Sorry, aber solch eine Aussage ist Unfug zum Quadrat. 
Gerade von Dir, der Du Dich normalerweise durch intelligente Beiträge auszeichnest, hätte ich da deutlich mehr erwartet als derartig unausgegorene Sprüche...
Ein anständiger Kaufmann hat vor allem eine Verpflichtung, nämlich nicht Pleite zu gehen, alleine schon deshalb, weil durch seine Pleite ihm selbst und seinen Gläubigern ein beträchtlicher Schaden entstünde. Und dem Gesetz nach macht sich ein Kaufmann, der vorsätzlich in Konkurs geht, sogar strafbar!
"Pleite" ist der falsche Ausdruck, da er beinhaltet, daß das Handelshaus seine Ttäigkeit nicht ordentilch einstellt, sondern Gläubiger leer ausgehen. Richtig muß es heißen: Der anständige Kaufmann läßt es lieber ganz bleiben, als soetwas zu tun. Ich schwanke noch, ob ich für mangelnde Präzision im Ausdruck um Entschuldigugn bitten soll, oder ob ich etwas von Goldwaage murmel .. nein, der Ausdruck "Pleite" ist falsch, es muß heißen: Er stellt eher seine Geschäftstätigkeit geregelt ein.
Das Verhalten des Verkäufers prägt die Usancen am Marktplatz. Wenn jemand einen gebrauchten Gegenstand "X" (gerne auch roleX) in einem Laden (oder sonstwo) angeboten sieht und "spontan" zum Angebotspreis (ggf. abzüglich 2% Skonto oder mit einem neuen Brand dran) erwirbt, ist er ersteinmal "glücklich". Wenn er kurz darauf erkennt, daß der gleiche Gegenstand OHNE Lieferfrist (bei roleX also nur zum Teil anwendbar), neu, mit voller Garantie nur wenig teurer zu erwerben ist, schwinden sein Glücksgefühl und Vertrauen, das Mißtrauen wächst, die Neigung zu spontanen Käufen leidet (Volltrottel ausgenommen). Evtl. wird er sogar nach Mängeln suchen, die ihm einen Rücktritt ernmöglichen oder sonstwie einen Ausgleich suchen.
Die Uhr wird hier (im Forunm), und im Schaufenster und bei eBay (ggf. noch mit Phantombietern!) zeitgleich angeboten? Was, wenn zwei Leute "gleichzeitig" zuschlagen? Einer von den beiden fühlt sich verklapst. Was, wenn die Preise unterschiedlich waren? Hier im Forum "unter Freunden" für 500,- angeboten bei ebay nach drei Versuchen (einmal zu hoher Sofortkauf 700,-, dann mit Pahntombieter 550,- aber geplatzt und dann reell für 400,- aber bei Sinn gibt's das Modell noch unzerkratzt mit voller Garantie für 550,-? Das merk ich mir doch, wenn ich öfter mal Käufer bin.
Nun stellt sich die Frage, in was für einem Umfeld möchte man lieber leben? In einer Gegend, wo es normal ist, wenn "alle" an die Hausecken urinieren und ihren Müll fallen lassen, wo sie gerade gehen und stehen und wo man vor jedem Einkauf erstmal gründlich recherchieren muß, oder in einer Umgebung die sauber ist (Schweres Opfer, ich muß mein Bonbon-Papier zum Papierkorb bringen und bis zur nächsten Toilette an mich halten! Nicht jedermanns Sache) und wo man/ich darauf vertrauen kann, daß Angebote fair sind?
Ich bleibe dabei: Gebrauchte Uhren, die noch unverändert ab Hersteller / offiziellem Vertrieb neu zum Listenpreis ohne jahrelange Lieferfrist erhältlich sind, bietet man gebraucht "fair" an. Und "fair" ist dann nicht "5% unter aktuellem Neupreis", kann aber mehr sein als der alte Neupreis.
In einem anderen Umfeld erlebt, eine "Oma" bring einen Schwung "Gegenstände" (industriell hergestellt, Seriengegenstände, keine Unikate) auf einer Börse zu einem professionellen Ankauf-Verkauf-Händler. Die "Dnige" werden angekauft, ein weinrotes Stück X zu 30,-. Oma raus, Händler rennt los zu seinem Nachbarn "Guck mal, eben gekauft, für 30,- hat neulich bei der {Live-] Auktion in Köln 3000,- gebracht!". Sorry!
Umkehrbeispiel? Hamburg, damals noch "Leica Meister" nach ein paar Namensstreitigkeiten mit Wettbewerbern und Leica nun "Meister Camera", Oma kommt rein, Erbstücke in der Fototasche ... "Was geben Sie mir denn dafür?", "Na, ich nehme mal an, daß Sie heute keine neue Kamera kaufen wollen, wir reden also über einen reinen Ankauf oder darüber, daß ich die Ausrüstung in Kommission für Sie verkaufe.", "Ja.", "Wenn ich das so angucke, würde ich die für abc, def, xyz also in Summe sss ins Fenster stellen, bei Ankauf bekommen Sie sofort X%, bei Kommission sobald ein Käufer zuegschalgen hat Y%.". Den Fensterpreis kann Oma "morgen" kontrollieren ... welchen der beiden Händler würde ich wohl weiterempfehlen, wenn ich mal gefragt werde? Unnötig zu erwähnen, daß bei Leica-Meister natürlich ein paar % oder ein kleines "Geschenk" drin sind, besonders für nette Leuie und für Stammkunden, aber nie wird vorher so fett auf den Preis draufgeschlagen, daß man am Ende nur 20,- statt 300,- für seinen Teppich bezahlt.
Ich kann nur an jede(n) appellieren: Denkt mal darüber nach, in was für einem Umfeld Ihr leben (und mit Uhren handeln) möchtet!
Lektüre: http://www.der-ehrbare-kaufmann.de/zum-leitbild-d…undsaetze/veek/