verwendung eines vernünftigen Gehäuseöffners (kein Ebay-China-Billigwerkzeug) hatte ich bei einer Überprüfung nach der Aktion beim Uhrmacher nie Probeleme; bei den neuen grünen Dichtungen (Viton glaube ich) sowieso nicht.

    Gruß Gero

  • Danke für die Anleitung. Bedingt durch die Argonfüllung bei meinem EZM3
    und nicht vorhandenem Fingerspitzengefühl, werde ich die Feinregulierung
    aber lieber meinem Uhrmacher überlassen. :)

  • Ja, guter Hinweis. Solche Uhren (103, 144,203,303 usw.) können natürlich nur vom Uhrmacher, der die gleichen Füllmöglichkeiten wie Sinn hat, abschließend bearbeitet werden. Allerdings lässt sich natürlich auch hier erst mal eine gemäß den Tragegewohnheiten des Nutzers entsprechende Regulierung selbst vornehmen, denn auch beim Öffnen durch den Uhrmacher ist die Füllung erst mal futsch.

    Gruß Gero

  • Meines Wissens nach ist nur Sinn bis dato in der Lage eine Uhr mit Argon zu befüllen.
    Doch dies beinhaltet ja auch leider sehr lange Servicezeiten, so dass ich bei einem Defekt der Uhr, nach Ablauf der Garantiezeit, eher auf einen örtlichen Uhrmacher zurückgreifen würde und auf die Argonfüllung verzichten würde.
    Eine blaue Sulfatkapsel wäre für mich kein Servicegrund. :)

  • Die Argonfüllung kann meines Wissens nach auch von einigen Stützpunkt-Händlern nachgefüllt werden. Bei Bedarf enfach mal die Liste der Stützpunkt-Händler durchtelefonieren.

    Die Sulfatkapsel kann man nach dem Ausbau im Herd bei 75 Grad wieder erneuern (trocknen). Natürlich entweicht hier auch das Edelgas. Diese Edelgas-Füllung bringt für "Selbstschrauber" (NUR MUT, TRAUT EUCH) mehr Nachteile als durch das verlängerte Wartungsinterwall Vorteile, finde ich. Aber dies ist nur eine Meinung zu diesem Thema.

    Gruß Gero

  • Sehr informativ! Ich bin da jedoch auch nicht der Feinmechaniker!
    Ist das bei dem meisten Werken gleich ...und welchen Uhrenoeffner nimmst Du denn :?:

    Zitat von ulixem


    Eine blaue Sulfatkapsel wäre für mich kein Servicegrund. :)

    :scratch: Na ja, irgendwo muss das Wasser hergekommen sein!

    Bis dann, MoreGo

  • Ja, das ist bei allen 7750er Kalibern gleich.
    Ich nehme einen Dreipunktöffner von Bergeon und einen entsprechenden Uhrenhalter (siehe Foto). Wenn man nun noch den Gehäusedeckel mit Klebeband abklebt, hat man leidlichen Kratzerschutz falls man dennoch abrutscht. Daher: NIE FREIHÄNDIG ÖFFNEN, IMMER DIE UHR EINSPANNEN!

    Gruß Gero

  • Zitat von Chronometres

    Ja, das ist bei allen 7750er Kalibern gleich.
    Ich nehme einen Dreipunktöffner von Bergeon und einen entsprechenden Uhrenhalter (siehe Foto). Wenn man nun noch den Gehäusedeckel mit Klebeband abklebt, hat man leidlichen Kratzerschutz falls man dennoch abrutscht. Daher: NIE FREIHÄNDIG ÖFFNEN, IMMER DIE UHR EINSPANNEN!

    Guter Hinweis, zumindest für alle, die es sich zutrauen, ihren Uhren selbst zu Leibe zu rücken. :D

    Neben dem nötigen Fingerspitzengefühl ist also - und die Erwähnung von Bergeon macht es ja schon deutlich - qualitativ gutes Werkzeug erforderlich. Also den billigen Knarrenkasten aus dem Baumarkt bitte im Regal lassen. :D

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