Quarz vs. Mechanik, rein sachlich

  • Ich denke, dass sich die Anforderungen an Uhrwerke im Laufe der Zeit kaum geändert haben.
    Früher wie auch heute dürften folgende Kriterien für ein Uhrwerk gelten:
    - ganggenau
    - leicht
    - leise
    - kompakt
    - wartungsarm
    - robust
    - langlebig
    - weiter Temperaturbereich
    - schockresistent
    - druck-/vakuumfest
    - resistent gegen Umwelteinflüsse
    - autonom
    - leicht einzustellen
    - günstig
    - ästhetisch
    - vorzeigbar
    - überlegen
    - zuverlässig
    - komfortabel
    - informativ

    Diese Kriterien dürften je Nutzungsprofil unterschiedliche Gewichte haben, wobei die Hauptfunktion eines Uhrwerks meistens die genaue Anzeige der Zeit sein dürfte.

    Eine Quarzuhr kann durchaus einen hohen mechanischen Anteil haben, z.B. eine analoge Quarzuhr, die durch elektrisch gespeicherte Bewegungsenergie angetrieben wird, daher sehe ich die Grenze zwischen Quarzuhr und mechanischer Uhr nicht so eng.

    Was sich mir nicht erschließt, ist die Faszination für in Massen produzierte mechanische ETA Uhrwerke von der Stange, die gerne verbaut werden. Hier sehe ich nicht mal einen Nostalgiewert. Ok, es ist mechanisch, aber hier fehlt mir wirklich der Reiz des Besonderen.

    Was ich bedaure ist eine gewisse Ignoranz gegebüber den möglichen Finessen elektronischer Uhrwerke. Hier scheint es kaum Interesse für das Besondere zu geben, ich nenne da mal:
    - Energieversorgung (Solar, Kinetic, Temperatur, Batteriearten bis Atombatterie)
    - Zeitbasis (Quarz, XTC)
    - Gangjustierung (mechanisch, rechnerisch)
    - Synchronisierung (manuell, proprietär, Funk, GPS)
    - Komfortfunktionen (Zeitzonen, Alarme, Umstellung Sommer/Winterzeit)

    Insgesamt dürfte die bereits eingetretene Perfektionierung von Uhrwerken jedoch zu einer geringeren Bedeutung für den Gesamtnutzen einer Uhr geführt haben.

  • Zitat von Varta


    Was sich mir nicht erschließt, ist die Faszination für in Massen produzierte mechanische ETA Uhrwerke von der Stange, die gerne verbaut werden. Hier sehe ich nicht mal einen Nostalgiewert. Ok, es ist mechanisch, aber hier fehlt mir wirklich der Reiz des Besonderen.

    Ja, da hast Du (leider) nicht ganz Unrecht. Wenn man den Werksverkaufspreis der mechanischen ETA-Werke betrachtet, handelt es sich in der Tat nicht um besonders wertvolle Teile. Schon gar nicht, wenn man diese Preise in Relation zum Endpreis der Uhren setzt. Für mich besteht der Reiz der Uhren in dem Gesamtpaket aus mechanischem Werk, etwaigen technischen Besonderheiten, schön verarbeiteten Gehäusen, Zifferblättern und Armbändern und natürlich auch dem "Flair" der Marke. Das ganze ist natürlich eine emotionale Sache und hat mit Verstand nichts zu tun, keine Frage.
    :roll:

    "Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie angeschaut haben." (Alexander von Humboldt)

  • Vorzüglich gestellte Frage, und ein exzellenter Thread! :)

    Ich möchte noch hinzufügen, dass Quartz - bei allen Vorteilen, und ich hatte gerade im Urlaub natürlich eine Quartz-Uhr dabei - einen Nachteil gegenüber Mechanik hat, nämlich dass bei Eindringen von feuchtigkeit die Funktionsfähigkeit des Werks rapide beendet werden kann. Feuchtigkeit ist zwar auch nicht gut für mechanische Uhren, aber die Auswirkunge treten erst nach einiger Zeit auf.

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