Hallo Zusammen,
wie versprochen, anbei ein Kurzbericht über meinen inzwischen beendeten (und gelungenen) Reparaturversuch. Nachdem ich die Ursache des Versagens (Bruch der Aufzugsfeder) identifiziert und behoben hatte (Ersatzfeder erhielt ich von einem ortsansässigen Juwelier), habe ich das Werk wieder zusammengebaut, was zwar ziemlich zeitaufwendig, aber relativ problemlos möglich war. Säubern, ölen, fetten usw waren im Prinzip immer die gleichen Arbeitsgänge, Schwierigkeiten gab es dabei eigentlich immer nur dann, wenn nach langem stillsitzen in verkrampfter Haltung irgendwann die Konzentration nachließ und das eine oder andere Kleinteil plötzlich von der Pinzette verschwunden war und die Sucherei losging ... Ein ersnthaftes Problem hatte ich mit der in der unteren Platine eingelassenen Stoßsicherung des unteren Lagersteins, nachdem mir beim Abnehmen der Befestigungsfeder (kleiner, vergoldeter Sprengring) dieser zersprungen war und ich kein Ersatz auftreiben konnte. Habe mir dann mit einem Bohrspan aus Alu aus der Affäre geholfen, was zwar sicher nicht der reinen Lehre entspricht, bisher aber seinen Zweck erfüllt. (Alu hat sehr günstige,duktile Eigenschaftren und passt sich der gewünschten bzw erforderlichen Form gut an, vorausgesetzt, man verliert beim Einpassen nicht vorzeitig die Geduld ...) Eine weiteres Problem bei der Montage war die Feinjustierung des Schwingtriebs, da dessen korrekter Eingriff in das Sekundenrad über einen auf der Platine angebrachten Excenter eingestellt wird, was desshalb schwierig war, weil dieser Excenter extrem fest saß und zunächst kaum zu bewegen war. Nach einigen Versuchen mit einer geeigneten Flachzange ist es aber dann doch gelungen. Schließlich und endlich gab es noch Problemchen bei der Montage der Zeiger (Bohrung im Sekundenzeiger war plötzlich zu groß, so dass dieser beim Zurückschnellen über die Nullstellung jedesmal hinausschoss) und bei der Funktion der Datums-/Wochentag Schnellverstellung, die - trotz korrekter Montage - nach dem Zusammenbau plötzlich nicht mehr funktioniert. Vermutlich handelt es sich hierbei aber um keine große Sache sondern nur um einen Flüchtigkeitsfehler, den ich demnächst noch beheben will (wenn ich mich von der Aktion erholt und wieder etwas mehr Lust und Zeit habe)
Ansonsten läuft das Werk anstandslos, auch die festgestellte Zeitabweichung (ca. 20 Sek/Tag) hält sich in Grenzen und ist für mich absolut akzeptabel.
Alles in Allem hat die Aktion aber Spaß gemacht, so dass ich jedem nur empfehlen kann, selbst mal Hand anzulegen. Es ist bestimmt kein Hexenwerk sondern erfordert nur etwas Konzentration und Sorgfalt!
Gruß JK, 21.03.11