Mir liegt das Revisionsthema immer dann in den verschiedenen Foren am Herzen, wenn darüber mit einer unglaublichen Bandbreite an Meinungen diskutiert wird und die meisten Meinungen nicht mit meiner langjährigen Erfahrung UND den Ausssagen qualifizierter Fachleute meines Vertrauens übereinstimmen.
Vor dem Hintergrund von inzwischen über 400 teils sehr hochwertigen Armbanduhren in meiner Sammlung ist das Thema für mich relevanter als vielleicht für Andere, aber mein Wissen und meine eigenen Erfahrungen - und nur die zählen - gebe ich gern weiter.
Quelle eins meines Wissens ist die langjährige Freundschaft mit einem Uhrmachermeister im Frankfurter Raum, der zugleich seit vielen Jahren vereidigter Sachverständiger an den hessischen Gerichten für den Bereich Uhren ist. Selbständig, aber davor war er etliche Jahre als deutscher oder regionaler Serviceleiter bekannter Uhrenmarken tätig.
Quelle zwei meines Wissens ist ebenfalls die Freundschaft mit einem langjährigen Uhrmachrmeister, der als Angestellter die Produktion einer deutschen Uhrenmarke leitet und zusätzlich seine eigene Werkstatt führt. Dieser kümmert sich inzwischen seit vielen Jahren um meine Uhren.
Beide Quellen bezeichnen einen Servicebedarf nach Jahren definiert als völligen Blödsinn und lediglich im Interesse der Hersteller bzw. Konzessionäre von fast allen Uhrenmarken.
Da ich beiden uneingeschränkt vertraue, werden ALLE meine Uhren, ob wertmäßig nahe an € 90.000 reichend oder wenige hundert € wert, solange getragen, bis sich am Trageverhalten etwas geändert hat. Dann geben diese nicht einfach "den Geist auf", sondern fast immer verlieren diese signifikant Zeit, also z.B. plötzlich 5 oder 10 Minuten am Tag, während es vorher durchgängig Zeitabweichungen von +/- wenigen Sekunden am Tag waren.
Dann, und erst dann, wird eine Uhr sofort in die Servicekiste verbannt und nicht mehr getragen. Sie tritt dann die nächste Reise in die alte Heimat an und wird dort fachmännisch gewartet.
Mit über 45 jähriger Erfahrung als Uhrenliebhaber und -sammler kann diese Servicenotwendigkeit zwischen 3-5 und mehr als 30 Jahren liegen, was mich oft selbst wundert. Das gleichmäßige Gangverhalten beruhigt dann und sie wird weiterhin, meist 3-5 mal für jeweils 2-3 Tage pro Jahr getragen.
Das diese Vorgehensweise sinnvoll ist und die Substanz der Uhren nicht gefährdet, ergibt sich aus der Tatsache, dass bis auf den normalen und routinemäßigen Austausch von Teilen gemäß Serviceplan keine sonstigen Bauteile wegen HÖHEREM VERSCHLEISS durch lange Wartungsintervalle bedingt je ersetzt werden mußten. Bei keiner meiner Uhren, ob diese von Omega, Breitling, Sinn, Rolex, Seiko, Orient, Heuer, Tudor, Guinand, Patek Philippe, Chronosport oder anderen Herstellern stammen, gab es Probleme.
Ich sehe aufgrund dieser Ausführungen also keinerlei Grund, mein Serviceverhalten zu ändern. Ich fordere eher meine Forenfreunde hier oder anderswo auf, sich eigene Gedanken zu machen und dann ggf. ihr Serviceverhalten neu zu definieren.