Das häßliche Ührlein - die 566 i und Familie
Es war die Zeit des Jahres, wo jedermann die Sonne und den Frühling erwartete und den sterbenden Winter erlitt. Menschen huschten durch die Straßen, früh morgens ohne Winterjacke frierend, mittags mit Winterjacke schwitzend.
Mitten in der großen Stadt lag nahe des Flusses an einem keinen Berg eine Insel des Glücks, ein Ort, an dem immer die Sonne zu scheinen schien. Menschen trafen sich dort, um zu lächeln.
Hier an diesem Ort warteten zwei schwarze Kisten und der noch nicht geborgene Inhalt auch auf den Frühling, im Dunkel der Box wartete der Inhalt nur darauf, das Sonnenlicht aufzunehmen und zurückzuspiegeln.
Der Natur ihrer Bestimmung folgend, kamen die Boxen in gute Hände. Dort wurden sie gehegt und gepflegt und auf den Tag vorbereitet, an dem sie ihr innewohnendes Geheimnis Preis geben sollten. Eine Adoptivfamilie wartet auch schon gespannt auf den großen Tag.
Endlich öffnete sich eine Box nach der anderen.
»Tick, tick!«, klang es ganz zaghaft.
Sofort kam die Adoptiv-Familie an.
„Oh, schaut, wie gut sie zu mir passen“, rief die Jubiläum.
„Und die Zeiger, fast wie bei uns und genau wie bei dir“, riefen die 756 und die 856 im Chor.
»Das kann doch kein Zufall sein. Ob es noch mehr von uns gibt?«,fragte die 556 IB.
„Oh, ja“, antwortete die 856.
„Von euch 556 gibt es noch
- die schwarze Perlmutt,
- die weiße Perlmutt,
- die mit den arabischen Ziffern auf 3/6/9/12,
- die, die sich nur „i“ nennt,
- eine grüne mir Krone links
- eine weiße mit schwarzen Zeigern
- eine schwarze „i“ mit ganz weißen Zeigern und dem Aufdruck „Frankfurt am Main“ unter dem Sinn Logo
- eine Silver mit silbrigem Wellenschliff-Ziffernblatt
- eine BEAMS (grün umrandete Ziffern (3, 6, 9, 12), grün umrandete 5-Minuten Indizes, rote Sekunde und der Schriftzug „BEAMS“ zwischen 4 und 5 statt Minuten Indizes
- eine MX5 in rot
- eine MX5 in orange
- eine CR (Creme dial mit nur den Ziffern 2, 4, 8 und 10)
- eine Aviation (blaues Zifferblatt und orange Minutenindizes, orangenem Sekundenzeiger, Krone links)
- die Isetan, mit Eisenbahnminuterie, 12 arabischen Ziffern und Zeigern wie bei der 104
und vielleicht noch mehr.
Wir sind eine wirklich große Familie.“
Die IM konnte es kaum glauben. „Das ist ja spannend. So viele Geschwister und Verwandte.“
„Oh, wenn es um Verwandte geht, dann hätte wir da noch die Vielfalt der 656, die Gruppe der 856, und vielleicht sogar einige weiter entfernte Verwandte. Wenn wir mit allen ein Familientreffen machen wollten, bräuchten wir eine riesige Box,“
„Ob wir die alle einmal kennen lernen?“ fragte die Jubi
„Alle?“, fragte die 756 erschrocken. „Nein, wohl eher nicht. Aber wir haben eine Überraschung für Euch. Ein Geschwisterlichen bekommt ihr noch: Die 556 i.“
„Echt jetzt?“, fragten die Juri, die iM und IB wie aus einem Mund. „Ist die auch so hübsch wie wir, so edel?. Hat die auch so ein wunderschönes Ziffernblatt? Glänzt die auch so? Los, sagt schon …“
„Sie hat die gleichen Gene,“ antworteten die großen vorsichtig. „Sie ist etwas sportlicher. Das Ziffernblatt ist gaaaaanz tief schwarz, und glänzt auch, aber ohne Sonnenschliff. Die Zeiger sind nicht skelettiert, sondern komplett mit Leuchtmasse belegt, und in zur Achse hin schwarz. Sie hat auch ein Datum. Die Indizes sind aufgedruckt, nicht aufgesetzt. Und sie hat einen Fehler: Der Sekundenzeiger ist nicht weiß wie bei den meisten, sondern dunkel rot, nicht leuchtend rot matt wie bei der Sonderedition für Page&Cooper, aber dunkelrot glänzend.“
„Boah, klingt das häßlich. Ein Datum auf unserem wunderschönen Ziffernblatt. Plump bemalte Zeiger und Indizes. Nix Sonnenschliff, nix Stahlzeiger. Die passt nicht zu uns.“
„Schaut uns doch mal an - sind wir häßlich?“, fragten die 756 und die 856
„Öhem, ja, also, wir meinten ja nur, dass, … Na, Ihr wisst schon … nicht so gemeint …“
„Ja, sie ist wie Ihr, und doch ganz anders. So kann tolle Vintagelederbänder tragen, und Natos, die Euch nicht stehen würden, dafür passen ihr vielleicht die edleren Lederbänder nicht. Aber die Stahlbänder, die passen prima zu Euch allen.“
Als die 556 i dann da war, musste sie sofort eine Modenschau veranstalten:
„Och nööö, dass sieht doof aus, Straßenuhr, Straßenuhr, …“
„Das geht ja gar nicht, das tut ja in den Augen weh.“
„Wie aus der Wühlkiste, einfach nur Billig.“
Das konnten sich die 756 und 856 nicht mehr anhören.
„Jetzt ziehen wir uns mal alle gleich an - STAHLBAND.“
„Hey, wir sehen uns ja doch ähnlich.“
„Die „i“ ist aber die kleinste, hehehe.“
„Ihr seid alle gleich groß, das wirkt nur anders.“
„Ruhe jetzt, wir sind doch eine Familie.“
„Genau.“
„Eben.“
„So ist es.“
Es stellte sich heraus, dass es wirklich eine wunderbare Patchwork-Familie war. Jeder hatte seine Vor- und Nachteile, jeder sein spezielles Aufgabengebiet, und doch konnte man klar sehen, dass sie alle auf eine bestimmte Art und Weise zusammengehörten.
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Nachdem ich die 556 nun schon zum dritten Mal habe, dachte ich, dass eine neue Vorstellung angemessen ist. Hier nun die die technischen Daten zur 556 I von der Sinn-Homepage:
Mechanisches Ankerwerk
ETA 2824-2
Automatikaufzug
25 Rubinlagersteine
28.800 Halbschwingungen pro Stunde
Sekundenstopp
Antimagnetisch nach DIN 8309
Gehäuse
Gehäuse aus Edelstahl, satiniert
Deckglas aus Saphirkristall, beidseitig entspiegelt
Sichtboden aus Saphirkristallglas, innen entspiegelt
Boden verschraubt
Krone verschraubbar
Erfüllt die technischen Anforderungen der DIN 8310 für Wasserdichtigkeit
Druckfest bis 20 bar
Unterdrucksicher
Funktionen
Stunde, Minute, Sekunde
Datumsanzeige
Maße und Gewicht
Gehäusedurchmesser: 38,5 mm
Bandanstoßbreite: 20 mm
Gesamthöhe in Mitte der Uhr: 11 mm
Gewicht ohne Band: 65 Gramm
Zifferblatt und Zeiger
Schwarz glänzendes Zifferblatt
Indizes mit Leuchtfarbe belegt
Stunden-, Minutenzeiger mit Leuchtfarbe belegt

