Der eine oder andere wird sich möglicherweise erinnern, daß ich die britischen Inseln und vieles, was von dort kommt, gerne mag. Bei einigen Urlauben dort konnte ich feststellen, daß man hier gut essen und gut trinken, Glück mit dem Wetter haben und qualitativ Hochwertiges erstehen kann. Somit ist eine Uhr aus britischen Landen eine durchaus logische Konsequenz.
Ein kleiner Blick auf dies, was sich hier tummelt:
Accurist: zu gewöhnlich
CWC: auch hier fehlt mir das gewisse Etwas
Perigaum: zu verschwurbeltes Design
Windmills: etwas für Ärzte, Architekten und Anwälte ( Klischees - was ist das ? )
Speake-Marin: Der englische Versuch, wie Ulysse-Nardin zu sein
Schofield: hmmm - nein, eher nicht meins
Arnold & Son: Nicht mein Stil und preislich nicht mehr so ganz erreichbar
Dunhill: auch nicht so meines, und so heißen Zigaretten auch.
Graham: Zu martialisch
Hamilton: da ließe sich wahrscheinlich etwas finden, aber ein Uhr, die wie ein Rennfahrer heißt … ?
Bremont: gesalzene Preise, aber ich warte noch auf das richtige Modell, das mich vom Hocker reißt
Schließlich bin ich auf die Marke “Christopher Ward” gestoßen, als ich von unserem allseits bekannten Forumsmitglied Michael aka “citizen” den Hinweis zum Blog “Oceanictime” ( http://oceanictime.blogspot.com ) gefolgt bin. Ein Blog, genau nach meinem Geschmack: Fokusiert auf Taucheruhren, mit einer detaillierten Auflistung der vielen Hersteller in unterschiedlichen Sortierungen, begleitet von aussagekräftigen Fotos, fundierten Bemerkungen und dem einen und anderen launigen Kommentar.
Christopher Ward ist eine vergleichsweise junge Marke, die Gründung war im Jahre 2004. Laut Firmen-Website ( https://www.christopherward.eu ) wurde das Unternehmen während einer Bootsfahrt auf der Themse aus der Taufe gehoben, hat einen überraschend fulminanten Start hingelegt und dürfte die Fachwelt überzeugt haben..
Im Portfolio finden sich sehr schmucke, teilweise klassisch im Stil der Siebziger-Jahre gestaltete und durchaus fair bepreiste Modelle. Die C60 hat es mir auf den ersten Blick sofort angetan, das recht eigenständige Design der Zeiger und die umfangreiche Palette an Größen und Farben bietet für viele Geschmäcker das richtige. Es gibt die C60 vor allem als GMT-Modell, die ich ja besonders schätze.
Mir hätte die Variante “schwarzes Zifferblatt - dunkelrote Lünette” am besten gefallen, aber just die ist ausschließlich in der 42-mm- und in der 38-mm-Ausführung erhältlich. Die richtige Größe war mir aber wichtiger - und so habe ich mich für die 40-mm-Variante entschieden.
Wie sich gezeigt hat, war die Wahl goldrichtig: am Black Friday mit 15% Nachlaß bestellt, dienstags geliefert - Respekt ! Lieferungen über weitaus kürzere Distanzen dauern oft viel länger.
Die Uhr wurde in einer schweren, aufwendig anmutenden Kunstleder-Holz-Box geliefert - und die erste Anprobe zeigte: Sitzt, paßt, wackelt, hat Luft ! Das Handgelenk freut’s !
Wer mich kennt, ahnt wahrscheinlich, was jetzt kommt: Das bestellte Original-Band, ein Nylon-Gummi-Hybrid-Band, war dank Quick-Release-Federstegen gleich demontiert, zwei Standard-Federstege aus dem Fundus geschwind eingesetzt, die Sammlung Nato-Bänder flugs durchforstet und ein passendes eingefädelt - jetzt fühlt sich die C60 GMT richtig großartig an.
Bei genauer Betrachtung lassen sich folgende Details an der Uhr entdecken: Ein glänzend-schwarzes Zifferblatt mit akkurater Bedruckung und aufgesetztes Stab-Indizes, einem nicht zu aufdringlichen Datumsfenster auf 3 h, einem markanten Stundenzeiger, einem Poseidon-Dreizack am Sekundenzeiger, eine griffige Krone und eine sauber rastende 24-h-Lünette in schwarz mit Leuchtziffern.
Der geschraubte Boden der Uhr zeigt eine schöne Prägung, die den Dreizack nochmals zitiert, gepaart mit Firmennamen und der Typenbezeichnung. Insgesamt bekommt man von diesem Zeitmesser einen wohl ausbalancierten Eindruck aus leicht mattiertem Gehäuse und den polierten Indizes und Zeigern, die somit ein gelungen dosiertes Maß an Bling-bling bieten.
Nach einigen Tagen am Handgelenk kann ich der C60 GMT ein rundum positives Zeugnis ausstellen: Die Uhr macht einen überaus wertigen, edlen Eindruck, trägt sich im höchsten Maße angenehm, ist hervorragend ablesbar und hat somit ein überzeugendes Preis-Leistungsverhältnis.
In einigen Wochen werde ich ihr eine Runde auf der Zeitwaage spendieren.
Zusammengefaßt die wichtigsten technischen Daten:
Durchmesser des Gehäuses: 40 mm
Höhe des Gehäuses: 13.65 mm
Masse: 83g
Werk: Sellita SW330 ( 28800 Halbschwingungen/h )
Gehäusematerial: Edelstahl 316L
unidirektionale Lünette mit Keramik-Einlage
Saphirglas, entspiegelt
Druckfestigkeit: 60 bar
Leuchtmasse: Super-LumiNova Grade X1 GL C1
Abstand der Bandanstöße: 47.46mm
Anstoßbreite: 20 mm
Zum Schluß noch ein paar Bilder, mit Unterstützung der Dezember-Sonne.