Ich möchte meinen ersten Beitrag als frisch gebackener Moderator mit einem Phänomen beginnen, dass ihr sicher viele von euch schon mal an der eigenen Uhr beobachten konntet: Das vermeintliche Eigenleben des Minutenzeigers.
Wenn man zum Einstellen der Uhr die Krone zieht und den Sekundenzeiger auf Pos. 60 anhält um dann den Minutenzeiger exakt auf der Markierung des Zifferblattes zu positionieren, passiert es schon mal, dass dieser sich nach einigen Minuten irgendwo zwischen den Markierungen befindet, obwohl der Sekundenzeiger exakt auf der 60 positioniert ist. Dies geschieht häufig beim 7750, selten beim 2824-2. Da ich ja nun zu den Querulanten (Lupenträger mit Genauigkeitstick) gehöre, habe ich dies immer als enorm nervend empfunden. Falls es unter euch ebenfalls jemanden gibt, den das stört, hier ist die Lösung:
Diese "Ungenauigkeit" resultiert daraus, dass sich diese Zeiger (im Gegensatz zum Sekundenzeiger) mit Hilfe der Stellräder, welche die Verbindung zur Aufzugswelle herstellen, verstellen lassen. Klingt im ersten Moment dämlich, ist aber tatsächlich die Ursache, da der Minutenzeiger auf einem Viertelrohr (Minutenrohr) sitzt. Dieses Minutenrohr ist auf der Welle des Minutenrades drehbar, damit man die Uhr einstellen kann. Die Stell-Räder haben im Vergleich zum restlichen Räderwerk eine recht grobe Verzahnung, dadurch ist die Zahnluft (das Spiel zwischen den einzelnen Zahnrädern) entsprechend gross und es entsteht eine "verspätete" Mitnahme nach dem Hereindrücken der Krone.
Wie kann man dem entgegen Wirken? Dies gelingt mit viel Fingerspitzengefühl, in dem man den Minutenzeiger auf ca. 20 Sekunden vorstellt (Erfahrungswert beim 7750), während der Sekundenzeiger genau auf der 60 ist. Nach ein paar Minuten laufen nun der Minuten- und der Sekundenzeiger syncron auf den Markierungen des Zifferblattes.
Sollte dies nur in Teilen geschehen (z.B. der Sekundenzeiger ist um 18.00h genau auf der 60 und der Minutenzeiger ebenfalls genau auf der 12, um 18.20 ist der ist der Sekundenzeiger auf der 60 und der Minutenzeiger nicht genau auf der Markierung), so ist das Zifferblatt in der Mittelbohrung für die Zentralzeiger nicht exakt zentrisch gebohrt. Dann nutzt auch kein Fingerspitzengefühl! Ist mir aber bei Sinn-Uhren (Dank der hier herrschenden guten Qualität) noch nie passiert.