Chrono-Totalisator: kontinuierlich oder »springend«

  • Hallo Forum,

    mich würde einfach mal Eure Meinung/Einschätzung zu einer unwichtigen Frage interessieren:

    bei meiner neuen Sinn (7750), aber auch meiner uralten Heuer (Venus), wird der Stoppminutenzähler beim Nulldurchgang des Sekundenzeigers eine Minute weitergeschaltet; d. h. bei 59 Sekunden steht er noch auf 0 Minuten.

    Bei meiner Breitling Airborne dagegen wird er vermutlich durch ein Zahnrad angetrieben und dreht sich kontinuierlich mit; bei z. B. 30 Sekunden steht er also zwischen 0 und 1 Minute.

    Was gefällt Uhrenfans besser oder gibt es hier auch eine »Uhrmacherische Präferenz« (wie z. B. bei »Schaltrad besser als Kulisse?«)
    Danke,

    Claus

    Watches are the only jewelry men can wear, unless you're Mr. T
    Gordon Bethune

  • ich finde "springend" besser.
    Wo technisch der Unterschied liegt weiß ich leider
    nicht :cl:

    Die 757 kostet 575 Tage Nicht-Rauchen

  • Das ist eine Frage des Krafthaushaltes. Bei der "springenden Minute" greift eine Verzahnung am Ende einer Stopp-Sekundenumdrehung ein und schaltet die Minute, bei der "fließenden Minute" ist der Eingriff dauerhaft (ähnlich wie bei der Stopp-Stunde).
    Zur Frage der "Beliebtheit": übersichtlicher ist m.E. nach die springende Minute, da es ein klareres Bild ergibt. Die fließende Minute muss schon sehr genau gesteuert sein (auwendig), da bei Start-Stopp-Vorgängen mit Zwischenzeiten die bauartbedingten Schwächen zutage treten. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die recht diffiziele Stopp-Stunden-Zeigerstellung des 7750, welche bei mehreren Start-Stopp-Vorgängen hintereinander nicht immer sehr genau ist. Eine springende Stunde wäre mir daher persönlich lieber.

    Das Breitling-Kaliber 33 der Navitimer Airborne hat ein ETA 2892-A2 zur Basis, welches mit einem Chronographenmodul bestückt wurde. Da das Basiskaliber nicht über einen "Minutenschaltnocke" (Wortschöpfung des Autors) verfügt, befindet es sich nach Einschalten im ständigen Eingriff und die Zeitnahme wird -anders als bei reinen Chronographenkaliber, die für solche Aufgaben konstruiert wurden- fließend dargestellt.
    Uhren mit Modulsteuerung und "springender" Stoppminute wurden im Grundkaliber entsprechend umgebaut.

    Gruß Gero

  • Hallo Claus,

    ein springender Zeiger stellt uhrmacherisch vermutlich den höheren Aufwand dar, wegen der erforderlichen Rastung und Justierung. Wenn man ein kleines Hilfszifferblatt für die Stoppminuten hat, ist die Ablesbarkeit aber wesentlich besser (siehe auch meinen Thread Neues Spielzeug: USB-Mikroskop, Beiträge 17 und 20).
    Beim Lemania 5100 (z.B. Sinn 142) werden die Chronominuten auf dem großen Zifferblatt angezeigt, die Abstände zwischen den Indices sind dadurch so groß, dass der Stoppminutenzeiger kontinuierlich laufen kann.

    Schöne Grüße!

    Einmal editiert, zuletzt von Mauduru (25. Oktober 2009 um 14:42)

  • Beim Lemania 5100 (z.B. Sinn 142) werden die Chronominuten auf dem großen Zifferblatt angezeigt, die Abstände zwischen den Indices sind dadurch so groß, dass der Stoppminutenzeiger kontinuierlich laufen kann.

    Guter Hinweis! :thumbup:
    Das Lemania 5100 mit der Stoppminute aus der Mitte und der Anzeige auf der Minuterie hatte ich völlig vergessen.

    Gruß Gero

  • Hallo und Danke,

    kann es also sein, dass die Entscheidung »kontinuierlich vs. springend« nicht technischer Natur ist, sondern durch die Auflösung der Anzeige bedingt wird?

    Lemania: 60 Minuten, aber über den gesamten Uhrenradius; Navitimer Airborne: zwar nur kleiner Radius des Hilfszifferblatts, aber auch nur 10 Minuten => kontinuierlich

    7750 und viele andere: 30 Minuten auf Hilfszifferblatt => springend

    Wird dann die Auflösung bestimmt, weil es die Technik (kontinuierlich oder springend) vorgibt, oder wird die Technik danach ausgewählt, welche Stoppzeiten man wie darstellen will…?… ?(

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    Gordon Bethune

  • Wird dann die Auflösung bestimmt, weil es die Technik (kontinuierlich oder springend) vorgibt, oder wird die Technik danach ausgewählt, welche Stoppzeiten man wie darstellen will…?…

    Es gibt noch einige andere (60 Minuten beim Fußballchrono und bei der U1000 z.B.), deren Verwendungszweck die Wahl des Kalibers bestimmen. Die Konstruktion des Kalibers bestimmt das "Gesicht" der Uhr ( siehe auch: Technik innerhalb der Uhr -Gesichter des 7750-). Die Kaliber, welche für alle frei zugänglich sind, wurden so konstruiert, dass sie möglichst viele Einsatzzwecke abdecken (wirtschaftliche Überlegungen). Insoweit wird das Zifferblatt der Technik angeglichen.
    Es gibt aber auch Hersteller (F.P. Journe z.B.), die zuerst das Zifferblatt und den Zweck der Uhr festlegen und dann die dazu notwendige Technik entwerfen und bauen. Das sind aber Ausnahmen, welche die Regel bestätigen.

    Gruß Gero

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