Greif zur Sinn AR-Technik

  • Hallo Forumsmitglieder.

    Da hier im Forum oft die Trockenkapsel bzw die Argonfüllung ( Ar ) als Gimmek gehandelt wird,um den Kunden zu binden,sollte man sich mal folgenden Link genauer ansehen.
    Vielleicht ändert das bei manch einem Mitglied oder auch "Mitleser" ja die Meinung zu der Technik von SINN.

    http://uhr-forum.de/problem-mit-br…eschlagen-t3884

    bis später... ICEMAN

    ...bekennende Poliertuchmuschi... :o:

  • "Und ich hatte mir geschworen es nicht zu tun ;( "

    Der Vorfall mit der Breitling ist das Ergebnis eines schlampigen Uhrmachers und mieser Handhabung des Besitzers.
    Eine mechanische Uhr ist grundsätzlich nicht dafür gebaut Temperaturbereiche eines Saunagangs mit anschließendem Kaltwasserbad zu überstehen. Bei guter Qualität hält eine Uhr das zwar aus, auf Dauer ist es aber nicht zu empfehlen, da das Öl durch die große Hitze sehr dünnflüssig wird und auch die Dichtungen sehr leiden. Theoretisch könnte beim heiß-kalt Wechsel sogar ein Glas platzen.

    Das Beschlagen der Uhr liegt an der eingeschlossenen Feuchtigkeit im Gehäuse. Sicherlich verdrängt das eingebrachte Gas der Sinn'schen AR-Technik die Umgebungsluft und damit die Feuchtigkeit, der gewünsche Effekt wird erreicht - keine Frage.
    Allerdings sehe ich die Technik noch etwas differenzierter:
    - Wenn ein Uhrmacher eine Uhr zusammenbaut bzw. sie wieder verschließt, dann erhitzt er die Uhr vorher auf einer Wärmeplatte. Die Feuchtigkeit wird dadurch todsicher verdrängt und die Uhr kann verschraubt werden.
    - Lässt der Uhrmacher diesen Schritt aus bzw. macht es nicht richtig, dann kann Feuchtigkeit in der Uhr mit eingeschlossen werden, welche dann wie im obigen Fall innen am Glas kondensiert.

    Oder anders gesagt: Wenn die Uhr vorm verschließen erhitzt wird ist die AR-Technik vollkommen unnötig. Wenn ein Uhrmacher unzuverlässig arbeitet, dann kann die Gasbefüllung das erhitzen sehr gut ersetzen. Wem das den geforderten Aufpreis wert ist, der möge es bezahlen, ich verlasse mich auf den Uhrmacher, der seit Ewigkeiten eine genauso funktionelle Technik verwendet.

  • Da frage ich mich doch aber als Laie,wie warm muß diese Platte aber sein,auf der die Uhr verschlossen wird.
    Wie lange liegt eine Uhr auf dieser Platte um sicher sein zu können,dass wirklich keine Feuchtigkeit in der Uhr ist?
    Und ist es dann nicht so wie mit der Uhr in der Sauna.
    Lege ich die Uhr auf die warme Platte,wird das Öl dann nicht auch dünnflüssiger und fließt von den Lagerstellen,an denen es gebraucht wird,weg? :S

    bis später... ICEMAN

    ...bekennende Poliertuchmuschi... :o:

  • Da frage ich mich doch aber als Laie,wie warm muß diese Platte aber sein,auf der die Uhr verschlossen wird.
    Wie lange liegt eine Uhr auf dieser Platte um sicher sein zu können,dass wirklich keine Feuchtigkeit in der Uhr ist?
    Und ist es dann nicht so wie mit der Uhr in der Sauna.
    Lege ich die Uhr auf die warme Platte,wird das Öl dann nicht auch dünnflüssiger und fließt von den Lagerstellen,an denen es gebraucht wird,weg? :S


    Die Platte wird auf eine Temperatur von 50 - 60° C erwärmt; die Uhr verbringt max. fünf Minuten auf der Platte. Das hält das Öl i. d. R. ganz gut aus.

    In der Sauna herrschen erheblich höhere Temperaturen, und die Uhr ist ihnen auch erheblich länger ausgesetzt. Abgesehen davon ist es nicht die Erhitzung in der Sauna, sondern das anschließende "Abschrecken" im kalten Wasser, das den Temperaturschock mit möglichem Riss des Glases und der Dichtungen verursacht. Dieser Gefahr ist grundsätzlich jede Uhr ausgesetzt, egal ob mit oder ohne Schutzgasfüllung.

    Übrigens packt SINN mittlerweile als Schutzgas kein Argon, sondern nur noch popeligen Stickstoff in die Uhr, und das zu einem Aufpreis, dass mir richtig schlecht wird: 160,- € für die paar Stickstoff-Moleküle, die noch erforderlich sind, um die 20 % Sauerstoff, die sich im Uhrengehäuse befinden (Sauerstoffgehalt der normalen Umgebungsluft), zu verdrängen. :wacko:
    Überleg mal, Volker: Bei Reifen wird von den meisten Händlern ja auch so eine "Schutzgasfüllung" (= ebenfalls reiner Stickstoff) angeboten. Da bekommt man dann die zigtausendfache Menge Stickstoff für Aufpreise zwischen 3 und 5 € je Reifen. Von daher gehen mir die Preise von SINN da etwas zu offensichtlich in Richtung "Apotheke." :D

  • Stimmt, Olaf. Das ist wirklich dreist. Hier werden Glasperlen für echte Perlen ausgegeben. Und der Preis ist da eher wenig gerechtfertigt. Vielleicht ist eine Sinn mit Ar-Trockenhaltetechnik dem Ausruf der Sinn-Träger entlehnt, die feststellen, dass das Ar-Symbol auf den Zifferblättern nicht für eine Argon-Schutzgasfüllung steht. Da würde ich mit Verweis auf den dafür gezahlten Preis auch laut "Arrrrrrrrrrrrrrr" ausrufen! :&:

    ...was ich angesichts meiner erst kürzlich aus der Revi zurückerhaltenen 203 ARKTIS und den hierfür berechneten Rechnungsbetrag getan habe! :cursing:

    Gruß, Sascha :hatoff:


  • Der Vorfall mit der Breitling ist das Ergebnis eines schlampigen Uhrmachers ...


    Die Platte wird auf eine Temperatur von 50 - 60° C erwärmt; die Uhr verbringt max. fünf Minuten auf der Platte. Das hält das Öl i. d. R. ganz gut aus.

    Hat Breitling auch solche Platten?
    Denn die Uhr war ja nicht nur einmal dort.
    So müssen die ja auch ein Qualitätsproblem haben,oder???

    Das mit dem Argon bzw Stickstoff wäre natürlich der Hammer.
    Was die Preise angeht,so gebe ich Euch ja auch recht,wenn es dann wirklich Stickstoff wäre.
    Was die Technik aber ansonsten angeht,so bin ich aber dafür und stelle jetzt einfach einmal die Behauptung auf,mit einer Sinn + Ar Trockenhaltetechnik wäre das nicht passiert.

    bis später... ICEMAN

    ...bekennende Poliertuchmuschi... :o:

    2 Mal editiert, zuletzt von ICEMAN (21. Dezember 2009 um 20:11)

  • Hat Breitling auch solche Platten?
    Denn die Uhr war ja nicht nur einmal dort.
    So müssen die ja auch ein Qualitätsproblem haben,oder???


    Massenhersteller, und dazu zähle ich auch Breitling, erwärmen ihre Uhren nicht einzeln auf Heizplatten (dann würden die nämlich keine Jahresproduktion von mehr als 10.000 Stück mehr schaffen), sondern arbeiten in Räumen mit konstanten Temperaturen und niedriger Luftfeuchtigkeit und trocknen zusätzlich mit Warmluftgebläsen. Das im Uhr-Forum beschriebene Problem ist sehr untypisch für Breitling, was sicherlich für den Betroffenen kein Trost ist, aber die Wahrscheinlichkeit, ausgerechnet bei diesem renommierten Hersteller Sch...eibenkleister zu erwischen, ist doch äußerst gering. Das sollte man zur Ehrenrettung von Montres Breitling wirklich mal sagen.


    Das mit dem Argon bzw Stickstoff wäre natürlich der Hammer.
    Was die Preise angeht,so gebe ich Euch ja auch recht,wenn es dann wirklich Stickstoff wäre.


    Was heißt hier "wenn es dann wirklich Stickstoff wäre?" ?(

    Das Schutzgas in den SINN-Uhren ist Stickstoff, das steht völlig außer Frage, und das könnten Dir diverse Depotinhaber und auch Kollegen aus dem Forum bestätigen. Meine Quelle ist nicht einmal konspirativer Natur; SINN selbst gibt es - auf Anfrage - sogar zu, dass längst kein Argon mehr verwendet wird, weil sich Stickstoff als Schutzgas angeblich als vorteilhafter erwiesen hat.


  • Was heißt hier "wenn es dann wirklich Stickstoff wäre?" ?(

    Das Schutzgas in den SINN-Uhren ist Stickstoff, das steht völlig außer Frage, und das könnten Dir diverse Depotinhaber und auch Kollegen aus dem Forum bestätigen. Meine Quelle ist nicht einmal konspirativer Natur; SINN selbst gibt es - auf Anfrage - sogar zu, dass längst kein Argon mehr verwendet wird, weil sich Stickstoff als Schutzgas angeblich als vorteilhafter erwiesen hat.

    Haben wir sogar vor kurzem diskutiert, siehe hier:

    klick

    Liebe Grüße

    :alexhai:


    Alex

    Alles bleibt gut

  • "Oder anders gesagt: Wenn die Uhr vorm verschließen erhitzt wird ist die AR-Technik vollkommen unnötig. "

    Spencers Aussage ist in sofern nicht richtig, das die Argonfüllung ja auch nachträgliches Eindiffundieren
    von Feuchtigkeit verhindern soll.
    Neben 203 Arktis, 757 Diapal, U1000 und U1000S hatt ich aber auch schon Seiko Monster und Citizen
    Promaster Automatik in der Sauna an: Keine davon ist beschlagen. Vielleicht Glück?

    Die Seawolf bekomme ich offiziell erst zu Weihnachten, die durfte noch keine Sauna sehen (-8

    Die 757 kostet 575 Tage Nicht-Rauchen

  • Spencers Aussage ist in sofern nicht richtig, das die Argonfüllung ja auch nachträgliches Eindiffundieren
    von Feuchtigkeit verhindern soll.


    Tja, nur ist es eben kein Argon und zweitens verhindern zu 99,99 % die Dichtungen das Eindiffundieren von Feuchtigkeit, nicht irgendwelche Stickstoffmoleküle. :rolleyes:

    Obwohl das natürlich das Argument schlechthin für einen Glasboden wäre, weil man dann die Stickstoffmoleküle bei ihrem heldenhaften und aufopferungsvollen Kampf gegen die böse eindiffundierenden Feuchtigkeitshorden beobachten könnte. :D


  • Tja, nur ist es eben kein Argon und zweitens verhindern zu 99,99 % die Dichtungen das Eindiffundieren von Feuchtigkeit, nicht irgendwelche Stickstoffmoleküle. :rolleyes:

    So Olaf,ichhabe gerade einmal mit Sinn gesprochen.
    Du liegst falsch!!!!
    Zumindest teilweise :wacko:

    Ich habe ja jemanden bei Sinn sitzen und der hat mich einmal in aller Ruhe aufgeklärt.
    Bei Sinn in Frankfurt direkt wird definifiv mit ARGON befüllt.
    Bei den Depothändlern mit Stickstoff.
    Sinn vertreibt für die Depothändler eine kleine Anlage,die sich jeder zulegen kann.
    In diesen kleinen mobilen Anlagen darf wohl kein nur mit Stickstoff gearbeitet bzw befüllt werden.

    Auf die Frage,dass sowas aber bekannt gemacht werden müsse,hat er mir klar zugestimmt.
    Die Depothändler müßten also bekannt geben,dass sie die jeweilige Uhr nur mit Stickstoff befüllen können und dürfen.

    Was die sogenannten Apothekerpreise angeht,so kannst Du das auch nicht einfach so in den Raum werfen,damit jeder glaubt,dass sowas 160 Euro kostet.
    Wird eine Uhr zusätzlich auf Ar-Trockenhaltetechnik umgebaut,die serienmäßig dafür nicht vorgesehen ist---160 €
    Diese setzten sich zusammen aus Zifferblatttausch für das Zeichen,Trockenkapseleinbau und der Ar-Füllung.
    So wie Du es darstellst.kostet nur die Füllung soviel.
    Ansonsten kostet bei einer Revi der Austausch der Kapsel mit neuer Befüllung ca. 55 €
    Wobei da die Kapsel über 40 € berechnet werden.
    Sicher ist auch das teuer,aber lange nicht so,wie es hier darstellst.

    bis später... ICEMAN

    ...bekennende Poliertuchmuschi... :o:

    Einmal editiert, zuletzt von ICEMAN (22. Dezember 2009 um 09:51)

  • Volker, vielleicht sollte SINN wirklich mal einen Kommunikationstrainer anheuern, der dort allen Angestellten die Notwendigkeit beibringt, die Fakten und Positionen bezüglich der Firma SINN, ihrer Produkte und ihrer Dienstleistungen auf einheitliche Weise nach außen zu kommunizieren. :rolleyes:

    Wenn Dir SINN etwas von Argon im Werk und Stickstoff in den Depots erzählt und anderen Kollegen im Forum fernmündlich und z. T. auch per Mail bestätigt wird, dass zwar die Technik noch Ar-Trockenhaltetechnik genannt werde, die Schutzgasfüllung aber auf Stickstoff umgestellt worden sei, dann weiß man als Kunde am Ende nicht mehr so recht, wem und was man jetzt glauben soll. ?( Ich persönlich finde es schade, wenn man bei allem, was SINN selbst an technischen Informationen herausgibt, mittlerweile mit einiger Skepsis sagen muss, dass immer ein Rest Zweifel verbleibt, ob nicht schon morgen einem anderen Außenstehenden zum identischen Sachverhalt ganz andere Informationen gegeben werden. Hier erscheint mir - ähnlich wie bei leidigen Thema Qualitätskontrolle - ein dringender Weiterbildungsbedarf im Hause SINN zu bestehen. Öffentlichkeitsarbeit ist nämlich erlernbar!

    Ich vergleiche das einmal mit einer traditionellen Institution wie der Katholischen Kirche (RKK); überzeugte Katholiken mögen mir meine despektierlichen Äußerungen vergeben. Die RKK mag - zumindest in den Augen vieler sich für aufgeklärt haltender Menschen - ein Märchen erzählen, aber wenigstens erzählt jeder, der für die RKK arbeitet dasselbe Märchen - es wird dort also seit 2.000 Jahren nach einem für alle einheitlichen Masterplan fabuliert. ;) SINN ist noch nicht einmal 50 Jahre alt, da muss die Vereinheitlichung der Legenden, die man an die Öffentlichkeit kommuniziert, erst noch vorgenommen werden. :D

    Allerdings frage ich mich ernsthaft und jenseits aller kritischen Anmerkungen zum Kommunikationstraining, wo bitte schön der Sinn und die Logik in einer Verfahrensweise liegen soll, im Werk mit Argon und in den Depots mit Stickstoff zu arbeiten. Wenn sich Stickstoff als wirklich so vorteilhaft erwiesen hat wie SINN angibt, dann wäre es auch nur folgerichtig, auch im Werk das im direkten Vergleich unvorteilhaftere Argon durch Stickstoff abzulösen. Am Namen der Technik wird SINN deswegen nichts zu ändern brauchen; schließlich heißt die Technik der ölfreien Hemmung bis heute Diapal (abgeleitet von Diamant-Palletsteine), obwohl die Palletsteine schon lange nicht aus Diamant gefertigt werden. :rolleyes:

  • So lange es dazu keine empirischen Untersuchungen gibt, ist es letztlich wohl eine Glaubensfrage... Ich persönliche finde die Technik zumindest interessant. Mir stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob das Heliumventil bei anderen Uhrenherstellern ebenfalls so leidenschaftlich und kontrovers diskutiert wird :?:

    _______________________________________________________
    In Europa habt Ihr die Uhren, in Afrika, da haben wir die Zeit.
    (Afrikanisches Sprichwort)

  • Zitat von »Robitobi« Spencers Aussage ist in sofern nicht richtig, das die Argonfüllung ja auch nachträgliches Eindiffundieren
    von Feuchtigkeit verhindern soll.

    Tja, nur ist es eben kein Argon und zweitens verhindern zu 99,99 % die Dichtungen das Eindiffundieren von Feuchtigkeit, nicht irgendwelche Stickstoffmoleküle.

    Deshalb wählte ich die Formulierung "verhindern soll", und nicht "verhindert". Warum man das gleich wieder mit Augenrollen kommentieren muß,
    ist mir unverständlich. Du bist nicht der einzige der was weiß.

    WAS Sinn denn nun einfüllt, ist doch ziemlich egal solange der Nutzwert reichlich fraglich erscheint.

    Zumindest nach der Arumentation die Sinn selbst FÜR ihre Technik verwendet, stimmt das nicht. Argonmoleküle
    sind größer als die des Stickstoff. Argon sollte also noch besser "drinbleiben".

    Ich denke der Hauptgrund für eine Umstellung wird der Preis sein. Man darf sich das nicht vorstellen wie das
    Abfüllen von Flüssigkeiten. Die Dichteunterschiede der Gase sind gering, bis man die Uhr einigermassen so
    eingespült hat, dürfte ein vielfaches des "Uhrenvolumens" vorbei gegangen sein.

    Das das Haarspaltereinen sind ist klar. Die Restfeuchte wird vom CuSO4 aufgenommen und hat deshalb
    nur wenig (bis nichts)mit dem verwendeten Gas zu tun. Und wie gesagt, Uhren beschlagen
    auch nicht, wenn gut getrocknet beim Verschliessen. Es wird eine Glaubensfrage bleiben, und auch ein
    Teil der Werbestrategie. Die Trockenhaltetechnik unterstützt des technischen Charakter und wird
    im Alltag genauso Hilfreich sein wie ein Heliumventil :p:

    Die 757 kostet 575 Tage Nicht-Rauchen

    Einmal editiert, zuletzt von Robitobi (22. Dezember 2009 um 13:12)


  • Deshalb wählte ich die Formulierung "verhindern soll", und nicht "verhindert". Warum man das gleich wieder mit Augenrollen kommentieren muß,
    ist mir unverständlich. Du bist nicht der einzige der was weiß.


    Das Augenrollen bezog sich weniger auf Deine Aussage als vielmehr auf das Informations-Chaos, das SINN mit seiner konfusen Kommunikationsstrategie hier angerichtet hat. Es scheint ja nicht einmal klar, ob nun Argon oder Stickstoff (oder beides, oder abwechselnd das eine oder das andere Gas) eingefüllt werden. Sorry, wenn das falsch ankam. :ash:

    Die Argumentation von SINN mag vielleicht stimmen, dass Argon (oder Stickstoff, oder beides oder abwechselnd das eine oder andere Gas) Feuchtigkeit noch besser aus dem Gehäuse fernhalten als Dichtungen alleine das vermögen. Allerdings würde ich gerne mal Statistiken sehen, wie groß die tatsächliche Auswirkung auf das Gangverhalten und die tatsächlich erforderliche Länge der Service-Intervalle bei normalem Gebrauch (12 bis 16 Stunden am Handgelenk, keine extremen sportlichen (z. B. Golf) oder handwerklichen Aktivitäten (z. B. Bohrhammer), normale Temperaturen) ist, und wie sich diese "Kuve" dann bei zunehmender Belastung (höhere Temperaturen, Luftfeuchtigkeit der Umgebung usw.) zugunsten der Trockenhaltung verschiebt - oder eben auch nicht. Solange SINN mit solchen Untersuchungen entweder nicht herausrückt oder sie gar nicht durchgeführt hat, sondern nur pauschal irgendwelche ominösen (wissenschaftlichen?) Berechnungen ins Feld führt, nach denen das angeblich einen Vorteil in der Praxis bringt, ist diese Technik für mich höchst fragwürdig und rangiert m. E. direkt neben der Frage nach der Jungfräulichkeit der Gottesmutter - nämlich als eine reine Glaubensfrage, im Fall der Schutzgasfüllung verbrämt mit pseudowissenschaftlichem Schnickschnack.

    Ich bin der Ansicht, dass eine gut abgedichtete und sorgfältig durch Erwärmen vor dem Verschließen getrocknete Uhr auch ohne Trockenhalte-Firlefanz ebenso trocken und beschlagsicher bleibt wie mit Schutzgas. Das beweisen Millionen von Uhren, die nicht über diese Technik verfügen jeden Tag immer wieder aufs neue. Und diese Uhren können - im Gegensatz zu den schutzgasgefüllten SINN-Uhren - von jedem normalen Uhrmacher gewartet werden.

  • Ja, ich gebe Dir recht. Ich als bekennender Sekundenfuchser
    hätte auch lieber ne abgespeckte Version in meine U1000S.

    Trockenpatrone ja, Schutzgas(um pauschal zu bleiben ;) )nein.
    Da wäre es einfacher, das eine oder andere Sekündchen am Gang
    raus zuholen.

    bei momentan +2-3sec/24h befürchte ich bei Sinn eher Verschlechterung :S

    Die 757 kostet 575 Tage Nicht-Rauchen

  • Hallo Olaf

    Zum Schutz von Sinn muß ich sagen,dass es Uhren für Extreme sind.
    Da wir nicht in diese Extreme kommen oder vielleicht nur mal ankratzen,werden wir diese Techniken sicher nie wirklich brauchen.
    Wenn man allerdings häufig taucht,im tropischen Klimazonen lebt etc. mag es sich vielleicht als nützlicher erweisen,als im heimischen Wohnzimmer.

    Allerdings bin ich inzwischen doch sehr verunsichert.
    Mir gefällt der Gedanke einfach nicht,dass SINN sowas scheinbar heimlich macht,frei nach dem Motto...wer nicht fragt....
    Da wird dem Kunden doch bewußt eine Information vorenthalten.
    Dann ziehe ich auch mit allen Skeptikern an einem Strang und sage,wozu das alles?

    Bear Grylls...vielleicht sagt dem einem oder anderem Mitglied hier im Forum der Name etwas...
    http://www.beargrylls.com/
    Ich verfolge seine Serie etc. mir großem Interesse.
    Bin quasi ein Fan von dem Mann...
    Wie auch immer...dieser Mann trägt häufig ( nicht grundsätzlich ) bei seinen Abenteuern eine Breitling Emergency mit schwarzem Diver Pro Band.
    Worauf ich damit hinaus will ist,dass dieser Mann die Extreme wirklich kennt und sich dabei auf eine Uhr ohne Schutzgas etc. verläßt.
    Sicher wird ihm die Uhr gestellt,dass ist mir klar,aber trotzdem gibt Breitling Uhren für solche Extreme raus und zieht daraus auch sicher seine Schlüsse.
    Übrigens...Guckt man sich die Gallery ein wenig an,ist die Uhr stellenweise auch deutlich zu erkennen.

    Ich bin seit dieser Sache doch etwas enttäuscht von Sinn...
    Von der Undurchsichtigkeit dem Kunden gegenüber und von der (AR) oder (N) oder Pups-Technik sowieso... :S :S :S

    bis später... ICEMAN

    ...bekennende Poliertuchmuschi... :o:

    Einmal editiert, zuletzt von ICEMAN (22. Dezember 2009 um 18:30)

  • Ich als bekennender Sekundenfuchser
    hätte auch lieber ne abgespeckte Version in meine U1000S.


    Zunächst einmal sind die Gangwerte Deiner U1000 ganz hervorragend für ein Top Grade-Werk. Da würde sich zuverlässig und dauerhaft nur noch etwas verbessern lassen, wenn Deine Uhr über ein Chronometer-Werk verfügt, das gegen lagebedingte Abweichungen praktisch unempfindlich ist. Ansonsten brauchst Du - bei einem Top Grade-Werk - Deine Trageverhalten nur minimal zu verändern, und schon stimmt die neue Feinregulierung nicht mehr. Daher war es ja auch nur mehr als konsequent von SINN, die Feinregulierung aus dem Service-Angebot zu streichen, nachdem man zuvor die Chronometer-Option bereits gestrichen hatte. Denn wie gesagt: bei Nicht-Chronometer-Werken ist eine Feinregulierung zwecklos, weil die lagebedingten Abweichungen jede Feinregulierung ohnehin zunichte machen.

    Allerdings könntest Du - vorausgesetzt, Du kennst einen guten und zuverlässigen Uhrmacher, muss nicht zwangsläufig ein SINN-Depot sein - auch ganz beruhigt das Gehäuse öffnen lassen, das Argon/den Stickstoff/den kalten Darmwind oder was immer im Inneren als Schutzgasfüllung dient, entweichen lassen, das Werk ausschalen und die 8 - 10 Sekunden "schutzgasbedingten Vorgang" wieder herausnehmen lassen (geht nicht mittles Etachron-Rücker, dazu muss das Werk zerlegt werden). Danach kann die Uhr wieder beliebig häufig so ein- und nachreguliert werden, wie Du es möchtest. Aufgrund des für Laien doch recht komplizierten Eingriffs empfiehlt sich so ein Eingriff aber nur, wenn tatsächlich größere Abweichungen anliegen, die SINN nicht in den Griff bekommt. Bei +2 bis +3 Sek. in 24 Std. kann ich nur sagen: lass einfach alles so, wie es ist, für ein Top Grade-Werk sind die Werte ohnehin nicht viel besser zu bekommen bzw. das wäre reine Glückssache.

    @ ICEMAN: Ich bin von SINN nicht enttäuscht, Volker, da ich diese Firma und ihre Produkte nie auf einen Sockel gehoben habe. ;) SINN baut sehr gute Uhren, daran ändern auch solche Kommunikationspannen wie im vorliegenden Fall nichts. Auch die häufig mangelhafte bzw. nicht vorhandene Qualitätskontrolle ist zwar ein böser Patzer, aber letztlich vermag auch dies nichts daran zu drehen oder zu deuteln, dass die Uhren grundsätzlich gut und ihr Geld (noch) wert sind. Ich habe aber eine Abneigung dagegen, mich in Sachen Service von Standardwerken von einem Hersteller abhängig zu machen, dessen Verständnis von Qualität nicht so kompromisslos und durchgängig ist, wie es in einer solchen Preisklasse üblich sein sollte. Das können andere Hersteller (z. B. Stowa) besser, und die nehmen dafür auch nicht mehr Geld als SINN. SINN hat übrigens selbst jahrzehntelang Uhren ohne Ar-Trockenhaltetechnik gebaut, und die allermeisten davon laufen, wenn sie ab und zu mal gewartet werden, noch heute tadellos. Und nun, bloß weil da jemandem eine Idee gekommen ist, wie man aus einem ganz billigen Grundstoff (nämlich Schutzgas, egal ob Ar, N oder kalter F...) eine teuer zu vermarktende Technik als eine Art Alleinstellungsmerkmal für die Marke SINN schaffen kann, sollen alle nicht mit Schutzgas gefüllten Uhren plötzlich nicht mehr optimal gegen Feuchtigkeit geschützt sein? ?( Wie gesagt, da beweisen einfach Millionen von Uhren jeden Tag das Gegenteil.

  • Irgendwie kann ich Sinn schon ein wenig verstehen.
    Wenn bei Sinn Argon verwendet wird und bei den Depots, aus welchen Gründen auch immer (Kosten, Technik, oder Sicherheit) eben Stickstoff, liegt es nahe einfach von Schutzgas zu sprechen. Schließlich soll keiner einen Verkaufsnachteil erleiden, gerade wenn beide Verfahren gleichwertig sind. Vielleicht sind die Maschinen bei Sinn auch nur für Argon verwendbar und man möchte keine neue Abfüllanlage kaufen. Wer weiß das alles schon…

    Letztendlich spricht man allgemein von Schutzgas und diese Bezeichnung trifft auf beide Gase zu.
    Selbst bei einer kompletten Umstellung auf Stickstoff würde ich das bereits bekannte Markenzeichen nicht mehr ändern.
    Audi beispielsweise spricht bei dem neuen 3.0l Benzin-Motor von einem TFSI, obwohl kein Turbo mehr vorhanden ist sondern ein Kompressor. TFSI ist halt bekannt, der Hersteller wollte es nicht mehr ändern und mit KFSI Verwirrung stiften.

    Noch mal zurück zum Ursprungsthema.
    Ich bin kein großer Saunagänger, wenn doch lass ich die Uhr auch am Arm, bevor sie in irgendeinem Spind liegt.
    Probleme gab es bislang nicht, auch habe ich bis auf diesen Fall noch nie was Negatives gehört. Weder von Bekannten noch in einem Forum, denke die Brätling war da doch eine sehr große Ausnahme.

    @ Olaf: Ich dachte die Werke die Sinn verbaut sind Chronometer tauglich, bloß nicht einreguliert und geprüft?!

    Liebe Grüße

    :alexhai:


    Alex

    Alles bleibt gut

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!