Beiträge von Mauduru


    ... Jetzt wäre noch interessant, ob die Drücker aus der 103 auch auf die 256 oder 303 passen würden.....

    Um diese Frage zu beantworten, müsste man von den fraglichen Uhren zwei Maße kennen: Das Gewinde im Gehäuse für den Drückertubus und den Abstand der Tubusauflagefläche zum Werk. Der hier dargestellte 103-Drücker hat M2,5x0,3 und eine Länge von 3,9 mm (ungedrückt).

    Schöne Grüße!


    ... Jetzt wäre noch interessant, ob die Drücker aus der 103 auch auf die 256 oder 303 passen würden.....

    Um diese Frage zu beantworten, müsste man von den fraglichen Uhren zwei Maße kennen: Das Gewinde im Gehäuse für den Drückertubus und den Abstand der Tubusauflagefläche zum Werk. Der hier dargestellte 103-Drücker hat M2,5x0,3 und eine Länge von 3,9 mm (ungedrückt).

    Schöne Grüße!

    Hallo allerseits,

    angeregt vom Beitrag des Kollegen carlt0301 zur Drückerumrüstung kommen hier mal ein paar Details zu Schraubdrückern. Die Fotos zeigen beispielhaft einen Drücker für eine Sinn 103.

    Der Aufbau

    Der Tubus ist mit dem Gewinde in das Uhrengehäuse eingeschraubt und mit Schraubenkleber gesichert. Am rechten Ende des Tubus sieht man eine Außenverzahnung. Diese passt in die Innenverzahnung des Knopfs und dient als Verdrehsicherung. Das ist erforderlich, damit sich beim Auf- und Zuschrauben der Schraubhülse der Knopf nicht mitdrehen kann. Im Tubus befinden sich außerdem die Dichtungen und die Feder.
    Zwischen der äußeren Gummidichtung und der Feder sitzt eine Druckscheibe, die die Federkraft gleichmäßig auf die Dichtung verteilt.
    Die Dichtungen mit Abstandsring, die Druckscheibe und die Feder sind auf den Stift aufgefädelt und dieser ist mit seinem Gewinde (rechtes Ende) mit dem Knopf verschraubt. Dazu besitzt der Stift am linken Ende einen Schraubenschlitz. Dieses linke Ende betätigt beim Drücken das Uhrwerk.

    Zusammengebauter Drücker (ohne Schraubhülse)

    Gedrückter Drücker

    Die Schraubhülse besitzt an der linken Seite innen einen Bund, der sich beim Aufschrauben des Drückers an das linke Ende des Knopfs anlegt und damit das Verlieren der Hülse verhindert. Die Hülse kann also nur von links und nur vor dem Einbau des Drückers ins Gehäuse montiert werden.

    Aufgeschraubter (entsicherter) Drücker

    Zugeschraubter (gesicherter) Drücker

    Die Sicherungsfunktion der Schraubhülse besteht lediglich darin, die Betätigung des Drückers zu unterbinden, indem sie sich an das Uhrengehäuse anlegt. An der Abdichtung ändert sie nichts.

    Schöne Grüße!

    Hallo allerseits,

    angeregt vom Beitrag des Kollegen carlt0301 zur Drückerumrüstung kommen hier mal ein paar Details zu Schraubdrückern. Die Fotos zeigen beispielhaft einen Drücker für eine Sinn 103.

    Der Aufbau

    Der Tubus ist mit dem Gewinde in das Uhrengehäuse eingeschraubt und mit Schraubenkleber gesichert. Am rechten Ende des Tubus sieht man eine Außenverzahnung. Diese passt in die Innenverzahnung des Knopfs und dient als Verdrehsicherung. Das ist erforderlich, damit sich beim Auf- und Zuschrauben der Schraubhülse der Knopf nicht mitdrehen kann. Im Tubus befinden sich außerdem die Dichtungen und die Feder.
    Zwischen der äußeren Gummidichtung und der Feder sitzt eine Druckscheibe, die die Federkraft gleichmäßig auf die Dichtung verteilt.
    Die Dichtungen mit Abstandsring, die Druckscheibe und die Feder sind auf den Stift aufgefädelt und dieser ist mit seinem Gewinde (rechtes Ende) mit dem Knopf verschraubt. Dazu besitzt der Stift am linken Ende einen Schraubenschlitz. Dieses linke Ende betätigt beim Drücken das Uhrwerk.

    Zusammengebauter Drücker (ohne Schraubhülse)

    Gedrückter Drücker

    Die Schraubhülse besitzt an der linken Seite innen einen Bund, der sich beim Aufschrauben des Drückers an das linke Ende des Knopfs anlegt und damit das Verlieren der Hülse verhindert. Die Hülse kann also nur von links und nur vor dem Einbau des Drückers ins Gehäuse montiert werden.

    Aufgeschraubter (entsicherter) Drücker

    Zugeschraubter (gesicherter) Drücker

    Die Sicherungsfunktion der Schraubhülse besteht lediglich darin, die Betätigung des Drückers zu unterbinden, indem sie sich an das Uhrengehäuse anlegt. An der Abdichtung ändert sie nichts.

    Schöne Grüße!

    Hallo allerseits,

    Michael, ich kann dich beruhigen: Dein verbogener Hebel kommt ganz bestimmt nicht vom Drücken des Rückstelldrückers während des Chronographenlaufs. Das Val. 7750 ist nämlich in dieser Hinsicht narrensicher.Zum Beweis habe ich an meiner 103 mit 7760 (ist bis auf die fehlende Aufzugsautomatik baugleich mit dem 7750) den Boden abgeschraubt und schnell ein paar Fotos geschossen:

    1. Grundstellung (Chronograph steht und ist auf Null gestellt)

    2. Grundstellung mit gedrücktem Rückstelldrücker

    3. Chronograph gestartet

    4. Chronograph gestartet und Rückstelldrücker gedrückt

    5. Chronograph gestoppt

    6. Chronograph gestoppt und Rückstelldrücker angelegt

    Wenn jetzt der Rückstelldrücker voll durchgedrückt wird, ergibt sich die Situation in Bild 2.

    Wie Ihr seht, kommt der Rückstellhebel nur dann in Eingriff, wenn der Chronograph gestoppt und noch nicht zurückgestellt ist (Bild 6). In allen anderen Fällen läuft er ins Leere und es passiert garnix.
    Gero hat also völlig Recht, wenn er seine ursprüngliche Aussage relativiert.

    Schöne Grüße!

    Hallo allerseits,

    Michael, ich kann dich beruhigen: Dein verbogener Hebel kommt ganz bestimmt nicht vom Drücken des Rückstelldrückers während des Chronographenlaufs. Das Val. 7750 ist nämlich in dieser Hinsicht narrensicher.Zum Beweis habe ich an meiner 103 mit 7760 (ist bis auf die fehlende Aufzugsautomatik baugleich mit dem 7750) den Boden abgeschraubt und schnell ein paar Fotos geschossen:

    1. Grundstellung (Chronograph steht und ist auf Null gestellt)

    2. Grundstellung mit gedrücktem Rückstelldrücker

    3. Chronograph gestartet

    4. Chronograph gestartet und Rückstelldrücker gedrückt

    5. Chronograph gestoppt

    6. Chronograph gestoppt und Rückstelldrücker angelegt

    Wenn jetzt der Rückstelldrücker voll durchgedrückt wird, ergibt sich die Situation in Bild 2.

    Wie Ihr seht, kommt der Rückstellhebel nur dann in Eingriff, wenn der Chronograph gestoppt und noch nicht zurückgestellt ist (Bild 6). In allen anderen Fällen läuft er ins Leere und es passiert garnix.
    Gero hat also völlig Recht, wenn er seine ursprüngliche Aussage relativiert.

    Schöne Grüße!

    Hallo Claus,

    ein springender Zeiger stellt uhrmacherisch vermutlich den höheren Aufwand dar, wegen der erforderlichen Rastung und Justierung. Wenn man ein kleines Hilfszifferblatt für die Stoppminuten hat, ist die Ablesbarkeit aber wesentlich besser (siehe auch meinen Thread Neues Spielzeug: USB-Mikroskop, Beiträge 17 und 20).
    Beim Lemania 5100 (z.B. Sinn 142) werden die Chronominuten auf dem großen Zifferblatt angezeigt, die Abstände zwischen den Indices sind dadurch so groß, dass der Stoppminutenzeiger kontinuierlich laufen kann.

    Schöne Grüße!

    Hallo Claus,

    ein springender Zeiger stellt uhrmacherisch vermutlich den höheren Aufwand dar, wegen der erforderlichen Rastung und Justierung. Wenn man ein kleines Hilfszifferblatt für die Stoppminuten hat, ist die Ablesbarkeit aber wesentlich besser (siehe auch meinen Thread Neues Spielzeug: USB-Mikroskop, Beiträge 17 und 20).
    Beim Lemania 5100 (z.B. Sinn 142) werden die Chronominuten auf dem großen Zifferblatt angezeigt, die Abstände zwischen den Indices sind dadurch so groß, dass der Stoppminutenzeiger kontinuierlich laufen kann.

    Schöne Grüße!

    Hallo zusammen,

    neulich bin ich auf die Uhrwerke Unitas 6497 und 6498 aufmerksam geworden. Es handelt sich dabei um relativ große Handaufzugswerke ohne Datum mit kleiner Sekunde bei der 9 (sog. Savonette-Anordnung) bzw. bei der 6 (Lepine).
    Diese Uhrwerke und ihre meist chinesischen Nachbauten werden ab und zu - mit verschiedenen Veredelungen, z.B. Genfer Streifen, PVD-beschichtet, skelettiert, etc. - in der Bucht feilgeboten. Dazu gibt es eine nette Auswahl an passenden Zifferblättern, Zeigern und Gehäusen. Nach einigem Überlegen wollte ich den Versuch wagen und bestellte mir einen skelettierten Nachbau des Unitas 6498, samt Edelstahlgehäuse und ebenfalls skelettiertem Zifferblatt. Und dazu ein Lederband mit Dornschließe. Das alles für wirtschaftskrisenverträgliche 200,- Euro. Der Zusammenbau dauerte einen Samstagnachmittag und das Endergebnis seht ihr hier:


    Der Zusammenbau


    Vorbereitung

    Zuerst die am Uhrwerk angebrachten Behelfszeiger (Minute und Sekunde) abziehen. Sie dienen nur zur Funktionskontrolle. Dann muss das Stundenrad, welches mit dem Stundenzeigerrohr eine Einheit bildet, auf die Minutenzeigerwelle geschoben werden. Es ist getrennt in einem Tütchen verpackt und wird später nur vom Rand der Sekundenskala des Zifferblatts gehalten. (In diesem Tütchen liegt auch eine federnde Unterlegscheibe, die normalerweise – bei einem durchgehenden Zifferblatt - zwischen Stundenrad und Zifferblatt eingesetzt wird.)

    Behelfszeiger und Federscheibe


    Montage des Zifferblatts

    Es hat auf der Rückseite zwei Stifte, die in entsprechende Bohrungen des Werks passen. Diese Stifte werden durch Verdrehen von Exzentern im Uhrwerk eingeklemmt und damit festgehalten. Ich habe dazu mal eine Skizze gemacht:

    Zifferblattbefestigung


    Zeiger setzen

    Zuerst der tieferliegende Stundenzeiger: Um ihn zu befestigen, habe ich mir in Ermangelung einer Zeigersetzvorrichtung in das Ende eines Plastik-Schreibstifts ein Loch gebohrt mit einem etwas größeren Durchmesser als dem der Minutenzeigerwelle. Denn diese ragt über das Ende des Stundenzeigerrohrs hinaus. Den Zeiger mit der Pinzette festhalten und mit dem oben beschriebenen Zeigeraufdrückwerkzeug aufdrücken (siehe weitere Skizze).
    Zeiger setzen

    Beim Setzen des Minutenzeigers muss man auf die Stellung zum Stundenzeiger achten, also zweckmäßigerweise in der Zwölf-Uhr-Position aufsetzen. Die Stellung des Sekundenzeigers ist egal, da beim Zeigerstellen nur Stunde und Minute bewegt werden. Wenn alle Zeiger sitzen, durch Zeigerstellen auf die Halb-Sechs- und Halb-Sieben-Uhr-Position prüfen, ob sie frei übereinander laufen können, ohne sich gegenseitig zu behindern.


    Das eigentliche Einschalen

    Am Werk muss zunächst die Aufzugswellenarretierung (siehe Übersichtsfoto) gelöst und die Aufzugswelle herausgezogen werden. Vom dreiteiligen Gehäuse das Vorderteil und den Boden abschrauben (Vollgewinde) und das mit Zifferblatt und Zeigern bestückte Werk von vorne in das Gehäusemittelteil einsetzen. Zur Überprüfung der Positionierung habe ich dann die Aufzugswelle wieder eingesetzt. Das Werk wird dann mit den beiden Werkhalteschrauben von hinten mit dem Gehäuse verschraubt.
    Übersicht

    Dabei muss darauf geachtet werden, dass sich das Werk nicht im Gehäuse dreht, es hat nämlich keine Verdrehsicherung. Die Werkhalteschrauben bei einem skelettierten Werk nicht zu fest anziehen, sonst verzieht es sich. Man merkt es an einer kleiner werdenden Amplitude der Unruh. Danach wieder das Vorderteil montieren.


    Aufzugswelle auf die passende Länge kürzen

    Sie ist im Lieferzustand mit einer Behelfskrone versehen und viel zu lang, da sie auch für größere Gehäuse passen muss. Die „richtige“ Krone, die dem Gehäuse beiliegt, scheint ein konisches Gewinde zu haben, jedenfalls geht das Aufschrauben auf die Aufzugswelle umso schwerer, je weiter man dreht. Das heißt, dass bei aufgeschraubter Krone das Ende der Aufzugswelle nicht zwangsläufig den Grund der Kronenbohrung berühren muss. Daher die Aufzugswelle lieber erst zu lang lassen und bei aufgeschraubter Krone zum Gehäuse hin messen, wie viel noch abgeschnitten werden muss. Die Aufzugswelle hat ein Vierkant, an dem man sie zum Kürzen und zum Aufschrauben der Krone festhalten kann.
    Aufzugswelle und Kronen

    Durch das Klemmen des Gewindes erübrigt sich der Einsatz von Schraubenkleber, da die später im Betrieb vorkommenden Drehmomente - durch Aufziehen und Zeigerstellen - wesentlich kleiner sind. Dann die Wellenarretierung wieder zudrehen und den Gehäuseboden montieren.

    Zum Schluss noch einregulieren und das Armband dranmachen, fertig!


    Daten der Uhr:

    Skelettuhr mit Stunde, Minute und kleiner Sekunde
    Handaufzugswerk
    Typ Seagull TY3620K,
    skelettiert und weiß vergoldet,
    D = 36,6 mm
    H = 4,5 mm
    21.600 A/h
    17 Steine
    Edelstahlgehäuse SG8248,
    Material 316 L, dreiteilig, poliert
    D = 42 mm
    H = 11 mm,
    beidseitig entspiegeltes, planes Saphirglas
    Vollgewindeboden mit Mineralglas
    Bandanstoß 22 mm
    8,5 mm Zwiebelkrone
    50 m wasserdicht
    Zifferblatt weiß, skelettiert
    schwarze arabische Ziffern
    Zeiger in Lanzenform
    schwarz lackiert und bombiert
    Kalbslederband mit Breitdornschließe


    Verwendetes Werkzeug:

    Zeigerabzieher
    Mini-Schraubendrehersatz
    Pinzette zum Zeigersetzen
    Zeigeraufdrückwerkzeug
    Flachzange zum Halten der Aufzugswelle
    Minibohrmaschine mit Trennscheibenaufsatz zum Kürzen der Aufzugswelle
    PC-Zeitwaage
    Bandmontagewerkzeug

    Hallo zusammen,

    neulich bin ich auf die Uhrwerke Unitas 6497 und 6498 aufmerksam geworden. Es handelt sich dabei um relativ große Handaufzugswerke ohne Datum mit kleiner Sekunde bei der 9 (sog. Savonette-Anordnung) bzw. bei der 6 (Lepine).
    Diese Uhrwerke und ihre meist chinesischen Nachbauten werden ab und zu - mit verschiedenen Veredelungen, z.B. Genfer Streifen, PVD-beschichtet, skelettiert, etc. - in der Bucht feilgeboten. Dazu gibt es eine nette Auswahl an passenden Zifferblättern, Zeigern und Gehäusen. Nach einigem Überlegen wollte ich den Versuch wagen und bestellte mir einen skelettierten Nachbau des Unitas 6498, samt Edelstahlgehäuse und ebenfalls skelettiertem Zifferblatt. Und dazu ein Lederband mit Dornschließe. Das alles für wirtschaftskrisenverträgliche 200,- Euro. Der Zusammenbau dauerte einen Samstagnachmittag und das Endergebnis seht ihr hier:


    Der Zusammenbau


    Vorbereitung

    Zuerst die am Uhrwerk angebrachten Behelfszeiger (Minute und Sekunde) abziehen. Sie dienen nur zur Funktionskontrolle. Dann muss das Stundenrad, welches mit dem Stundenzeigerrohr eine Einheit bildet, auf die Minutenzeigerwelle geschoben werden. Es ist getrennt in einem Tütchen verpackt und wird später nur vom Rand der Sekundenskala des Zifferblatts gehalten. (In diesem Tütchen liegt auch eine federnde Unterlegscheibe, die normalerweise – bei einem durchgehenden Zifferblatt - zwischen Stundenrad und Zifferblatt eingesetzt wird.)

    Behelfszeiger und Federscheibe


    Montage des Zifferblatts

    Es hat auf der Rückseite zwei Stifte, die in entsprechende Bohrungen des Werks passen. Diese Stifte werden durch Verdrehen von Exzentern im Uhrwerk eingeklemmt und damit festgehalten. Ich habe dazu mal eine Skizze gemacht:

    Zifferblattbefestigung


    Zeiger setzen

    Zuerst der tieferliegende Stundenzeiger: Um ihn zu befestigen, habe ich mir in Ermangelung einer Zeigersetzvorrichtung in das Ende eines Plastik-Schreibstifts ein Loch gebohrt mit einem etwas größeren Durchmesser als dem der Minutenzeigerwelle. Denn diese ragt über das Ende des Stundenzeigerrohrs hinaus. Den Zeiger mit der Pinzette festhalten und mit dem oben beschriebenen Zeigeraufdrückwerkzeug aufdrücken (siehe weitere Skizze).
    Zeiger setzen

    Beim Setzen des Minutenzeigers muss man auf die Stellung zum Stundenzeiger achten, also zweckmäßigerweise in der Zwölf-Uhr-Position aufsetzen. Die Stellung des Sekundenzeigers ist egal, da beim Zeigerstellen nur Stunde und Minute bewegt werden. Wenn alle Zeiger sitzen, durch Zeigerstellen auf die Halb-Sechs- und Halb-Sieben-Uhr-Position prüfen, ob sie frei übereinander laufen können, ohne sich gegenseitig zu behindern.


    Das eigentliche Einschalen

    Am Werk muss zunächst die Aufzugswellenarretierung (siehe Übersichtsfoto) gelöst und die Aufzugswelle herausgezogen werden. Vom dreiteiligen Gehäuse das Vorderteil und den Boden abschrauben (Vollgewinde) und das mit Zifferblatt und Zeigern bestückte Werk von vorne in das Gehäusemittelteil einsetzen. Zur Überprüfung der Positionierung habe ich dann die Aufzugswelle wieder eingesetzt. Das Werk wird dann mit den beiden Werkhalteschrauben von hinten mit dem Gehäuse verschraubt.
    Übersicht

    Dabei muss darauf geachtet werden, dass sich das Werk nicht im Gehäuse dreht, es hat nämlich keine Verdrehsicherung. Die Werkhalteschrauben bei einem skelettierten Werk nicht zu fest anziehen, sonst verzieht es sich. Man merkt es an einer kleiner werdenden Amplitude der Unruh. Danach wieder das Vorderteil montieren.


    Aufzugswelle auf die passende Länge kürzen

    Sie ist im Lieferzustand mit einer Behelfskrone versehen und viel zu lang, da sie auch für größere Gehäuse passen muss. Die „richtige“ Krone, die dem Gehäuse beiliegt, scheint ein konisches Gewinde zu haben, jedenfalls geht das Aufschrauben auf die Aufzugswelle umso schwerer, je weiter man dreht. Das heißt, dass bei aufgeschraubter Krone das Ende der Aufzugswelle nicht zwangsläufig den Grund der Kronenbohrung berühren muss. Daher die Aufzugswelle lieber erst zu lang lassen und bei aufgeschraubter Krone zum Gehäuse hin messen, wie viel noch abgeschnitten werden muss. Die Aufzugswelle hat ein Vierkant, an dem man sie zum Kürzen und zum Aufschrauben der Krone festhalten kann.
    Aufzugswelle und Kronen

    Durch das Klemmen des Gewindes erübrigt sich der Einsatz von Schraubenkleber, da die später im Betrieb vorkommenden Drehmomente - durch Aufziehen und Zeigerstellen - wesentlich kleiner sind. Dann die Wellenarretierung wieder zudrehen und den Gehäuseboden montieren.

    Zum Schluss noch einregulieren und das Armband dranmachen, fertig!


    Daten der Uhr:

    Skelettuhr mit Stunde, Minute und kleiner Sekunde
    Handaufzugswerk
    Typ Seagull TY3620K,
    skelettiert und weiß vergoldet,
    D = 36,6 mm
    H = 4,5 mm
    21.600 A/h
    17 Steine
    Edelstahlgehäuse SG8248,
    Material 316 L, dreiteilig, poliert
    D = 42 mm
    H = 11 mm,
    beidseitig entspiegeltes, planes Saphirglas
    Vollgewindeboden mit Mineralglas
    Bandanstoß 22 mm
    8,5 mm Zwiebelkrone
    50 m wasserdicht
    Zifferblatt weiß, skelettiert
    schwarze arabische Ziffern
    Zeiger in Lanzenform
    schwarz lackiert und bombiert
    Kalbslederband mit Breitdornschließe


    Verwendetes Werkzeug:

    Zeigerabzieher
    Mini-Schraubendrehersatz
    Pinzette zum Zeigersetzen
    Zeigeraufdrückwerkzeug
    Flachzange zum Halten der Aufzugswelle
    Minibohrmaschine mit Trennscheibenaufsatz zum Kürzen der Aufzugswelle
    PC-Zeitwaage
    Bandmontagewerkzeug

    Hallo allerseits,

    ich habe den Ablauftest auch mal mit meiner 103 (Val. 7760 - Handaufzug) gemacht, mit den im Beitrag 20 beschriebenen Versuchsbedingungen. Ergebnis: Ohne Chrono 56:40 Std., mit Chrono 53:10 Std. Also 3,5 Stunden weniger, das sind etwa 6 %.
    (Die Unsicherheit des gleichen Aufzugszustandes entfällt hier natürlich.)

    Schöne Grüße!

    Hallo allerseits,

    ich habe den Ablauftest auch mal mit meiner 103 (Val. 7760 - Handaufzug) gemacht, mit den im Beitrag 20 beschriebenen Versuchsbedingungen. Ergebnis: Ohne Chrono 56:40 Std., mit Chrono 53:10 Std. Also 3,5 Stunden weniger, das sind etwa 6 %.
    (Die Unsicherheit des gleichen Aufzugszustandes entfällt hier natürlich.)

    Schöne Grüße!

    O.k. Gero,

    ich gebe mich geschlagen. :p:
    Ich hatte - offenbar fälschlicherweise - vorausgesetzt, dass es bei Chronometerprüfungen um Zeitspannen geht. Unseren Disput jetzt auf den Unterschied zwischen "Zeitspanne" und "Uhrzeit" zurückzuführen, finde ich allerdings ein wenig albern.

    Schöne Grüße!

    O.k. Gero,

    ich gebe mich geschlagen. :p:
    Ich hatte - offenbar fälschlicherweise - vorausgesetzt, dass es bei Chronometerprüfungen um Zeitspannen geht. Unseren Disput jetzt auf den Unterschied zwischen "Zeitspanne" und "Uhrzeit" zurückzuführen, finde ich allerdings ein wenig albern.

    Schöne Grüße!

    Hallo Gero,

    ich habe die Chronometerprüfung noch einmal studiert und muss Dir im zweiten Teil Recht geben :ash: : Die größte Gangabweichung ist definiert als die größte Differenz der Gänge in einer der Lagen und nicht, wie ich zuerst behauptet habe, aller Lagen. Dieser Wert ist in Deinem Beispiel am fünften Tag, Zifferblatt oben, M9 - M10 also (-1,8 ) - (-2,6) = 0,8.
    Ich verwahre mich aber dagegen, Deine Darstellung willkürlich aus dem Zusammenhang gerissen und wieder zusammengesetzt zu haben. Gerade weil Deine Aussage "Es wird hier auch nicht die Abweichung von einer tatsächlichen Funkuhrzeit gemessen" sich auf die gesamte Prüfung bezieht, ist sie falsch oder muss zumindest falsch verstanden werden.
    In Deinem letzten Beitrag schreibst Du:
    "Die Meßwerte M1 bis 10 werden natürlich in der Praxis von der Atomzeituhr als Referenz gemessen. Wovon auch sonst? Die COSC-Prüfung ist aber nicht das Messen von Abweichungen von der tatsächlichen Uhrzeit."
    Was denn nun? Die Messwerte M1 bis M10 sind doch Teil der Chronometerprüfung und führen zu einem Bestandteil des Ergebnisses, nämlich dem mittleren täglichen Gang in den verschiedenen Lagen.

    Schöne Grüße!


    ps. Wie ist in Deinem Gangschein der Wert für V3? Auf meinem Monitor sieht er aus wie 0,3.