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AndiS

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Sonntag, 18. Februar 2018, 22:50

Meine Begegnungen mit Helmut Sinn

Am 14. Februar 2018 musste Helmut für immer gehen, doch er wird uns immer in Erinnerung bleiben.

Hier ist der Tread für Eure Erinnerungen, eure Begegnungen und Eure Erlebnisse mit Helmut.

Er war ein ganz besonderer Mensch - wird uns immer unvergessen bleiben.


Gruß:
AndiS

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tapir (20.02.2018)

AndiS

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Sonntag, 18. Februar 2018, 23:18

Ich habe Helmut Sinn vor einigen Jahren kennen gelernt, an einem unserer Stammtische war das.
Es war für mich schwer beeindruckend, wie fit man in diesem Alter noch sein kann. Er hatte sichtlich keine Probleme damit, eine halbe Stunde vor versammelter Mannschaft ununterbrochen aus seinem Leben zu berichten und die Zuhörer in seinen Bann zu nehmen. Und das ganze mit annährend 100 Jahren !
Er wusste so viel, und er erzählte gerne, auch so viele Details über alles mögliche, unglaublich. Er erschien mir wie ein großer weiser Mann.

Mich beeindruckte auch, was er über die Menschen erzählte. Wenn er jemanden nicht gut fand, sagte er das auch. Wenn in der Weltpolitik mal wieder Ungerechtigkeiten zu Tage kamen, verurteilte er dieses rigoros, und dies in mit einem gewissen Schwermut, die nur älteren Menschen vorbehalten ist. Mir gefiehl an ihm, dass er zu allem eine Meinung hatte, keine Gleichgültigkeit, sondern er bezog zu allem eine klare Position.

Mit grossem Respekt verneige ich mit vor einer großen Persönlichkeit.


Hier eine Zusammenfassung, was bei Wikipedia über Helmut zu lesen ist:

Helmut Sinn machte 1939 kurz vor Kriegsbeginn beim Militär seinen Pilotenschein und wurde zum Kriegsdienst verpflichtet. Er war in einem Aufklärungsgeschwader und stürzte über russischem Gebiet ab. Er wurde am Rücken schwer verletzt und verlor beide kleinen Finger. Er war trotzdem als Fluglehrer tätig, vor allem auf der JU 52 und der JU 88. Seinen eigenen Pilotenschein ließ Sinn nach mehr als 15.000 Starts in den 1990-Jahren nicht mehr verlängern.
Nach Kriegsende betätigte er sich als Rallyefahrer und war mit einem Porsche-motorisierten VW Käfer Klassensieger bei der Raid Méditerranée-Le Cap zwischen Algier bis Kapstadt im Jahr 1953. Schon zu dieser Zeit beschäftigte er sich mit Planung und Bau von Zeitmessinstrumenten für den Motorsport, insbesondere mit Rallye-Autoborduhren. Zudem verkaufte er Sinn Kuckucksuhren an US-amerikanische Soldaten.
Sinn gründete 1961 in Frankfurt-Rödelheim die Uhrenmanufaktur Sinn Spezialuhren unter seinem Namen und entwickelte zunächst funktionale Uhren für Piloten und Fluglehrer. Er erfand zahlreiche technische Neuheiten für seine selbstentwickelten mechanischen Armbanduhren, vor allem hochwertige Chronographen, die er unter den Marken Sinn Spezialuhren und Chronosport im damals innovativen Direktvertrieb an Endkunden verkaufte. Sinn verkaufte das Unternehmen 1994 an einen Nachfolger. Er gründete anschließend die Marke Jubilar-Uhren und war von 1995 bis zu seinem altersbedingten Ruhestand im 98. Lebensjahr 2014 Eigentümer des Schweizer Uhrenherstellers Guinand, dessen Sitz er nach Frankfurt-Rödelheim verlegte.
Gruß:
AndiS

Alles hat seine Zeit.



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Der Beitrag von »bukowski« (Montag, 19. Februar 2018, 06:12) wurde aus folgendem Grund vom Benutzer »AndiS« gelöscht: gehört nicht zum Thema (Montag, 19. Februar 2018, 06:42).

Schwälmer

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Montag, 19. Februar 2018, 08:37

Helmut Sinn war ein prima Kerl und ich werde mich gerne an unsere Begegnungen erinnern. Er war immer bis in jede Faser bei seinen Projekten dabei und engagiert. Das findet man kaum noch.

1990 habe ich meine erste Sinn bei ihm erstanden. Da war er schon lange "Rentner", aber voller PLäne für die Zukunft.
Ich wünsche uns allen, dass wir den Tatendrang und die positive Denkweise vom schnellen Helmut auch so lange es geht bewahren.

VG Joachim
Sinn 142 TiAr
Sin157 TiAr
Sinn 144 StSa
Sinn U2
u.e.m. :thumbup:

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zeigr

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Montag, 19. Februar 2018, 10:39

Ende 2012/Anfang 2013 hatte ich das Vergnügen, Helmut Sinn interviewen zu dürfen.

Ein paar Erinnerungen und Eindrücke habe ich hier aufgeschrieben: https://zeigr.com/helmut-sinn/

Danke, Helmut Sinn!

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tapir

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Montag, 19. Februar 2018, 11:32

(Ganz toller Thread!)
: 10Punkte
... warten auf die radikal einfache Uhr
http://www.manager-magazin.de/lifestyle/…-a-1131240.html

MarkP

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Montag, 19. Februar 2018, 12:05

Hallo zusammen,

Ich bin 1986 im zarten Alter von 17 Jahren gemeinsam mit meinem damals besten Kumpel per Bahn nach FFM gefahren, um bei Sinn eine Uhr zu kaufen. Ich weiß gar nicht mehr, wie wir damals an einen Prospekt gekommen sind, auf jeden Fall waren wir sofort infiziert und mussten eine Sinn haben. Mir spukte die 103 im Kopf rum und meinem Freund die 903.

War eine ganz tolle Sache, als wir ihn damals trafen. Es war kurz nach seinem 70igsten Geburtstag und auf die Frage, wie wir bezahlen wollten, kam es wie aus der Pistole geschossen „bar“ denn wir hatten beide kurz zuvor Geburtstag. Wie sich herausstellte mein Freund am 02.9. und ich am 04.09. also einen Tag vor bzw. einen Tag nach ihm. Ab da waren wir Freunde, denn zu allem Überfluss ist meine Oma exakt genauso alt gewesen wie er, so dass wir immer mehr Gesprächsthemen hatten. Die Uhren haben wir gekauft und waren tatsächlich kurz davor jeder noch eine weitere Uhr mitzunehmen, den Helmut räumte uns Kredit ein, aber wir haben schnell noch die Kurve gekriegt und unsere Birne eingeschaltet und erst einmal dankend angelehnt. ;)

Leider habe ich ihn nie wieder persönlich getroffen und nur noch einmal um das Jahr 2.000 herum mit ihm telefoniert um eine revisionierte Heuer BW Uhr bei ihm zu kaufen.

Gruss

Mark

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bukowski

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Montag, 19. Februar 2018, 18:09

Helmut hatte als Kriegsfolge seinen rechten kleinen Finger eingebüßt. Bei einem unserer privaten Treffen - ich glaube, es war 2013 - kämpfte Helmut (wieder einmal) mit der Tastatur seines iMac. Den hatte er sich zugelegt, nachdem er meinen gesehen hatte und weil bei Apple ja "alles wie von selbst" geht. Er hackte also wie wild auf den Tasten herum, wobei der linke kleine Finger, inzwischen ziemlich krumm, immer wieder unbeabsichtigt mit den Tasten in Berührung kam. "Verdammt", sagte Helmut, "ich lass´den blöden Finger abhacken und für deinen Hund einpacken".

Ein paar Wochen später, mal wieder auf Besuch bei ihm, trug er einen Verband an seiner linken Hand. "What´s up, Helmut?" fragte ich ihn. Worauf er ganz lässig entgegnete: "Ich hab´s dir doch gesagt, dass ich ihn abschneide, weil er mich beim Tippen stört." So war er. Eigentlich wollte er sich den Finger ohne Betäubung "absägen" lassen, er war schließlich kein Weichei. Nur sein Haus und Hof-Chirurg war damit nicht einverstanden...

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Montag, 19. Februar 2018, 19:59

Mein einzige Begegnung mit Helmut Sinn fällt mit dem 30. Stammtisch zusammen, der im November 2016 auf dem Kalender stand. Helmut hatte seinen Besuch des Stammtisch zugesagt - wohlweislich, daß es wohl eine einzigartige Gelegenheit ist, eine lebende Legende kennenzulernen, sagte ich spontan mein Kommen zu.
Ein klein wenig unsicher, weil ich alle Teilnehmer nur vom Schreiben und einigen wenigen Fotos kannte, saß ich da, ein Glas Apfelwein vor mir - da bemerkte ich im Augenwinkel, daß jemand den Sessel rechts von mir in Beschlag nahm - ich drehte mich zur Seite - Helmut Sinn nahm neben mir mit Platz !! :bulge:
Eine gewisse Hemmschwelle meinerseits spürte ich in mir, aber gleich danach kam ich mit ihm ins Gespräch, er ließ sich meine Damasko zeigen, erwähnte eine nicht zustande gekommene Kooperation mit Hrn. Damasko und begutachtete die alte Taschenuhr meines Urgroßvaters. Er führte mir seinen Chronosport-Chronographen vor, der ihm - nach eigener Aussage - über 20 Jahre ohne eine einzige Revision treue Dienste leistete.
Seine Ansprache an uns ist Euch, die ihr teilnahmt, ja sicher noch in Erinnerung - es war ein mir unvergeßlicher Abend.

Alles in allem erlebte ich Helmut Sinn als einen sehr nahbaren Menschen, der sich trotz 100 Lebensjahren einen bemerkenswert wachen Geist und viel Humor bewahrt hatte. Die Welt ist ohne ihn nun ein Stück ärmer geworden.

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Dienstag, 20. Februar 2018, 13:51

Ich hatte über die Stammtische 2 mal die Gelegenheit und das Vergnügen Helmut Sinn live zu erleben. Eine wirklich beeindruckende weil auch eigensinnige Persönlichkeit. Eine immer mehr aussterbende Spezies von Charakterköpfen, die Klartext reden und sich treu geblieben sind.
Einige SINN, eine Guinand, und etwas für die Seelenpflege des Qualitätsanspruches. Irgendwo zwischen Uhren Overkill und der Suche nach dem Exit :awg:

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Interchron

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Mittwoch, 21. Februar 2018, 16:35

... ich hab Helmut Sinn leider nicht kennengelernt. Trotzdem hat mich sein Lebensweg und Lebenswerk sehr stark interessiert. Ich bin stolz Uhren mit seinem Namen tragen zu dürfen und verbeuge mich vor ihm: Helmut - lebe wohl, wir werden dich nie vergessen ...
... endlich hab ich wieder Zeit für mein Hobby, schöööön ist's hier ...

RAG

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12

Donnerstag, 8. März 2018, 19:01

Habe Helmut Sinn am 15.04.2005 kennengelernt. War in der Anfangszeit der Jubilar Uhren und diese haben zu Festpreisen auch an Fremdfabriken eine Revision ausgeführt. Jedenfalls hatte ich meine Omega am 14.5. abgeholt und diese blieb in der Nacht zum 15.4. wieder stehen. Als alter Rödelheimer war es kein Problem am nächsten Tag am Wasserturm vorbeizuschauen und das Problem zu erläutern. HS persönlich schraubte die Uhr auf und fand darin ein Brösel vom Frühstück seines Angestellten. Keine Reparatur während der Frühstückspause wurde angeblich angeordnet. Die Uhr lief bis zum letzten Wochenende perfekt.
Gruß
Roland

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Mittwoch, 14. März 2018, 08:25

Wenn man Facebook morgens öffnet ...& ;(
»Sinnderella« hat folgendes Bild angehängt:
  • A60863C0-E8DD-4E4E-BD2F-FA3B54C135DF.jpeg

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Samstag, 31. März 2018, 18:04

Beste Erinnerungen an einen Uhrenpionier

Ich habe HS in den 1980er Jahren kennengelernt und da ich im Frankfurter Raum tätig war, regelmäßig "Im Füldchen" besucht, sei es für einen Plausch oder um eine Uhr zu kaufen. Damals konnte man auch noch Ex-BW Uhren bei ihm erwerben, z.B. die BW Heuer oder BW-Junghans.

Nach Verkauf der Firma blieb ich zwar auch den Uhren der (neuen) Firma Sinn treu, es kamen aber auch Chronosport Modelle seines neues Unternehmens hinzu. Wir trafen uns darüber hinaus bis zum Jahr 2000 regelmäßig in dem lockeren Uhrensammler-Kreis des Frankfurter Raums und der angenehme Kontakt setzte sich fort. Danach wanderte ich nach Südamerika aus und die Kontakte beschränkten sich auf jährliche Urlaubsaufenthalte in Deutschland.

Zu seinem 100sten Geburtstag hatte ich Glück, rechtzeitig "meine" HS 100 von Guinand zu bestellen, welche die Erinnerungen an unsere vielen sehr schönen persönlichen Begegnungen wach hält und darüber hinaus eine tolle Uhr ist.

HS hat ein gesegnetes, ja fast biblisches Alter erreicht. Ich werde ihn nicht vergessen.

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