Beiträge von Nürnberger Ei

    Die nachfolgende Uhr ( nicht diese sondern dieses Modell ) war Anfang der Siebziger Jahre als kleiner Stift meine erste Uhr überhaupt . Warum ich die kaufte, weiß ich heute nicht mehr. Ich " stieg " also in die Welt der Uhren mit einer Taschenuhr ein. Danach gab es irgendwann zu Weihnachten eine Armbanduhr von Ruhla. Ab dann habe ich mehr oder weniger immer eine Armbanduhr getragen. Die erste teuere Uhr war nach der Wende dann eine Pulsar. Danach folgte Citizen. Dann eine Union, eine Planet Ocean von Omega, eine Panerai 312 , eine Tutima und eine Nomos. Die habe ich alle wieder entweder verkauft oder vertauscht. Irgendwie war man immer unzufrieden mit den Teilen, wer kennt das von uns Uhrenverrückten nicht. Man entwickelt sich halt im Laufe dieser ganzen Uhrentragerei.
    Nun das Bild der Taschenuhr. Gekauft für 10,90 Mark von meinem Taschnegeld in den Ferien :

    Teil 2 Produktauswahl der DDR Uhrenindustrie:

    Bild 1 : einfache Autouhr Fünfziger Jahre, damals noch UMF
    Bild 2 : Industrieschaltuhr aus Glashütte. LS V 2, Baujahr 1986, 50 Stunden Gangreserve, 50 Hz, 220 Volt
    Bild 3 : Stoppuhr Kaliber 65, Schweizer Ankerhemmung, 7 Steine, Skala für Geschwindigkeitsmessung auf 1000 m, von Glashütte entwickelt und in Ruhla von 1953 bis 1963 produziert. Verkaufspreis 68,80 Ostmark

    Teil 2 Produktauswahl der DDR Uhrenindustrie:

    Bild 1 : einfache Autouhr Fünfziger Jahre, damals noch UMF
    Bild 2 : Industrieschaltuhr aus Glashütte. LS V 2, Baujahr 1986, 50 Stunden Gangreserve, 50 Hz, 220 Volt
    Bild 3 : Stoppuhr Kaliber 65, Schweizer Ankerhemmung, 7 Steine, Skala für Geschwindigkeitsmessung auf 1000 m, von Glashütte entwickelt und in Ruhla von 1953 bis 1963 produziert. Verkaufspreis 68,80 Ostmark

    Auswahl der Rahlaer Uhrenindustrie:


    Bild 1 : Frackuhr Kaliber Electric 25, nur 500 mal gebaut
    Bild 2 : allgemeine Autouhr für das Armaturenbrett zum Nachrüsten
    Bild 3: Taschenuhr mit Mondphase
    Bild 4 vorsintflutliche Nachtwächteruhr des Werkes Weimar , hergestellt bis in die Siebziger Jahre

    Auswahl der Rahlaer Uhrenindustrie:


    Bild 1 : Frackuhr Kaliber Electric 25, nur 500 mal gebaut
    Bild 2 : allgemeine Autouhr für das Armaturenbrett zum Nachrüsten
    Bild 3: Taschenuhr mit Mondphase
    Bild 4 vorsintflutliche Nachtwächteruhr des Werkes Weimar , hergestellt bis in die Siebziger Jahre

    Einen kurzen Überblick zur Uhrengeschichte Mitteldeutschlands :

    Die DDR Industrie war gekennzeichnet durch die Bildung riesiger sogenannter Kombinate. Diese waren nicht gebunden an bestimmten Industriezweigen, sondern erhielten auch fachspezifische Aufgaben. So stellte zum Beispiel die damalige Warnow Werft in Rostock in den achtziger Jahren neben dem Hauptgebiet Schiffen auch Kühlschränke und Kochtöpfe her. Der damalige VEB Uhrenkombinat gliederte sich in die folgenden Bereiche : Ruhla- Produktion von Fein-/ Werkzeugmaschinen und hauptsächlich Quarzuhren, Glashütte - mechanische Uhren, Uhrenwerke Weimar - Uhrengehäuse, Wand- und Tischuhren, Feinmechanik Dresden- Schaltuhren und Kurzzeitwecker. Im Jahr 1961 wollte Ulbricht auf Grund der nicht erfüllten Exportziele und von Qualitätsmängeln die gesamte Uhrenindustrie in der DDR abschaffen. Ruhla hat dieses vereitelt, nämlich 1962 durch die innovative " Electric " mit dem Kaliber 25. Ansonsten wäre die gesamte Uhrenproduktion innerhalb des RGW in die damalige SU verschoben worden.( Beispielsbilder folgen im nachfolgenden Beitragsteil. ) Uhren aus Glashütte waren zu DDR Zeiten durchaus sogenannte Bückware und nicht gerade billig. Mechanische Uhren aus Ruhla ( Standardwerk UMF 24 ) gab es dagegen flächendeckend. Eine der ersten Quarzuhren mit digitaler Anzeige und Stoppeinrichtung kostete um 1980 etwa 650 Ostmark. ( Zum Vergleich : Ein Jungfacharbeiter Fahrzeugschlosser verdiente zu der Zeit in etwas ca. 550 Mark ). Das ist eine schönes Beispiel um zu zeigen, wie innovativ letztendlich neben Glashütte auch Ruhla war. Glashütter Uhren gingen unter derzeit bekannten 12 Handelsnahmen in die ganze Welt. Unteranderem auch insbesondere unter dem Namen " Meisteranker " in die westdeutschen Versandhauskataloge, ab 49,99 Mark dann erwerbbar. Oder spezielle Modelle über den " Genex " Katalog in der DDR . ( Hier konnte der DDR Bürger, welcher über DM verfügte, Waren bestellen, die es entweder so im Binnenmarkt nicht gab oder wie bei Autos mit einer langen Wartezeit belegt waren ). Es wurden also bereits zu DDR Zeiten hochwertige Uhren hergestellt, welche auch international anerkannt waren. Hier ein Erlebnis eines Bekannten zur Wendezeit 1990 : Als die nachfrage nach DDR Produkten überall einbrach, geschah das auch in der Uhrenindustrie. Er beobachtete , wie man in Glashütte Schubkarren voller produzierter und nicht verkaufbarer Uhren in einem still gelegten Bergwerkstollen entsorgte. Der Bekannte war zu dieser Zeit kurzzeitig in Glashütte beschäftigt und legte sich aus reiner Spielerei etliche Uhren , (darunter auch sogenannte Muster , also Uhrenmodelle die nicht in die laufende Produktion aufgenommen wurden ) zur Seite. Das hat ihn dann später zum Sammler gemacht und nun besitzt dieser eine schöne Sammlung von Raritäten, für die man heutzutage bei ebay oder Händlern teures Geld auf den Tisch legen müsste.

    Aber wie es sich zeigte, die Geschichte dieser Uhrenindustrie ging ja letztendlich bis heute weiter. Allein in Ruhla machten sich Mitarbeiter nach der Auflösung in 1992 in 26 verschiedenen Firmen rund um das Uhrenhandwerk selbständig.

    Einen kurzen Überblick zur Uhrengeschichte Mitteldeutschlands :

    Die DDR Industrie war gekennzeichnet durch die Bildung riesiger sogenannter Kombinate. Diese waren nicht gebunden an bestimmten Industriezweigen, sondern erhielten auch fachspezifische Aufgaben. So stellte zum Beispiel die damalige Warnow Werft in Rostock in den achtziger Jahren neben dem Hauptgebiet Schiffen auch Kühlschränke und Kochtöpfe her. Der damalige VEB Uhrenkombinat gliederte sich in die folgenden Bereiche : Ruhla- Produktion von Fein-/ Werkzeugmaschinen und hauptsächlich Quarzuhren, Glashütte - mechanische Uhren, Uhrenwerke Weimar - Uhrengehäuse, Wand- und Tischuhren, Feinmechanik Dresden- Schaltuhren und Kurzzeitwecker. Im Jahr 1961 wollte Ulbricht auf Grund der nicht erfüllten Exportziele und von Qualitätsmängeln die gesamte Uhrenindustrie in der DDR abschaffen. Ruhla hat dieses vereitelt, nämlich 1962 durch die innovative " Electric " mit dem Kaliber 25. Ansonsten wäre die gesamte Uhrenproduktion innerhalb des RGW in die damalige SU verschoben worden.( Beispielsbilder folgen im nachfolgenden Beitragsteil. ) Uhren aus Glashütte waren zu DDR Zeiten durchaus sogenannte Bückware und nicht gerade billig. Mechanische Uhren aus Ruhla ( Standardwerk UMF 24 ) gab es dagegen flächendeckend. Eine der ersten Quarzuhren mit digitaler Anzeige und Stoppeinrichtung kostete um 1980 etwa 650 Ostmark. ( Zum Vergleich : Ein Jungfacharbeiter Fahrzeugschlosser verdiente zu der Zeit in etwas ca. 550 Mark ). Das ist eine schönes Beispiel um zu zeigen, wie innovativ letztendlich neben Glashütte auch Ruhla war. Glashütter Uhren gingen unter derzeit bekannten 12 Handelsnahmen in die ganze Welt. Unteranderem auch insbesondere unter dem Namen " Meisteranker " in die westdeutschen Versandhauskataloge, ab 49,99 Mark dann erwerbbar. Oder spezielle Modelle über den " Genex " Katalog in der DDR . ( Hier konnte der DDR Bürger, welcher über DM verfügte, Waren bestellen, die es entweder so im Binnenmarkt nicht gab oder wie bei Autos mit einer langen Wartezeit belegt waren ). Es wurden also bereits zu DDR Zeiten hochwertige Uhren hergestellt, welche auch international anerkannt waren. Hier ein Erlebnis eines Bekannten zur Wendezeit 1990 : Als die nachfrage nach DDR Produkten überall einbrach, geschah das auch in der Uhrenindustrie. Er beobachtete , wie man in Glashütte Schubkarren voller produzierter und nicht verkaufbarer Uhren in einem still gelegten Bergwerkstollen entsorgte. Der Bekannte war zu dieser Zeit kurzzeitig in Glashütte beschäftigt und legte sich aus reiner Spielerei etliche Uhren , (darunter auch sogenannte Muster , also Uhrenmodelle die nicht in die laufende Produktion aufgenommen wurden ) zur Seite. Das hat ihn dann später zum Sammler gemacht und nun besitzt dieser eine schöne Sammlung von Raritäten, für die man heutzutage bei ebay oder Händlern teures Geld auf den Tisch legen müsste.

    Aber wie es sich zeigte, die Geschichte dieser Uhrenindustrie ging ja letztendlich bis heute weiter. Allein in Ruhla machten sich Mitarbeiter nach der Auflösung in 1992 in 26 verschiedenen Firmen rund um das Uhrenhandwerk selbständig.

    Na, das ist hier in Sachsen unter den Uhrenfreunden doch schon lange bekannt. Da hilft es auch nicht, das entsprechende Logo für die eigentliche Herkunft von beispielsweise Zifferblättern oder Gehäusen verschleiern zu wollen. Zur obigen Thematik der Firma empfehle ich das Buch vom Förderverein Uhrentradition Ruhla E. V. " 150 Jahre Gebrüder Thiel, Uhrenwerke Ruhla, Garde' " Dort findet ihr alles über die obige Firma und deren Vorgängerunternehmen. Allerdings ist es sehr schwer zu bekommen , auf der Seite des Fördervereines meldet sich niemand, wenn ihr das Buch über dem Bestellformular anfordert. Es ist auf Glanzpapier gedruckt und hat 640 Seiten.

    Zur obigen Firma : Die hatte bereits seit der Auflösung des Uhrenkombinates Ruhla verschiedene Vorgänger, auch in Zusammenarbeit mit westdeutschen Firmen. So wurden in den 90 iger produziert : Für die Firma "Swatch" Zifferblätter für Chronographen, für die Münchener Firma " point " Kunststoffzifferblätter für Funkuhren, für das Nachfolgeunternehmen von Ruhla " Garde' " Zifferblätter aus Metall und Kunststoff, für " Glashütte Original " bedruckte Datumsscheiben, für " Nautische Instrumente Mühle " Zifferblätter und Datumsscheiben und für " SINN " schließlich lackierte und bedruckte Ziffernblätter. Später dann auch Gehäuse mit allen Drückern und sonstigen Teilen, als Lothar Schmidt dann einer der 3 Firmeninhaber wurde und man seinen Platz endgültig in Glashütte fand. Was ja nachvollziehbar erscheint : Eine hochwertige Uhrenfertigung verlangt eine hochwertige Zulieferstrategie vor Ort , quasi Tür an Tür.

    So richtig " Fahrt " nahm das Ganze dann auf, als NOMOS 2007/8 einen Rechtsstreit gegen Mühle über die genaue Herkunftsbezeichnung und damit über die Herkunftsbezeichnung " Glashütte " auf dem Zifferblatt gewann, nach der mindestens 50 % der Wertschöpfung einer Uhr in Glashütte erfolgen musste, um den entsprechenden Aufdruck zu kommunizieren. Die Produktion der SUG wurde dann nochmals erweitert und ausgebaut. Welche Uhrenfirmen nunmehr und in welchem Umfang dort produzieren lassen, darüber wird in der Regel nicht groß kommuniziert. Ich glaube mittlerweile gibt es wohl 12 Uhrenfirmen, welche in Glashütte produzieren oder " lassen ". Beispielsweise ist " Union " so ein " Fall ",die ihre Werke von der ETA beziehen und dann vor Ort " aufwendig " bearbeiten. Mühle verwendet ja beispielsweise in der Regel das Sellita sw 200, was dann einen eigenen Rotor und einen neuen Ankerkloben mit eigener Spechthalsregulierung bekommt. Damit ist die Glashütter Regel erfüllt und der Verkaufspreis kann nach oben angepasst werden. Oder man kauft sich einfach den Traditionsnamen " Grossmann" und ballert für mehrere Millionen eine " Uhrenmanufaktur " mit exorbitanten hohen Verkaufspreisen oberhalb des Stadt Glashütte in den Berg. Das blanke Gegenteil ist dann der Massenhersteller Bruno Söhnle im unteren Preissegment . Auf jeden Fall ist der Besuch von Glashütte zu empfehlen, der von Ruhla ebenfalls. Das Uhrenmuseum in Glashütte dürfte , das in Ruhla weniger bekannt sein. Gerade Letzteres ist einen absoluten Besuch wert. Man kann dort neben den Maschinen zur Uhrenherstellung wunderbar nachvollziehen, wie innovativ Ruhla zu DDR Zeiten versuchte, neue Standards in der Produktion von Quarzuhren zu setzen. Aber leider durfte man nicht wie man wollte : Es fehlten wie so oft das benötigte Material sowie die Devisen für den Kauf hochwertiger Maschinen zur Uhrenherstellung, insbesondere in der Schweiz. Übrigens waren Vertreter der Schweizer Uhrenindustrie schon Anfang 1990 vor Ort in Glashütte. Aber deren Forderungen für den Weiterbetrieb des Werkes waren so utopisch, das man von einer weiteren Zusammenarbeit Abstand nahm.

    Na, das ist hier in Sachsen unter den Uhrenfreunden doch schon lange bekannt. Da hilft es auch nicht, das entsprechende Logo für die eigentliche Herkunft von beispielsweise Zifferblättern oder Gehäusen verschleiern zu wollen. Zur obigen Thematik der Firma empfehle ich das Buch vom Förderverein Uhrentradition Ruhla E. V. " 150 Jahre Gebrüder Thiel, Uhrenwerke Ruhla, Garde' " Dort findet ihr alles über die obige Firma und deren Vorgängerunternehmen. Allerdings ist es sehr schwer zu bekommen , auf der Seite des Fördervereines meldet sich niemand, wenn ihr das Buch über dem Bestellformular anfordert. Es ist auf Glanzpapier gedruckt und hat 640 Seiten.

    Zur obigen Firma : Die hatte bereits seit der Auflösung des Uhrenkombinates Ruhla verschiedene Vorgänger, auch in Zusammenarbeit mit westdeutschen Firmen. So wurden in den 90 iger produziert : Für die Firma "Swatch" Zifferblätter für Chronographen, für die Münchener Firma " point " Kunststoffzifferblätter für Funkuhren, für das Nachfolgeunternehmen von Ruhla " Garde' " Zifferblätter aus Metall und Kunststoff, für " Glashütte Original " bedruckte Datumsscheiben, für " Nautische Instrumente Mühle " Zifferblätter und Datumsscheiben und für " SINN " schließlich lackierte und bedruckte Ziffernblätter. Später dann auch Gehäuse mit allen Drückern und sonstigen Teilen, als Lothar Schmidt dann einer der 3 Firmeninhaber wurde und man seinen Platz endgültig in Glashütte fand. Was ja nachvollziehbar erscheint : Eine hochwertige Uhrenfertigung verlangt eine hochwertige Zulieferstrategie vor Ort , quasi Tür an Tür.

    So richtig " Fahrt " nahm das Ganze dann auf, als NOMOS 2007/8 einen Rechtsstreit gegen Mühle über die genaue Herkunftsbezeichnung und damit über die Herkunftsbezeichnung " Glashütte " auf dem Zifferblatt gewann, nach der mindestens 50 % der Wertschöpfung einer Uhr in Glashütte erfolgen musste, um den entsprechenden Aufdruck zu kommunizieren. Die Produktion der SUG wurde dann nochmals erweitert und ausgebaut. Welche Uhrenfirmen nunmehr und in welchem Umfang dort produzieren lassen, darüber wird in der Regel nicht groß kommuniziert. Ich glaube mittlerweile gibt es wohl 12 Uhrenfirmen, welche in Glashütte produzieren oder " lassen ". Beispielsweise ist " Union " so ein " Fall ",die ihre Werke von der ETA beziehen und dann vor Ort " aufwendig " bearbeiten. Mühle verwendet ja beispielsweise in der Regel das Sellita sw 200, was dann einen eigenen Rotor und einen neuen Ankerkloben mit eigener Spechthalsregulierung bekommt. Damit ist die Glashütter Regel erfüllt und der Verkaufspreis kann nach oben angepasst werden. Oder man kauft sich einfach den Traditionsnamen " Grossmann" und ballert für mehrere Millionen eine " Uhrenmanufaktur " mit exorbitanten hohen Verkaufspreisen oberhalb des Stadt Glashütte in den Berg. Das blanke Gegenteil ist dann der Massenhersteller Bruno Söhnle im unteren Preissegment . Auf jeden Fall ist der Besuch von Glashütte zu empfehlen, der von Ruhla ebenfalls. Das Uhrenmuseum in Glashütte dürfte , das in Ruhla weniger bekannt sein. Gerade Letzteres ist einen absoluten Besuch wert. Man kann dort neben den Maschinen zur Uhrenherstellung wunderbar nachvollziehen, wie innovativ Ruhla zu DDR Zeiten versuchte, neue Standards in der Produktion von Quarzuhren zu setzen. Aber leider durfte man nicht wie man wollte : Es fehlten wie so oft das benötigte Material sowie die Devisen für den Kauf hochwertiger Maschinen zur Uhrenherstellung, insbesondere in der Schweiz. Übrigens waren Vertreter der Schweizer Uhrenindustrie schon Anfang 1990 vor Ort in Glashütte. Aber deren Forderungen für den Weiterbetrieb des Werkes waren so utopisch, das man von einer weiteren Zusammenarbeit Abstand nahm.

    So, hier nun die angekündigte Aufstellung an Hand der Vorschriften Stand 1. September 1939 in der Reihenfolge der obersten Zeile:


    Seechronometer, Stoppuhr, Beobachtungsuhr, Wanduhr

    Schlachtschiffe: 1, 6, bis zu 30 , bis zu 64

    Kreuzer: 1, 6, bis zu 18, bis zu 42

    Zerstörer: 1, 5, bis zu 6, 16

    Schnellboote: ohne Seechronometer an Bord , 2, 1, 3

    Die Kriegsmarine hatte zu diesem Zeitpunkt alleine an Dickschiffen 7 Schlachtschiffe und 11 aktive Kreuzer in ihrem Bestand. Das macht schon mal per se insgesamt 18 Seechronometer, 108 Stoppuhren, 408 Beobachtungsuhren und maximal 910 Wanduhren aus.

    Dazu kämen noch ca. 1200 gebaute U-Boote bis zum 8.Mai 1945 sowie die ganzen Begleitschiffe / Hilfsschiffe wie Hilfskreuzer Handelszerstörer, Sperrbrecher und sonstige Beobachtungs und Flugsicherungsschiffe der Luftwaffe.

    Quelle : "Die Schiffe der Deutschen Kriegsmarine und Luftwaffe 1939 - 1945 und ihr Verbleib" , von Erich Gröner, München 1954

    Ja danke euch für die weiter gehenden Erläuterungen. Die Thematik mit den Wasserbomben hatte ich in meinem Beitrag vergessen.

    Mal schauen, ob ich heute dazu komme. Ich werde dann mal eine kleine Beispielsübersicht hier rein stellen, wieviel Uhren und zu welchem Zweck einzelne Kampfschiffe an Bord haben mussten. Wenn man das einmal hochrechnen würde beispielsweise bis zu den ganz großen Pötten, den damaligen Schlachtschiffen, dann kam man sich ausrechnen , was für gute Geschäfte einzelne Uhrenfirmen mit dem Militär tätigten. Und da haben wir noch gar nicht von der Luftwaffe, dem Heer und speziell der Artillerie gesprochen.

    Lieber Uhrenfreunde,

    hier nun eine Fortsetzung meiner Darstellung historischer Uhren. Zunächst kurz etwas zur Firmengeschichte: Die obige Firma wurde 1866 in Saint - Imier gegründet. 1891 meldete diese ihr erstes Chronographenwerk zum Patent an. Ab den dreißiger Jahren stellte sie dann eine breite Palette von Kurzzeitmessern und Chronographenalibern her. Unter anderem auch für Zenith und Girard- Perregaux. 1984 dann die Einstellung der Firma.
    Natürlich belieferte die Firma wie so viele auch den militärischen Bereich. Bei der hier vorgestellten Uhr handelt es sich um ein Zeitmessgerät für die Messung von Torpedolaufzeiten aus der Zeit des 2. Weltkrieges. Das heißt, explodierte das Torpedo innerhalb der errechneten Laufzeit war es ein Treffer. Erfolgte erst eine Detonation außerhalb der errechneten Laufzeit war es auch kein Treffer. Hier kam dann ein Selbstzerstörungsmechanismus ( besonders bei neuer entwickelter Technik ) des Torpedos zum Einsatz, damit dieses nicht in die Hände des Gegners fallen konnte.
    Das beschriftete Fach unten rechts beinhaltet verschiedene Ersatzteile, wie Schrauben und Federn. So konnte ein geschickter Mechaniker im Fall eines Defektes die Uhr vor Ort wieder reparieren.
    Kleiner Nachtrag : Die Schweizer Uhrenfirmen belieferten während des 2. Weltkrieges munter beide Seiten, so kamen wichtige Kleinteile für die damalige Uhrenindustrie in Glashütte per Diplomatengepäck nach Deutschland. Des Weiteren lieferten die Schweizer mechanische Waffenteile, Sanitätsmaterial , verschiedene Chemikalien und Turbinen in das damalige Deutsche Reich.
    Nun aber die Bilder zur Uhr :

    Danke Lasse. Dann extra für dich meine schönste Uhr. Es handelt sich um eine Spindeltaschenuhr etwa um das Jahr 1800 der Firma Higg und Evans ( bestand 1775 bis 1825 ) aus London. Als Besonderheit hier das sogenannte " Türkische Ziffernblatt " für den türkischen Markt. Da die Rückseite einen militärischen Charakter aufweist nehme ich an, das diese als eine Art Auszeichnungsuhr für den militärischen Bereich gedient hatte. Aber auch im englischen Binnenmarkt waren die Uhren auf Grund ihrer pompösen Ausstattung sehr beliebt.

    Da ja mein Chrono derzeit zu Sinn unterwegs ist, komme ich heute mal historisch daher : Originale Dienstuhr des Heeres der ehemaligen Wehrmacht mit dem Kaliber AS 1130 von Adolph Schild aus Grenchen/ Schweiz. Dieses Werk war auf Grund seiner Robustheit und Zuverlässigkeit in den meisten damaligen Dienstuhren verbaut. Restbestände werden heute noch gerne von kleinen Uhrenherstellern restauriert, veredelt und in kleinen Serien verbaut.

    Liebe Uhrenfreunde,

    hiermit möchte ich eine kleine Serie starten, mit der ich einige interessante Stücke aus meiner Sammlung vorstellen möchte. Diese Serie soll unser aller Uhrenhorizont erweitern und Wissen vermitteln. Los geht's :

    Der Heuer Semikrograph wurde ab 1914 entwickelt. Das Patent wurde am 2. 10. 1916 erteilt, noch im gleichen Jahr begann die Produktion. Warum so schnell werde ich am Schluss des Beitrages erläutern. Zunächst die technischen Details:
    Es handelt sich hierbei um eine sogenannte Schaltrad Rattrapante mit sogenannten Splittsekunds, 2 Zeiger messen also 2 Zeitabläufe gleichzeitig. Hier also 6 Sekunden und erstmals die 1/ 50 Sekunden. Die Genauigkeit wurde möglich durch eine relativ kleine Unruhe und einer sehr kräftigen Spirale. Die Spirale erreicht mit der Unruhe 180 000 Halbschwingungen pro Stunde. Damit das Uhrwerk nach den Messvorgang nicht in kürzester Zeit ablief, wurde die Unruh über ein Hebelwerk gestoppt und lief beim nächsten Vorgang wieder an.
    Wozu brauchte man 1916 erstmals eine solche Messgenauigkeit ? Nun , zu dieser Zeit war der 1. Weltkrieg auf seinem Höhepunkt, dieser war gleichzeitig erstmals auch ein Krieg der technischen Entwicklungen. So eine Genauigkeit war beispielsweise bei der Einstellung von Zeitzündern oder der Synchronisation von Maschinengewehren in den erstmals auftretenden Jagdflugzeugen erforderlich. Bei letzterem wurde ein Mechanismus erfunden, bei dem das nach vorne schießende Maschienengewehr durch die rotierende Luftschraube des Flugzeuges schießen konnte. So wurde der bis dato sich ebenfalls an Bord befindliche zusätzliche Maschinengewehrschütze eingespart und die Jagdflugzeuge wurden schneller, wendiger und leichter. Der Nachfolger des Semikrograph war dann der Ed Heuer Mikrograph mit einer Messgenauigkeit von 1/ 100 Sekunden .
    Nun die Bilder dazu :

    Hallo liebe Uhrenfreunde,

    hier ein kleiner Zustandsbericht nach ca. 2 Monaten mit der 140.

    Leider muss ich die Uhr nun einschicken, weil der Minutenzeiger folgende Mängel aufweist :

    1. Bei gezogener Krone hat der Minutenzeiger unheimlich viel Spiel. Das genaue Einstellen der Minuten gerät zu einem Zufallsprodukt, entweder läuft der Minutenzeiger im Vergleich zum Sekundenzeiger dann zu schnell über die nächste Markierung oder bleibt zurück.

    2. Selbst wenn mir nach langem " Kurbeln " endlich die richtige Einstellung gelingt, dauert es nicht lange bis sich dann der Minutenzeiger nicht mehr synchronisiert mit dem Sekundenzeiger irgendwo zwischen den Minutenmarkierungen befindet. Das trat zunächst nach 1-2 Tagen auf, nunmehr bereits nach einigen Minuten oder auch Stunden. Das Teil läuft quasi " unrund ".

    Das die Uhr mittlerweile 3 s im Nachlauf läuft, ist dabei schon fast geschenkt.

    Um das einmal deutlich zu benennen : Da hat Sinn in dieser Preiskategorie einfach nur Scheiße abgeliefert. Da läuft doch meine Citizen für 199 Euro mit permanent 1 s im Vorlauf deutlich genauer und zeigt auch jederzeit die korrekte Zeigerstellung an.

    Und nein, ich bin mit der Uhr nirgendwo angestoßen oder habe diese zu irgendwelchen sportlichen Aktivitäten getragen. Dazu habe ich genug andere Uhren.

    Ich muss ganz ehrlich gestehen, momentan bin ich ziemlich angepisst von dieser Firma. So eine teure Uhr und einen solchen Mangel nach so kurzer Zeit.

    Gruß

    Hallo liebe Uhrenfreunde,

    hier ein kleiner Zustandsbericht nach ca. 2 Monaten mit der 140.

    Leider muss ich die Uhr nun einschicken, weil der Minutenzeiger folgende Mängel aufweist :

    1. Bei gezogener Krone hat der Minutenzeiger unheimlich viel Spiel. Das genaue Einstellen der Minuten gerät zu einem Zufallsprodukt, entweder läuft der Minutenzeiger im Vergleich zum Sekundenzeiger dann zu schnell über die nächste Markierung oder bleibt zurück.

    2. Selbst wenn mir nach langem " Kurbeln " endlich die richtige Einstellung gelingt, dauert es nicht lange bis sich dann der Minutenzeiger nicht mehr synchronisiert mit dem Sekundenzeiger irgendwo zwischen den Minutenmarkierungen befindet. Das trat zunächst nach 1-2 Tagen auf, nunmehr bereits nach einigen Minuten oder auch Stunden. Das Teil läuft quasi " unrund ".

    Das die Uhr mittlerweile 3 s im Nachlauf läuft, ist dabei schon fast geschenkt.

    Um das einmal deutlich zu benennen : Da hat Sinn in dieser Preiskategorie einfach nur Scheiße abgeliefert. Da läuft doch meine Citizen für 199 Euro mit permanent 1 s im Vorlauf deutlich genauer und zeigt auch jederzeit die korrekte Zeigerstellung an.

    Und nein, ich bin mit der Uhr nirgendwo angestoßen oder habe diese zu irgendwelchen sportlichen Aktivitäten getragen. Dazu habe ich genug andere Uhren.

    Ich muss ganz ehrlich gestehen, momentan bin ich ziemlich angepisst von dieser Firma. So eine teure Uhr und einen solchen Mangel nach so kurzer Zeit.

    Gruß

    Heute mal ein wenig nostalgisch. Uhren von Ruhla werden ja regelmäßig als " Schrott " bezeichnet. Dabei war das Uhrenkombinat Ruhla zu DDR Zeiten immer bemüht, interessante Uhren für den Markt zu designen. Die Uhr hier wurde lediglich von 1973 bis 1978 hergestellt und es gab sie in mehreren Farbausführungen. Angetrieben von dem Werk M 24, dem damaligen Standardwerk. Sie kostete damals genau 80 Ostmark. Meine Uhr stammt aus einem alten Lagerbestand und ist ungetragen .