Qualität beim Produkt und Service

  • Hallo Leute,

    ich habe mich hier angemeldet, da mir Sinn-Uhren sehr gefallen und ich mir eine oder auch mehrer zulegen möchte. Nun bin ich aber beim durchforsten der hier geschriebenen Beiträge, bezüglich Auslieferungszustand, Dauer von Service, Zustand der Uhr nach einem Service, usw. ins straucheln geraten. Auch habe ich mich gestern mit einem Bekannten unterhalten, der eine 657 hat. Auch er hatte nach Erhalt der Uhr sehr schlechte Gangwerte, die er bei Sinn bemängelte. Das regulieren des Gangs dauerte 4 Wochen, zudem wurde der Bodendeckel verkratzt, was er wiederum beanstandete. Die Uhr war deswegen über 2 Wochen bei Sinn. Meiner Meinung nach sollten Uhren, die sich in diesem Preisspektrum bewegen einen qualitativ besseren Auslieferungszustand haben und der Service des Herstellers sollte präziser, sauberer, pfleglicher einfach besser sein.

    Wie seht ihr das?

    Bin mir nun nicht mehr so sicher, ob ich mir eine Sinn Uhr zulegen soll, wenn es damit so viel Ärger geben kann!

    Einmal editiert, zuletzt von tauri (28. Dezember 2008 um 07:27)

  • Wie Du den zahlreichen Beiträgen in diesem Forum zu diesem Thema entnehmen kannst, gibt es im wesentlichen zwei Meinungen hier. Die einen lieben Sinn und sehen es Sinn nach, die anderen halten es für unmöglich und kaufen nichts neues mehr bei Sinn. Letztlich mußt Du selbst entscheiden.

    Ich halte den Service bei Sinn zur Zeit für unmöglich. Nicht, dass die Mitarbeiter nicht freundlich und bemüht wären. Aber es scheint an einer funktionierenden Qualitätssicherung in der Herstellung und im Service zu fehlen. Im Bereich teurer ("hochwertiger" ist vielleicht unpassend...) Konsumgüter ist das für mich nicht hinnehmbar. Allerdings ist es bei einigen anderen Herstellern in diesem Preissegment wohl auch nicht besser.

    "Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie angeschaut haben." (Alexander von Humboldt)

  • Freundlich ist der Service bei SINN durchaus (Anfragen z.B. werden prompt und kompetent beantwortet), jedoch die Wartezeiten für Reparaturen etc. sind z.Z. nicht akzeptabel. :thumbdown:
    Zur Auslieferung meiner SINN Uhren => von Anfang an keine Probleme! Auch der Umbau meiner 142 war absolut top, hat halt nur lange gedauert bis ich das gute Stück wieder am Arm hatte.
    Ich weiß aber das die Servicezeiten auch bei anderen Marken nicht gerade überagend sind (Fortis, Seiko ...)

    Obwohl ich in letzter Zeit viel negatives zum Service lese, bleibe ich SINN treu! :thumbup:

    uhrinella

  • Man hat ja hier lesen können, dass einige Uhrmacher von Sinn weggegangen sind, weshalb auch die Verzögerungen beim Service zustande gekommen sind. Meine U1 sollte auch zum Einregulieren und war letztendlich 4 1/2 Monate (!) im Füldchen. Als de Uhr wieder da war, habe ich festgestellt, dass Sinn das komplette Ührchen ausgetauscht hatte. Hierzu hätte es sicherlich keine 4 1/2 Monate gebraucht (meiner Meinung nach). Dennoch bin ich seitdem mit meinen beiden Sinn Zeitmessern (U1 und 203 Arktis) mehr als zufrieden. Gerade die U1 macht wirklich alles mit und sieht auch nach über einem Jahr noch aus wie neu. Zudem kann man erwarten, dass der Wert einer Sinn sich mit den Jahren nicht drastig verringert. Für einige Modelle gilt eher das Gegenteil.
    Ich würde mir auch in Zukunft eine weitere Sinn zulegen!

    Gruß, Sascha :hatoff:

  • Freundlich ist der Service bei SINN durchaus (Anfragen z.B. werden prompt und kompetent beantwortet), jedoch die Wartezeiten für Reparaturen etc. sind z.Z. nicht akzeptabel. :thumbdown:
    Zur Auslieferung meiner SINN Uhren => von Anfang an keine Probleme! Auch der Umbau meiner 142 war absolut top, hat halt nur lange gedauert bis ich das gute Stück wieder am Arm hatte.
    Ich weiß aber das die Servicezeiten auch bei anderen Marken nicht gerade überagend sind (Fortis, Seiko ...)

    Obwohl ich in letzter Zeit viel negatives zum Service lese, bleibe ich SINN treu! :thumbup:


    ..ich sehe das auch so und die Service-Zeiten sind ach bei den Nobel-Marken
    mittlerweile kaum noch erträglich.
    Meiner Meinung nach haben die Firmen einfach nicht genügend qualifizierte
    Uhrmacher um der Flut der Aufträge Herr zu werden.

    Gruß aus dem Rheinland
    Peter

  • Ich meine mal in einem Uhrenmagazin gelesen zu haben, das die Marke mit dem Krönchen nach Einweihung der neuen Fertigungsstätten pro Jahr ungefähr eine Million (!) Uhren produzieren würde. Irgendwann müssen die auch mal zur Revision. Selbst mit den dezentralen Service-Ateliers ist dies eine logistische Meisterleistung.
    Ich habe aber persönlich keinerlei Erfahrung mit den Serviceleistungen jener Marke.

    Gruß, Sascha :hatoff:

  • Ich meine mal in einem Uhrenmagazin gelesen zu haben, das die Marke mit dem Krönchen nach Einweihung der neuen Fertigungsstätten pro Jahr ungefähr eine Million (!) Uhren produzieren würde.

    Die haben ja dann die Kapazitäten pünktlich zur weltweiten Rezession erweitert. Bisher knappe Modelle wie Dipsy und GMT Master liegen vermehrt in den Schaufenstern der Konzis und es werden auch schon zweistellige %-Rabatte eingeräumt.

    "Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie angeschaut haben." (Alexander von Humboldt)

  • Im Prinzip war diese allgemeine "Service-Misere" schon seit Jahren absehbar.


    Dazu muß man ein Stück in der Geschichte zurück gehen. Die Quachz-Krise und ihre Auswirkungen kennt ja nun mittlerweile jeder, aber die "Uhrmacher-Krise" ist nicht mehr länger eine Folge davon, sondern resultiert m. E. nach aus der "Mechanik-Schwemme" der Jahre 2004-2008.
    Viele Menschen wollen wieder Mechanikuhren. Durch den allgemeinen Preistrend der letzten Jahre (seit 2000 ein durchschnittlicher Preisanstieg der bekannten Nobelmarken um 100% -ja, ja schaut ruhig nach!) bei den Nobelmarken wurde der Markt von Namen wie Jaques Lemans (z.B. rechteckiger Chrono 1.850,-Euro), Davosa oder Louis Erard (die in diesem Jahr sogar mit einem Manufakturwerk auf dem Markt kommen wollen) , um nur einige zu nennen, bedient.
    Die neu hinzu gekommenen Marken im Mechanikbereich haben sich seit 2000 ebenfalls vervielfacht. Es gibt sogar mehr Marken wie vor der Quachz-Krise. Aber es gibt nicht mehr Uhrmacher wie vor der Quachz-Krise, nicht einmal genau so viele!
    Alle gekauften Mechanikmodelle müssen nun aber -früher oder später- gewartet und/oder repariert werden. Die billigen Werke halt früher. So entsteht ein Problem, welches nicht Sinn-spezifisch ist, sondern die gesamte Industrie betrifft. Die Anzahl der ab 2000 produzierten Uhren wird nun ein Serviceproblem. Das ist nun aber kein Geheimnis, sondern beschäftigt die Hersteller bereits seit ca. 5 Jahren. Niemand geht deshalb aber her und produziert weniger Uhren.

    Ein Kampf um die Uhrmacher entbrennt. Die Löhne steigen, die Servicekosten logischerweise auch. Die Wartezeiten werden ALLERORTS länger. Einzige Ausnahme bildet hier Rolex, da sich hier nie etwas geändert hat. Aber zum Thema Service: Die Qualität leidet ebenfalls unter dieser Krise. Ich habe so die Meinung, dass dies auch noch ein bis zwei Jahre andauert, bevor das Uhrmacherdefizit langsam beseitigt ist und der Service der Produktion wieder gerecht wird.

    Gruß Gero

  • Nach Aussage eines befreundeten Uhrmachers fehlen allein in der Schweiz im Moment 400 Uhrmacher - d.h. 400 Stellen, die von heute auf morgen besetzt werden würden, wenn nur das Personal da wäre.

    Insofern wird sich der Personalengpass nicht in den nächsten Jahren lösen, da nach Informationen aus der gleichen Quelle auch in Österreich ein massiver Mangel an Lehrlingen (ich glaube in D wird das "Auszubildende" genannt) besteht. Einfach dadurch begründet, dass die wenigsten Absolventen einer Hauptschule (in Österreich entsprechend der deutschen Realschule - bitte keinesfalls mit einer deutschen Hauptschule verwechseln!) noch befähigt sind eine Uhrmacherlehre zu beginnen (Mängel im technischen Verständnis, Konzentrationsfähigkeit, "Arbeitsmoral", ...) die wenigsten Absolventen eines Gymnasiums aber Lust haben eine Lehre zu beginnen.

    Allerdings gilt dies zunehmend für alle Lehrberufe, es ist für die Betriebe fast unmöglich "ordentliche" Lehrlinge zu bekommen - speziell technische Berufe sind knapp am Aussterben.

    Zum Thema der Endkontrolle kann ich nur sagen, dass es halt das Klügste ist eine Uhr im echten Fachbetrieb zu kaufen, wo diese schon mindestens eine Woche am Uhrenbeweger war und in der Zeitwaage überprüft wurde. So geschehen mit meiner 556 durch die Firma "Juwelier Rössler" im steirischen Mürzzuschlag. Wer von irgendwelchen "Händlern" im Internet kauft, darf sich nachher nicht beschweren.

    Vier Generationen Uhrmacher gehen nicht spurlos am Service vorbei!


  • Allerdings gilt dies zunehmend für alle Lehrberufe, es ist für die Betriebe fast unmöglich "ordentliche" Lehrlinge zu bekommen - speziell technische Berufe sind knapp am Aussterben.

    Wenn die Uhrenhersteller bereit wären, von ihren fetten Umsatzrenditen etwas mehr für ihre Uhrmacher und Uhrmacher-Lehrlinge springen zu lassen, würden vielleicht auch mehr diesen beruflichen Weg einschlagen. Viele Zahnärzte dürften ihren Berufsweg auch nicht deshalb eingeschlagen haben, weil sie sich schon auf der Schule dazu berufen fühlten, in anderer Leute Karies herumzubohren. Geld und sozialer Status sind halt auch mitentscheidend bei der Berufswahl. Und wenn eine Branche Nachwuchssorgen hat, muß sie auch das bedenken.

    "Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie angeschaut haben." (Alexander von Humboldt)

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