Beiträge von Mauduru

    Hallo Jochen und alle zusammen,

    Experte eindeutig nein, ich würde eher interessierter Laie sagen. Das USB-Mikroskop ist übrigens ein dnt DigiMicro 1.3.
    Richtig, wenn du das Zifferblatt abnehmen willst, müssen erst die Zeiger runter. Das Zifferblatt ist mit dem Eta-zwei-Riegel-System befestigt. Diese zwei Riegel befinden sich seitlich im Uhrwerk, und zwar bei halb eins und bei halb sieben. Am Zifferblatt sind an der Rückseite zwei Stifte, die durch diese Riegel festgeklemmt werden. Wie das genau funktioniert, sieht man am besten in der technischen Beschreibung von Eta. So kommt man hin (direkt verlinken geht leider nicht): Diese Seite aufmachen und bei Kaliber "7750" oder "7765" eintippen. Dann das deutsche Pdf öffnen und auf Seite 19 gehen.
    Wenn Du in diesem Dokument blätterst, findest du auch hinweise zum Ölen. Die unterschiedlichen Ölsorten haben auf alle Fälle ihre Berechtigung. Federhäuser werden z.B. mit Fett geschmiert (hohe Flächenpressung, geringe Geschwindigkeit), bei der Unruhwelle oder den Ankerpaletten kommt ein dünnes Öl zum Einsatz (umgekehrte Verhältnisse). Damit das dünne Öl nicht wegfließt, werden manche Stellen zusätzlich epilamisiert, d.h. ölabstoßend gemacht. Aber so tief bin ich bisher noch nicht in die Materie eingestiegen, wie gesagt: Interessierter Laie.

    Schöne Grüße!

    Hallo Jochen und alle zusammen,

    Experte eindeutig nein, ich würde eher interessierter Laie sagen. Das USB-Mikroskop ist übrigens ein dnt DigiMicro 1.3.
    Richtig, wenn du das Zifferblatt abnehmen willst, müssen erst die Zeiger runter. Das Zifferblatt ist mit dem Eta-zwei-Riegel-System befestigt. Diese zwei Riegel befinden sich seitlich im Uhrwerk, und zwar bei halb eins und bei halb sieben. Am Zifferblatt sind an der Rückseite zwei Stifte, die durch diese Riegel festgeklemmt werden. Wie das genau funktioniert, sieht man am besten in der technischen Beschreibung von Eta. So kommt man hin (direkt verlinken geht leider nicht): Diese Seite aufmachen und bei Kaliber "7750" oder "7765" eintippen. Dann das deutsche Pdf öffnen und auf Seite 19 gehen.
    Wenn Du in diesem Dokument blätterst, findest du auch hinweise zum Ölen. Die unterschiedlichen Ölsorten haben auf alle Fälle ihre Berechtigung. Federhäuser werden z.B. mit Fett geschmiert (hohe Flächenpressung, geringe Geschwindigkeit), bei der Unruhwelle oder den Ankerpaletten kommt ein dünnes Öl zum Einsatz (umgekehrte Verhältnisse). Damit das dünne Öl nicht wegfließt, werden manche Stellen zusätzlich epilamisiert, d.h. ölabstoßend gemacht. Aber so tief bin ich bisher noch nicht in die Materie eingestiegen, wie gesagt: Interessierter Laie.

    Schöne Grüße!

    Hallo Jochen,

    gern geschehen. Nein, das Foto ist mit einer normalen Kamera gemacht, allerdings durch die ringförmige Lampe einer Lupenleuchte hindurch (ohne Lupe), daher die etwas eigenartige Beleuchtung.
    Aber Mikroskopbilder gibt es auch, und zwar hier.

    Schöne Grüße!

    Hallo Jochen,

    gern geschehen. Nein, das Foto ist mit einer normalen Kamera gemacht, allerdings durch die ringförmige Lampe einer Lupenleuchte hindurch (ohne Lupe), daher die etwas eigenartige Beleuchtung.
    Aber Mikroskopbilder gibt es auch, und zwar hier.

    Schöne Grüße!

    Hallo Jochen,

    auch von mir :welcome: .
    Du musst den Knopf "A" drücken und gedrückt halten, dann kannst Du die Krone samt Aufzugswelle herausziehen. Die Krone ist auf die Welle geschraubt und normalerweise mit Schraubenkleber gesichert. Ich würde sie nicht abschrauben, ist auch nicht nötig, um das Werk auszubauen. Das Werk ist im Gehäuse mit zwei Werkhaltelaschen und Werkhalteschrauben befestigt ("B").


    (Das Foto ist vom 7760, bei Dir müsste es aber sehr ähnlich aussehen.)

    Viel Spaß und wir sind gespannt, ob´s geklappt hat...

    Hallo Jochen,

    auch von mir :welcome: .
    Du musst den Knopf "A" drücken und gedrückt halten, dann kannst Du die Krone samt Aufzugswelle herausziehen. Die Krone ist auf die Welle geschraubt und normalerweise mit Schraubenkleber gesichert. Ich würde sie nicht abschrauben, ist auch nicht nötig, um das Werk auszubauen. Das Werk ist im Gehäuse mit zwei Werkhaltelaschen und Werkhalteschrauben befestigt ("B").


    (Das Foto ist vom 7760, bei Dir müsste es aber sehr ähnlich aussehen.)

    Viel Spaß und wir sind gespannt, ob´s geklappt hat...

    Frohe Weihnachten allerseits,

    inzwischen habe ich mich mal mit dem Verkäufer des Zehntelmaßes (einem Sammler von Uhrmacherwerkzeug) in Verbindung gesetzt, um ein paar Details zu erhalten.
    Er sagt, das Gerät sei in Glashütte hergestellt worden, vermutlich von der Fa. Kreysig, und sei ca. 80 bis 90 (!) Jahre alt. Verkaufspreis damals: 4,- RM.

    Schöne Grüße!

    Frohe Weihnachten allerseits,

    inzwischen habe ich mich mal mit dem Verkäufer des Zehntelmaßes (einem Sammler von Uhrmacherwerkzeug) in Verbindung gesetzt, um ein paar Details zu erhalten.
    Er sagt, das Gerät sei in Glashütte hergestellt worden, vermutlich von der Fa. Kreysig, und sei ca. 80 bis 90 (!) Jahre alt. Verkaufspreis damals: 4,- RM.

    Schöne Grüße!

    Hallo zusammen,

    neulich habe ich bei einem bekannten Online-Auktionshaus ein nettes kleines Spielzeug erstanden, welches ich euch kurz vorstellen will: Ein Zehntelmaß oder auch Triebmaß.
    Es ist ein Längenmessgerät, welches das Prinzip der Hebelübersetzung zur Erhöhung der Anzeigeauflösung nutzt. Erfunden wurde es im 19. Jahrhundert vom Uhrmacher F.A.Lange (ja, dem aus Glashütte). Üblicherweise - natürlich abhängig vom Hebelverhältnis - kann es Zehntelmillimeter anzeigen, daher sein Name.
    Mein Exemplar besitzt eine Übersetzung von etwa 5,9 und weist zusätzlich einen Nonius auf.


    Zehntelmaß


    Nonius


    Zehntelmaß beim Messen

    Trotz seines simplen Aufbaus könnte man damit theoretisch sogar Hundertstel eines Millimeters messen. Theoretisch deshalb, weil bei älteren Zehntelmaßen wie meinem der Sehnenfehler nicht korrigiert ist. Dieser entsteht durch den Längenunterschied zwischen dem Kreisbogen, auf dem die Bewegung der Tasthebel erfolgt, und der Geraden (der Sehne), in der gemessen wird.


    Sehnenfehler

    Bei kleinen Messlängen ist der Fehler noch vernachlässigbar, er wird aber mit zunehmendem Öffnungswinkel immer größer. Ich habe das mal für mein Zehntelmaß ermittelt, in dem ich ein paar Parallel-Endmaße abgetastet habe. Das Ergebnis sieht folgendermaßen aus (ich habe mal den rechnerisch zu erwartenden Sehnenfehler mit eingetragen):


    Abweichung

    Bis 5 mm misst das Teil überraschend genau. Ab da wird die Anzeigeabweichung immer größer. Am Ende des Messbereichs beträgt der Fehler fast 1,5 %.

    Wie ihr anhand der folgenden Bilder sehen könnt, sind die Messschneiden nicht scharf angeschliffen, sondern sie haben eine Dicke von ca. 0,4 mm.


    Messschneiden geschlossen


    Messschneiden 3 mm geöffnet

    Bei neueren Zehntelmaßen wird der Sehnenfehler durch eine ungleiche Teilung der Anzeigeskala kompensiert. Aber neuere Zehntelmaße sehen auch nicht so schön antik aus.

    Schöne Grüße!


    Quellen:

    - Wikipedia
    - H. Jendritzki, Hamburg, Schriften der Freunde alter Uhren, Bd. XXV, 1986, S. 39 ff

    Hallo zusammen,

    neulich habe ich bei einem bekannten Online-Auktionshaus ein nettes kleines Spielzeug erstanden, welches ich euch kurz vorstellen will: Ein Zehntelmaß oder auch Triebmaß.
    Es ist ein Längenmessgerät, welches das Prinzip der Hebelübersetzung zur Erhöhung der Anzeigeauflösung nutzt. Erfunden wurde es im 19. Jahrhundert vom Uhrmacher F.A.Lange (ja, dem aus Glashütte). Üblicherweise - natürlich abhängig vom Hebelverhältnis - kann es Zehntelmillimeter anzeigen, daher sein Name.
    Mein Exemplar besitzt eine Übersetzung von etwa 5,9 und weist zusätzlich einen Nonius auf.


    Zehntelmaß


    Nonius


    Zehntelmaß beim Messen

    Trotz seines simplen Aufbaus könnte man damit theoretisch sogar Hundertstel eines Millimeters messen. Theoretisch deshalb, weil bei älteren Zehntelmaßen wie meinem der Sehnenfehler nicht korrigiert ist. Dieser entsteht durch den Längenunterschied zwischen dem Kreisbogen, auf dem die Bewegung der Tasthebel erfolgt, und der Geraden (der Sehne), in der gemessen wird.


    Sehnenfehler

    Bei kleinen Messlängen ist der Fehler noch vernachlässigbar, er wird aber mit zunehmendem Öffnungswinkel immer größer. Ich habe das mal für mein Zehntelmaß ermittelt, in dem ich ein paar Parallel-Endmaße abgetastet habe. Das Ergebnis sieht folgendermaßen aus (ich habe mal den rechnerisch zu erwartenden Sehnenfehler mit eingetragen):


    Abweichung

    Bis 5 mm misst das Teil überraschend genau. Ab da wird die Anzeigeabweichung immer größer. Am Ende des Messbereichs beträgt der Fehler fast 1,5 %.

    Wie ihr anhand der folgenden Bilder sehen könnt, sind die Messschneiden nicht scharf angeschliffen, sondern sie haben eine Dicke von ca. 0,4 mm.


    Messschneiden geschlossen


    Messschneiden 3 mm geöffnet

    Bei neueren Zehntelmaßen wird der Sehnenfehler durch eine ungleiche Teilung der Anzeigeskala kompensiert. Aber neuere Zehntelmaße sehen auch nicht so schön antik aus.

    Schöne Grüße!


    Quellen:

    - Wikipedia
    - H. Jendritzki, Hamburg, Schriften der Freunde alter Uhren, Bd. XXV, 1986, S. 39 ff