Kronenverschraubung & Dichtungen

  • Hallo Leute.

    Ich habe da mal eine Frage.
    Wie fest wird eine verschraubbare Krone angezogen?
    Ich habe schon einige Uhrmacher diesbezüglich gefragt und es gab immer 2 verschiedene Antworten.
    Da ich meine Uhren auch gerne und häufig im Wasser trage,liegt mir diese Frage ganz besonders am Herzen.
    Die Einen sagen,man dreht die Krone bis zum Anschlag fest.(handwarm)
    Die Krone wird die Dichtungen nicht quetschen,da der Weg bei der Konstuktion beachtet worden ist.
    Andere widerum sagen,man sollte die Krone bis zum Anschlag drehen,und dann eine 1/4 - 1/2 Umdrehung wieder zurück drehen,damit die Dichtungen eben nicht beschädigt (gequetscht) werden.
    Nun,ich bin mir nicht ganz sicher,denn jeder Uhrmacher,den ich gefragt habe,rät mir dieses oder jenes.
    Ich handhabe es inzwischen so,dass ich die 2 Variante nehme,um auf Nummer sicher zu gehen,denn mir wurde mal gesagt,dass die Dichtigkeitsprüfungen sogar stellenweise mit gezogener Krone gemacht werden.
    Wenn die Uhr so dicht ist,was bei der heutigen der Technik im Bezug auf Genauigkeit der Fertigung durchaus die Norm ist,dann hält sich erst recht dicht,wenn die Krone verschraubt wurde.
    Nun gut,bisher ist keine meiner Uhren abgesoffen,doch mich würde mal interessieren,welchen Standpunkt ihr zu dem Thema vertretet.

    bis später... ICEMAN

    ...bekennende Poliertuchmuschi... :o:

  • Zitat von ICEMAN

    Ich habe da mal eine Frage.
    Wie fest wird eine verschraubbare Krone angezogen?
    [...] mich würde mal interessieren,welchen Standpunkt ihr zu dem Thema vertretet.

    Ich vertrete hier keinen "Standpunkt," sondern beschreibe Dir, was Profis dazu sagen, die diese Aussagen mittels Druckprüfung bestätigt haben: Wird die Krone "normal fest" angezogen (Methode 2), ist das Gehäuse an dieser Stelle nur bis ca. 10 bar druckfest. Für das Gerätetauchen könnte das also schon sehr knapp werden.

    Wenn man die maximale Wasserdichtigkeit bei seiner Taucheruhr darüber hinaus gewährleisten will, dann muß man die Krone ganz fest zuschrauben. Nur dann werden die Kronen-Dichtungen so zusammengedrückt, daß die Dichtungen den Tubus (= das Röhrchen, durch das die Zeigerwelle nach außen zur Krone geht) absolut dicht verschließen und damit dem Wasserdruck standhalten können. Diese Verfahrensweise (Methode 1) ist - zumindest bei Taucheruhren - tatsächlich konstruktiv berücksichtigt worden. Darüber hinaus läßt jeder Taucher, der seine Uhr unter Wasser einsetzt, die Dichtungen einmal jährlich (am besten direkt vor dem "großen Tauch-Urlaub") überprüfen.

    Nur bitte beim Zuschrauben der Krone daran denken: Nach "fest" kommt "ganz fest", nach "ganz fest" kommt dann "kaputt/abgebrochen". ;) Also bitte die Automechaniker-Flachzange in der Werkzeugtasche lassen; es gibt für einige Taucheruhren sogar spezielle Kronenschlüssel, die man wie ein Röhrchen auf die Krone schiebt und damit die Krone dann dreht, bis sie wirklich dicht verschlossen ist.

  • Zitat von HappyDay989

    Darüber hinaus läßt jeder Taucher, der seine Uhr unter Wasser einsetzt, die Dichtungen einmal jährlich (am besten direkt vor dem "großen Tauch-Urlaub") überprüfen.

    Jedes Jahr bringt keiner seine Uhr zum Service.
    Das wäre mir neu.

    Bei den U-Modellen bin ich zwar sehr vorsichtig,aber ich bin der Meinung,die Viton Dichtungen sind doch so hochwertig,dass sie locker 3 Jahre aushalten.
    Davon mal abgesehen bin ich kein Monty Hall,R.Frerichs,M. Weidner oder sonst ein Profitaucher,der das halbe Jahr unter Wasser verbringt.
    Ich glaube für meine paar Tauchgänge im Jahr,dürfte der Intervall von 3 Jahren ausreichen.

    Zitat

    Nur bitte beim Zuschrauben der Krone daran denken: Nach "fest" kommt "ganz fest", nach "ganz fest" kommt dann "kaputt/abgebrochen". ;) Also bitte die Automechaniker-Flachzange in der Werkzeugtasche lassen

    Für was für einen Grobmotoriker hälst Du mich eigentlich? :shock: :?

    bis später... ICEMAN

    ...bekennende Poliertuchmuschi... :o:

  • Zitat von HappyDay989

    es gibt für einige Taucheruhren sogar spezielle Kronenschlüssel, die man wie ein Röhrchen auf die Krone schiebt und damit die Krone dann dreht, bis sie wirklich dicht verschlossen ist.


    An dieser Stelle hatte ich beim Lesen erwartet das gleich der Begriff "Drehmomentschlüssel" erscheint. :lol:

  • Zitat von ICEMAN


    Jedes Jahr bringt keiner seine Uhr zum Service.
    Das wäre mir neu.

    Daher mein Reden: Mit einer teuren Uhr sollte man erst gar nicht ins Wasser gehen. Die U1 "riskier" ich noch, aber die teureren Teile halt nicht.

    "Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie angeschaut haben." (Alexander von Humboldt)

  • Einige Uhren sind so teuer, weil man damit ins Wasser gehen kann. Aber auch Helmut Sinn hatte als Flieger nicht viel fürs Wasser übrig ("zu nass, zu kalt, zu gefährlich"... aus einem Interview).

    Gruß Gero

  • Zitat von Chronometres

    Aber auch Helmut Sinn hatte als Flieger nicht viel fürs Wasser übrig ("zu nass, zu kalt, zu gefährlich"... aus einem Interview).

    Ja, wo er Recht hat, hat er Recht!

    "Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie angeschaut haben." (Alexander von Humboldt)

  • Zitat von Chronometres

    Einige Uhren sind so teuer, weil man damit ins Wasser gehen kann. Aber auch Helmut Sinn hatte als Flieger nicht viel fürs Wasser übrig ("zu nass, zu kalt, zu gefährlich"... aus einem Interview).

    Meine Schaumburg Watch Aquamatic war gar nicht soo furchtbar teuer und mit der kann ich auch in Wasser gehen. Den Drucktest bis 100 bar hat die Uhr problemlos überstanden, den Drucktest bis 7 bar ebenfalls, den "Praxistest" in Dusche und Badewanne ebenfalls (von wegen: Wasser ist kalt und gefährlich :D ) - man muß also nicht zwangsläufig eine Uhr "ab 1.000 €" tragen, wenn man ins Wasser gehen will. ;)

  • Zitat von HappyDay989


    Meine Schaumburg Watch Aquamatic war gar nicht soo furchtbar teuer und mit der kann ich auch in Wasser gehen.

    "In Wasser gehen" kann ich auch mit einer nicht wasserdichten Uhr. "Ins Wasser gehen" kannst du auch ohne Uhr, aber wir (ich spreche hier mal für alle Forumsmitglieder) möchten dich gerne noch in unserer Mitte behalten. Also mach keine Dummheiten! :D

    Ich hatte ja auch nicht "soo" teuer sondern nur "so" teuer geschrieben. Das war eine Präventiv-Maßnahme für den Fall, dass jetzt einer seine Vorliebe für "preiswerte" beriehmte Taschenrechner in Verbindung mit Aufenthalten unter Wasser kund tun möchte. Dies ist die SCHRAUBERECKE, nicht die ELEKTRONIKHALDE!

    Gruß Gero

  • Zitat von athlone

    [Kronenschlüssel für Taucheruhren]
    An dieser Stelle hatte ich beim Lesen erwartet das gleich der Begriff "Drehmomentschlüssel" erscheint. :lol:

    So etwas ähnliches sind diese Kronenschlüssel auch, das ist kein Witz. Die "Rutschkupplung" besteht bei solchen Schlüsseln allerdings aus einem Kunststoff-Inlay, das schlicht und einfach an den Riffelungen der Krone durchrutscht, wenn die Krone ihre maximale Verschlußfestigkeit erreicht hat. Ein allzu langes Leben haben diese Kronenschlüssel also nicht, denn die Inlays verschleißen natürlich recht schnell. Andererseits sind es ja auch nur Cent-Artikel, und die Konstruktion spezieller Drehmoment-Schlüssel, die sich individuell auf jede Krone einstellen lassen, wäre wohl etwas übertrieben.

    Um aber auf die eingangs gestellte Frage zurückzukommen: Bei Taucheinsätzen sollte man entweder eine Uhr tragen, auf die es nicht so ankommt, oder eben die Krone wirklich fest verschrauben, um eine maximale Druckfestigkeit zu gewährleisten. Ob man dann die Dichtungen seiner Uhr einmal jährlich oder nur alle paar Jahre überprüfen läßt, ist natürlich jedem selbst überlassen - mit allen Konsequenzen, versteht sich. ;)

    @ Gero: ich habe nicht die Absicht, "ins Wasser zu gehen," also mach Dir bitte keine Hoffnungen, daß Du irgendwelche Uhren erben könntest. :D

  • Zitat von HappyDay989

    Um aber auf die eingangs gestellte Frage zurückzukommen: Bei Taucheinsätzen sollte man entweder eine Uhr tragen, auf die es nicht so ankommt, oder eben die Krone wirklich fest verschrauben, um eine maximale Druckfestigkeit zu gewährleisten. Ob man dann die Dichtungen seiner Uhr einmal jährlich oder nur alle paar Jahre überprüfen läßt, ist natürlich jedem selbst überlassen - mit allen Konsequenzen, versteht sich. ;)

    Nun gut Olaf,dann werde ich Deinen Ratschlag mal beherzigen.
    Aber ich glaube schon,dass ich mit meinem 3 Jahre Rythmus
    ganz gut fahre.
    Wie schon gesagt,bisher ist mir noch keine Uhr abgesoffen....toi,toi,toi... :roll:

    bis später... ICEMAN

    ...bekennende Poliertuchmuschi... :o:

  • Zitat von Chronometres

    (...) eine Präventiv-Maßnahme für den Fall, dass jetzt einer seine Vorliebe für "preiswerte" beriehmte Taschenrechner in Verbindung mit Aufenthalten unter Wasser kund tun möchte. Dies ist die SCHRAUBERECKE, nicht die ELEKTRONIKHALDE!

    :thumbright:

    Gruß

    Christopher

  • Zitat von ICEMAN


    Nun gut Olaf,dann werde ich Deinen Ratschlag mal beherzigen.
    Aber ich glaube schon,dass ich mit meinem 3 Jahre Rythmus
    ganz gut fahre.
    Wie schon gesagt,bisher ist mir noch keine Uhr abgesoffen....toi,toi,toi... :roll:

    Es geht doch nur um eine Überprüfung, nicht um einen Austausch. Die Prüfung sollte jeder Uhrmacher gratis und innerhalb von wenigen Minuten durchführen. Die paar Minuten, die das dauert, sollte einem die so gewonnene Gewißheit doch wert sein, finde ich. Wenn die Uhr bis 10 bar druckfest ist (mehr können die meisten Uhrmacher nicht testen), dürfte das wohl als Bestätigung dafür dienen, daß die Dichtungen noch in Ordnung sind.

  • Zitat von Chronometres


    Ich hatte ja auch nicht "soo" teuer sondern nur "so" teuer geschrieben. Das war eine Präventiv-Maßnahme für den Fall, dass jetzt einer seine Vorliebe für "preiswerte" beriehmte Taschenrechner in Verbindung mit Aufenthalten unter Wasser kund tun möchte. Dies ist die SCHRAUBERECKE, nicht die ELEKTRONIKHALDE!

    :hello1:

    --
    Schöne Grüße aus Berlin

    Andreas aka eosfan

  • Zitat von HappyDay989

    Es geht doch nur um eine Überprüfung, nicht um einen Austausch. Die Prüfung sollte jeder Uhrmacher gratis und innerhalb von wenigen Minuten durchführen. Die paar Minuten, die das dauert, sollte einem die so gewonnene Gewißheit doch wert sein, finde ich. Wenn die Uhr bis 10 bar druckfest ist (mehr können die meisten Uhrmacher nicht testen), dürfte das wohl als Bestätigung dafür dienen, daß die Dichtungen noch in Ordnung sind.

    Nun,mal eine Frage zu der Wasserdichtigkeitsüberprüfung.
    Wird die Uhr nur abgedrückt,oder auch geöffnet?
    Sollte das Letztere der Fall sein,geht das bei der 203 Arktis,U2 und UX ja nur im Füldchen...

    bis später... ICEMAN

    ...bekennende Poliertuchmuschi... :o:

  • Danke chronometres

    Wird bei Sinn nach dem öffnen einer Uhr die Dichtung automatisch ausgewechselt?
    Weiß das jemand?

    bis später... ICEMAN

    ...bekennende Poliertuchmuschi... :o:

  • Zitat von Chronometres

    Bei der Prüfung der Wasserdichtheit wird die Uhr nicht geöffnet.

    Das würde auch keinen Sinn machen, denn wenn man die Uhr zuerst öffnet und dann abdrückt, ist sie garantiert nicht wasserdicht - geöffnete Gehäuse haben das nun mal so an sich. :roll: Und eine Uhr, die sich bereits im Drucktest als dicht erwiesen hat, muß man nicht mehr öffnen. ;)

    Zum Verfahren: Die Uhr wird in einem Glaszylinder mit einer Art Flaschenzug befestigt, und dann im Zylinder mittels eines Kompressors ein Überdruck von bis zu 10 bar erzeugt. Ist eine Dichtung defekt, so wird der Überdruck im Zylinder dafür sorgen, daß Luft mit Überdruck in das Uhrengehäuse gepresst wird. Läßt man mittels Flaschenzug nun die Uhr ins Wasser am Boden des Zylinders, treten an den Stellen, an denen die Dichtungen nicht in Ordnung sind, kleine Luftbläschen aus, weil der Überdruck im Gehäuse ins Wasser entweicht. Dabei kann kein Wasser in die Uhr gelangen, weil ja noch genügend Überdruck in der Uhr ist, sofern man die Uhr dann sofort aus dem Wasser hievt. Das Gute an diesem Test ist, daß man sofort erkennen kann, an welchen Stellen die Dichtung beschädigt ist oder nicht richtig sitzt. Man weiß also sofort, welche Dichtung getauscht werden muß: Boden, Krone, evtl. Drücker oder Glas (letzteres ist äußerst unwahrscheinlich, am häufigsten "erwischt" es m. W. wohl die Kronendichtungen, und bei "Selbstschraubern" natürlich auch die Bodendichtung).


    Nachtrag: Nach einer Revision werden die Dichtungen auf jeden Fall getauscht, denn die haben es dann wirklich hinter sich. Man muß aber nicht nach jedem Öffnen der Uhr die Dichtungen tauschen, sonst geriete die Regelage eines Werkes wohl zu einer sehr kostspieligen Angelegenheit. Auf jeden Fall sollte man die Dichtung vor dem Einsetzen aber mit etwas Silkonfett behandeln, und die Uhr sollte wieder erwärmt werden, um die Luftfeuchtigkeit aus dem Gehäuse zu vertreiben.

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