Was tun wenn U1 länger nicht getragen wird?

  • Hallo,
    ich bin seit einem halben Jahr Besitzer einer U1, möchte mir aber noch andere Uhren von Sinn zulegen.
    Folge dessen muss ich meine U1 halt mal für einen gewissen Zeitraum ablegen!

    Was tun, ich habe keinen Uhrenbeweger, ist er zwingend notwendig, oder kann ich die Uhr einfach in ihre
    Box legen, und irgendwann später wieder aufziehen?

    Da es meine erste Automatikuhr ist fehlt mir noch ein bisschen die Erfahrung mit dem Umgang solcher Uhrwerke.

    Wie oft, bzw in welchen Abständen sollte ich die U1 von Sinn überprüfen lassen?ist dies überhaupt notwendig-

    Viele Dank für euere Hilfe

    Gruss Thomas

  • Hallo Thomas
    Es reicht, wenn Du die Uhr in ihre Box ablegst. Bei Bedarf ziehst Du sie wieder auf und fertig.
    Bei professioneller Nutzung sollte eine Taucheruhr jährlich auf Wasserdichtigkeit geprüft werden.
    Ansonsten reicht es, alle zwei bis drei Jahre einen Check machen zu lassen.
    Revisionen lasse ich, je nach Nutzungsdauer, alle fünf bis zehn Jahre machen...oder nie; das kommt auf die Uhr an.
    Das ETA 2824 deiner U1 ist ein robustes Brot_und_Butterkaliber und kein Rennpferd. Das marschiert fünf Jahre und länger ohne Probleme.
    Bei Sturz oder Beschädigung der Krone würde ich aber vorsorglich den Rat eines Experten einholen, bei Kondenswasser an der Innenseite des Deckglases ist der Besuch beim Uhrmacher des geringsten Mißtrauens allerdings Pflicht.
    Gruß Pit

  • Falls die Uhr wirklich länger nicht getragen wird, würde ich sie wenigstens einmal im Monat kurz laufen lassen, dann verteilt sich das Öl an den richtigen Stellen und kein Lager läuft trocken.

    Die Wasserdichtigkeit würde ich auch ohne Taucheinsätze einmal im Jahr prüfen lassen. Das kostet in der Regel nix, außer einem Fünfer für die Kaffeekasse, dauert keine 10 Minuten und gibt ein gutes Gefühl. Diese Prüfung stellt aber immer nur eine Momentaufnahme da, in einer Woche könnte es mit der Dichtigkeit schon wieder anders aussehen. Deswegen gibt auch kein Uhrmacher darauf eine Garantie

    Liebe Grüße

    :alexhai:


    Alex

    Alles bleibt gut

  • Hinweis: Beiträge in die Schrauberecke verschoben.
    Der SOCC ist nicht für solche Diskussionen gemacht, sondern hat den Charakter eines Archivs.

    Gruß Gero

  • Die Antworten von Pit und Alex kann ich genau so unterstreichen !!

    Ich mache einmal jährlich einen Wasserdichte-Check (der wird übrigens mit Druckluft durchgeführt, die Uhr kann dabei keinen Wasserschaden erleiden) und dann soll sie 5 - 10 Jahre laufen.
    Meine Breitling Blackbird mit ´nem 7750er Werk hat mir nach genau 5 Jahren gesagt, daß sie einen Service möchte. Ohne Sturz o.ä. verlor sie plötzlich jede Woche mehrere Minuten. Irgendetwas war wohl trocken gelaufen.

    Ein Beweger ist absolut nicht notwendig. Ich benutze meinen nur, wenn ich mal ein Wochenende überbrücken möchte und mir das Neu-Einstellen zu lästig ist (so muß ich bei meiner GMT den Stundenzeiger zig Mal herumjagen, um das Datum einzustellen).
    Denn wo sich (im Uhrwerk) nichts bewegt, da kann ja auch kein Verschleiß stattfinden (von der Alterung der Öle mal abgesehen).

    Sie von Zeit zu Zeit mal aufzuziehen wird sicherlich nicht schaden und sorgt auch für eine bessere Verteilung der Öle.
    Ich trage meine Uhren alle im Wechsel.
    Ein sog. Verharzen von Ölen soll es bei den aktuellen Ölen nicht mehr geben.

    Daher ab in die Box damit und viel Spaß beim Aussuchen des Neuzuganges !!!

    Viele Grüße, Daniel

  • Nach der Revision miner 144 StSA habe ich den Uhrmachermeister gefragt, ob ein Uhrenbeweger notwendig ist. Seine Antwort:" Wenn man dies optisch schön findet kann man durchaus die Uhr dort aufbewahren. Technisch notwendig ist es aber nicht. Die heute verwendeten Öle sind synthetischer Herkunft. Das sogenannte Trockenlaufen kommt heute praktisch nicht mehr vor." Von einer ca. jährlichen Druckprüfung hält er übrigens auch viel. Ganz gleich, ob man sie unter Wasser benutzt oder nur im Büro. Allein die Tatsache, dass eine Dichtung defekt ist, kann dazu führen, dass erhöht Kondenzwasser eintritt und zu kapitalen Schäden führt.

    Bei der Revision werde ich bei ca. alle 5 jahre bleiben. Die Kosten stehen ansonsten in keinem Verhältnis. Meine letzte Revision inklusive neuem Zeigersatz hat genau Eur 210,- gekostet. Ich habe diese bei einem Uhrmacher der alten Schule machen lassen. Vertrauen an dieser Stelle ist natürlich ganz wichtig. Ich bin mit seiner Arbeit aber immer 100% zufrieden. Mit diesem guten Gefühl relativieren sich die Euronen und man hat wieder eine lange Zeit Spaß an der Uhr.

    Es soll keiner so wenig Wein trinken, dass es seiner Gesundheit schadet.

  • In meinen Augen besteht der wesentliche Vorteil eines Uhrenbewegers darin, daß man nicht das Datum stellen muß, wenn man eine selten getrageene Automatik-Uhr endlich mal wieder umbindet.

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