Liebe Uhrenfreunde,
etwas spät bin ich auf euer SINNvolles Forum gestoßen
und bin zugleich außerordentlich überrascht über die Breite der Themenfelder und
Anzahl der Mitglieder. Nie hätte ich gedacht, dass sich eine solch große
Fangemeinde über Sinnuhren auseinandersetzt. Nur Ansatzweise habe ich die
interessanten Forumsbeiträge bisher überlesen und bin schon ganz gespannt, was
hier noch so alles neues für mich in ihnen zu finden ist.
Selbst habe ich bei Helmut 1990 eine Sinn 156 erstanden. Damals liefen auf dem Flugplatz einige
Flieger mit Uhren der Firma Sinn herum und es wurden wahre Wunderdinge über die
Chronographen erzählt. Man sollte mit ihnen nicht nur fliegen, sondern auch
schwimmen, tauchen und saunieren können und sich dabei noch von selbst aufziehen.
Nein, sie würden auch immer genau gehen und der Kenner würde dabei auch sehen,
dass es sich um einen richtigen Piloten handelte, wenn er solch eine Uhr trüge.
Zudem seien sie verhältnismässig günstig und gleich in meiner nähe (damals
wohnte ich noch in Frankfurt) zu erwerben. Klar, solch eine Uhr wollte ich
haben.
Bis es denn soweit war vergingen doch noch ein paar Jahre, ich zog
öfter um, heiratete, brachte das Studium zu Ende und wurde Vater von Zwillingen.
Nach dem ich meinen Flugschein gemacht hatte war es denn soweit. Von Göttingen
aus (weit hinter Hessisch-Sibirien) fuhren wir ins Füldchen und Helmut stellte
mir seine Kollektion vor. Schnell habe ich mich in die 156 verguckt, war nur
etwas überrascht von ihrer Größe. Damals war sie von den Dimensionen her im
Vergleich zu anderen Uhren ein wahrer Wecker. Nach Helmuts Versicherung, ich
könnte die tragen, seine Gelenke wären schließlich auch nicht größer, war nur
noch zu entscheiden, ob da Military drauf stehen sollte oder nicht. Mit einem
eher pazifistisch sozialisiertem Umfeld nahm ich davon abstand.
Die Uhr hat mich nie enttäuscht und ich finde sie immer noch zeitlos funktional schön.
Allerdings habe ich die Stoppfunktion beim fliegen kaum gebraucht, dafür
gelingen mir die Sonntagseier ausgezeichnet. Auch ein besserer Flieger wurde ich
durch die Uhr nicht, meine Kameraden fanden sich eher bemüßigt mir eine
Kaffeetasse mit dem Aufdruck "Big watch, big pilot" zukommen zu lassen. Neben
diesen kleinen launigen Begebenheiten verbinde ich mit der Uhr doch viele schöne
Erfahrungen und Erlebnisse.
Leider sehe ich einer Sinn-freien Zeit entgegen, die Uhr werde ich verkaufen und den Erlös in einen Vereinsmotorsegler stecken. So bleibt zumindest der Ertrag etwas zweckgebunden.
Vielleicht sollte ich mir aber eine Rückkaufoption sichern...und für die Nachbewältigung Sorge tragen.
Gibt's denn eigentlich schon eine Gruppe ehemaliger Sinnbesitzer ? So zur Traumatabeweltigung ?
Ich sehe es schon kommen, die Zeit ohne Sinn wird eine vor der Nächsten 
Viele Grüße,
Jörg