Guinand Werkspost Nr. 69, 24.05.2023
Wasserdichtigkeit
Infos zum Thema Wasser und Uhren
Die Badesaison beginnt - und damit ein immer wieder aktuelles Thema: Wasserdichtigkeit von Uhren.
Wer an dieser Stelle aufhört weiterzulesen, weil er mit seiner Uhr nicht Schwimmen oder Tauchen geht, dem kann der Rat gegeben werden, doch noch etwas Zeit in die Lektüre des Themas Wasserdichtigkeit zu investieren. Denn - so manche Uhr „leckt“ nach Jahren des Einsatzes am Handgelenk nicht in den Fluten der See, sondern viel profaner beim Händewaschen oder Abspülen.
Lassen Sie also die Wasserdichtigkeit Ihrer Armbanduhr regelmäßig prüfen – sinnvollerweise vor Ihrem Sommerurlaub! Bei einer solchen Prüfung, die für die Uhr ungefährlich ist, wird die Uhr mit Luft geprüft, kommt also nicht mit Wasser in Berührung. Ein bestandener Test ist ein guter Anhaltspunkt für die Wasserdichtigkeit der Uhr, jedoch beileibe keine Garantie für bleibende Wasserdichtigkeit. Wurde die Uhr seit Jahren nicht revisioniert, sind die Dichtungen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit verschlissen und können jederzeit versagen. Schmutz, Chemikalien, Reinigungsmittel und Hautpflegeprodukte greifen auch die besten Dichtungsmaterialien mit der Zeit an. Auch der unvermeidliche Hautschweiß ist nicht zu unterschätzen. Von Salzkristallen nach dem Baden im Meer ganz zu schweigen.
Dass bei Uhren mit verschraubter Krone diese stets verschraubt gehalten werden sollte – versteht sich zu recht. Wir raten, Uhren regelmäßig revisionieren zu lassen und dabei alle Dichtungen zu wechseln, und zwar am sichersten im Fachbetrieb.
Wie erkenne ich, ob meine Uhr wasserdicht konstruiert wurde?
Bei Uhren aus unserem Haus ist die Druckbeständigkeit gegenüber eindringendem Wasser auf dem Gehäuseboden eingraviert. Während früher die Angaben in ATM angegeben wurde (1 ATM entspricht ungefähr 1 bar) gravieren wir seit Jahren die Druckbeständigkeit in der SI-Einheit „Bar“. Dabei entspricht 1 bar ungefähr dem Wasserdruck in einer Tiefe von 10 m.
Die Angaben gelten für fabrikneue und revisionierte Uhren.
Durch die 3-fache Abdichtung der Krone mit FKM-Dichtungen und die Neukonstruktion der Drücker mit FKM-R Dichtungen sind unsere Gehäuse nunmehr noch besser gegen die Belastungen unter rauen Umgebungsbedingungen geschützt und somit die Druckbeständigkeit für längere Zeit gegeben.
Und wenn doch Wasser in die Uhr eingedrungen ist?
Eingedrungenes Wasser, erkennbar an kondensierendem Wasser auf der Glasinnenseite, führt schnell zu großen Schäden an der Uhr.
In einem solchen Fall zählt Geschwindigkeit, d.h. so schnell wie möglich die Uhr von einem Fachmann öffnen lassen, damit die eingedrungene Feuchtigkeit entweichen kann.
Von der Benutzung von Hausmitteln oder sonstigen Tricks kann nur gewarnt werden.
Eine anschließende Kontrolle ggf. mit Revision ist erforderlich.