Beiträge von Grounded Pilot

    Bernd,

    neben meiner Liebe zu Uhren, speziell zu alten Fliegeruhren, habe ich noch ein paar andere Hobbys. Seit dem Tschernobyl-Unfall gehört dazu auch die Strahlenmesstechnik.
    Das fing damals an mit einem einfachen Geigerzähler und gipfelt heute in einem ausgewachsenen Messplatz für Gamma-Spektralanalyse.
    Der Messplatz wird regelmässig kalibriert mit sogenannten "Prüfstrahlern" - und halt Dich fest, als Radium-Referenz benutze ich eine alte Taschenuhr mit Radium belegtem Zifferblatt und Zeigern.
    Ich glaube, durch die Jahrzehnte der Beschäftigung mit dem Thema auch einiges über die damit verbundenen Gefahren zu verstehen.

    Hier meine Meinung dazu:
    Der von Dir zitierte Artikel ist grundsätzlich richtig - nicht jedoch Deine Interpretation.
    Der Wert von 50 Bq/m³ stellt die durchschnittliche Radon-Aktivität eines normalen, unbelasteten Wohn- oder Schlafzimmers dar, nicht einen bautechnisch zulässigen Grenzwert.
    Es gibt in Deutschland seit dem 31.12.2018 erstmals einen Radon Grenzwert bei Neubauten, der bei einer Strahlenbelastung von 300 Bq/m³ liegt. Ab diesem Wert sieht der Gesetzgeber konkrete Maßnahmen vor, die vom Architekten bzw. Besitzer im Haus umgesetzt werden müssen. Der Richtwert der WHO beträgt 100 Bq/m³.
    Ja, ein Anstieg auf 10.000 Bq/m³ über 6 Tage durch eine einzige Uhr ist enorm - aber dabei bitte nicht vergessen - in einem abgeschlossenen, unbelüfteten Testraum.

    Wenn Deine Wohnung so dicht ist, dass Du mit Deiner Uhr über die 300 kommst, hast Du wahrscheinlich eher mit Schimmel in der Wohnung zu kämpfen.


    Je nachdem wo Du wohnst und wie dicht Dein Keller ist, bist Du da unten einer höheren Belastung ausgesetzt.In der freien Natur ist die Konzentration von Radon für den Menschen nicht gefährlich. Das Edelgas verflüchtigt sich nämlich im Kontakt mit der Umgebungsluft und erreicht nur noch Werte von 1 bis 30 Bq/m³. Radon dringt allerdings durch undichte Stellen über den Keller in den Wohnraum ein und sammelt sich in den geschlossenen Räumen an. Die Konzentration von Radon im Keller ist also um ein Vielfaches höher als in der freien Natur und kann im Extremfall Werte von mehreren Tausend Bq/m³ in der Luft erreichen.

    Siehe dazu die Risiko-Gebiets-Karte des BfS für Radon Ausgasung in der Bodenluft :


    Übrigens gibt es noch einen hervorragenden Beitrag zu genau diesem Thema von unserem Forums-Freund Peter (1.Wart F-104G):
    https://www.sinn-uhrenforum.de/index.php?page…1790#post181790

    Also, wegen der einen Uhr solltest Du Dir keinen Kopf machen, wenn Dein Herz dran hängt - fertig !


    Anders sieht es natürlich anders aus, wenn Du die Uhr öffnest. Nicht wegen des Radons, das gast auch durch die geschlossene Uhr aus, sondern wegen des ursächlichen Radiums. Eine Aufnahme davon in den Körper (da reden wir auch über geringe Mengen von Abrieb) ist hochgefährlich.Ich wollte mal von der VEBEG ein Konvolut alter Bundeswehr-Fliegerchronos von Hanhart und Junghans kaufen - die wollten damals eine offizielle "Umgangs-Bescheinigung für Radium" haben.

    Helmut Sinn hat damals die Uhren bekommen - der hatte wohl so eine Bescheinigung.Gruss
    Lothar

    https://www.sinn-uhrenforum.de/index.php?page…1790#post181790

    Bernd,

    neben meiner Liebe zu Uhren, speziell zu alten Fliegeruhren, habe ich noch ein paar andere Hobbys. Seit dem Tschernobyl-Unfall gehört dazu auch die Strahlenmesstechnik.
    Das fing damals an mit einem einfachen Geigerzähler und gipfelt heute in einem ausgewachsenen Messplatz für Gamma-Spektralanalyse.
    Der Messplatz wird regelmässig kalibriert mit sogenannten "Prüfstrahlern" - und halt Dich fest, als Radium-Referenz benutze ich eine alte Taschenuhr mit Radium belegtem Zifferblatt und Zeigern.
    Ich glaube, durch die Jahrzehnte der Beschäftigung mit dem Thema auch einiges über die damit verbundenen Gefahren zu verstehen.

    Hier meine Meinung dazu:
    Der von Dir zitierte Artikel ist grundsätzlich richtig - nicht jedoch Deine Interpretation.
    Der Wert von 50 Bq/m³ stellt die durchschnittliche Radon-Aktivität eines normalen, unbelasteten Wohn- oder Schlafzimmers dar, nicht einen bautechnisch zulässigen Grenzwert.
    Es gibt in Deutschland seit dem 31.12.2018 erstmals einen Radon Grenzwert bei Neubauten, der bei einer Strahlenbelastung von 300 Bq/m³ liegt. Ab diesem Wert sieht der Gesetzgeber konkrete Maßnahmen vor, die vom Architekten bzw. Besitzer im Haus umgesetzt werden müssen. Der Richtwert der WHO beträgt 100 Bq/m³.
    Ja, ein Anstieg auf 10.000 Bq/m³ über 6 Tage durch eine einzige Uhr ist enorm - aber dabei bitte nicht vergessen - in einem abgeschlossenen, unbelüfteten Testraum.

    Wenn Deine Wohnung so dicht ist, dass Du mit Deiner Uhr über die 300 kommst, hast Du wahrscheinlich eher mit Schimmel in der Wohnung zu kämpfen.


    Je nachdem wo Du wohnst und wie dicht Dein Keller ist, bist Du da unten einer höheren Belastung ausgesetzt.In der freien Natur ist die Konzentration von Radon für den Menschen nicht gefährlich. Das Edelgas verflüchtigt sich nämlich im Kontakt mit der Umgebungsluft und erreicht nur noch Werte von 1 bis 30 Bq/m³. Radon dringt allerdings durch undichte Stellen über den Keller in den Wohnraum ein und sammelt sich in den geschlossenen Räumen an. Die Konzentration von Radon im Keller ist also um ein Vielfaches höher als in der freien Natur und kann im Extremfall Werte von mehreren Tausend Bq/m³ in der Luft erreichen.

    Siehe dazu die Risiko-Gebiets-Karte des BfS für Radon Ausgasung in der Bodenluft :


    Übrigens gibt es noch einen hervorragenden Beitrag zu genau diesem Thema von unserem Forums-Freund Peter (1.Wart F-104G):
    https://www.sinn-uhrenforum.de/index.php?page…1790#post181790

    Also, wegen der einen Uhr solltest Du Dir keinen Kopf machen, wenn Dein Herz dran hängt - fertig !


    Anders sieht es natürlich anders aus, wenn Du die Uhr öffnest. Nicht wegen des Radons, das gast auch durch die geschlossene Uhr aus, sondern wegen des ursächlichen Radiums. Eine Aufnahme davon in den Körper (da reden wir auch über geringe Mengen von Abrieb) ist hochgefährlich.Ich wollte mal von der VEBEG ein Konvolut alter Bundeswehr-Fliegerchronos von Hanhart und Junghans kaufen - die wollten damals eine offizielle "Umgangs-Bescheinigung für Radium" haben.

    Helmut Sinn hat damals die Uhren bekommen - der hatte wohl so eine Bescheinigung.Gruss
    Lothar

    https://www.sinn-uhrenforum.de/index.php?page…1790#post181790

    Eine schöne Zusammenfassung des Jahres Andi.
    Bist auf das Jubiläums Treffen, zu dem ich leider noch keine "Zugangs-Berechtigung" hatte (na ja, wenigstens meine 142 war schon mal dabei), habe ich ja an allen Stammtischen teilnehmen können.
    Bestehende Freundschaften vertieft, neue Freunde gewonnen - Danke, das Jahr hier im Forum war eine Bereicherung für mich.
    Ich wünsche euch allen ein frohes Weihnachtsfest, kommt gut in's neue Jahr und bleibt bitte gesund.
    In Erwartung besserer Zeiten
    bis ganz bald hoffentlich wieder persönlich
    Lothar

    Eine schöne Zusammenfassung des Jahres Andi.
    Bist auf das Jubiläums Treffen, zu dem ich leider noch keine "Zugangs-Berechtigung" hatte (na ja, wenigstens meine 142 war schon mal dabei), habe ich ja an allen Stammtischen teilnehmen können.
    Bestehende Freundschaften vertieft, neue Freunde gewonnen - Danke, das Jahr hier im Forum war eine Bereicherung für mich.
    Ich wünsche euch allen ein frohes Weihnachtsfest, kommt gut in's neue Jahr und bleibt bitte gesund.
    In Erwartung besserer Zeiten
    bis ganz bald hoffentlich wieder persönlich
    Lothar

    Erst mal danke an alle für's mitdenken - das hat schon geholfen mich auf die richtige Spur zu bringen.

    @ Sinner&Saint :
    Ja, hochauflösende Grafiken kopieren, vektorisieren und in das Zifferblatt übernehmen ist eine Möglichkeit.
    Ich nutze das auch um z.B. Logos für Themenuhren aufzubringen.

    Aber die Ziffern habe ich lieber als kompatible Schrifttype zum Einbinden in meine Grafikprogramme, damit kann ich dann sämtliche Programmfunktionen auch auf die Schriften anwenden (Füllung, Outline, Schattierung, Ausrichten an beliebigen Formen, Type ändern, Grösse ändern usw, usw, usw)

    Ausser irgendwelchen Logos (wie oben gezeigt) sind meine Blätter sämtlich grafisch konstruiert und deshalb leicht zu ändern oder in was ganz anderes schnell zu überführen.
    Gerade die Minuten und Sekundenteilungen sind sehr zeitintensiv bei der Erst-Generierung (Strich, Copy, Paste um 6°rotiert, 60 mal), aber dann ist auch Ruck-Zuck eine "Chemin de Fer" -Minuterie daraus gemacht.

    Letztendlich fündig geworden bin dann über den von Axel erwähnten Link.
    Ich war da zwar schon mal, hatte aber übersehen, dass man da einen Mustertext eingeben kann. Einfach die Zahlenreihe 0-9 dort eingegeben und dann findet man sehr schnell in den 110 Serifen-losen Schriften die einzig möglichen vier heraus.
    Und da ist das Ergebnis - schon bedeutend näher dran an alten Originalen

    Vorstellung der fertigen Uhren folgt dann