• Hallo,

    zuerst einmal wieder vielen Dank für die interessanten Beiträge. Ich habe jetzt mal etwas „gekramt“ und folgende Bilder hervorgezaubert (hoffe die Links gehen alle, weil z. T. aus der Bucht bzw. ausgelaufenen Aktionen), teilweise durch Sinn Uhren Info bekannt:

    1.) Automatic, 2 x mit komplett roten Zeigern, 1 x teilweise (ausgeblichen?!) gelben Zeigern, jeweils mit dem "T" bei Swiss Made und ohne dem zusätzlichen Flankenschutz:


    2.) Automatik mit roten Zeigern, teilweise mit "T" und/oder Flankenschutz:


    Frage 1: Bei der Uhr mit den "gelben Zeigern": Original, ausgeblichen, oder nachträglich ersetzt?

    Frage 2: Ist dieser Gehäusedeckel - selbe Uhr wie oben mit den gelben Zeigern - original von Sinn:


    Frage 3: Eine ganz andere Frage in dem Zuge, wofür ich jetzt keinen neuen Beitrag extra eröffnen möchte: "Gehäuseintegration" bedeutet, dass das Armband direkt bis zur Uhr geht und nicht durch h ein weiteres Glied am Ende des Armbands dieses quasi mit der Uhr verschmilzt? Damit habe ich aktuell meine Unterscheidungsprobleme. Im aktuellen Katalog auf Seite 34/35 ist von Gehäuseintegration die Rede, wenn das Arband bis an die 142 geht. Dagegen wird http://www.sinn-uhren.info/15.html von Gehäuseintegration geschrieben, wenn das Metallarmband direkt bis an die Uhr per Extraglied geht.

  • zu 1.: Die Leuchtmasse dieser Uhr ist ausgeblichen.

    zu 2.: Der polierte Deckel wurde bei sehr frühen Exemplaren verwendet. Die ganze Uhr sieht mir jedoch verbastelt aus. Das Gehäuse wurde meines Erachtens nachträglich sandgestrahlt und die Kanten sind rundgelutscht.

    zu 3.: Eine Bandintegration gab es bei der 157 nicht. Diese gab es bei den letzten 142-Modellen. Ob sich das Gehäuse dieser 142 von den 142ern ohne Bandintegration unterscheidet, konnte ich bislang noch nicht zweifelsfrei ausfindig machen: http://www.sinn-uhren.info/resources/142_Integration.jpg

  • zu 3.: Eine Bandintegration gab es bei der 157 nicht. Diese gab es bei den letzten 142-Modellen. Ob sich das Gehäuse dieser 142 von den 142ern ohne Bandintegration unterscheidet, konnte ich bislang noch nicht zweifelsfrei ausfindig machen: http://www.sinn-uhren.info/resources/142_Integration.jpg

    Bandintegration bedeutet, dass das (Metall)Band mit einem zusätzlichen Glied quasi direkt mit der Uhr verbunden wurde / "integriert", anstelle von normal nur "angehängt"? Das blicke ich noch nicht ganz durch.

    Und merci erneut für die Tipps.


  • Bandintegration bedeutet, dass das (Metall)Band mit einem zusätzlichen Glied quasi direkt mit der Uhr verbunden wurde / "integriert", anstelle von normal nur "angehängt"? Das blicke ich noch nicht ganz durch.


    Mein Bruder besitzt eine SINN 142 St mit Bandintegration. Das Band fügt sich damit (siehe das oben verlinkte Bild sowie die aktuelle 142 II auf der SINN-Webseite) direkt in das Gehäuse ein. Es ist verschraubt. Manch' einem sagt das optisch nicht zu, da die 142 dadurch eine leichte Eiform erhält. Aber in diesem Thread geht es ja um die SINN 157, oder ;) ?

  • "Bandintegration" bedeutet im Extremfall, daß ein Band dergestalt in das Gehäuse einer Uhr integriert wird, daß nur dieses eine Integralband am Gehäuse angebracht werden kann. In den 1980ern war das im unteren und mittleren Marktsegment eine bei Herstellern sehr beliebte (und bei Kunden, die ein Ersatzband benötigten, aufgrund der hohen Ersatzband-Preise entsprechend unbeliebte) Vorgehensweise, um Kunden auch mit Ersatzbändern an Original-Ersatzteile des Herstellers zu binden.

    Bei der 157 hat es allerdings nie eine echte Bandintegration für Massivbänder (wie bei der 142) gegeben, obwohl man bei der Verwendung eines Lederbandes natürlich das sogen. Chronissimo-Band mit Integration einsetzen kann, siehe Foto:

    (Quelle: forums.watchuseek.com), Bildgröße angepaßt

    Auch bei den Massivbändern kann man aber (zumindest optisch) eine "Pseudo-Bandintegration" erreichen, indem man das Anstoßglied so gestaltet, daß es mit den Gehäusekanten bündig abschließt, während der eigentlich Anstoß, in dem sich der Federsteg befindet, deutlich schmaler ist, siehe Foto:

    (Quelle: chronomaster.co.uk)

    Es entsteht bei der 157, ähnlich wie bei der 144/144 GMT also sowohl beim Chronissimo-Lederband als auch beim "Pseudo-Integrations"-Massivband zumindest optisch der Eindruck eines Integralbandes, das mit dem Uhrengehäuse formal eine Einheit bildet.

  • Von einer "Bandintegration" spricht man immer dann, wenn das Band ohne Bandhörner in das Gehäuse direkt integriert ist. Die Art der Befestigung des Bandes (mit zus. Glied oder ohne zus. Glied, mit Klemmforrichtung oder Federsteg usw.) spielt dabei keine Rolle.

    Gruß Gero

  • Hallo zusammen,

    die Sinn 157 ist, wie auch die 156 und 142 ein echter Klassiker aus der Ära Helmut Sinn.
    Sie wurde glaube ich ende der 90er (Ära Schmitt) gehäusetechnisch (Abdichtung, Drücker) und vor allem am Metallarmband überarbeitet.
    Die Drücker sind seitdem geschützt und es gibt eine Tachymeter/Pulsometerskala, die ersten Uhren hatten soweit ich weiss
    alle die 12H auf der Innenlünette oder eine reine Tachymeterskala. Die Titan-Version gabs schon bei Herrn Sinn.

    Ein sehr schöner, sportlich-klassischer Chronograph im zeitlosen Porsche-Design-Look der 80er Jahre! Hat was!!!!
    Das besondere: das Lemania-Werk wird seit 2002 nicht mehr gebaut, die 157 wird seit 2005 nicht mehr gebaut (da dürften wie Werke ausgegangen sein)
    und hat daher schon Sammler-Qualitäten. Die vergleichbare, quasi baugleiche Uhr wird von Tutima noch in Restbeständen in einigen Sondervarianten (mit Außendrehlünette) für über € 2000 angeboten!
    Die 157 hat 2005 noch € 1160 gekostet.

    Glückwunsch dazu, ich bin auch schon länger auf der Suche nach einem gut erhaltenen, günstigen Stück aus Titan mit dem "chronissimo"-Band.
    Die Uhr ist ja deutlich zierlicher als die 142, bei gleichem ZB und als Ti-Version ultraleicht obendrein. Das gefällt mir 8o

    Anbei wens interessiert, noch ein Link mit einem ausführlichen Test-Bericht zu dieser Uhr:
    http://www.watchtime.ch/contents/watch…/sinn157st.html


    Gruß

    Selespeed

    Gruß

    Selespeed

    Consul de Guinand (Markenbotschafter)
    Calendar Master (Sinn-Forumskalender)
    Stefan alias Selefan alias Sele-Blue alias Han-Sele alias For-Sele alias Cir-Sele^^
    -------------------------------------------------------
    Bevor isch misch uffreesch is mers liewer egaaal!

  • MichaL und den Onkel:

    Ich würde eher sagen, die Leuchtmasse ist auf dem einen Foto sogar noch sehr gut. Mmn hat das Tritium wenn noch nicht ausgeblichen diese extrem gelbe Farbe, die weißen Zeiger der Chronofunktionen sind nachträglich ersetzt worden, da normalerweise nur in rot verbaut. Dieses Rot ändert sich zwar durch Lichteinstrahlung in Orange, aber nicht in Weiß!?

    Außerdem sind diese Zeiger gar nicht mit Leuchtmasse belegt, das sind lediglich die Indexe sowie Stunden und Minutenzeiger.

    Um die Gehäuseintegration mal auf deutsch zu erklären: Das Problem bei manchen Uhren ist, das Sie ein relativ breites Gehäuse im Vergleich zum vorhandenen Bandanstoß besitzen. Deshalb gibt es Bänder, deren Bandanstoß schmaler ist, als der Rest des Bandes, somit kann man dieses Band an der Uhr befestigen und direkt danach verbreitert sich das Band und gibt ein etwas robusteres gesamtbild ab. Wenn man ein 20er Band montieren würde, würde die Uhr eventuell zu wuchtig aussehen. Bei den 142er Bändern mit Gehäuseinteration geht es soweit, das das Band genau auf Stoß mit den Gehäusekanten sitzt.


  • Sie wurde glaube ich ende der 90er (Ära Schmitt) gehäusetechnisch (Abdichtung, Drücker) und vor allem am Metallarmband überarbeitet.
    Die Drücker sind seitdem geschützt und es gibt eine Tachymeter/Pulsometerskala, die ersten Uhren hatten soweit ich weiss
    alle die 12H auf der Innenlünette oder eine reine Tachymeterskala. Die Titan-Version gabs schon bei Herrn Sinn.

    Die Auswahl zwischen der 12h und der Tachy-Lünette gab es defintiv schon in der Helmut Sinn-Ära.

    MichaL und den Onkel:

    Ich würde eher sagen, die Leuchtmasse ist auf dem einen Foto sogar noch sehr gut. Mmn hat das Tritium wenn noch nicht ausgeblichen diese extrem gelbe Farbe,

    Das Tritium besitzt im Neuzustand eine lindgrüne Farbe. Ein Freund von mir war mit seiner 157 in Mexiko. Durch die extreme Sonnenstrahlung verfärbte sich das Tritium bräunlich. Mal abgesehen davon, dass virtuelle Fotos Farben stark verfälscht wiedergeben können, gehe ich bei der hier vorgestellten Uhr nicht gerade von einer Tresormuschi aus.

  • ... so, ganz zum Schluss muss ich doch noch einmal eine Frage stellen: Weiter oben wurde geschrieben, dass man mit der 157 eine tolle Uhr im Porschedesign erhält. Google ich nach, so finde ich durchaus alte Uhren von Porsche Design, die der 157 sehr ähnlich sind; wenn ich mich nicht täusche (und/oder weiter oben sogar erwähnt), auch noch andere Hersteller. 1.) Aber von wem stammt die 157 ursprünglich, wer hat sie desgint?

    Schaue ich auf Helmut Sinn seiner neuen Homepage nach, so finde ich dort mit der Modellreihe 60 wieder diese Uhr:


    (c) guinand-watch.com

    Zweite, ähnliche Frage: Die 140-142er sind alle ursprünglich von Lemania gefertigt/entwickelt worden und von Sinn nur zugekauft bzw. später hergestellt worden?

    2 Mal editiert, zuletzt von MichaL (20. Juni 2009 um 00:33)

  • Es bleibt bei der Antwort, daß Ferdinand Alexander Porsche (der Mann, der uns mit dem Porsche 911 einen der größten Auto-Klassiker bescherte!) für das Design verantwortlich ist. :)
    Die ursprüngliche Version erschien 1973, war als erste Serienuhr mit dem damals brandneuen Valjoux 7750 ausgestattet, hatte ein mattschwarz verchromtes Gehäuse und Rolleauband und wurde von Orfina gefertigt. Ab 1977 gab es die Uhr dann auch mit einem Lemania 5100 (dieses Werk kam ja erst Ende 1976 auf den Markt).

    Hier mal ein paar Bilder eines Originals mit 7750 - in einem wahrhaft phantastisch renovierten Zustand: Klick! :kow: :sensation:

    Hier mal ein paar Bilder eines Porsche-Chronos von Orfina, der um 1980 gebaut wurde und bereits über ein Lemania 5100 verfügt: Klick!


    Es kursiert sogar eine Anekdote, daß "Butzi" (F. A. Porsches Spitzname) den "schnellen Helmut" in der Schweiz einmal von der Polizei festnehmen ließ, weil er der Meinung war, Helmut Sinn habe ihm einen Koffer voller Uhrengehäuse gestohlen. Die Polizei mußte den "schnellen Helmut" wieder freilassen, weil der nachweisen konnte, daß er die Gehäuse käuflich erworben hatte - Sinn und Porsche hatten nur "zufällig" denselben Lieferanten. :D Aber wohlgemerkt, das ist eine Anekdote, für deren Wahrheitsgehalt ich nicht unbedingt meine Hände ins Feuer halten würde. Fest steht aber, daß Helmut Sinn damals so ziemlich jedes große Design abgekupfert und nachgebaut hat, an das er kommen konnte. ;) Im Grunde ist die Firma SINN mit solchen Nachbauten erst in die Position gekommen, in der sie über genügend Mittel verfügt, eigene Techniken und Designs zu entwickeln.

  • Hallo Olaf,

    vielen Dankl für Deine ausführliche Antwort, damit wurden auch (fast) alle meiner Fragen geklärt; fast, weil immer wieder neue bei diesen wunderbaren Uhren aufkommen - wie z. B. welche Modelle von Helmut Sinn echte "Sinns" sind, und kein Nachbau/Abkupferung bekannter Modelle.

  • @Olaf und Micha:
    "Abkupferung" halte ich für den falschen Ausdruck, da in der damaligen Zeit viele Marken ihre Gehäuse nicht selbst gefertigt, sondern bei Gehäuseherstellern nach deren Angebot gekauft haben. Man suchte sich aus den Katalogen der Gehäusehersteller ein passendes Modell aus. Dadurch gabe es viele Uhren, die gleiche Gehäuse hatten. Das war zu dieser Zeit durchaus normal und läßt sich für sehr viele Uhrenmodelle beim Vergleich der Gehäuse nachvollziehen. Einer der bekanntesten Beispiele sind die 142er und die 144er Gehäuse. Vor der Sinn-Ära in den 40ern und 50ern gab es auch bei Marken wie Breitling oder Longines solche Beispiele (um nur einige zu nennen). Das Gehäuse hatte noch nicht die "Identifikationsbedeutung" (eigene Wortschöpfung) wie in der heutigen Zeit.
    Heute sind alle Sinn-Uhrengehäuse in gewisser Weise "Originale", da sie alle bei SUG gefertigt werden.

    Gruß Gero

  • Da mich aktuell die Seite von Guinand bzw. Helmut Sinn nicht loslässt, habe ich dort etwas gestöbert und bin auf eine interessante Anmerkung von Herrn Sinn auf der Seite "Historie" gestoßen, die auch zu den letzten Beiträgen sehr gut passt:

    "Noch ein Wort zu GUINAND: Diese Schweizer Firma, 1865 von den Brüdern Guinand in Les Brenets im schweizerischen Jura gegründet, befindet sich seit 1996 in meinem Besitz. Berühmt wurde Guinand durch die Herstellung der ersten Schleppzeigeruhren und Chronographen. Seit 1953 arbeitete ich mit dieser Firma zusammen, die für mich bis 1994 alle Sinn-Uhren hergestellt hatte. Guinand war für seine Komplikationen weit bekannt und lieferte an viele namhafte Uhrenfirmen in der Schweiz."

    Ich vermute mal, dass das heutige Unternehmen Sinn auch noch nach 1994 von Guinand Uhren hat fertig lassen - spätestens bis die SUG einsatzbereit war.

    Edit: Habe gerade hier im Forum einen interessanten Bericht dazu gefunden - danke!

    Einmal editiert, zuletzt von MichaL (25. Juni 2009 um 23:41)

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