Goldene Unruh 2009 - Technikpreis

  • Eben bin ich zufällig auf den Sieger des Goldenen-Unruh-Technikpreises 09 gestoßen: Das Automatikkaliber "CFB A1000" von Carl F. Bucherer mit Peripherem Rotor.

    So sieht das Schmuckstück aus:

    Der Vorteil in diesem neuen System liegt in der Robustheit. Zum einen, weil die Schwungmasse gegen Stöße gesichert ist, zum anderen weil weniger Teile als normal für den automatischen Aufzug verwendet werden.
    Die Schwungmasse ist nicht wie üblich mittig an ihrer Drehachse befestigt, sondern außenrum auf Rollenlagern. Die Lager liegen auf beweglichen Wippen mit dem klangvollen Namen "Dynamic Shock Absorption", kurz DSA. Das Übertragungsrad ist mit zwei Incabloc Stoßsicherungen gesichert. Der Aufzug funktioniert in beide Richtungen, statt wie bei vielen Standartkalibern (z.B. Eta 7750) nur in eine. Der Aufzugsmechanismus:

    Gegen unbeabsichtiges Verstellen ist die Feinregulierung über das Steuerelement CDAS ("Central Cual Adjusting System") geschützt. Nach dem regulieren wird der Mechanismus festgestellt, sodass kein Verstellen durch Stöße mehr möglich ist. Der Gang kann trotzdem mit einem Schlüssel fein eingestellt werden. So sieht das ganze aus:

    Technische Daten des Kalibers CFB A1000:
    Mechanisches Manufakturwerk mit automatischem Aufzug
    durch peripher positionierte, in beiden Drehrichtungen
    wirkende Schwungmasse.
    – Durchmesser: 13’’’ oder 30 mm
    – Höhe: 4,30 mm
    – Funktionale Steine: 33
    – Frequenz: 21’600 Halbschwingen/Stunde oder 3 Hz
    – Gangautonomie: ca. 55 Stunden
    – Regulierorgan: klassisch
    – Hemmung: Schweizer Ankerhemmung

    Das Werk hat eine kleine permanente Sekunde bei 6 Uhr und wird mit verschiedenen "nützlichen" Funktionen erweitert werden (Grossdatum, Wochentagsanzeige, Gangreserve ...)
    Detaillierte technische Details können HIER nachgelesen werden.
    Ein ersten Modell gibt es übrigens auch schon mit dem Modell: Die "Patravi EvoTec DayDate"

    Ich finde das Kaliber sehr interessant und hoffe, dass auch außerhalb der elitären Manufakturkreise innovative technische Entwicklungen dem Verbraucher zugänglich gemacht werden.
    Was haltet Ihr von diesem System? Ist es wirklich robuster oder nur eine Scheininnovation? Wird es in Zukunft weitere oder unterschiedliche automatische Aufzüge geben oder setzt sich allegemein weiterhin nur der zentrale Rotor durch?

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    Was haltet Ihr von diesem System? Ist es wirklich robuster oder nur eine Scheininnovation? Wird es in Zukunft weitere oder unterschiedliche automatische Aufzüge geben oder setzt sich allegemein weiterhin nur der zentrale Rotor durch?


    Also ich kann mir vorstellen, daß der Rotor mit seiner Lagerung tatsächlich Vorteile in Richtung "robuster" bietet - aber die haben da sicher ein Patent drauf angemeldet ... ob die Vorteile dem Rest der Welt dann genug Wert sind, Lizenzgebühren zu berappen? Wer weiß ...
    Hmh, auf der anderen Seite treten an den Lagerstellen deutlich höhrere Geschwindigkeiten auf als bei zentraler Lagerung ... daran sind bislang Autos und Motorräder mit ähnlicher Lagerung der Räder kläglich (als Designstudien) gescheitert.
    Gegenüber einem Werk mit Aufbau a la 7750 stellt sich dann (bei "gleichem Außenmaß") noch die Frage nach der realisierbaren Größe der Unruh. Mal gleiches Außenmaß vorausgesetzt, hat das Werk a la 7750 eine größere Unruh ... theoretisch die Basis für bessere Gangwerte ...

    Hmh, wenn ich mir meine Überlegungen nochmal durchlese, kommt da noch kein entschiedenes Pro oder Contra raus ;)

  • Das mit der höheren Geschwindigkeit bei einem "Außenrotor" könnte sein! Aber selbst wenn es so ist werden wir davon nie was erfahren ;) Die Manufakturen halten sich gerne in Schweigen gehüllt, wenn es um Schwächen an ihrer Technik geht.
    Was die Unruh betrifft kann ich mir kaum vorstellen dass diese kleiner gestaltet werden musste als sinnvoll. Die werden kaum ein Kaliber entwickeln was robust sein soll und dann die Unruh zu klein bauen. Außerdem hat ein solches Manufakturwerk in der Regel viel genauer gefertigte Teile und wird besser reguliert womit ein ETA Standartwerk um Längen zu schlagen ist.
    Und Schlussendlich - wer das Werk haben will muss sich auch eine C.F. Bucherer Uhr kaufen. Niemand anders wird das Werk verbauen.. Schade..

  • ... Was die Unruh betrifft kann ich mir kaum vorstellen dass diese kleiner gestaltet werden musste als sinnvoll. Die werden kaum ein Kaliber entwickeln was robust sein soll und dann die Unruh zu klein bauen. Außerdem hat ein solches Manufakturwerk in der Regel viel genauer gefertigte Teile und wird besser reguliert womit ein ETA Standartwerk um Längen zu schlagen ist.
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    Ist leider nur Hörensagen, aber es soll Tourbillons geben, die (u.a. aufgrund der notwendigerweisee sehr kleinen Unruh - also nicht nur Low-Cost-Far-East-Tourbis) einen schlechteren Gang zeigen als konventionelle Uhren mit großer Unruh. Wer weiß, ob es da ein Tabellenwerk oder gar Formeln zu dem Thema gibt. Rein gestalterisch sind die Ticker von CFB nicht so ganz meine Welt ... mal gucken, wer hier im Forum die ersta kaufen wird und uns berichtet ;)

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