Ihr verwirrt mich immer mehr
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Tschuldigung ![]()
... funktioniert die Trockenhaltetechnik nun gut, gar nicht oder eben, wie Sinn nun selbst auf Anfrage darstellt und man es auf den Punkt bringt "nur ein bisschen" oder sagen wir mal für die Praxis ausreichend
Ich zitiere mal Volker Pispers:
"Es tuts nicht!"
Heisst nahezu trocken 25-30%???
Unter Trocken versteht man für gewöhnlich 0% Wasser. Egal ob es sich um die Badewanne handelt oder Alkoholikern ... denen gesteht man ja auch keinen Restalkohol im Blut zu.
Heisst das beim Eintauchen in kaltes Wasser funktioniert die Antibeschlagsfunktion 100%ig???
Sinn gibt ja nicht an, bei welcher Temperatur die Luft in den Sinn Uhren mit Ar-Trockenhaltetechnik 25-30 [%] hat.
Das ist aber entscheidend im Bezug auf die Wassermenge in der Uhr, was Auswirkungen darauf hat ab wann die Uhr an den kältesten Stellen beschlägt.
Wird die in der Kapsel gebundene Luftfeuchte komplett gebunden: ja oder nein???
Offensichtlich nicht. Denn sonnst hätte es bei den Uhren von Kristian oder mir nicht zum beschlagen der Uhren kommen dürfen.
Ist nun noch Feuchtigkeit drin: ja oder nein??
Offensichtlich ja, denn wenn keine beschlagsfähige Flüssigkeit drin ist, kann auch nichts beschlagen.
Da die Sinn Uhren (hier die Sinn U2, die gleich 3 Kapseln verbaut hat) beschlagen, ist Wasser in den Uhren nachgewiesen worden.
Klaro ist der Eiswürfeltest extrem und nicht unbedingt praxisrelevant!
Die Uhren werden damit beworben das sie bis -45°C beschlags und Funktionssicher sind. Offensichtlich sind sie es nicht. Diesbezüglich würde ich den Eiswürfeltest noch als recht milde bezeichnen.
Leichter Beschlag innen, der schnell wieder verschwindet. Also doch nicht sooo schlecht?
Wenn die Uhr beschlägt, kann man sie nicht ablesen. Also kann man das als völliges Versagen der Trockenhaltetechnik verstehen.
Wird diese Feuchtigkeit dann von den Trockenkapseln gefressen oder ist das die von Sinn beschriebene Restfeuchte von 25-30%,
die immer in der Uhr ist und gegen die man nix machen kann???
Selbstverständlich kann man etwas gegen Feuchtigkeit in Uhren unternehmen. In dem man ein dichtes Uhrengehäuse mit einem Schutzgas befüllt und dann noch Chemikalien einführt, die Wasser binden.
Fernsehröhren hat man auch gasdicht bekommen. Wenn sie innen mit Gas gefüllt wären, würden sie nicht funktionieren ... dafür sind die Elektronenstrahlen zu empfindlich. Also hat man sie in einem Hochvakuum entlüftet und im Inneren der Röhre noch Chemikalien eingeführt die die restliche Luft chemisch binden, so das automatisch ein Hochvaakuum gewährleistet ist.
Warum ist einfaches Ausheizen dann nicht besser oder zuverlässiger.
Schliesslich ist es doch warscheinlich, dass der Stickstoff mit der Zeit die Uhr wieder verlässt....
So einfach ist das nicht.
Wasser haftet an allen Gegenständen an. Auch an Glasscheiben. Ohne den kleinen Wasserfilm an den Glasscheiben könnten Stubenfliegen nicht über die Fensterscheibe wandern.
Eventuell müßte man auch die Arbeitsplätze für diese Uhren verändern. Zum einen müssen alle Teile Wasserfrei sein, zum anderen auch die Atmosphäre, in der die Uhren zusammengabaut werden. Wenn man sieht, wie Uhrmacher bislang arbeiten, erscheint dieses Verfahren unmöglich funktionieren zu können, und einem schweren Atemschutz wie ihn die Feuerwehr bei der Brandbekämpfung trägt (wegen giftiger Dämpfe bezüglich PVC und Co.) möchte ich keinen Uhrmacher zumuten.
Wie kriegt man Wasser aus der Uhr?
Als Analogie nehme ich mal das übliche PKW Problem im Winter. Bei jedem Einstieg kommt Wasser in Form von Schnee und Matsch mit in den PKW. Wenn man ein bisschen mit der feuchten Luft spielt, bekommt man alles Wasser aus dem Wagen raus.
Man erwärmt die Luft mit der Heizung, so das sie möglichst viel Dampf binden kann. Dann läßt man diese mit Wasserdampf gesättigte Luft möglichst schnell aus dem Auto entweichen. Anschließend ist frische kalte Luft in der Fahrgastzelle. Nun erwärmt man die Luft wieder, und sie ist nun relativ trocken. Diese trockene Luft schwängert sich nun wieder mit dem Wasser aus den Bezügen, Wagenteppichbezug und dem Eis von den Fenstern ... jetzt wird diese feuchte Luft wieder schlagartig aus dem Wagen gelassen und durch frische kalte Luft ersetzt.
Diesen vorgang wiederholt man so oft, bis die warme Luft im PKW trocken bleibt.
Wenn also das Uhrwerk warm ist, und mit trockenem Stickstoff aus der Flasche geflutet wird, wird das Restwasser vom Gehäuse von der warmen Luft mitgenommen. Selbstverständlich sollte die Luft nicht mit den Mitarbeitern in Berührung kommen, sie würden bei einem Stickstoff/Dampf gemisch ersticken. Zur Durchführung würde ich mir einen Arbeitsplatz vorstellen der Ähnlichkeiten mit einem Inkubator/Brutkasten für Frühchen hat. Dort kann dann unter der Schutzgasatmosphäre dafür gesorgt werden das die Luft in den Uhren entweichen kann, die warmen Uhrengehäuse erledigen den Rest.
Wenn dann noch trotz Schutzgasatmosphäre, Hastenichtgesehendichtungen und wirklich trockenen Trockenkapseln immer noch Wasser im Gehäuse sein sollte, dann wüßte ich auch nicht mehr wie ich helfen könnte ...