• Hallo,

    ich interessiere mich für meine erste Sinnuhr, speziell eben für die 857, und hoffe ihr könnt mir etwas bei der Entscheidung helfen. Wie sieht es mit der Haltbarkeit der Lünettenbeschriftung aus? Diese ist ja "nur" aus eloxiertem Alu und, obwohl der Teil der wohl den meisten Schaden abfangen müsste, daher einer der empfindlichsten. Welche Erfahrung habt ihr damit gemacht? Haltbar oder schnell zerkratzt?
    Ebenso mag ich normalerweise eher Minutenzeiger/Sekundenzeiger die bis in die Minuterie reinreichen (obwohl die 857 auf keinen Fall schlecht ablesbar aussieht). Weiß jemand ob die Zeiger der U2 länger sind und ob es möglich wäre diese bei der 857 zu montieren? Oder sollte ich da mal direkt bei Sinn fragen?
    Ach ja, wie wirksam ist der Magnetschutz wirklich? 100 mT - was würde so ein Magnetfeld erzeugen und wie einfach und schnell ist dieser Schutz eigentlich überschritten?

    Edit: Ach ja, das Werk ist ein normales ETA-Werk oder wird es in irgendeiner Form modifiziert?

  • Was hast du vor? Die besichtigung einer laufenden Schrotpresse von innen?

    Scherz beiseite, es gibt einen Bericht mit der Überschrift "Einsatzuhr für Superhelden" in Chronos 2/2007 (auch als Sonderdruck im Sinn-Katalog)
    zur 757 und in Chronos 2/2004 zur 856, vielleicht hilft das ja schon mal.

    Gruß Gero

  • Zitat von Strabo

    Wie sieht es mit der Haltbarkeit der Lünettenbeschriftung aus? Diese ist ja "nur" aus eloxiertem Alu und, obwohl der Teil der wohl den meisten Schaden abfangen müsste, daher einer der empfindlichsten. Welche Erfahrung habt ihr damit gemacht? Haltbar oder schnell zerkratzt?

    Da hast Du den wunden Punkt zutreffend lokalisiert. Allerdings wäre es übertrieben, von "schnell zerkratzt" zu sprechen. Aber die Lünetteneinlage bekommt durchaus im normalen Alltagsbetrieb schon mal "einen" ab. Doch damit bricht die Welt nicht zusammen. Der Austausch der Einlage ist laut Auskunft von Sinn für unter € 40 (Material+Arbeit) zu bekommen.

    "Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie angeschaut haben." (Alexander von Humboldt)

  • Zitat von Strabo


    Ach ja, wie wirksam ist der Magnetschutz wirklich? 100 mT - was würde so ein Magnetfeld erzeugen und wie einfach und schnell ist dieser Schutz eigentlich überschritten?

    Hm, irgendwie scheint die Forensuche für die meisten User eine Art Gleichung mit drei Unbekannten zu sein... :roll: + ;)

    Guckst Du also bitte mal hier (1. Klick) und hier (2. Klick), da finden sich schon einige Infos zu dem Thema.


    Zitat von Strabo


    Edit: Ach ja, das Werk ist ein normales ETA-Werk oder wird es in irgendeiner Form modifiziert?

    Nein, das sind ETA-Werke der Qualitätsstufe Top (höchste Stufe, aber ohne Chronometer-Zertifikat), die von SINN nicht weiter bearbeitet werden, zumindest nicht bei der 856 und 857. In den beiden Modellen ticken also unmodifizierte ETA 2893-2, und das sind schon ab Werk hervorragende Kaliber von konstantem Gangverhalten und geringer Empfindlichkeit gegen Lagen- und Temperaturveränderungen. Wenn so ein Uhrwerk einmal richtig auf Deine Tragegewohnheiten einreguliert ist, wird es die Gangwerte über viele Jahre halten, es sei denn
    a) die Uhr wird einer heftigen Erschütterung (Stoß, Schlag, Sturz) ausgesetzt,
    b) wird extremen Temperaturschwankungen unterworfen (sozusagen von der finnischen Sauna direkt ins eiskalte Wasser) oder
    c) entsprechend magnetisiert (siehe oben).

  • Habe seit kurzem auch die 857 und bin bis auf ein kleines Problemchen, siehe Link
    http://www.sinn-uhrenforum.de/phpBB2/viewtopic.php?t=2795
    mit diesem Zeitmesser zu 100% zufrieden.
    Habe ein Modell mit tegimentiertem Stahlband und dadurch ist die Alltagstauglichkeit in Punkto Stabilität des Bandes und des Gehäuses mehr als gewährleistet.
    Rate Dir zum Kauf dieses Modells, ich habe eine große Freude mit ihr.
    Grüße
    Hubert

  • Danke für die Antworten, das ist eine große Hilfe

    Zitat


    Was hast du vor? Die besichtigung einer laufenden Schrotpresse von innen?


    :D
    So schlimm ist es nicht, aber die 857 ist schon als "Toolwatch"/Alltagsuhr gedacht und soll auch was aushalten. Die Lünettenoberfläche ist es, die meiner Erfahrung nach als erstes Schaden nimmt und hier gleichzeitig das Schwächste Glied zu sein scheint - hier sieht mir die Lösung der U-Serie robuster aus. Andererseits ist ein Austausch mit 40 € alle paar Jahre auch nicht die Welt.

    Zitat von HappyDay989

    Hm, irgendwie scheint die Forensuche für die meisten User eine Art Gleichung mit drei Unbekannten zu sein... :roll: + ;)

    Die beiden Threads kannte ich natürlich schon, keine Sorge, ich habe mich die letzen paar Tage praktisch durch's ganze Forum gelesen ;)
    Das Problem für mich ist eben, dass in den Threads rauskam, dass entweder das Magnetfeld bereits so schwach ist, dass es die Uhr auch ohne extra Schutz über dem des ETA-Kalibers nicht beinflusst (Bildschirm) oder so stark, dass es weit über dem Schutz liegt und dieser daher mehr oder minder nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Wobei ich sagen muss, dass keine meiner bisherigen Uhren Probleme mit Magnetfeldern hatte.
    Nur mein Eindruck vom Lesen über den Magnetschutz von Uhren (nicht nur hier sondern auch auf WUS, Watchtime etc.) war eben, dass er genau in dem Bereich zusätzlichen Schutz für das Uhrwerk bietet, der eher selten vorkommt (mittelstarke Magnetfelder mit kurzer-mittlerer Expositionsdauer).

    Edit:
    Irgendwie schwanke ich immer etwas zwischen U2 und 857 ("die eine ist günstiger und dank geringerer Größe angenehmer zu tragen, nimm sie!" "Die U2 hat aber längere Zeiger, die schönere Lünette und das Datum ist schöner integriert" "Dafür kein Magnetschutz und Einsatzzeitmesser steht drauf. Das wirkt doch lächerlich. Welchen Einsatz hast du denn zum Zeitmessen? Wie lange du für die Halbe Bier brauchst?" "Magnetschutz ist doch unwichtig, hatte ich bisher auch nicht, ging nie was schief" "Ja und du passt immer auf wenn du durch die Produktion gehst, wo dutzende von großen Antriebsmotoren laufen, das wäre damit erledigt"... Na ja, ich denke jeder kennt diese tage/wochenlangen Entscheidungsdiskussionen mit sich selbst :D

  • Zitat von thesaint

    Habe seit kurzem auch die 857 und bin bis auf ein kleines Problemchen, siehe Link
    http://www.sinn-uhrenforum.de/phpBB2/viewtopic.php?t=2795
    mit diesem Zeitmesser zu 100% zufrieden.

    So ein Problemchen passiert aber auch nur, wenn irgendein Döskopf vergißt, die Werkhaltebefestigung auch richtig zu fixieren. Alternativ dazu ist auch der Fehler sehr "beliebt", die Rotorschraube nicht richtig festzuziehen. :roll:

    Auch wenn's ärgerlich ist, aber solch ein Problemchen kann jeder Uhrmacher vor Ort innerhalb von wenigen Minuten spielend beheben. Richtig ärgerlich ist es daher nur bei Uhren mit Argon-Füllung, denn die können wirklich nur im Füldchen geöffnet und wieder neu befüllt werden.

  • Zitat von Strabo

    "Dafür kein Magnetschutz und Einsatzzeitmesser steht drauf. Das wirkt doch lächerlich. Welchen Einsatz hast du denn zum Zeitmessen? Wie lange du für die Halbe Bier brauchst?" "Magnetschutz ist doch unwichtig, hatte ich bisher auch nicht, ging nie was schief" "Ja und du passt immer auf wenn du durch die Produktion gehst, wo dutzende von großen Antriebsmotoren laufen, das wäre damit erledigt"... Na ja, ich denke jeder kennt diese tage/wochenlangen Entscheidungsdiskussionen mit sich selbst :D

    Ich empfehle diese Lektüre:

    http://www.sinn.de/onlineshopPRO/…-EZM-5/info.htm

    Auszug/Zitat:

    <<Dieser U-Boot-Stahl ist nicht nur außerordentlich seewasserbeständig
    ( PRE-Wert bis zu 38 ), er besitzt auch die höchste amagnetische Güte. Ein Restmagnetismus, wie er noch beim herkömmlichen und hochwertigen Uhrengehäuse-Edelstahl der Güte 316 L vorkommt (infolge sog. Delta-Ferrit-Gehalte), ist im Falle des U-Boot-Stahls nicht möglich. >>

    Damit kann man weiter oben Aufgeführtes (von Dir) ruhigen Gewissens
    ad acta legen. ;)

    Viele Grüße
    Nicki

  • Zitat von feinSINN

    Auszug/Zitat:

    <<Dieser U-Boot-Stahl ist nicht nur außerordentlich seewasserbeständig
    ( PRE-Wert bis zu 38 ), er besitzt auch die höchste amagnetische Güte. Ein Restmagnetismus, wie er noch beim herkömmlichen und hochwertigen Uhrengehäuse-Edelstahl der Güte 316 L vorkommt (infolge sog. Delta-Ferrit-Gehalte), ist im Falle des U-Boot-Stahls nicht möglich. >>

    Damit kann man weiter oben Aufgeführtes (von Dir) ruhigen Gewissens
    ad acta legen. ;)

    Bin kein Ingenieur, aber ich denke, man muß unterscheiden zwischen der Eigenschaft des Metalls, ein äußeres Magnetfeld abzuschirmen und der Eigenschaft, selbst magnetisiert zu werden, also ein eigenes Magnetfeld aufzubauen. Die zitierte Textstelle zum U-Boot-Stahl bezieht sich nach meinem Verständnis nur auf letzteres.

    "Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie angeschaut haben." (Alexander von Humboldt)

  • Zitat von bungy3000

    ich denke, man muß unterscheiden zwischen der Eigenschaft des Metalls, ein äußeres Magnetfeld abzuschirmen und der Eigenschaft, selbst magnetisiert zu werden, also ein eigenes Magnetfeld aufzubauen. Die zitierte Textstelle zum U-Boot-Stahl bezieht sich nach meinem Verständnis nur auf letzteres.

    Genau so ist es.

    Zur Erklärung: Siehe http://forums.watchuseek.com/showthread.php?t=13804

    Die U-Serie Uhren sind antimagnetisch bis 4.800 A/m (liegt aber am Werk, nicht am Gehäuse), die 65x/75x/85x aufgrund des Innengehäuses bis 80.000 A/m

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