Im „Kampf des Jahrhunderts“ hatte er einst Muhammad Ali bezwungen. Im „Thrilla von Manila“ war er dem Tode nah. Joe Frazier, einer der Großen des Boxsports, ist an einem Leberkrebsleiden gestorben
Boxlegende Joe Frazier ist tot
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Ich kann nicht genau erklären, waum mich diese Meldung "kalt" lässt, aber ich will mal versuchen einige Gedankengänge aufzuzeigen...
In letzter Zeit macht sich bei mir das Gefühl breit, nahzu täglich würden Lichtgestalten und Berühmtheiten tragisch an schweren Krankheiten versterben. Vielleicht war es auch nur der Tod von Steve Jobs, der medial so stark in den Fokus gerückt, diesen Eindruck vortäuschte. Wir alle kennen diese Figuren des öffentlichen Lebens, aber wirklich persönlich betroffen ist Niemand von uns. Wir entdecken nur unsere Betroffenheit, weil unsere Aufmerksamkeit darauf gelenkt wird, weil es sich nah genug anfühlt, wenn ein psychisch erkrankter Torwart sich selbst das Leben nimmt, oder wenn der Mitbegründer eines als revolutionär gefeierten Technologiekonzerns früh verstirbt. Letztlich ist es aber verlogen, zeigt genau das nach innen verspiegelte Bild unserer eigenen Wohlstandsgesellschaft, in der wir uns nur um uns selber drehen, denn während ein Boxer seiner Krankheit erliegt, sterben zugleich täglich tausende Kinder in Afrika, weil sie nichts zu Essen haben, tausenden Menschen auf der ganzen Welt, Menschen die womöglich unter den katastrophalen Arbeitsbedingungen in Fertigungsstätten westlicher Konzerne krank werden oder solche die an einfachen Krankheiten sterben, weil sie keinerlei medizinische Versogung haben, kein sauberes Trinkwasser, Menschen um die sich hier niemand kümmert, weil es einfach niemanden interessiert.
Wir nehmen das Elend hin, weil wir uns sonst damit beschäftigen müssten und auch, weil es Teil einer Welt ist, in der wir im Überfluss und auf Kosten der restlichen Welt leben. Wir hissen unsere Fahnen auf Halbmast, wenn Soldaten im Krieg sterben, aber nicht wenn tausende Zivilisten zur selben Zeit am selben Ort verstarben, obwohl doch die Soldaten freiwillig das Kriegshandwerk erlernten, zum kämpfen ausgebildet wurden und genau wussten, dass sie sich auf eine tödliche Gefahr einlassen. Sicher ist es tragisch, aber es ist auch unglaublich falsch, auf welche Weise wir unsere Maßstäbe ansetzen!
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In der Sache hast Du wohl recht, Dennis. Aber die Welt sucht nun einmal immer nach "Lichtgestalten", nach Vorbildern, nach Legenden, zu denen sie aufblicken oder die sie sich als Beispiel nehmen kann.
Wenn einige Dutzend Zivilisten in Bagdad bei Bombenanschlägen sterben oder wenn in Afrika täglich etliche 1000 Kinder verhungern, dann berührt einen das nur, wenn man ihrem Sterben zusehen muss, denn dann quält es einen. Doch wie man weiß, werden auch solche Bilder und Filme sehr schnell "schal", sie verschwinden wieder von den Titelseiten und aus den Nachrichten.
Oder hast jemand schon mal 'ne Nachrichtensendung gehört/gesehen, bei der am Anfang gesagt wurde: "Sehr geehrte Zuschauer/Zuhörer, während Sie diese Sendung verfolgen, werden auf dieser Welt wieder so und so viele Menschen an den Folgen von Krieg, Vertreibung, Hunger oder Krankheiten sterben, für die in unserer westlichen Wohlstandsgesellschaft jeder mittelmäßige Hausarzt nur ein müdes Lächeln übrig hat."Aus den Augen, aus dem Sinn, so sagt man, und man mag das beklagen, aber es ist eben auch ein Schutzmechanismus, denn sonst würde man wohl wahnsinnig werden.
Wenn nun eine besonders berühmte Person stirbt, dann berührt das etwas länger, vor allem, wenn es Sportler wie Joe Frazer sind, die sich tatsächlich von ganz unten nach oben gekämpft haben.
Doch denkt man an den Hype, der um Lady Di gemacht wurde (und noch heute gemacht wird), dann stellt man fest, dass die fast schon zu einer Heiligen verklärt worden ist: the People's Princess, das hört sich doch nach Erlösung für die Massen an, nicht wahr? Was hat diese Frau denn wirklich jemals geleistet, außer den künftigen britischen Thronfolger zur Welt zu bringen und ein paar wohlmeinende Worte gegen Landminen zu sagen?
Oder nehmen wir eine der großen "Lichtgestalten" (nein, nicht Franz Beckenbauer, auch wenn der sicherlich ein großartiger Fußballspieler war) des 20. Jahrhunderts: Ernesto "Che" Guevara. War er wirklich der romantische Held und Freiheitskämpfer, der gegen das Unrecht auf der ganzen Welt kämpfte, dabei tragisch scheiterte und seinem sicheren Tod unerschrocken ins Auge sah, sozuagen ein "Jesus mit 'ner Knarre", wie Wolf Biermann ihn nannte?
Oder war er nicht in Wirklichkeit ein Fanatiker, der für den Tod (bzw. die Ermordung, denn anders kann man willkürliche Erschießungen ohne faire Gerichtsverfahren wohl kaum nennen) hunderter Menschen verantwortlich war? Direkt nach dem Sieg über Kubas Machthaber Batista hatte er hunderte der Anhänger des Diktators, später dann auch eigene Anhänger, an deren Linientreue gezweifelt wurde, erschießen lassen, entweder ganz ohne Gerichtsverfahren, oder nach Standgerichtsverfahren (in Friedenszeiten!) oder nach entsprechenden Schauprozessen, bei denen das Urteil über die Angeklagten schon bei Prozessbeginn längst feststand. Dazu kam sein völliger Dilettantismus in Sachen Wirtschaft und Handel, und so war er als Handels- und Wirtschaftsminister Castros wohl der Hauptverantwortliche dafür, dass Kubas Wirtschaft nach der Revolution innerhalb kürzester Zeit völlig am Boden lag und auf sowjetische Hilfe angewiesen war.
Der idealistische Freiheitskämpfer ist also nur die eine Seite. Die andere Seite ist der inkompetente Minister und der fanatische und unmenschlich brutale Guerillaführer und Castros "Chef-Exekutor."
Und obwohl sich mit seinem Tod nur bewahrheitete, was die Bibel schon sagt: "wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert sterben", so berührte und empörte seine Ermordung doch Millionen Menschen auf der ganzen Welt, und Alberto Kordas berühmtes Portrait "Guerrillero Heroico" wurde zur Ikone eines vermeintlichen Erlösers, eben eines "Jesus mit 'ner Knarre" und prägte sein Image bis heute nachhaltiger als die Erinnerung an seine unmenschlichen Taten oder seine sagenhafte Inkompetenz.Wenn man sich dagegen erinnert, dass selbst aus dem völlig überflüssigen Tod eines Porno-Sternchens namens "Sexy Cora", die an den Folgen der ich-weiß-nicht-wievielten, völlig überflüssigen und idiotischen Brustvergrößerung starb, ein riesiger Medienrummel gemacht wurde ("sex sells" und "bad news is good news") dann bekommt unser Erinnerungs- und Betroffenheitskult schon einen bizarren Beigeschmack.
Man stelle sich dieses Bild mal vor: "Sexy Cora" in den Armen von Che Guevara, und als Trauzeugin: the People's Princess. Ob dazu ein Joe Frazier als Bodyguard passt?

Sorry, just my €0.02. :booh:
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Alberto KORDA, war ein literarischer Schmierfink.
Ich habe seine "Biographie" über Guevara gelesen, aber nicht nur die von Korda,
noch 4 andere auch. Ich habe alle bei mir im Haus.
Außerdem gibt es insgesamt mehr als 40 Biographien über Guevara.
Die best recherchierte und authentischste Schrift stammt wohl von DANIEL JAMES
"Mythos und Wahrheit eines Revolutionärs" HEYNE; ISBN -10:3-453-12702-1
Ernesto Guevara de la Serna war ein Fanatiker und Massenmörder.
Er ließ, ohne Befehl von Castro, prozentual zur Einwohnerzahl Cuba's mehr Menschen
hinrichten (fast alle ohne Gerichtsverhandlung) als Josef Stalin in seiner Amtszeit in Rußland
(ebenfalls prozent. gerechnet zur Gesamtbevölkerung der russ. Union):
Nämlich über 6000 Menschen.
Wer die Wahrheit über Guevara kennt, dürfte seinen Namen nie mehr in den Mund nehmen.
Es gibt auch bis dato noch reichlich lebende Zeitzeugen. -
Er hat alle drei Kämpfe verloren und zwar eindeutig und unmissverständich ... Er war der einzige, der ALI am rande einer Niederlage hatte, mehr nicht.
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Er hat alle drei Kämpfe verloren und zwar eindeutig und unmissverständich ... Er war der einzige, der ALI am rande einer Niederlage hatte, mehr nicht.
Äh, nicht so ganz, Herr Kollege:ZitatAm 8. März 1971 kam es zum ersten Aufeinandertreffen mit Muhammad Ali. Der Kampf wurde vom Boxpublikum erwartet wie kaum ein anderer Schwergewichtstitelkampf zuvor und erreichte einen außergewöhnlich hohen Grad an öffentlicher Aufmerksamkeit. Beide Kämpfer kassierten die damals sehr hohe Summe von 2,5 Mio. US-Dollar pro Mann.
Frazier brachte Ali während der zweiten Kampfhälfte und insbesondere in der 11. Runde in K.O.-Gefahr und schlug ihn in der letzten Runde mit einem linken Haken zu Boden. Er gewann einstimmig nach Punkten und fügte Ali damit die erste Niederlage in dessen Profikarriere zu. Dieser Kampf wurde von der Fachzeitschrift Ring Magazine zum Kampf des Jahres gewählt und wird heute noch als „Kampf des Jahrhunderts“ tituliert. Er gilt, wie das dritte Duell der beiden Kontrahenten, als absoluter Klassiker unter den Schwergewichtstitelkämpfen.
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Ja, ich weiss schon. Allerdings sind sich Boxexperten einig, das Ali nur verloren hat, weil er ihn beim ersten Kampf nicht ernst genommen hat. Ali war ja bekannt durch seine Überheblichkeit. Aber der Smoking joe war wohl schon mit das beste was es je an schwergewichtern gab...Gruss
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Hallo zusammen!
Also - "Smokey" Joe Frazier war im Bereich Boxen ein ganz Großer!!
Er steht, stellvertretend, für die Boxqualität im Superschwergewicht in jener Zeit, darf wohl in einem Atemzug mit M. Ali genannt werden.
Einer von Beiden hätte wohl auch heute, in Form ihrer Glanzzeit, die Krone im Schwergewicht.
Habe ALLE Kämpfe von ihnen im TV verfolgt (verfolge heute noch die Schwergewichtsszene aktuell mit Interesse) und bin überzeugt:
Beide hätten dem heutigen Klitschko-Spuk ganz schnell ein Ende bereitet.
Grüße Euch mit "Ring frei"!

Socorro
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