Die meisten von uns haben die Basel-Neuvorstellungen noch nicht in den Fingern gehabt; ob Sie ihren Preis wert sind entscheidet ohnehin im Zweifelsfall der Käufer.
Aus meiner Sicht sind die Vergleiche zwischen den Preisvervielfachungsfaktoren von Autos und Uhren und von Uhren von Hersteller A und B eher müßig. Rauskommen wird immer je nach dem welche These ich damit stützen will, dass Produkt A viel weniger starkt teuerer geworden ist als Produkt B und jeder kann sich die passenden Dinge aussuchen. Das der ein oder andere zu den zitierten Zeiten unter Umständen nur Taschengeld zur Verfügung hatte und heute im Berufsleben steht will ich mal außen vor lassen.
Die Preisentwicklung des Gesamtportfolios der Firma Sinn will ich gar nicht tiefer gehend kommentieren; da jammern immer viele über die jährlichen Steigerungen; aber letztlich sind die für keinen überraschend und in der Branche durchaus üblich. Tragischer ist aus meiner Sicht eher wenn sich die persönlichen Einkünfte nicht in vergleichbarem Maße steigern, denn nur dann merkt man die von der Preiserhöhung ausgehende Teuerung. Ob und wie stark man das in der Hand hat kann sich jeder hier selbst beantworten.
Meiner Ansicht nach, und das habe ich ja auch in dem anderen Thema dazu kundgetan, ist eher die preisliche Positionierung innerhalb des Portfolios Grund meiner Verwunderung (und vielleicht auch Enttäuschung).
Sinn verkauft Uhren die oftmals über technische "Spielereien" verfügen. Ich nenne es bewusst so, da es sich letztlich um Technologien handelt die für bestimmte (extreme) Einsatzzwecke optimiert und entwickelt wurden aber für den normalen Feld-Wald-und-Wiesen Uhrenträger keinen nennenswerten Vorteil bringen, da man keine vergleichbaren Extreme erlebt. Nichts desto Trotz kaufen wir, als Uhrenbegeisterte solche technischen Spitzfindigkeiten durchaus gern und realistisch betrachtet braucht ohnehin niemand eine mechanische Uhr um die Zeit abzulesen - daher kommt es doch auch nicht mehr drauf an welche Dinge daran man noch nicht braucht; eine Uhr kauft man weil man sie haben will!
Bisher war es aus meiner Sicht bei den Chronos von Sinn üblich, dass eine Uhr teurer wurde je mehr technische Finessen sie beinhaltet (z.B. Saphirglas, GMT, AR-Gas, Tegimentierung, Titan, Diapal,...).
Im Rahmen dessen gab es immer die teuren Uhren die viele Technologien kombinieren (756/757 Diapal / 900 Diapal / 936) und die günstigen (103 / 356 /...).
Mit der 206 und der 206 Arktis II haben wir jetzt zwei Uhren die dieses Schema recht deutlich durchbrechen und daher aus meiner Sicht in dem bisherigen Portfolio, das stark durch Features bestimmt war, fehlplatziert sind.
- Eine 103 StSa kostet mit AR-Option am Stahlband 2380€
- Eine 358 SA kostet (AR inklusive) am Stahlband 2710€
- Eine 936 kostet mit Werkumbau und voll tegimentiert am Stahlband 3150€
- Eine 757 Diapal kostet mit Werkumbau, AR, Tegimentierung und GMT am Stahlband 3690€
Die ersten beiden bieten technisch vergleichbares, also 7750 Standard-Layout, AR, nicht gehärtetes Geäuse und kosten deutlich weniger. Die letzten beiden kosten ähnlich viel, bieten aber wesentlich mehr Features.
Long Story short: aktuell finde ich die 206er zu teuer, mal sehen wie ich das sehe nachdem ich sie in Händen hatte.
PS: Einwandfreie Verarbeitung erwarte ich auch schon bei günstigeren Uhren und definitiv bei allen hier genannten. Das Sinn das auch in der Vergangenheit liefern konnte ist denke ich unstrittig, sonst wären viele hier keine Fans der Marke. Das Sinn mitunter auch mal Themen in der gelieferten Qualität hat ist auch allen bekannt aber für mich relevant ist das Endprodukt NACH ggf. erforderlichen Nachbesserungen und mit dem bin und war ich stets zufrieden.