Beiträge von Watch the watchmen

    62 Stunden Gangreserve, bis zu 25 Jahre konstante Ablesbarkeit und 2.745 Euro Kaufpreis: Die neue Luminox Master Carbon SEAL Automatic Chronograph XS.3881 bietet mit 45 mm x 17 mm, 121 Gramm und 200 Metern nomineller Wasserdichtigkeit Gelegenheit, über die unterschiedlichen Vorstellungen von Nachhaltigkeit in der Uhrenindustrie nachzudenken.

    Die Gangreserve des automatischen Sellita SW500 wird mit 62 Stunden angegeben. Danach muß das Werk erneut aufgezogen werden. Für die 16 Tritiumgaslichtquellen spricht Luminox dagegen von bis zu 25 Jahren konstanter Ablesbarkeit. Das klingt beruhigend, zumal sich der Kaufpreis über diesen Zeitraum auf gerade einmal 109,80 Euro jährlich verteilt. Vorausgesetzt natürlich, der Käufer verfügt seinerseits über die erforderliche biologische Gangreserve.

    Die Halbwertszeit als Wartungsplan

    Tritiumgaslichtquellen sind seit Jahrzehnten bewährte Technik. Ihr Vorteil ist die selbständige Beleuchtung ohne Batterie oder vorherige Lichteinwirkung. Ihre Schwäche ist ebenso bekannt: Tritium zerfällt mit einer Halbwertszeit von rund 12,32 Jahren. Die Lichtemission nimmt deshalb kontinuierlich ab. Nach zwölf Jahren steht nur noch ungefähr die Hälfte, nach 25 Jahren etwa ein Viertel der ursprünglichen, durch den Tritiumzerfall gespeisten Leuchtleistung zur Verfügung.

    Das bedeutet nicht zwangsläufig, daß eine solche Uhr nach 25 Jahren nicht mehr ablesbar ist. Das hängt auch von der ursprünglichen Helligkeit, den verwendeten Farben, dem Kontrast und dem Sehvermögen des Trägers ab. Es bedeutet allerdings, daß „konstante Ablesbarkeit“ nicht mit konstanter Leuchtleistung verwechselt werden darf.

    Die Alterung ist weder überraschend noch eine Besonderheit von Luminox. Sie gehört zum physikalischen Funktionsprinzip sämtlicher Tritiumgaslichtquellen. Langjährige Erfahrungen mit dieser Technik liegen vor; einen dokumentierten 25jähriger Ablesbarkeitstest gerade der neuen XS.3881 kann es naturgemäß noch nicht geben.

    Warum keine neue Lichtreserve?

    Interessanter als die bekannte Halbwertszeit ist deshalb eine andere Frage: Warum wird der planmäßige Austausch der Gaslichtquellen nicht längst als reguläre Wartungsoption angeboten?

    Technisch ist ein Austausch grundsätzlich möglich. Je nach Konstruktion können einzelne Röhrchen oder komplette Zeiger- und Zifferblattbaugruppen ersetzt werden. BALL Watch bietet seit 2022 sogar den gezielten Austausch einzelner Gaslichtquellen an, NITE Watches nennt für einen entsprechenden Service einschließlich Dichtigkeitsprüfung einen Einstiegspreis von 150 britischen Pfund.

    Die technische Machbarkeit steht damit außer Frage. Um so bemerkenswerter ist, daß der planmäßige Austausch nach etwa zehn bis zwölf Jahren nicht längst zum allgemeinen Wartungsstandard geworden ist. Bei mechanischen Uhren gelten Revision, Ersatzteile und die Wiederherstellung ihrer Funktionsfähigkeit schließlich als selbstverständliche Bestandteile langfristiger Nutzbarkeit.

    Statt dessen wird die Lebensdauer der Beleuchtung gern als Verkaufsargument behandelt, während die Frage ihrer Erneuerung im Hintergrund bleibt. Dabei wäre ein dokumentiertes Austauschverfahren mit verbindlichen Preisen und gesicherter Ersatzteilversorgung für den professionellen Nutzer womöglich interessanter als die Aussicht, daß seine Uhr auch im Jahre 2051 noch irgendwie leuchtet.

    Einordnung

    Luminox ist mit dieser Praxis keineswegs allein. Die XS.3881 liefert lediglich einen aktuellen und mit 2.745 Euro bepreisten Anlaß, eine grundsätzliche Schwäche des Produktkonzepts zu betrachten: Eine zwangsläufig alternde Funktionskomponente wird mit jahrzehntelanger Nutzbarkeit beworben, ohne daß ihre planmäßige Erneuerung gleichermaßen im Mittelpunkt steht.

    Dabei wäre gerade die Austauschbarkeit ein überzeugendes Merkmal einer konsequent auf nachhaltige Nutzung ausgelegten Werkzeuguhr. Nicht die möglichst eindrucksvolle Zahl von Jahren entscheidet über ihre praktische Lebensdauer, sondern die Möglichkeit, verschlissene oder gealterte Komponenten wieder in einen definierten Funktionszustand zu versetzen.

    Die Gangreserve eines mechanischen Uhrwerks läßt sich jederzeit erneuern. Die Lichtreserve der Tritiumröhrchen dagegen läuft unaufhaltsam ab. Und die Lebenszeit ihres Besitzers leider auch.

    Ob die Uhr nach 25 Jahren noch hinreichend hell leuchtet, ist deshalb eine durchaus berechtigte Frage. Ob ihr Käufer dann noch Gelegenheit hat, das zu überprüfen, eine andere.

    Die Legion ist unser Vaterland

    Mon camarade,
    je sais fort bien que cette affaire ne te concerne point, et je conçois que le fabricant ne tienne guère à en payer les pots cassés. Mais à mes yeux, cette montre relève bel et bien de l'imposture militaire.

    Au fait: prends garde aux cris de guerre que tu lances. Il traîne par ici quelques pisse-froid, toujours prompts à faire tout un scandale pour trois fois rien.

    Jacques Bianchi aus Marseille gehört zu den kleinen Uhrenherstellern mit belegbarer militärischer Vergangenheit. In den 1980er und 1990er Jahren gelangten seine Taucheruhren zur französischen Marine und zum Heer. Die heutige Marke knüpft daran an – unter anderem mit der auf 100 Exemplare begrenzten JB200 Legion, die nach Herstellerangaben im Auftrag der Fremdenlegion entstand, und der ebenfalls limitierten, aber zivilen JB200 Headmark.

    Ein Uhrmacher am Alten Hafen

    Jacques Bianchi eröffnete 1963 seine Werkstatt am Vieux-Port von Marseille. Er wartete unter anderem Taucheruhren von Berufstauchern und Comex-Mitarbeitern. 1982 stellte er die JB200 vor: 42 mm Edelstahl, verschraubte Krone links, 200 Meter Wasserdichtigkeit und ein Taucher auf dem Zifferblatt. Zunächst arbeitete darin ein französisches Quarzwerk von France Ébauches, etwa das FE 7121. Der Quarzantrieb bot Genauigkeit ohne Rücksicht auf eine Gangreserve. Der Verkauf erfolgte anfangs über Tauchsportgeschäfte und Schiffsausrüster.

    Die JB200 bei der Marine nationale

    Der Beginn der Marinebeschaffung ist nicht zweifelsfrei datiert. Hersteller und Mostra beschreiben kleinere Lieferungen über die Flottenversorgung in Toulon gegen Ende der 1980er Jahre; die gelegentlich genannte Gesamtzahl von etwa 60 Uhren ist eine Schätzung. Eine Darstellung von 2021 spricht dagegen schon von einem Marineauftrag Anfang der 1980er Jahre. Ob damals tatsächlich bestellt wurde oder Entwicklung und spätere Beschaffung vermischt werden, bleibt offen.

    Aussagekräftiger sind die veröffentlichten Auswertungen der Reparatur- und Verwaltungsregister des Marineuhrmachers im Arsenal von Toulon: Die JB200 Nr. 89009 wird dem Minenjagdboot Persée (M649) zugeordnet, Nr. 89057 der Marinefliegerbasis Saint-Raphaël. Weitere Einträge betreffen Saint-Mandrier und Minentaucher. Die Register belegen dienstliche Zuordnungen und Wartung, jedoch weder bestimmte Träger noch konkrete Einsätze.

    Die JB300: Ausrüstung der Heerestaucher

    Anfang der 1990er Jahre suchte das Centre École de Plongée de l’Armée de Terre (CEPAT) eine Uhr für die Taucher der französischen Pioniertruppe. Ein bereits 2009 bei Forumamontres veröffentlichter Bericht über erhaltene Exemplare und Angaben aus dem militärischen Umfeld nennt ab 1993 rund 1.000 ausgelieferte JB300, einschließlich einer Vorserie und mehrerer Lose. Dokumentiert ist auch eine 1993 ausgegebene Uhr aus dem Umfeld des 17e Régiment du Génie Parachutiste.

    Anders als die JB200 hatte die JB300 ein ETA 2824 mit Automatikaufzug, 300 Meter Wasserdichtigkeit, eine geschützte Krone rechts und eine grob gerändelte Taucherlünette. Ihr Zifferblatt trug das Heeresemblem, eine rote 24-Stunden-Skala und große Leuchtmarkierungen.

    Technisch aufschlußreich ist die Bandlösung: Elastische Bänder ermöglichten das Tragen über dem Neoprenanzug; Perlonbänder dienten der Befestigung an einer Unterwasser-Navigationsplatte. Die Uhr war damit Teil eines Ausrüstungssystems. Laut dem Bericht gehörte sie zur rückgabepflichtigen Dienstausrüstung, nicht zum privaten Besitz des Tauchers.

    Die angekündigte JB300 Professional

    Für den 3. November 2026 kündigt Jacques Bianchi den Bestellbeginn der gemeinsam mit dem US-Marine-Taucher Brock Stevens von Deepsea.EDC entwickelten JB300 Professional an. Das Modell soll ein Gehäuse aus geschmiedetem Carbon mit Titan-Innenträger, feste Bandanstöße und ein COSC-zertifiziertes Werk besitzen. Von 500 nummerierten Exemplaren sind 200 für ein neues „Unit Watch Program“ reserviert; als Liefertermin ist April 2027 angekündigt. Eine solche Reservierung belegt weder militärische Bestellungen noch eine dienstliche Ausgabe. Einzelheiten des Programms stehen noch aus.

    Die Wiederbelebung der JB200

    2021 legten Jacques Bianchi, Fabrice Pougez von MAT Watches und Simo Tber die JB200 neu auf. Gehäuseform, links angeordnete Krone und Taucheremblem blieben; statt des historischen Quarzwerks verwendete die Neuauflage ein Seiko NH35 mit Automatikaufzug, spätere Varianten ein Soprod P024. Die Marke Jacques Bianchi Marseille entwickelte daraus eine Reihe ziviler Varianten und Sondereditionen.

    Die JB200 Legion: Ein Auftrag der Fremdenlegion

    Jacques Bianchi bezeichnet die JB200 Legion als „Dotation officielle commandée par la Légion étrangère française“ – eine offiziell von der Fremdenlegion bestellte Uhr. Von den 100 nummerierten Exemplaren gelangten nach den vorliegenden Angaben jene in den freien Verkauf, die der militärische Auftraggeber nicht übernahm.

    Der Gehäuseboden eines dokumentierten Exemplars trägt „059/100“, „10ème anniversaire“ und das Wappen des 1er Régiment étranger de cavalerie (1er REC). Das Regiment entstand 1921 in Sousse aus berittenen Teilen der Fremdenlegion; seine formelle Einrichtung erfolgte per Dekret vom 20. Juni 1922. Der Verband gehört zur 6e Brigade légère blindée und ist seit 2014 in Carpiagne bei Marseille stationiert.

    Was das Regimentsabzeichen verrät

    Das gravierte Abzeichen zeigt die charakteristische Kombination aus Lorbeerkranz, gekreuzten Säbeln, Legionsgranate und einem zentralen Schild.

    Auf dem Zifferblatt befindet sich eine stilisierte Darstellung der siebenflammigen Legionsgranate mit der Ziffer 1. Sie verweist auf die Fremdenlegion und ein erstes Regiment, entspricht in ihrer konkreten Gestaltung jedoch weder dem Abzeichen des 1er Régiment étranger (1er RE) noch demjenigen des 1er Régiment étranger de cavalerie (1er REC). Die Zuordnung zum 1er REC ergibt sich erst aus dem ausführlichen Regimentswappen auf dem Gehäuseboden.

    Die Jahreszahl 1921 bezeichnet die Entstehung des Regiments, während 1635 auf die ältere Tradition der königlichen Fremdenkavallerie verweist.

    Die umlaufenden Worte „Honneur – Fidélité“ gehören zur Tradition der Fremdenlegion. Um die Sonne im Schild steht der lateinische Wahlspruch „Nec pluribus impar“, den das Regiment selbst mit „À nul autre pareil“, sinngemäß „Keinem anderen gleich“, wiedergibt.

    Die zusätzliche Aufschrift „10ème anniversaire“ könnte sich auf den zehnten Jahrestag des Umzugs von Orange nach Carpiagne im Juli 2014 beziehen. Das würde die Sonderedition zeitlich in das Jahr 2024 einordnen. Eine ausdrückliche Bestätigung dieses Jubiläumsanlasses durch den Hersteller oder das Regiment liegt nicht vor.

    Auch der Schriftzug „JBM Collectibles“ und das Logo „MAT – Mer Air Terre“ sind auf dem Gehäuseboden zu erkennen. Die Verbindung zu MAT ist angesichts der Rolle von Fabrice Pougez bei der Wiederbelebung der Marke nachvollziehbar. Welche Aufgaben MAT bei diesem konkreten Regimentsauftrag übernommen hat, läßt sich aus der Gravur allein allerdings nicht feststellen.

    Militärisch beauftragt – aber wie ausgegeben?

    Die Herstellerangabe zum offiziellen Auftrag und das Regimentswappen gehen deutlich über gewöhnliche Militärwerbung hinaus. Offen bleibt aber, wie viele Uhren das Regiment tatsächlich übernahm und ob sie als Dienstausrüstung, Erinnerungsstücke oder anderweitig an Angehörige gelangten. Die zivile Abgabe der übrigen Exemplare ändert nichts am Ursprung des Projekts, belegt aber ebensowenig eine allgemeine Dienstausgabe.

    Die Technik der JB200 Legion

    Die JB200 Legion verwendet die für die Baureihe charakteristische verschraubte Krone links bei neun Uhr, ein 42-mm-Gehäuse aus Edelstahl 316L, Saphirglas und eine angegebene Wasserdichtigkeit von 200 Metern. Hinzu kommen das automatische Soprod P024, ein mattes schwarzes Zifferblatt mit cremefarbenen, grün nachleuchtenden Markierungen und eine einseitig drehbare Taucherlünette. Der Bandanstoß mißt 20 mm; ausgeliefert wird die Uhr mit einem schwarzen Tropic-Kautschukband und einem weiteren Band. Eine besondere militärische Stoß-, Magnetfeld- oder Prüfspezifikation ist nicht dokumentiert.

    Die JB200 Headmark

    Die zivile JB200 Headmark wurde im April 2026 auf der Chronopolis in Genf gezeigt und war ab 12. Mai für 1.395 Euro erhältlich. Auch sie ist auf 100 nummerierte Exemplare begrenzt. Die 42-mm-Uhr nutzt das Soprod P024, besitzt jedoch ein Edelstahlgehäuse mit schwarzer PVD-Beschichtung und angegebener Höhe von 12,5 mm sowie einen vollständig orangefarbenen, mit Super-LumiNova C3 belegten Minutenzeiger. Stundenzeiger und Indizes sind elfenbeinfarben nachleuchtend; hinzu kommen ein Datum bei sechs Uhr sowie ein schwarzes Tropic- und ein schwarz-oranges Textilband.

    Einordnung

    Die historischen JB200 und JB300 sind durch konkrete Register- und Ausrüstungsberichte dokumentiert. Die moderne JB200 Legion besitzt einen ausdrücklich militärischen Auftragshintergrund, dessen tatsächliche Verteilung unklar bleibt; die Headmark ist eine zivile Sonderausführung. Das angekündigte Unit Watch Program der JB300 Professional bildet möglicherweise eine weitere, aber anders zu bewertende Kategorie. Entscheidend ist bei Jacques Bianchi nicht die militärische Gestaltung, sondern die jeweils belegbare Verbindung von Uhr und Nutzer.

    Am 22. Oktober 2026 hat Casio die neue G-SHOCK 2500 vorgestellt. Die Modellfamilie umfaßt die GAC-2500 mit Resingehäuse sowie die GMC-2500 mit zusätzlicher Edelstahlverkleidung. Beide verwenden ein neu entwickeltes Quarzmodul, das mehrere Funktionen vollständig analog darstellt. Der Marktstart ist für November vorgesehen.

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    Interessant ist weniger die äußere Anlehnung an die erste G-SHOCK von 1983 als die technische Umsetzung: Casio verzichtet auf ein LCD, möchte aber dennoch mehr bieten als eine gewöhnliche analoge Dreizeigeruhr.

    Ein Datumsfenster für mehrere Aufgaben

    Die eigentliche Neuerung ist das sogenannte Multi-Mission Date. Hinter dem dreigeteilten Fenster bei drei Uhr arbeitet eine unabhängig angesteuerte Scheibenanzeige. Sie zeigt je nach Betriebsart das Datum, den gewählten Modus, Einstellinformationen oder die abgelaufenen Minuten der Stoppuhr.

    Bei aktivierter Stoppfunktion übernimmt die kleine Sekunde bei neun Uhr die Sekundenmessung, während das Fenster die Minuten anzeigt. Damit ermöglicht das neue Modul eine Zeitmessung von rund 30 Minuten, ohne daß ein Digitaldisplay oder zusätzliche Chronographenzähler erforderlich wären.

    Auch der vollständig automatische Kalender bis 2099 wird über diese Konstruktion realisiert. Die Uhr berücksichtigt unterschiedliche Monatslängen und Schaltjahre.

    Endlich ein sinnvoller Zweck für das vergrößerte Datumsfenster

    Damit gelingt Casio etwas, woran es bei zahlreichen mechanischen Uhren mit überdimensioniertem Datumsfenster bislang mangelt: Die zusätzliche Anzeigefläche erfüllt tatsächlich eine weitere Funktion.

    Die verbreitete Unsitte, gleichzeitig den gestrigen, heutigen und morgigen Kalendertag zu präsentieren, hat schließlich kaum praktischen Nutzen. Wer das Datum wissen möchte, braucht genau eine Zahl. Zwei weitere Zahlen machen die Information nicht wertvoller, sondern allenfalls erklärungsbedürftiger. Und am Ende kürzerer Monate wird die Konstruktion geradezu komisch: Am 30. April kann neben dem gültigen Datum auch der 31. erscheinen, ein Tag, den dieser Monat bekanntlich nicht besitzt.

    Sinn macht bei der 156.1 E immerhin keinen Hehl aus dem gestalterischen Zweck. Der Hersteller verweist ausdrücklich auf das Kollsman-Fenster eines barometrischen Luftfahrt-Höhenmessers als optisches Vorbild. Das ist eine nachvollziehbare Designentscheidung, aber keine zusätzliche Kalenderfunktion. Die drei sichtbaren Datumszahlen sind dort letztlich eine historische Instrumentenassoziation, für die der Benutzer eine weniger eindeutige Datumsdarstellung in Kauf nimmt.

    Casio geht einen auf den ersten Blick erfreulich anderen Weg. Zwar sieht man auch bei der G-SHOCK 2500 im normalen Datumsbetrieb benachbarte Kalenderzahlen. Sobald die Anzeige jedoch als Minutenzähler der Stoppuhr oder zur Einstellung des Kalenders verwendet wird, erhält die große Fensteröffnung einen tatsächlichen technischen Zweck. ENDLICH darf das dreifache Datumsfenster mehr leisten, als drei Zahlen gleichzeitig vorzuführen.

    Merkwürdig bleibt allerdings die Präsentation. Casio erklärt die neue Funktion ausführlich, zeigt sie auf den bislang veröffentlichten Produktbildern aber überwiegend im gewöhnlichen Datumsbetrieb. Auch der ausführliche Hodinkee-Praxistest vom 22. Oktober beschreibt die Bedienung anschaulicher, als er sie in einer zusammenhängenden Bildfolge demonstriert. Warum eine als Hauptneuheit beworbene Funktion derart zurückhaltend vorgeführt wird, läßt Raum für Vermutungen.

    Stoßschutz durch magnetische Zeigerbefestigung

    Die zweite Besonderheit ist der sogenannte Shock Release Hand. Der Minutenzeiger sitzt nicht starr auf seiner Welle, sondern wird magnetisch gehalten. Bei einem Stoß kann er ausweichen, wodurch die mechanische Belastung der Zeigerbefestigung reduziert werden soll.

    Das Verfahren ist allerdings nicht neu. Casio führte diese Konstruktion bereits 2025 mit der GA-V01 ein. Die 2500 übernimmt das Prinzip und kombiniert es mit dem neuen analogen Multifunktionsmodul.

    Casio nennt dabei ausdrücklich eine Funktionsgrenze: Nach einer starken Erschütterung kann der Minutenzeiger vorübergehend seine korrekte Stellung verlassen. Laut Hersteller richtet er sich innerhalb weniger Minuten selbständig wieder aus. Die Konstruktion soll also Beschädigungen vermeiden, indem sie eine zeitweilige Zeigerabweichung zuläßt.

    Für eine stoßfeste Alltagsuhr ist das nachvollziehbar.
    Wer unmittelbar nach einer starken Erschütterung eine sekundengenaue Zeigerstellung benötigt, muß diese Besonderheit allerdings berücksichtigen.

    Unabhängige Messungen zum Verhalten unter definierten Stoßbelastungen liegen bislang nicht vor.

    Batterielaufzeit und Funktionsverzicht

    Eine weitere Eigenheit betrifft die kleine Sekunde. Sie läßt sich abschalten, ohne daß die Uhr stehenbleibt. Casio bezeichnet dies als Seconds-Hand Sleep.

    Mit dauerhaft laufender Sekunde beträgt die angegebene Batterielaufzeit der CR1025 etwa zwei Jahre. Bei abgeschalteter Sekundenanzeige sollen ungefähr fünf Jahre erreichbar sein. Die längere Laufzeit wird also durch den Verzicht auf eine Anzeige erkauft.

    Ein Vergleich mit bestehenden G-SHOCK-Modellen zeigt weitere Kompromisse.

    Die GA-2100-1A1 bietet eine analog-digitale Anzeige, Weltzeit, Countdown, Alarmfunktionen und eine Stoppuhr mit deutlich größerem Meßbereich. Ihre angegebene Batterielaufzeit beträgt drei Jahre.

    Die GA-V01 besitzt bereits den magnetisch gehaltenen Minutenzeiger, kombiniert ihn jedoch mit einem Digitaldisplay und einer angegebenen Batterielaufzeit von zehn Jahren.

    Die neue 2500 gewinnt somit eine vollständig analoge Darstellung mit eigenständiger Funktionslogik, verzichtet gegenüber diesen Referenzen aber auf mehrere praktische Funktionen.

    Was der erste Praxistest zeigt

    Hodinkee-Autor Jack Shepherdson hat die G-SHOCK 2500 bereits beim Laufen und im Wasser verwendet. Er hebt insbesondere die unmittelbar ablesbaren Stoppminuten hervor: Eine Zahl im Fenster sei während des Laufens leichter zu erfassen als ein kleiner analoger Minutenzähler.

    Bei der Zeitmessung zeigt sich allerdings auch die konstruktive Grenze. Casio nennt eine Stoppuhr-Kapazität von ungefähr 30 Minuten; Shepherdson berichtet abweichend von einem Stopp bei 31 Minuten und 59 Sekunden. Unabhängig von dieser noch ungeklärten Differenz ist die Uhr für längere Zeitmessungen nur eingeschränkt geeignet.

    Deutlich problematischer erscheint seine Beobachtung zur Beleuchtung. Die LED sitzt zwischen sechs und sieben Uhr. Nach Shepherdsons Praxiseindruck werfen die hohen Stundenmarkierungen Schatten, so daß die rechte Zifferblatthälfte und gerade das neue Multi-Mission-Date-Fenster nicht ausreichend beleuchtet werden.

    Das ist ein bemerkenswerter Widerspruch: Casio entwickelt eine aufwendige zusätzliche Anzeige, versäumt es aber offenbar, diese auch bei Dunkelheit zuverlässig nutzbar zu machen.

    Resin oder Edelstahl

    Die GAC-2500-1A mißt 46,7 × 44,5 × 12,7 Millimeter und wiegt einschließlich Resinband 47 Gramm.

    Die GMC-2500D-1A mit Edelstahlverkleidung und Metallband kommt auf 46,7 × 43,8 × 12,9 Millimeter und 138 Gramm.

    Beide bieten laut Hersteller 20 bar Wasserdichtigkeit, Mineralglas, LED-Beleuchtung und eine angegebene Gangabweichung von ±15 Sekunden pro Monat.

    Die Unterschiede zwischen den Gehäusevarianten betreffen vor allem Gewicht, Material und Tragecharakter. Einen zusätzlichen Funktionsumfang erhält der Käufer mit der schwereren Ausführung nicht.

    Einordnung

    Mit dem Multi-Mission Date hat Casio eine möglicherweise überzeugende Lösung gefunden, eine größere Datumsöffnung tatsächlich mehrfach zu nutzen. Gerade im Vergleich mit den rein gestalterischen Dreifachfenstern mechanischer Uhren zeigt sich, daß eine ungewöhnliche Anzeige nicht zwangsläufig Selbstzweck bleiben muß.

    Allerdings ist diese konstruktive Eleganz mit deutlichen Einschränkungen verbunden: kurze Stoppuhr-Laufzeit, keine Alarm- oder Countdownfunktion und nach den ersten Praxiserfahrungen eine unzureichende Beleuchtung ausgerechnet der neuen Anzeige.

    Die G-SHOCK 2500 ist deshalb keine universellere Werkzeuguhr, sondern eine technisch eigenständige Alternative. Casio hat bewiesen, daß man ein dreifaches Datumsfenster sinnvoll beschäftigen kann. Nun müßte man es bei Dunkelheit nur noch ablesen können.

    Update Oktober 2026: Die reguläre Titanium GSAR ist angekündigt

    Im September hatten wir die limitierte Marathon x W.O.E. Titanium SAR vorgestellt und vermutet, daß die angekündigte reguläre Titan-GSAR eigentlich die interessantere Uhr werden könnte.

    Inzwischen hat Marathon die Serienversion offiziell vorgestellt. Die Referenz WW194006TI-0130 soll ab dem 17. November 2026 bestellbar sein und kostet in den USA 2.750 Dollar.

    Die damals offenen Fragen sind damit weitgehend beantwortet:

    • 41-mm-Gehäuse aus Titan Grade 5, 13,5 mm hoch statt 14 mm bei der Stahl-GSAR.
    • Laut Marathon rund 30 Prozent weniger Gewicht als die Stahlversion. Ein direkt vergleichbares Gesamtgewicht fehlt weiterhin.
    • Sellita SW200-2 Top Grade mit Incabloc-Stoßsicherung und 65 Stunden Gangreserve.
    • Tritiumgasröhrchen auf Zifferblatt und Zeigern, MaraGlo am Lünetten-Leuchtpunkt.
    • Datumsanzeige bei 4:30 Uhr, anders als bei der W.O.E.-Sonderversion.
    • Unverändert 300 Meter Wasserdichtigkeit und 48 mm Hornabstand.
    • Dreiteiliges FKM-Kautschukband mit Titanbeschlägen.

    Auch das Zifferblatt wurde leicht überarbeitet. Die Datumsscheibe ist nun schwarz, und die Buchstaben „Ti“ im Schriftzug „AUTOMATiC“ sind rot hervorgehoben.

    Einordnung

    Die wichtigste offene Frage aus dem September ist damit beantwortet: Marathon übernimmt nicht nur das Titangehäuse, sondern auch die längere Gangreserve in die reguläre GSAR und kombiniert beides wieder mit Tritiumbeleuchtung und Datumsanzeige.

    Der Preisaufschlag zur bisherigen Stahl-GSAR mit Kautschukband beträgt 750 Dollar beziehungsweise 37,5 Prozent. Dafür erhält man ein laut Hersteller deutlich leichteres, um einen halben Millimeter flacheres Gehäuse und 24 Stunden zusätzliche Gangreserve.

    Die angekündigten 30 Prozent Gewichtsersparnis sind allerdings weiterhin eine Herstellerangabe ohne veröffentlichte, unmittelbar vergleichbare Gesamtgewichte. Hier bleibt also noch etwas nachzumessen.

    Damit ist die im September angekündigte Serienfortsetzung keine bloße Absichtserklärung mehr. Ob sich der Aufpreis im täglichen Einsatz lohnt, wird sich allerdings erst nach den ersten Auslieferungen beurteilen lassen.

    “Through early morning fog I see / Visions of the things to be / The pains that are withheld for me / I realize and I can see
    That suicide is painless / It brings on many changes / And I can take or leave it / If I please
    The game of life is hard to play / I′m gonna lose it anyway / The losing card I'll someday lay / So this is all I have to say
    Suicide is painless (suicide) / It brings on many changes / And I can take or leave it / If I please / The sword of time will pierce our skins / It doesn′t hurt when it begins / But as it works its way on in / The pain grows stronger, watch it grin / Suicide is painless / It brings on many changes / And I can take or leave it / If I please
    A brave man once requested me / To answer questions that are key / "Is it to be or not to be?" / And I replied, "Oh, why ask me?"

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    War, als Klingeltöne cool waren, auf all meinen Nokias.

    Heute mal an Spaghetti Hollo-Bollo versucht.

    Seit ich daraufhin meine Chefin frug, ob sie weiß was S. Hollo-Bollo sind, plante sie das mal zu testen


    vermutlich Reh, aufgrund der kleineren Größe eher weiblich. Alter ohne die zahnfläche zu sehen schwer, aber weil die noch nicht so abgenutzt aussehen vllt 2 oder 3 Jahre alt.
    …
    (sagt meine Schwiegertochter (=Tierärztin und Sammlerin von Tier-Schädeln;-))

    Sag ihr, ich kannte das Stück persönlich: Schmalreh im 14./15. Monat …
    (Schon seit Aitken (1975) ist die Zahnabnutzung bei gleichaltrigen Rehen als erheblich variabel beschrieben. ;-))

    Nun, der DSH ist ja im Grunde ein Malinois auf Ritalin.

    Egal, solange der Hund überlebt, bin ich mit dem Film im Reinen — aber da so ein Film ja irgendwie enden muß: Der DSH geht für Dich durchs Feuer — der Mali auch, aber der fragt hinterher, ob wir das gleich noch einmal machen können.

    Bei Stephen Hunter ist das leuchtende Zifferblatt einer Taucheruhr eine tödliche Zielmarkierung. Bei Brad Pitt ist es ein Siegel militärischer Authentizität. So unterschiedlich können die Anforderungen an eine Einsatzuhr sein.

    Ursinnhat ja schon den Bogen von frühen Omega-Militärmodellen bis zu heutigen Verbindungen zu Spezialkräften gespannt. Daran möchte ich hier anknüpfen, denn hinter diesen Beispielen stehen unterschiedliche Formen militärischer Nutzung: staatliche Beschaffung, dienstliche Ausgabe, speziell für Streitkräfte gefertigte Ausführungen, professionelle Erprobung und heutige Unit Watches.

    Gerade bei Omega läßt sich daran verfolgen, wie sich das Verhältnis zwischen Uhrenhersteller und militärischen Nutzern über fast ein Jahrhundert verändert hat.

    Großbritannien: Omega als Militärlieferant

    Den größten Block bildet zunächst der Zweite Weltkrieg. Omega nennt mehr als 110.000 an das britische Ministry of Defence gelieferte Uhren – nicht ein einziges „Militärmodell“, sondern verschiedene Ausführungen für unterschiedliche Aufgaben und Teilstreitkräfte.

    Dazu gehören auch die britischen W.W.W.-Uhren, bei denen Omega einer von zwölf Lieferanten war. Die später als „Dirty Dozen“ bezeichneten Modelle stehen damit nur für einen Ausschnitt einer wesentlich breiteren Liefergeschichte.

    Schweden: Officer und Suverän

    Die Omega Officer der Referenzen 2165 beziehungsweise 2299 wurde für die schwedischen Streitkräfte gefertigt; erhaltene Exemplare und zeitgenössische Unterlagen dokumentieren diese Verbindung.

    Die Suverän entstand im selben historischen Umfeld, wurde jedoch auf Veranlassung der schwedischen Regierung über das zivile Händlernetz verkauft. Nach der vom Dorotheum dokumentierten Geschichte floß der Gewinn aus diesen Verkäufen an den Staat zur Stützung des Verteidigungsbudgets zurück.

    Officer und Suverän gehören damit beide zu Omegas schwedischer Kriegsgeschichte – die eine als Militärmodell, die andere als staatlich initiierte zivile Uhr mit unmittelbarem Bezug zur Landesverteidigung.

    CK 2179: Militärische und zivile Ausführungen

    Omega führt eine entsprechende Ausführung der CK 2179 selbst als „U.S. Army“. Modelle mit dem Kaliber 30 T2 SC wurden also für amerikanische militärische Verwendung geliefert; dieselbe Referenz existierte daneben auch in ziviler Form.

    Für den Sammler wird damit die konkrete Uhr wichtiger als die Referenznummer allein. Kennzeichnungen, Ausführung, Werknummer und gegebenenfalls ein Archivauszug entscheiden darüber, welche Geschichte das einzelne Exemplar erzählt.

    Seamaster 300: Von der Taucheruhr zur Militäruhr

    Besonders gut dokumentiert ist die Seamaster 300 Ref. 165.024, die in den 1960er Jahren für britische Streitkräfte geliefert wurde. Christie's dokumentiert beispielsweise eine 1967 an die Royal Navy gelieferte Uhr mit Broad Arrow, festen Bandstegen und der Kennung 0552. Sotheby's beschreibt eine ebenfalls 1967 gefertigte Ausführung mit W10-Kennung und Omega-Archivauszug als an die British Army geliefert.

    Hinzu kamen feste Bandstege, besonders gut ablesbare Zeiger und Zifferblätter sowie vollständig graduierte Lünetten. Damit treffen ziviles Grundmodell, militärische Anpassung und nachvollziehbare dienstliche Ausgabe unmittelbar zusammen.

    Omega verbindet diese Modellgeschichte auch mit britischen militärischen Tauchern und dem Special Boat Service.

    Ploprof: Professionelle Erprobung

    Die Seamaster 600 „Ploprof“ führt die Geschichte in eine andere Richtung. Ihre Entwicklung gehört in das Umfeld des professionellen Tieftauchens. Omega ordnet die Ploprof selbst in die Entwicklung spezialisierter professioneller Tieftaucheruhren ein; die spezialisierte Ploprof-Dokumentation beschreibt zudem Prototypen und Erprobungen bei COMEX unter realen Tauchbedingungen.

    Bei der Seamaster 300 steht damit die militärische Ausgabe im Vordergrund, bei der Ploprof die Entwicklung und Erprobung eines spezialisierten Werkzeuges für extreme Unterwasserarbeit.

    Vom Dienstmodell zur Unit Watch

    Heute sieht die Verbindung zwischen Omega und militärischen Nutzern wiederum anders aus. Watches of Espionage hat mehrere moderne Omega-Unit-Watches dokumentiert, darunter Seamaster-Varianten für Angehörige des dänischen Frømandskorpset, U.S. Navy SEALs, den U.S. Secret Service und weitere Nutzergruppen.

    Diese Uhren werden für einen begrenzten berechtigten Personenkreis gefertigt und häufig mit Einheitsabzeichen oder anderen organisationsbezogenen Elementen versehen. Anders als klassische Dienstuhren werden sie jedoch in der Regel nicht staatlich ausgegeben, sondern von berechtigten Angehörigen selbst gekauft.

    Sie dokumentieren damit Zugehörigkeit, nicht staatliches Eigentum. Mit der Speedmaster „Flight Qualified“ findet sich dasselbe Prinzip inzwischen auch bei qualifizierten amerikanischen Militärpiloten und Flugbesatzungen.

    Mehrere Formen derselben Verbindung

    Omegas Militärgeschichte reicht damit von staatlicher Großbeschaffung über speziell gefertigte oder angepaßte Dienstuhren und professionelle Erprobung bis zu heutigen Unit Watches.

    Die Form dieser Verbindung hat sich über die Jahrzehnte verändert; geblieben ist die Nähe zu militärischen und professionellen Nutzern.


    Ich bin gespannt, welche weiteren Geschichten über Uhren mit Militärgeschichte Ihr hier noch ergänzt – eine Richtung hat 28k8 ja schon aufgezeigt …

    Brad Pitt trägt in Heart of the Beast eine Rolex Submariner 14060 an einem grün-roten Stoffband, daneben einen Waltham-artigen Handgelenkkompaß. Historisch exakt ist diese Kombination nicht. Glaubwürdig wirkt sie trotzdem – weil fast jedes ihrer Elemente aus einer realen militärischen Verwendungstradition stammt.

    Interessant ist dabei zunächst der Film selbst. Heart of the Beast ist keine Verfilmung eines konkreten Operator-Schicksals. Cameron Alexanders Drehbuch tauchte bereits 2017 auf der Black List auf; damals lautete die Prämisse noch auf einen ehemaligen Navy SEAL und seinen pensionierten Kampfhund, die nach einem Unfall in der Wildnis überleben müssen. Paramount beschreibt Brad Pitts James Belmont heute als Special-Forces-Offizier mit Kampfhund Odin.

    Die Operator-Biographie der Figur wurde also im Laufe der Entwicklung verändert. Die Uhrenausstattung erhielt dafür eine sehr konkrete reale Referenz: Watches of Espionage berichtet, Regisseur David Ayer habe mit der No-Date-Submariner auf Will Chesney angespielt, den früheren DEVGRU-Hundeführer von Cairo. Chesney trug eine entsprechende Submariner auch während Operation Neptune Spear 2011.

    Das erklärt die 14060 besser als irgendeine allgemeine Behauptung, eine Rolex sehe eben „militärisch“ aus. Chesneys tatsächliche Uhr saß allerdings am Oyster-Band und nicht neben einem Waltham-Kompaß. Der Film kopiert ihn also nicht.

    Die ältere Schicht

    Die Kombination aus Submariner und Textilband besitzt dennoch eine echte militärische Grundlage. In den 1970er Jahren lieferte Rolex speziell modifizierte Submariner der Referenzen 5513 beziehungsweise 5517 für das britische Ministry of Defence. Dazu gehörten unter anderem feste Bandstege, die ein durchgezogenes Textilband praktisch voraussetzten. Phillips nennt rund 1.250 zwischen 1971 und 1979 gelieferte Exemplare.

    Die 14060 im Film ist deshalb keine MilSub. Aber eine Submariner am Textilband ist auch keine nachträglich erfundene „Military Heritage“-Pose.

    Der Handgelenkkompaß verschiebt die Referenz nach Amerika. Waltham- beziehungsweise W.C.C.-Kompasse wurden im Vietnamkrieg unter anderem von Navy SEALs und Angehörigen von MACV-SOG verwendet. Watches of Espionage dokumentiert etwa die Kombination einer ausgegebenen Tudor 7928 mit einem Waltham-Kompaß bei einem SEAL.

    Uhr und Kompaß nebeneinander am Arm sind damit eine unmittelbar lesbare Operator-Silhouette aus einer Zeit, in der Zeitmessung und Navigation zwei getrennte, einfache Instrumente waren.

    Das Band verbindet die Geschichten

    Das grün-rote NDC-Band selbst besitzt keine entsprechende Ausgabeprovenienz. Nach Darstellung von NDC hatte Owen Thornton jedoch seit Jahren genau eine solche Kombination aus Submariner, altem NDC-Band und Kompaß getragen. Sein Freund David Ayer sah sie und wollte offenbar genau diesen Eindruck für den Film.

    Ein Kostümeinkäufer fragte deshalb 2025 nach vier Exemplaren des längst eingestellten Bandes. NDC fand noch genau vier Stück im Altbestand. Nach eigener Darstellung gab es weder Sponsoring noch Product Placement.

    Gerade das ist für die Einordnung wichtiger als die spätere Vermarktung des Filmauftritts: Die Ausstattung wurde nicht aus einem Markenvertrag heraus „taktisch“ gemacht. Die Produktion wählte eine bereits existierende, getragene Kombination aus.

    Einordnung

    Die Ausrüstung von James Belmont rekonstruiert keinen bestimmten Operator und keinen bestimmten historischen Ausrüstungssatz. Sie legt vielmehr mehrere reale Schichten übereinander: Chesneys moderne DEVGRU-/K9-Verbindung, die britische MilSub-Tradition des Textilbandes und den amerikanischen SpecOps-Gebrauch des Handgelenkkompasses.

    Das Ergebnis ist eine historische Collage. Für Operator-Ausrüstung ist das durchaus plausibel: Nicht jedes Teil muß aus derselben Beschaffung oder Epoche stammen. Entscheidend ist, ob die Kombination funktional und biographisch lesbar bleibt.

    Genau deshalb wirkt sie an Pitts Handgelenk glaubwürdiger als viele Produkte, auf deren Zifferblatt erst das Wort „Military“ gedruckt werden muß.