Beiträge von thoss51

    : wie geil

    Am Dienstag (also gestern) war es dann soweit. Das Päckchen ist angekommen. Früher als erwartet. Es heißt ja 5-7 Tage. Da bin ich von Arbeitstagen ausgegangen. Aber es waren tatsächlich Kalendertage. Nach 5 Tagen konnte ich voller Freude mein Päckchen entgegen nehmen. Sehr zuverlässige Abwicklung. Das lässt auch weiterhin auf einen guten Service hoffen. Auch meine E-Mails wurden schon vorher sehr schnell und kompetent beantwortet.
    Ist das typisch Sinn? Wenn ja, bin ich hier richtig. Ein Großteil meiner Arbeit besteht darin, die technischen Voraussetzungen für einen guten Kudendienst zu schaffen.
    Jetzt geht es ans Auspacken - langsam - vorsichtig - Schritt für Schritt - bewusst. Ich arbeite schließlich für das Institut für Achtsamkeit.

    • Verpackung - optimal. Die werde ich aufbewahren, sollte ich die Uhr einmal einschicken müssen.
    • Die Schachtel - gediegen, aber nicht übertrieben
    • Die Box - vornehm - gefällt mir richtig gut
    • und dann Tatatataaa die Uhr ! :guitar:

    Erster Eindruck: Die sieht ja noch viel schöner aus als auf den Bildern. Aber das schreiben ja auch hier viele.
    Sie sieht nicht nur wertig aus - sie ist es schließlich auch. Vorsichtig auspacken - von den Folien befreien und das Datum einstellen. Obwohl sie läuft, wäre es sicher gut, sie ein bisschen aufzuziehen. Erster Schock: Das geht so leicht, dass ich denke, die zieht sich gar nicht auf. Also das Handbüchlein zu Rate gezogen (ich der ich nie Handbücher lese). Nein es ist schon richtig so.
    Uhrzeit gestellt, Datum korrigiert und dann die Uhr - jetzt aufgezogen - angezogen.

    Whow! sagt meine Frau - die beste Ehefrau von allen - Wie elegant! Sagt sie und gratuliert mir.

    Den Kontrast zwischen dunkler Uhr und hellem Band finde ich besonders gelungen. Auch das Armband wirkt sehr edel.

    Stunden später: Es war noch nie so einfach die Zeit abzulesen. Das Ziffernblatt ist total aufgeräumt und auf das wesentliche reduziert. Darum wollte ich auch keine UTC. Weil ich keine 2. Zeitzone brauche und mich der zusätzliche Zeiger eher vom Eigentlichen ablenken würde.
    Selbst in der Dämmerung kann ich immer noch alles mit einem Blick erkennen.

    Mittwoch morgen: Alle Bedenken umsonst. Sie läuft und auch in der Nacht konnte ich auf dem Nachttisch die Zeit gut ablesen.
    Blick auf die NTP Zeitserver (atomuhrgenau) in unserem System: 2 sec Vorgang nach 24 Stunden. Das ist doch hervorragend. Mal sehen wie es sich entwickelt.
    Jetzt ist erst einmal Freuen und die Uhr gucken. Und dann, wenn ich die Zeit finde - Bilder machen.
    Die kommen morgen. Versprochen.
    So long
    Thomas

    : wie geil

    Am Dienstag (also gestern) war es dann soweit. Das Päckchen ist angekommen. Früher als erwartet. Es heißt ja 5-7 Tage. Da bin ich von Arbeitstagen ausgegangen. Aber es waren tatsächlich Kalendertage. Nach 5 Tagen konnte ich voller Freude mein Päckchen entgegen nehmen. Sehr zuverlässige Abwicklung. Das lässt auch weiterhin auf einen guten Service hoffen. Auch meine E-Mails wurden schon vorher sehr schnell und kompetent beantwortet.
    Ist das typisch Sinn? Wenn ja, bin ich hier richtig. Ein Großteil meiner Arbeit besteht darin, die technischen Voraussetzungen für einen guten Kudendienst zu schaffen.
    Jetzt geht es ans Auspacken - langsam - vorsichtig - Schritt für Schritt - bewusst. Ich arbeite schließlich für das Institut für Achtsamkeit.

    • Verpackung - optimal. Die werde ich aufbewahren, sollte ich die Uhr einmal einschicken müssen.
    • Die Schachtel - gediegen, aber nicht übertrieben
    • Die Box - vornehm - gefällt mir richtig gut
    • und dann Tatatataaa die Uhr ! :guitar:

    Erster Eindruck: Die sieht ja noch viel schöner aus als auf den Bildern. Aber das schreiben ja auch hier viele.
    Sie sieht nicht nur wertig aus - sie ist es schließlich auch. Vorsichtig auspacken - von den Folien befreien und das Datum einstellen. Obwohl sie läuft, wäre es sicher gut, sie ein bisschen aufzuziehen. Erster Schock: Das geht so leicht, dass ich denke, die zieht sich gar nicht auf. Also das Handbüchlein zu Rate gezogen (ich der ich nie Handbücher lese). Nein es ist schon richtig so.
    Uhrzeit gestellt, Datum korrigiert und dann die Uhr - jetzt aufgezogen - angezogen.

    Whow! sagt meine Frau - die beste Ehefrau von allen - Wie elegant! Sagt sie und gratuliert mir.

    Den Kontrast zwischen dunkler Uhr und hellem Band finde ich besonders gelungen. Auch das Armband wirkt sehr edel.

    Stunden später: Es war noch nie so einfach die Zeit abzulesen. Das Ziffernblatt ist total aufgeräumt und auf das wesentliche reduziert. Darum wollte ich auch keine UTC. Weil ich keine 2. Zeitzone brauche und mich der zusätzliche Zeiger eher vom Eigentlichen ablenken würde.
    Selbst in der Dämmerung kann ich immer noch alles mit einem Blick erkennen.

    Mittwoch morgen: Alle Bedenken umsonst. Sie läuft und auch in der Nacht konnte ich auf dem Nachttisch die Zeit gut ablesen.
    Blick auf die NTP Zeitserver (atomuhrgenau) in unserem System: 2 sec Vorgang nach 24 Stunden. Das ist doch hervorragend. Mal sehen wie es sich entwickelt.
    Jetzt ist erst einmal Freuen und die Uhr gucken. Und dann, wenn ich die Zeit finde - Bilder machen.
    Die kommen morgen. Versprochen.
    So long
    Thomas

    Ja - ich bin auch einer von der Uhr-Verrückten. : nichtbloede
    Vielen Dank für die mächtig tolle Begrüßung. Das reizt mich, ein bisschen mehr zu erzählen. Das habt ihr davon, denn ich bin auch ein Geschichtenerzähler.
    Angefangen hat das mit den Uhren als mein Opa mir zur Erstkommunion die Uhr meiner verstorbenen Großmutter geschenkt hat. Ich habe sie leider damals nicht richtig schätzen gelernt. Sie war mir zu unmännlich (ich meine die Uhr, nicht die Oma) und gegen eine Timex eingetauscht. Die, die sogar einen Schlammritt an einer Motorradspeiche überleben konnte. Vielleicht erinnert sich der eine oder die andere noch.
    Das nächste uhrenmäßig interessant Ereignis war kurz nach dem Mauerfall, als am Brandenburger Tor russische Soldaten alles verscherbelten, was nicht niet- und nagelfest war. Ein Freund von mir kaufte sich eine komplette Offiziersuniform und ich eine Poljot 3133. Ein richtig dicker Brocken, mein erster Chronometer, der mir an Handgelenk hing wie eine der kleinen Hanteln, die heutzutage manche JoggerInnen mitschleppen. Als sie kaputt ging, konnte ich keinen Uhrmacher finden, der sie mir reparieren wollte. Das sollte heute anders sein.

    Dann packte mich - wohl auch berufsbedingt - das Casio Fieber. Faszination Technik! Und ich musste sie alle ausprobieren. Bis sie dann so überladen waren, dass ich überhaupt nicht mehr wusste, wann und in welcher Reihenfolge ich welche Knöpfe drücken musste um eine der Funktionen ins Leben zu rufen, die ich schon längst, weil nie wirklich gebraucht, vergessen hatte. Es gab damals eine Karikatur: Die Uhr kam mit einem Päckchen, das Handbuch in einem großen Paket.

    2010 war ich wegen komplizierter Visa-Probleme in Berlin bei der Mazedonischen Botschaft (Mazedonien was das Einsatzland unseres Entwicklungsprojektes). Ich musste unendlich lange warten und mir war langweilig. Und weil doch in Mazedonien meine Funkuhr ohnehin nicht funktionerte, kaufte ich mir in Berlin bei einem Uhrenhändler eine Seiko 4r15. Die habe ich heute noch. Automatik, Kristallglas, Sichtboden und man muss sie hin und her wackeln um sie zum Laufen zu bringen, dann Handaufzug ist nicht. Aber das geht total prima. Sie hat mich damals schlappe 200 EUR gekostet und bis heute nie im Stich gelassen. Ich nenne sie meine Kalaschnikov - unkapputbar - wenn auch nicht sehr ganggenau. Aber in Mazedonien war sowieso nie irgendjemand pünktlich.
    Heute nehme ich sie, wenn ich mit den Enkeln im Kinzigtal toben gehe und bei feierlichen Anlässen unterm Anzug. Denn sie ist klein und fein.

    Klein und fein ist auch meine Ungeduld - wann kommt das Päckchen?
    Bis dahin - so long Thomas

    Ja - ich bin auch einer von der Uhr-Verrückten. : nichtbloede
    Vielen Dank für die mächtig tolle Begrüßung. Das reizt mich, ein bisschen mehr zu erzählen. Das habt ihr davon, denn ich bin auch ein Geschichtenerzähler.
    Angefangen hat das mit den Uhren als mein Opa mir zur Erstkommunion die Uhr meiner verstorbenen Großmutter geschenkt hat. Ich habe sie leider damals nicht richtig schätzen gelernt. Sie war mir zu unmännlich (ich meine die Uhr, nicht die Oma) und gegen eine Timex eingetauscht. Die, die sogar einen Schlammritt an einer Motorradspeiche überleben konnte. Vielleicht erinnert sich der eine oder die andere noch.
    Das nächste uhrenmäßig interessant Ereignis war kurz nach dem Mauerfall, als am Brandenburger Tor russische Soldaten alles verscherbelten, was nicht niet- und nagelfest war. Ein Freund von mir kaufte sich eine komplette Offiziersuniform und ich eine Poljot 3133. Ein richtig dicker Brocken, mein erster Chronometer, der mir an Handgelenk hing wie eine der kleinen Hanteln, die heutzutage manche JoggerInnen mitschleppen. Als sie kaputt ging, konnte ich keinen Uhrmacher finden, der sie mir reparieren wollte. Das sollte heute anders sein.

    Dann packte mich - wohl auch berufsbedingt - das Casio Fieber. Faszination Technik! Und ich musste sie alle ausprobieren. Bis sie dann so überladen waren, dass ich überhaupt nicht mehr wusste, wann und in welcher Reihenfolge ich welche Knöpfe drücken musste um eine der Funktionen ins Leben zu rufen, die ich schon längst, weil nie wirklich gebraucht, vergessen hatte. Es gab damals eine Karikatur: Die Uhr kam mit einem Päckchen, das Handbuch in einem großen Paket.

    2010 war ich wegen komplizierter Visa-Probleme in Berlin bei der Mazedonischen Botschaft (Mazedonien was das Einsatzland unseres Entwicklungsprojektes). Ich musste unendlich lange warten und mir war langweilig. Und weil doch in Mazedonien meine Funkuhr ohnehin nicht funktionerte, kaufte ich mir in Berlin bei einem Uhrenhändler eine Seiko 4r15. Die habe ich heute noch. Automatik, Kristallglas, Sichtboden und man muss sie hin und her wackeln um sie zum Laufen zu bringen, dann Handaufzug ist nicht. Aber das geht total prima. Sie hat mich damals schlappe 200 EUR gekostet und bis heute nie im Stich gelassen. Ich nenne sie meine Kalaschnikov - unkapputbar - wenn auch nicht sehr ganggenau. Aber in Mazedonien war sowieso nie irgendjemand pünktlich.
    Heute nehme ich sie, wenn ich mit den Enkeln im Kinzigtal toben gehe und bei feierlichen Anlässen unterm Anzug. Denn sie ist klein und fein.

    Klein und fein ist auch meine Ungeduld - wann kommt das Päckchen?
    Bis dahin - so long Thomas

    Hallo Axel,
    vielen Dank für das : Willkommen 3er Gruppe
    Natürlich hast du recht. Das war ein elender Zahlendreher. Es muss selbstverständlich 857 heißen. Darum liebe ich Computer, weil man es gleich korrigieren kann.

    Hallo Axel,
    vielen Dank für das : Willkommen 3er Gruppe
    Natürlich hast du recht. Das war ein elender Zahlendreher. Es muss selbstverständlich 857 heißen. Darum liebe ich Computer, weil man es gleich korrigieren kann.

    Hallo allerseits. Ich bin Thomas.
    Nein - ich bin kein Flieger und mein Einsatzgebiet ist das World Wide Web. Also brauche ich weder eine Fliegeruhr noch einen Einsatzzeitmesser. Vom Tauchen ganz zu schweigen.

    Ich bin ein 66 Jahre alter Nerd. Ja - uns gibt es tatsächlich, wenn auch nicht so oft - und ich hänge den ganzen Tag am Computer rum und abends am Smartphone. Also ich bin überall von Elektronik umgeben.
    Ich kenne die Gefahren, die Sicherheitslücken und die Manipulationsmöglichkeiten. Ich bin als Systemadminstrator europaweit tätig und mache es immer noch gerne. Aber gleichzeitig sehe ich, wie wir immer abhängiger werden und Stück für Stück unsere Freiheit verlieren oder sogar freiwillig aufgeben.

    Ich komme aus Frankfurt und schon als kleiner Junge, wenn ich mit meinem Opa die Stadt erkundet habe, hat er mir eingetrichtert, dass für einen guten Frankfurter die Freiheit das Allerwichtigste ist. Vieles, was mein Opa mir erzählt hat, habe ich vergessen, aber das mit der Freiheit habe ich mir gemerkt.
    Gerade deshalb suche ich nach den wenigen noch verbleibenden Nischen der Autonomie. Viele sind es nicht mehr.

    Vielleicht kommt meine Faszination für mechanische Uhren daher. Mit ihr bin ich unabhängig, höchstens abhängig von dem Uhrmacher meines Vertrauens. Und das nehme ich gerne in Kauf, zumal ich ja - im Unterschied zur Elektronik - etwas sehen kann und mir einbilde - belesen wie ich mich habe - auch etwas von dem verstehe, wie eine mechanische Uhr tickt.

    Darüber hinaus finde ich Mechanik aber insgesamt faszinierend, eben weil ich sehen kann, wie etwas funktioniert. In der Elektronik ist das anders. Wenn ich ein Programm entwickle (also eine App in Neudeutsch), dann muss ich zwar auch Schritt für Schritt vorgehen und Regeln beachten, aber letztendlich sehe ich am Ende nur das Ergebnis. Was die Maschine im einzelnen macht, kann ich nicht sehen, höchstens mit aufwändigen Test ausprobieren. Und 99,9% der Apps, die ich benutze, sind nicht von mir. Da kann ich gar nichts machen. Und seh auch nix. Kann sie nur anwenden und hoffen, dass alles gut geht. Das ist natürlich bequem und praktisch und total interessant. Aber was ist mit der Freiheit? Jürgen Abeler schreibt in seinem Ullstein-Uhrenbuch: Die dritte Entwicklungsphase der Uhren ist gekennzeichnet „durch die Aufgabe der Anschaulichkeit und Ersatz des ‚Werkes‘ durch Module...“

    Dass es in meiner Heimatstadt Frankfurt eine Manufaktur mit Namen Sinn gibt, wusste ich nicht. Bis wir von einem 4 Jahre dauernden Auslandseinsatz nach Deutschland zurückkehrten und in Wächtersbach (Main-Kinzig-Kreis) eine bezahlbare Wohnung fanden. Im örtlichen "Lokalblättchen" wurde ein Uhrmacher vorgestellt und bei ihm habe ich zum ersten mal Sinn Uhren gesehen.
    Das war 2014. Eigentlich war es schon da um mich geschehen. Da war doch dieses must have Gefühl.
    Trotzdem hat es noch 3 Jahre gedauert, bis ich „Meine Uhr“ gefunden habe. Da gab es ja auch noch die faszinierenden GPS Funkuhren mit Satelliten-Empfang. Aber als dann die Smartwatch kam, war endgültig Schluss. Mich auch noch mit meiner Uhr an Apple oder Google zu verkaufen geht gar nicht.

    Während ich diese fast philosophischen Gedanken schreibe, warte ich auf sie – meine Uhr. Fliegeruhr 857 mit Lederarmband. Fliegeruhr (toll abzulesen, auch im Dunkeln) - Tegiment (ich hasse Kratzer) - Magnetfeldschutz (den ganzen Tag im Computerraum) und den Fliegerdrehring. Das ist das Ding, das ich am meisten verwende (Männerspielzeug).

    Soviel für heute. Sobald das Päckchen da ist, schreibe ich weiter und dann gibts natürlich auch Bilder, erste Eindrücke und danach Erfahrungen und Erlebnisse mit meiner „Neuen“. Mal sehen, was die Zeit so bringt und wie die Uhr geht. Wusstet ihr, dass eine Uhr gehen kann, sogar vorgehen und nachgehen, obwohl sie keine Beine hat? <lol>

    So long
    Thomas

    Hallo allerseits. Ich bin Thomas.
    Nein - ich bin kein Flieger und mein Einsatzgebiet ist das World Wide Web. Also brauche ich weder eine Fliegeruhr noch einen Einsatzzeitmesser. Vom Tauchen ganz zu schweigen.

    Ich bin ein 66 Jahre alter Nerd. Ja - uns gibt es tatsächlich, wenn auch nicht so oft - und ich hänge den ganzen Tag am Computer rum und abends am Smartphone. Also ich bin überall von Elektronik umgeben.
    Ich kenne die Gefahren, die Sicherheitslücken und die Manipulationsmöglichkeiten. Ich bin als Systemadminstrator europaweit tätig und mache es immer noch gerne. Aber gleichzeitig sehe ich, wie wir immer abhängiger werden und Stück für Stück unsere Freiheit verlieren oder sogar freiwillig aufgeben.

    Ich komme aus Frankfurt und schon als kleiner Junge, wenn ich mit meinem Opa die Stadt erkundet habe, hat er mir eingetrichtert, dass für einen guten Frankfurter die Freiheit das Allerwichtigste ist. Vieles, was mein Opa mir erzählt hat, habe ich vergessen, aber das mit der Freiheit habe ich mir gemerkt.
    Gerade deshalb suche ich nach den wenigen noch verbleibenden Nischen der Autonomie. Viele sind es nicht mehr.

    Vielleicht kommt meine Faszination für mechanische Uhren daher. Mit ihr bin ich unabhängig, höchstens abhängig von dem Uhrmacher meines Vertrauens. Und das nehme ich gerne in Kauf, zumal ich ja - im Unterschied zur Elektronik - etwas sehen kann und mir einbilde - belesen wie ich mich habe - auch etwas von dem verstehe, wie eine mechanische Uhr tickt.

    Darüber hinaus finde ich Mechanik aber insgesamt faszinierend, eben weil ich sehen kann, wie etwas funktioniert. In der Elektronik ist das anders. Wenn ich ein Programm entwickle (also eine App in Neudeutsch), dann muss ich zwar auch Schritt für Schritt vorgehen und Regeln beachten, aber letztendlich sehe ich am Ende nur das Ergebnis. Was die Maschine im einzelnen macht, kann ich nicht sehen, höchstens mit aufwändigen Test ausprobieren. Und 99,9% der Apps, die ich benutze, sind nicht von mir. Da kann ich gar nichts machen. Und seh auch nix. Kann sie nur anwenden und hoffen, dass alles gut geht. Das ist natürlich bequem und praktisch und total interessant. Aber was ist mit der Freiheit? Jürgen Abeler schreibt in seinem Ullstein-Uhrenbuch: Die dritte Entwicklungsphase der Uhren ist gekennzeichnet „durch die Aufgabe der Anschaulichkeit und Ersatz des ‚Werkes‘ durch Module...“

    Dass es in meiner Heimatstadt Frankfurt eine Manufaktur mit Namen Sinn gibt, wusste ich nicht. Bis wir von einem 4 Jahre dauernden Auslandseinsatz nach Deutschland zurückkehrten und in Wächtersbach (Main-Kinzig-Kreis) eine bezahlbare Wohnung fanden. Im örtlichen "Lokalblättchen" wurde ein Uhrmacher vorgestellt und bei ihm habe ich zum ersten mal Sinn Uhren gesehen.
    Das war 2014. Eigentlich war es schon da um mich geschehen. Da war doch dieses must have Gefühl.
    Trotzdem hat es noch 3 Jahre gedauert, bis ich „Meine Uhr“ gefunden habe. Da gab es ja auch noch die faszinierenden GPS Funkuhren mit Satelliten-Empfang. Aber als dann die Smartwatch kam, war endgültig Schluss. Mich auch noch mit meiner Uhr an Apple oder Google zu verkaufen geht gar nicht.

    Während ich diese fast philosophischen Gedanken schreibe, warte ich auf sie – meine Uhr. Fliegeruhr 857 mit Lederarmband. Fliegeruhr (toll abzulesen, auch im Dunkeln) - Tegiment (ich hasse Kratzer) - Magnetfeldschutz (den ganzen Tag im Computerraum) und den Fliegerdrehring. Das ist das Ding, das ich am meisten verwende (Männerspielzeug).

    Soviel für heute. Sobald das Päckchen da ist, schreibe ich weiter und dann gibts natürlich auch Bilder, erste Eindrücke und danach Erfahrungen und Erlebnisse mit meiner „Neuen“. Mal sehen, was die Zeit so bringt und wie die Uhr geht. Wusstet ihr, dass eine Uhr gehen kann, sogar vorgehen und nachgehen, obwohl sie keine Beine hat? <lol>

    So long
    Thomas