Ar-Trockenhaltetechnik - Argon = Ar - Die Sache mit dem Stickstoff

  • Die Ar - Trockenhatetechnik
    ist Sinns wichtigste Innovation und besteht aus drei ‚Elementen’
    1. Kupersulfat (CuSO4) – Trocknungskapel

    2. Vitondichtungen (FPM) (DuPont Warenzeichen)

    3. Edelgasfüllung (Katalog 2008/2009)

    Das ist tolles Marketing!!!!
    Kupfersulfat schnappt sich das Wasser im Uhren-Inneren und bindet es chemisch und zeigt die Menge des aufgenommenen Wassers an. Super.

    Vitondichtung hält die schädliche Atmosphäre und Flüssigkeiten aus der Uhr, selbst bei hohen Temperaturdifferenzen und schwierigen Flüssigkeiten außen. Sehr Gut.

    Edelgas sorgt dafür, dass keine Reaktionen und Verbindungen im Uhren-Inneren passieren. Es rostet Nix! Super.


    .... und jetzt kommts!!!!!...........

    Das Dritte Element heißt plötzlich:
    3.a. Schutzgasfüllung (Katalog 2009/2010)

    In der Kulturhauptstadt Europas 2010 und westlich der Rheines wird so etwas als doppelte Kundenverar..hung bezeichnet. (Ja, dat heißt hier so!). In Hessen heißt das: „schlechte Kundenkommunikation“, oder so....

    Edelgase sind Helium, Neon, Argon(Ar), Krypton usw. und reagieren oder verbinden sich nicht. Die sind also inert, wie der Chemiker sagt. Inertgase reagieren auch mit fast gar Nix und zu ihnen gehören Stickstoff (N2) sowie Helium, Neon, Argon(Ar), Krypton usw..
    Stickstoff ist hier also genauso gut und das stimmt auch so. (Rock n’ Roll – Chemie bleibt mal außen vor!)
    Schutzgas heißt gar Nix!
    Schutzgas bezeichnet Nichts, wenn der technische Prozess nicht einbezogen wird.
    Z.B. Argon beim Schutzschweißen, Kohlensäure (CO2) beim Bier- uns Sektbrauen
    oder möglichst 100% Wasserstoff im Generator eines Kraftwerks damit die Kühlung möglichst effizient ist und die Viskosität möglichst gering ist. (mehr Dreh mehr KW!!!)
    Das bedeutet man fällt mit einem Wort 2 Stufen ab.
    z.B. Käse ... zu 1. Stufe ...riecht wie Käse ... zu 2.Stufe... könnte wie Käse riechen ... muß aber nicht!

    Leute die sich mit BGB und dem Jahrhunderte alten HGB auskennen dürften frohlocken und Bleistifte für die Abmahnungen spitzen.

    Diese tolle Innovation liegt also im Moment in Trümmern!

    Bis dann, MoreGo

  • Stickstoff ist aber besser!

    Eine der neusten Erkenntnisse hier im Forum ist, dass die Argon AR-Trockenhaltetechnik nun mit Stickstickstoff (N2) gemacht wird,
    also N2 - Trockenhaltetechnik heißen sollte!

    Es ist in letzter Zeit aufgefallen, dass selbst hochseriöse Forumsmitglieder abfällig über die modifizierte AR-Technik schreiben.
    Das hat in meist 3 Gründ:
    1. Man hat einfach hinter dem Rücken der Kunden eine Änderung der Spezifikation vorgenommen.
    2. Die technische Begründung warum man ein Edelgas einsetzte, war nicht klar.
    3. Stickstoff wird als billiger angesehen. (stimmt minimal)

    Was man nicht beachtet:
    Stickstoff hat im Gegensatz zu Argon fast die gleiche Viskosität wie Luft. In Luft eingeregelte Uhren dürften in Stickstoff wesentlich genauer gehen als in Argon.

    Die U2 hat schon mal wenige Punkte für Regulierung bekommen. (Feb 2006, WatchTime) Mich würde interessieren, ob die Messung vor dem Öffnen oder nach dem Öffnen gemacht wurde.

    Bis dann, MoreGo

    Einmal editiert, zuletzt von MoreGo (24. Januar 2010 um 23:54)

  • Diese tolle Innovation liegt also im Moment in Trümmern!

    Im Moment scheint SINN in Sachen Kommunikation mit den Kunden einen gewissen Optimierungsbedarf zu haben, das hatten wir anlässlich des leidigen "Griff zur Ar-Technik"-Threads schon festgestellt.

    Auf mich macht diese Art der Öffentlichkeitsarbeit einen stark verbesserungswürdigen Eindruck, aber ich mag mich natürlich auch täuschen; vielleicht ist diese Art der Nicht-Kommunikation auch beabsichtigt.

    Wer weiß, auch bei diesem Gegenstand mag man sich ja fragen, ob es sich nur um einen Fehler im Design handelt:

    :D :ironie: :D

  • Meine Erklärung der Kundenkommunikation:
    Entweder "Stickstoff" klingt nicht so cool wie "Argon" oder es waren schon zuviel "Ar" Zifferblätter bedruckt, als man den Vorteil der Stickstoff-Füllung erkannte ... (und man hat nicht früh genug nachgedacht, welches Schutzgas für den Zweck am besten geeignet ist).

  • Danke an "el viejo" für dieses Thema und "more go" für die Aufklärung bzgl. dieses Themas. :thumbup:
    Werde es gespannt weiterverfolgen....

    bis später... ICEMAN

    ...bekennende Poliertuchmuschi... :o:

  • Moin,

    jetzt könnte man sagen:
    das Thema Trockenhaltetechnik, AR im Speziellen
    und Argon und oder Stickstoff im besonderen
    wurde hier schon zur Genüge diskutiert und es hängt einem auch schon zum Hals raus :sick:
    (so wie die ewige Preisdiskussion :bulge: , gell Olaf :ironie: )!

    Dem ist aber mitnichten so, :no:
    interessant ist und bleibt die Technik allemal :thumbup: , zumal in der Uhrenbranche einzigartig :gidee: ,
    dennoch sollte man die Vorteile, egal welches Gas nun verwendet wird nicht überbewerten,
    sicher sind die bessere Beschlagsicherheit und Lebensdauer sowie die damit verbundene längere Garantie die Hauptvorteile,
    neben dem schönen und mittlerweilige etwas widersprüchlichen Logo!
    Ein schönes Thema, dass uns bestimmt hier noch lange beschäftigen wird...
    :laola:

    Gruß
    Selespeed

    Gruß

    Selespeed

    Consul de Guinand (Markenbotschafter)
    Calendar Master (Sinn-Forumskalender)
    Stefan alias Selefan alias Sele-Blue alias Han-Sele alias For-Sele alias Cir-Sele :D
    -------------------------------------------------------
    Bevor isch misch uffreesch is mers liewer egaaal!


  • Was man nicht beachtet:
    Stickstoff hat im Gegensatz zu Argon fast die gleiche Viskosität wie Luft. In Luft eingeregelte Uhren dürften in Stickstoff wesentlich genauer gehen als in Argon.

    Ich nehme aber mal an,dass es darum aber eigentlich gar nicht geht,sondern um die Schutzfunktion,die das Gas erfüllen soll....oder verstehe ich da was falsch? ?(
    Somit ist es doch relativ wurscht,für welches Gas das Werk einreguliert wird.
    Mit Erfahrungswerten läßt sich jedes Werk regulieren,egal welches Gas.
    Aber davon mal ganz abgesehen,.....diese Viskositätswerte sind doch eh nur auf dem Papier interessant,oder?

    bis später... ICEMAN

    ...bekennende Poliertuchmuschi... :o:

    Einmal editiert, zuletzt von ICEMAN (26. Januar 2010 um 16:26)

  • Hi,
    Die Viskosität in der Uhr ist sehr wichtig. Es macht einen Unterschied ob sich die Unruh durch z.B. Wasser oder durch Luft dreht.
    Deswegen habe ich mal das 10W40 Öl oben abgebildet.

    Die Unterschiede zwischen Luft und Argon sind groß. Laut Wikipedia Tabelle hat Luft 17,1 µPas*s und z.B. Argon hat 21,0 µPas*s bei 0°C. Das sind 18,6% Unterschied.
    Spencer schrieb ein in Argon laufendes Werk wurde 8s vorgedeht, ob pro Minute pro Tag oder pro Stunde weiß ich nicht.
    100%iger Stickstoff weicht in der Viskosität nur 2,9% ab. Der hat nämlich 16,6 µPas*s.

    Es wird noch schlimmer!
    Die Viskosität eines Gase hängt auch noch vom Umbebungsdruck und von der Umgebungstemperatur ab. Wenn eine Varianz um mehr als eine Unbekannt schwingt, ist sie immer schwer in den Griff zu bekommen. Leidiges Beispiel sind die Meteorologen.

    Trockene Luft besteht aus 78% Stickstoff, 20,9% Stauerstoff und 0,9%Argon, der Rest ist bunt gemischt.
    Das böse CO2 ist nur zu 0,04% drin!
    Wenn man 100% Stickstoff in die Uhr füllt, ist das gar nicht so ein großer Unterschied. (lassen wir es mal dabei)

    Der Brennstoff für Veränderung am Uhrwerk sind zwei Sachen in unserer Umgebungsluft zum einen das Wasser in der feuchten Luft
    und vor allem der reaktionsfreudige Sauerstoff.

    Das Wasser trinkt das Kupersulfat und wird dadurch blau! (schön)

    Der Sauerstoff kann die Schmierstoffe und -öle verranzen und die Uhrwerksoberflächen oxidieren.

    Durch die N2-Füllung wird der Sauerstoff aber rausgepustet. Die teure Vitondichtung sorgt dafür das alles schön lange getrennt bleibt.

    .......... und das Ar-Zeichen verwirrt den Sinnfan da total! :P

    Bis dann, MoreGo

  • Spencer schrieb ein in Argon laufendes Werk wurde 8s vorgedeht, ob pro Minute pro Tag oder pro Stunde weiß ich nicht.

    Die Angaben der Abweichungen in Sekunden beziehen sich, wenn nicht ausdrücklich anders angegeben, immer auf einen Zeitraum von 24 Stunden. Dies beruht auf den Regularien für die Chronometer-Prüfung (COSC).

    Ansonsten hast Du die chemischen Zusammenhänge wirklich sehr schön und auch für Laien verständlich dargestellt und erläutert, dafür herzlichen Dank. :thumbup: :respekt:

  • MoreGo

    Vielen Dank für Deine Hilfe bei der Klärung dieses Themas. :thumbup:

    bis später... ICEMAN

    ...bekennende Poliertuchmuschi... :o:

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