Langzeiterfahrung mit der Trockenhaltetechnik ?

  • @Jörg,
    kannste mal bitte Aufhören von
    Dir nachfolgenden Theoretiken zu sprechen 8)
    Kann dann auch diesen Ironie Smiley nicht mehr sehen.
    Das Provoziert dann doch nur ;(
    Gruss Lars

  • Ich rede von der Feuchtigkeit, die sich bei Auflage eines Eiswürfels sichtbar unter dem Glas sammelt.
    Wenn ich es mit bloßem Augen sehen kann, dann spreche ich als Laie von Feuchtigkeit, wohlwissend,
    dass vermutlich alle meine Uhren diesen Effekt zeigen würden.

    Wenn Sinn von einer nahezu trockenen Athmosphäre spricht, dann geh eich davon aus, dass eindiffundierende
    Feuchtigkeit von den Kapseln gebunden wird und ich einen solchen Beschlag nicht provozieren kann ;)

    Dass Deine Uhr nie beschlagen ist habe ich schon vorher erklärt, deine Uhr wurde immer nur als Ganzes den
    Temperaturschwankungen ausgesetzt, wodurch sich, so hat es Sinn Dir selbst geschrieben, die Feuchtigkeit
    an allen kalten Stellen im Gehäuse (Glas, Gehäuse innen) gleichmäßig absetzt. Diese winzige Menge ist dann
    aber nicht als Beschlag sichtbar ;) !


    Du hast die Uhr einiges sehen lassen, ich frage mich allerdings:
    Von welchen Faktoren hängt das Eindiffundieren von Feuchtigkeit ab?

    Diffundiert mehr Feuchtigkeit ein wenn die Uhr großen Temperatur und Luftfeuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt ist?

  • Eigentlich wollte ich mich wegen des "Aufeinander-Herumgehacke" nicht in diesen Thread einklinken.

    Eine Sache läßt mir aber keine Ruh bzw. erscheint mir irgendwie unlogisch:

    In anderen Threads wurde immer davon ausgegangen, daß Uhren mit Schutzgasfüllung besonders (bezogen auf das Gas in welchem die Unruh mit anderem Widerstand als bei Umgebungsluft schwingt) einreguliert werden und werden müssen.
    Das paßt nicht zu der Annahme, daß das Schutzgas aus dem Gehäuse herausdiffundiert. Dann würde die Uhr ja nach verschwundener Füllung erhebliche Gangunterschiede zeigen müssen.

    ....nur mal so in den Raum geworfen...

    Viele Grüße, Daniel

  • daß Uhren mit Schutzgasfüllung besonders (bezogen auf das Gas in welchem die Unruh mit anderem Widerstand als bei Umgebungsluft schwingt) einreguliert werden und werden müssen.
    Das paßt nicht zu der Annahme, daß das Schutzgas aus dem Gehäuse herausdiffundiert. Dann würde die Uhr ja nach verschwundener Füllung erhebliche Gangunterschiede zeigen müssen.

    Aus diesem Grund wurde das Schutzgas (genaue Zusammensetzung kenne ich nicht)
    von Argon auf Stickstoffgemisch umgestellt, weil Stickstoff eine ähnliche Dichte
    wie Luft besitzt.
    Dadurch wird bei herausdiffundiertem Schutzgas das Gangverhalten
    nicht mehr negativ beeinflusst.

  • Genauso ist es, bei der Verwendung von Argon (schwerer als Luft) musste die Uhr auf ca. 8 Sekunden
    Vorgang einreguliert werden, heute wird reiner Stickstoff (N) verwendet, die Uhr kann wie üblich
    reguliert werden.

  • Genauso ist es, bei der Verwendung von Argon (schwerer als Luft) musste die Uhr auf ca. 8 Sekunden
    Vorgang einreguliert werden, heute wird reiner Stickstoff (N) verwendet, die Uhr kann wie üblich
    reguliert werden.

    Hallo Spencer

    Ist das wirklich so?

    Dann könnte man sich ja das umstädige und relativ teure Befüllen mit dem Wundergas demnächst sparen. Vor allen könnte jeder Uhrmacher oder vielleicht auch ich selber die Uhr nachregulieren. Die Trockenpatrone kann man durch Erhitzen ja wieder selbst regenerrieren.

    Ich stehe der Trochenhaltetechnik übrigens nicht kritisch gegenüber, frage mich jedoch wie meine 157 über 15 Jahre einwandfrei läuft. Es müsste also auch bei den Uhren mit Trockenkapsel funktionieren, wenn man eine regenerierte Kapsel verwendet. Diese dürfte dann ja trotzdem die vorhandene Feuchtigkeit resorbieren. Vielleicht verfärbt sie sich dann nur etwas schneller.

    Gruß Wufde

  • Wenn ich bei den technischen Details nichts übersehen habe, dann hast Du wohl recht.

    Ich könnte mir aber vorstellen, dass die Garantie beeinträchtigt wird, wenn das Gas nicht wieder eingefüllt wird.
    Andererseits - Kontrollmessungen wird wohl Niemand beim Öffnen vornehmen.

    Ich gehe übrigens auch davon aus, dass die Trockenhaltekapseln bei Sinn getrocknet und wiederverwendet werden.
    In den alten Katalogen haben die Kapseln zwei Schlitze, auf dem Foto mit den Kapseln im aktuellen Katalog sind vor
    allem welche mit vier Schlitzen zu sehen (die würde ich als neueren Baujahres bezeichnen), aber auch welche mit
    zwei Schlitzen. Das ist nur eine Vermutung, aber logisch wäre es schon, denn eine kleine Titankapsel mit Gewinde
    und Saphirglas ist bestimmt nicht ganz billig. Qualitätiv dürfte sich bei richtiger Trocknung nichts verändern am
    Kupfersulfat und damit an der Funktion.

  • Dennis ich staune und ziehe meinen Hut (Besen frießt trotzdem Du !).
    Wo Du nur immer diese Detailwissen her nimmst,moment :hatoff: plus :o:
    Gruss Lars

    2 Mal editiert, zuletzt von Roadsternet (22. Juli 2011 um 17:01)

  • Mal so am Rande,

    Ich habe einen EZM3 aus 2005, die Trockenkapsel war schon leicht bläulich, nicht schlimm aber man konnte in leichtes blau erkennen.

    Habe dann die Entspiegelung mit meinem Dremel und Polierpaste runterpoliert da mit der Zeit schon einige Kratzer drin waren, interessanter Nebeneffekt war das die Trockenkapsel in folge der Wärme vom polieren wieder weiß geworden ist.

    Ich denke mal die Uhr wird so bei der Arebit um die 40-45 Grad gehabt haben da ich sie zwischendurch immermal abgekühlt habe.

    Gruss Rob

  • interessanter Nebeneffekt war das die Trockenkapsel in folge der Wärme vom polieren wieder weiß geworden ist.

    ... dann hast Du die bereits in der Trockenkapsel aufgenommene Feuchtigkeit wieder in der Uhr verteilt :thumbup:

  • Was ein Thread.....

    Ich bin kein Physiker und auch kein Dipl. Ing., aber ich fahre Auto.

    Je weniger Feuchtigkeit im Auto ist, desto weniger ist die Gefahr, dass die Scheiben beschlagen. Da hat doch Sinn mit der Reduzierung der Feuchtigkeit von 60 % auf 25-30% alles richtig gemacht. So eine punktuelle Abkühlung gibt es in der Praxis doch eh nicht.

    Liebe Grüße

    :alexhai:


    Alex

    Alles bleibt gut

  • Hier mal ein direkter Vergleich mit und ohne Trockenhaltetechnik,
    nach dem "Eiswürfeltest" mit vergleichbaren Bedingungen.

    Natürlich spielt auch noch das unterschiedliche Glas eine Rolle
    bei der Beschlagbildung.
    Das Glas ist an der U2 mindestens doppelt so dick, gewölbt
    und aus Saphirglas.
    Das Glas an der Promaster vielleicht halb so stark, plan (flach)
    und aus Mineralglas.

    Die U2 ist 1 Jahr (mit Tauchbetrieb) und die Promaster ist 7 Jahre (mit Tauchbetrieb) alt.
    Beide Uhren wurden noch nie geöffnet.


    2 Mal editiert, zuletzt von Kristian (23. Juli 2011 um 10:06)

  • Qualitätiv dürfte sich bei richtiger Trocknung nichts verändern am
    Kupfersulfat und damit an der Funktion.

    Ich hatte früher mal diese Entfeuchtungssäcke in einen Tresor gehängt. Das Zeug hat überhaupt nichts gebracht, eher im Gegenteil. Die Dinger haben Wasser gespeichert, aber offenbar auch wieder abgegeben. Die Folge: das Hygrometer hatte anschließend eine höhere Luftfeuchtigkeit angezeigt als zuvor. Diese Säcke konnte man dann im Backofen oder in der Mikrowelle wieder trocknen. Aber die Wirkung wurde schwächer, da man sie nie restlos trocken bekam.

    Ich mag kaum glauben, dass SINN den Aufwand einer Trocknung betreibt. Diese Trockenkapseln kosten sicher zu wenig, um den Aufwand zu rechtfertigen.

    Ich bin jedoch nicht sicher, ob es sich bei dem Granulat dieser Säcke um Kupfersulfat handelte. Hier ist die Rede von Calciummontmorillonit. In Chemie hatte ich früher jedoch immer die "5" abonniert :S .
    https://www.naturgut.de/Trockensack-En…DE-1430402.html

    Mittlerweile nutze ich einen elektrischen Lufttrockner von STIELOW.


    SINN hat ja einige Innovationen. Ich persönlich halte bsp.-weise die Tegimentierung für herausragender als die AR-Technik.

  • Das hydrophile Kupfersulfat verfärbt sich bei Sättigung und dient dadurch auch als Indikator.

    Meinst Du nicht eher hygroskopisch?

    Kristian
    Wie bewertest Du Deinen letzten Eiswürfeltest?
    Mich irritieren etwas die Wischspuren auf der U2. Das sieht so aus, als ob die Uhr von außen beschlagen würde ?(
    Innenseitig kannst Du ja schlecht wischen :P ...

    2 Mal editiert, zuletzt von der onkel (23. Juli 2011 um 16:59)

  • Kristian
    Wie bewertest Du Deinen letzten Eiswürfeltest?
    Mich irritieren etwas die Wischspuren auf der U2. Das sieht so aus, als ob die Uhr
    von außen beschlagen würde ?(

    Beide Uhren haben auch außen beschlagen, das sieht man auch daran,
    dass an den Rändern der Promaster noch Wasser "steht".
    Die Uhren mussten vor dem Fotografieren abgewischt werden,
    deshalb sind Wischspuren außen auf dem Glas zu sehen.

    Der Beschlag innen am Glas ist jeweils nur der wo in der Mitte ersichtlich ist.
    Beide Uhren waren nach dem "Eiswürfeltest" noch einwandfrei abzulesen.

    Einmal editiert, zuletzt von Kristian (23. Juli 2011 um 17:51)

  • Dann hat die U2 die Nase vor der CITIZEN.

    Ein anderes Ergebnis wäre ja auch ein Armutszeugnis für Sinn ;)
    Denn die U2 hat Trockenhaltetechnik und ist nur 1 Jahr alt,
    die Citizen hat keine AR-Technik und ist über 7 Jahre alt.

    Interessant wäre gewesen wie eine 1 Jahr alte Citizen abgeschnitten hätte.

  • Interessanter wäre ein Vergleich gleich alter Uhren mit identischem Glasmaterial, -stärke sowie
    Füllvolumen in Inneren! Alles Andere ist aus technischer Sicht Spielerei!


    Der Test beweist, dass die U2 keine große Feuchtigkeitsansammlungen in sich hat, mehr leider
    aber nicht :(.


    @Onkel - danke, habe es verbessert!

  • So, ich habe auch mal den E-Test gemacht, gewählt habe ich den EZM 3 und eine Rolex 14060M.

    Warum? Beide Uhren sind fast gleich alt (Anfang 2009) und haben annähernd die gleichen Abmessungen und somit evtl. keine großen Unterschiede in der Glasdicke.
    Die Eiswürfel lagen ca. 30-40 Sekunden auf dem Glas, beide Uhren hatten einen Beschlag der sehr schnell wieder verschwand. Der EZM 3 beschlug weniger, auch war das Glas minimal schneller wieder klar.


    Ausgangssituation:

    Ergebnis

    Wenn weniger Feuchtigkeit in einer Uhr ist, dann beschlägt sie auch weniger und wird auch schneller wieder klar.
    Die Sinn hat die Nase also leicht vorne, also nutzt die AR-Technik!

    Liebe Grüße

    :alexhai:


    Alex

    Alles bleibt gut

  • So, ich habe auch mal den E-Test gemacht,

    Den "E-Test" gemacht :rofl: :thumbup:
    Wahrscheinlich erscheint dieses Wort im nächsten Sinn-Katalog.


    Wenn weniger Feuchtigkeit in einer Uhr ist, dann beschlägt sie auch weniger und wird auch schneller wieder klar.

    Ist schon klar, aber alle Uhren auf Deinen und meinen Bildern waren
    mit oder ohne AR-Technik noch gut ablesbar ;)

    Deshalb sehe ich bzgl. Beschlagbildung hier nicht unbedingt den großen Vorteil
    der AR-Technik, sondern eher die mögliche Wartungsverlängerung (siehe unten).

    Müssen Uhren mit AR-Technik weniger oft zur Revision,
    weil die Öle länger halten bzw. schmieren ?

    Was ist mit den Dichtungen (gerade bei Taucheruhren) ? Halten die so lange dicht ?
    Ein vorzeitiger Dichtungstausch würde die Vorteile von der AR-Technik wieder
    hinfällig machen, hier müßten dann auch Gas und Kapseln erneuert werden.

    Auszug von der Sinn-Webseite bzgl. AR-Technik:
    Uhrwerks für optimale Schmierung. Ein bisher unvermeidbarer Vorgang bei
    allen mechanischen Uhren. Feuchtigkeit beschleunigt allerdings die
    Alterung der Öle. Wie gelangt Feuchtigkeit in die Uhr? Wasser ist in
    unserer Atmosphäre immer auch im gasförmigen Zustand enthalten und kann
    daher als Gas die Dichtungssysteme eines Uhrengehäuses durchdringen.
    Temperaturwechsel verursachen dann eine Mikrokondensation, so dass
    Wasser in flüssiger Form an exponierten Stellen des Uhrwerks
    angesammelt werden kann. Die Folgen: Die Ölstellen verlieren ihre
    isolierende Eigenschaft. Der elektrochemische Abtrag und Abrieb sowie
    die Reibung steigen, der Amplitudenwert der Unruh sinkt, die Uhr läuft
    zunehmend ungenau und benötigt schließlich eine Überholung.

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