Sinn U2 - a never (repair) ending story

  • so, es hat sich wieder einmal bewahrheitet, das Sprichwort "man soll den Tag nicht vor den Abend loben"

    ich habe gestern nach dem bereits 2. Service meine U2 aus Frankfurt zurück bekommen. Grund fürs Service, wie beim ersten Mal: sehr laute Rotorgeräusche und innerhalb kürzester Zeit eine Veränderung im Gang (von konstanten +2s/d auf minus 2-4s/d).

    Gestern ist die U2 dann wieder bei mir angekommen und ist nbnatürlich gleich wieder auf meinen Arm gekommen. Seit gestern Nachmittag kein Problem und alles Bestens

    dann heute am Vormittag Böick auf die Uhr >>> stehen geblieben bei 07:39:37
    Uhr wieder gestellt, aufgezogen (nach dem Service ist sie ja "leer") und nichts weiter dabei gedacht.

    10:55:37 wieder stehen geblieben
    doch diesesmal tut sich gar nichts mehr. der Sekundenzeiger bleibt gelangweilt bei 37 Sekunden stehen!

    habe gerade mit dem Kundendienst in Frankfurt gesprochen und mich erstmal entschuldigt, dass ich mich schon wieder melden muss.
    ich habe das Problem geschildert und der nette Herr auf der anderen Seite hat sich mehrmals entschuldigt!

    Fazit:
    die darf wieder nach Frankfurt und bekommt ein neues Werk!
    normaler Weise ist eine kostenlose Rückholung (nach Frankfurt) nur aus D möglich - da ich aber die Uhr erst gestern bekommen habe (vom Service) ist es kein Thema, dass ich für den neuerlichen Transport nichts bezahlen muss.

    Das Werk wird ebenfalls vorbereitet und die Retorunierung sollte nicht all zu lange dauern (natürlich dauert die Gangregulierung etwas).


    Derzeit bin ich nicht sicher, was ich von meiner U2 noch halten soll. Irgendwie niederschmetternd - innerhalb von 13 Monaten 2mal Service und jetzt neues Werk

    Trotz alle dem: Hut ab vom Service und den Mitarbeitern - absolut freundlich, sehr entgegenkommend und in keinster Weise genervt.

    das tröstet zumindest ein bisschen...


    ps.: wie wären eigentlich eure Reaktionen, wenn euch das mit einer Uhr passiert? verkaufen? weinen? nix mehr von der Marke wissen wollen?

  • Hi,

    zunächst mein Bedauern für diesen Vorfall.

    Es ist ja immer leicht, von anderen Problemen zu lesen (und auch mitzufühlen), jedoch wenn es einen selbst trifft.. :(

    Was soll man aber sagen? Zunächst möchte ich feststellen, dass das Werk ja ein (ausgereiftes) Massenprodukt von ETA ist. Dennoch könnte im Einzelfall ein Fehler dran sein, evtl. auch beim Einschalen und beim Regulieren des Werkes was passiert sein. Sinn wird es sicher analysieren.

    Bei einer Manufakturuhr der bekannten Marken fände ich es schon ärgerlicher. Wenn es hier am Fremdwerk liegt, kann Sinn nicht viel dafür.

    Fast wichtiger ist aber, wie Sinn mit den Kunden umgeht. Fehler gibt es überall, klar. Entscheidend ist nur, wie der Kunde behandelt wird. In diesem Fall (und vielen anderen) ist es ohne Fehl´ und Tadel, so wie man es sich wünscht. Bei anderen Marken wäre die Uhr wohl für Wochen bzw. 2 - 3 Monate weg gewesen, z. B. in der Schweiz.

    Ärgere Dich also nicht zu sehr, gib Sinn noch eine Chance. Es ist auf jeden Fall ein Einzelfall - den Du jetzt leider erwischt hast. Ansonsten ist die U2 (ich hab auch eine) eine tolle zuverlässige Uhr.

    Gruß
    U2

    Diesmal schnell gewesen: Forumsmitglied # 6.

  • dass das Service bei Sinn top ist hab ich ja eh geschrieben und dass Sinn selbst nix für das Werk kann, hab ich dem netten hernn am Telefon auch gesagt.

    Dennoch, die Uhr ist eine Sinn und Sinn ist mein Ansprechpartner, wenns Probleme gibt. Genau dieser Meinung war auch der Herr am Telefon.
    Weiters macht es einfach kein gutes Bild, wenn die Uhr gerade vom Service kommt und keine 24Std später nicht mehr will.
    Und das ist der Punkt, den Herr. L. auch angesprochen hat - das darf nicht passieren, denn die Uhr ist durch eine strenge Kontrolle gelaufen.
    Dass es dennoch passieren kann, sieht man hier.

    der Firma Sinn gebe ich sicher noch eine Chance - keine Frage.
    ob meine U2 noch eine bekommt - das werden wir noch sehen
    obwohl, die Chancen steigen - denn ca. 20 Minuten nach "nichts geht mehr" ist die Uhr wieder angesprungen und läuft jetzt wieder. mal sehen wie lange

    und jetzt ist halt die frage - Uhr einschicken und Werk tauschen, oder hoffen, dass das ein "einmaliger" Steher war.

  • Zitat

    Weiters macht es einfach kein gutes Bild, wenn die Uhr gerade vom Service kommt und keine 24Std später nicht mehr will...
    ... das darf nicht passieren, denn die Uhr ist durch eine strenge Kontrolle gelaufen.

    Hi,
    ich möchte jetzt Sinn nicht übermässig verteidigen, sondern sehe es eher aus technischer Sicht. Das Eta besteht vielleicht aus 250 Einzelteilen. Selbst wenn Sinn alles gecheckt hat, kann es sein, dass sie wie in Deinem Fall später stehenbleibt. Sowas ist nicht vorhersehbar. Die ganzen Dinge an den Renn-Ferraris hätten auch nicht passieren dürfen, es war aber so.

    Sinn wird - bei dem Einkaufspreis - auf jeden Fall das Werk tauschen, neu regulieren und testen. Mehr können sie nicht machen. Und der Normalfall ist eben, dass die Uhr hinterher brav tickt.

    Gruß
    U2
    [/quote]

    Diesmal schnell gewesen: Forumsmitglied # 6.

  • Zitat von U2


    Das Eta besteht vielleicht aus 250 Einzelteilen.


    Aber auch nur "vielleicht". :D

    Im ETA 2893-2 der U2 sind einschließlich Datums-, 24-Stunden- und Aufzugsmechanismus genau 109 Einzelteile verbaut.

    Setzt man einen gut durchdachten Aufbau voraus, dann gilt folgendes: Je großteiliger und schwerer (eher: weniger leicht) die einzelnen Komponenten sind, desto unempfindlicher wird das gesamte Werk

    • gegen die Auswirkungen der Gravitation (bei der wechselseitigen Anziehung von Massen sind schwere Teile gegenüber leichten klar im Vorteil),
    • gegen Erschütterungen (bei gleichwertiger Stoßsicherung wie bei leichteren Komponenten, es gilt dabei das Gesetz der Masseträgheit) und auch
    • gegen Temperaturschwankungen (große Komponenten erwärmen sich bzw. kühlen sich langsamer ab als kleine).


    Das Ganze ist also nichts weiter als die intelligente Ausnutzung mechanischer und thermodynamischer Gesetzmäßigkeiten. Daraus resultiert auch eine bessere zu erwartende Langzeitgenauigkeit. Der ETA 289x-Familie kann man diesbezüglich i. d. R. nichts vorwerfen.

    (NB: Nicht umsonst gelten Rolex-Uhrwerke mit ihren für Armbanduhrwerkskomponenten geradezu gigantischen Maßen und Gewichten (und dem "intelligenten" Design, das mit einer minimalen Anzahl von Teilen auskommt) als die zuverlässigsten und präzisesten Mechanikwerke.)

    Man muß sich das übrigens mal auf der Zunge zergehen lassen: Ein Mikromechanismus wie das ETA 2893-2, mit 25,6 mm Durchmesser und 4,1 mm Bauhöhe besteht aus 109 Einzelteilen! :roll: Ich bewundere Uhrmacher, die so ein Werk komplett zerlegen und wieder zusammensetzen können. Ich würde nach ein paar Minuten wahrscheinlich das hier tun: :banghead: und um :help: rufen. :D


    Zitat von U2


    Selbst wenn Sinn alles gecheckt hat, kann es sein, dass sie wie in Deinem Fall später stehenbleibt. Sowas ist nicht vorhersehbar. Die ganzen Dinge an den Renn-Ferraris hätten auch nicht passieren dürfen, es war aber so.

    Sinn wird - bei dem Einkaufspreis - auf jeden Fall das Werk tauschen, neu regulieren und testen. Mehr können sie nicht machen. Und der Normalfall ist eben, dass die Uhr hinterher brav tickt.


    Hier schließe ich mich an. SINN kann unmöglich jedes einzelne Uhrwerk, das sie einkaufen, bis aufs letzte Schräubchen kontrollieren. Manche Material- oder Montagefehler zeigen sich eben erst in der Praxis, und dagegen kommt auch ein ausgefeiltes TQM-Programm, wie ETA es fährt, nicht an. Wenn SINN also anbietet, das Uhrwerk zu tauschen, ist das ein faires Angebot - rein juristisch hätten sie sogar drei Nachbesserungsversuche, und müßten sich dabei nicht auf die zweitteuerste Lösung, den Werktausch, einlassen. Daß sie es tun, zeugt von einem guten Verständnis von Kundendienst. :thumbup:

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