• Hier nun der versprochene Beitrag zur Bandbefestigung.
    Feste Bandstege werden nicht behandelt.

    Es gibt grundsätzlich drei verschiedene Arten der Bandbefestigung:

    Als erste möchte ich auf die Federstegbefestigung eingehen:

    Die Qualität der Federstege ergibt sich aus:

    - dem Durchmesser der Stifte und der Mittelstege (je größer, desto stabiler),
    - der Länge der Stifte im Eingriff am Bandhorn (je länger, desto besser -evtl. durchbohrte Bandhörner),
    - der Länge der Feder (je kürzer, desto höher der Eingriff der Stifte in den Mittelsteg -Stabilität-)
    - der Eingrifflänge in den Mittelsteg (je tiefer, desto stabiler)

    Es gilt hier, einen bautechnischen Kompromiss zwischen der Federlänge und dem Eingriff in den Mittelsteg zu finden. Je länger der Eingriff in das Bandhorn ist, desto mehr Federweg muss vorhanden sein. Das bedingt eine längere Feder mit einem kürzeren Eingriff in den Mittelsteg. Je länger der Eingriff in den Bandsteg, desto kürzer die Eingrifflänge in den Mittelsteg.

    Vorteile: sehr wartungsfreundlich, schneller Bandwechsel
    Nachteile: Feder rostet, schlechte Qualität schwer zu erkennen, 4 Bauteile


    Als zweites möchte ich die Schraubbefestigung vorstellen:

    Die Qualität der Schraubstege ergibt sich aus:

    - dem Durchmesser des Schraubgewindes und des Steges (je größer, desto stabiler),
    - der Länge des Eingriffs des Gewindes in den Steg

    Auch hier muss ein Kompromiss zwischen dem Durchmesser der Konstruktion und der Stärke des Bandhornes gefunden werden. Zur sicheren Befestigung ist eine Schraubensicherung angebracht. Es gibt zwei Varianten: Die Schraubstege mit zwei Verschraubungen (gleiche Bohrungen in den Bandhörnern) und mit einseitiger Verschraubung (eine größere Bohrung oder zwei gleiche. Hier wird der Mittelsteg direkt bis an den Schraubkopf geführt und das Gewinde verschwindet komplett im Steg). 2 oder 3 Bauteile.

    Vorteil: sieht gut aus
    Nachteile: nicht so wartungsfreundlich


    Die dritte Möglichkeit ist die Befestigung ist die Stift/Hülsenkombination:

    Die Qualität dieser Kombi ergibt sich aus:

    - der Materialstärke beider Komponenten (je größer der Durchmesser, desto stabiler),
    - der Fertigungspräzision

    Hier ist das Verhältnis des bautechnischen Kompromisses am Kleinsten. Die Festigkeit ist aufgrund der Durchführung eines Stiftes durch eine Hülse in gesamter Länge sehr hoch.
    2 Bauteile

    Vorteil: hohe Festigkeit
    Nachteile: Hoher Preis, beim Bandwechsel nur eingeschrängt wiederverwendbar, Wartungsunfreundlich (Spezialwerkzeug)

    Jede Art der Befestigung hat Vor- und Nachteile. Die Qualität entscheidet oft mehr über die Festigkeit als die Bauart. Wenn es in Sachen Stabilität unbedingt einen "Sieger" geben soll, so ist dies m.E. nach die Stift/Hülsenkombination. Aber wie geschrieben: ausgeleierte oder zu dünne Federstege taugen genauso wenig, wie klappernde Schraubstege oder lasche Stift/Hülsenverbindungen.

    Gruß Gero

    2 Mal editiert, zuletzt von Chronometres (14. Februar 2009 um 16:26)

  • Mal wieder ein Tiptop-Technikbeitrag von Dir, Gero! :thumbup:

    Herzlichen Dank dafür! :)

  • Das bedeutet ergo: Bei Durchbohrung der Hörner am besten immer die Federstege ohne den umlaufenden Kragen (= für Sackbohrung) benutzen, da dann tieferer Eingriff der Federstege, entsprechend mehr Stabilität !?!

    Niveau ist keine Creme und Stil nicht das Ende eines Besens.

  • Korrekt! Man sollte in diesem Zusammenhang aber auch auf die Länge des Mittelsteges achten. Stifte ohne Werkzeugansatz sollten auch im Mittelsteg eine lange Führung besitzen. Das erhöht die Stabilität. Anders ausgedrückt: wenn ein sehr langer Federweg existiert, sind die Stifte im Mittelsteg unter Umständen kürzer als im Bandhorn. Das bringt dann wieder nicht den gewünschten Stabilitätszuwachs.

    Gruß Gero

  • Mal wieder sehr einleuchtend und mit verständlichen Bildern erklärt! :)
    .. und die Moral von der Geschicht: Die Befestigung hält, oder sie hält nicht!

    Robust ist also immer vor allem das System, bei dem alle Bauteile von guter Qualität und aufeinander abgestimmt sind?!

  • Um Missverständnisse auszuräumen, hier mal die Schraubstegbefestigung von Chronoswiss oder Mühle:

    Die Stege gehen durch die Bandhörner (Gewinde einseitig), auf der einen Seite befindet sich eine Öffnung mit Gewinde. Die Schraube verhindert dabei nur das Herausrutschen des einen Teiles. Zwei Bauteile.
    So gibt es auch für die anderen Befestigungen entsprechende Alternativen. Diese hier alle aufzuzeigen, würde den Rahmen sprengen.

    Gruß Gero

  • Das bedeutet ergo: Bei Durchbohrung der Hörner am besten immer die Federstege ohne den umlaufenden Kragen (= für Sackbohrung) benutzen, da dann tieferer Eingriff der Federstege, entsprechend mehr Stabilität !?!


    Meine Frage rührt daher, dass Sinn meine 857 mit Lederband mit STegen ohne Kragen und beiliegend zusätzlich Tegimentband mit Stiften mit umlaufenden Kragen geliefert hat. Bei meinem neuen Silikonband waren Stifte mit Kragen dabei, montiert habe ich dieses Band jedoch mit den Federstiften ohne Kragen... Wobei m.E. der schwächste Punkt aber die Stifte in der Faltschliesse sind, da diese ja nur sehr wenig tief in die doch recht dünne Schliessenwandung eingreifen.... Die stabilste Möglichkeit, mir eine Uhr um den Arm zu schnallen scheint mir ein sog. Nato-Band mit Durchzug unter der Uhr durch, so dass bei Versagen eines Federstiftes der andere die Uhr noch hält, dan n aber auc mit Dornschliesseo.ä....

    Niveau ist keine Creme und Stil nicht das Ende eines Besens.

    Einmal editiert, zuletzt von carlt0301 (16. Februar 2009 um 19:03)

  • Ja, das ist schon durchaus richtig. Ich habe hier allerdings nur die Befestigung an der Uhr behandelt. Die Befestigung am Arm ist schon ein ganz anderes Thema. Das schwächste Glied ist tatsächlich die Befestigung der Schließe. Bei großer Belastung zum Beispiel durch Zug gibt diese weit vor der Bandbefestigung an der Uhr auf. Aber das ist ein anderes Thema.

    Gruß Gero

  • Das waren Gedanken, die mir schon im Thread "Robust" kamen. Ich denke nach über die ultimativ beanspruchbare Uhr, die alles mitmacht ohne allzu viele optische Spuren (=Kratzer) davonzutragen.

    Niveau ist keine Creme und Stil nicht das Ende eines Besens.

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