Langzeiterfahrung mit der Trockenhaltetechnik ?

  • Es gibt hier einige Mitglieder die mit einem Mollier bzw. hx- Diagramm umgehen können.

    Die Aussage von Sinn macht nur dann Sinn, wenn Sinn eben kein Schutzgas verwendet!

    Sie erzählen etwas vom Wassergehalt (über Dampf) in der Atmosphäre ihrer Uhren und drucken Argonsymbole dafür drauf (und berechnen es auch noch den Kunden im Servicefall) obwohl keine feuchte Luft in der Uhr vorhanden sein dürfte sondern besagtes Argon als Schutzgas. Es dürfte nur Schutzgas und keine Wasserdampfhaltige Umluft drin sein. Wäre die Uhr mit Schutzgas versehen, dann kann kein Wasserdampf in der Uhr sein. Und wo kein Wasserdampf in der Uhr drin ist, da ist auch kein Wasserkondensat am Uhrglas. Selbst mein Miele Kondensationstrockner scheint die "Problematik" mit der feuchten Luft signifikant besser im Griff zu haben als Sinn. Und dabei ist das technisch einfach zu realisieren. Was andere Uhrenhersteller auch ohne "Schutzgas und Trockenkapseltechnik" demonstrieren.

    Sinn gesteht also an diesem Punkt selbst ein, das sie bezüglich Schutzgas den Kunden etwas vormachen und das Thema "feuchte Luft" nicht in den Griff haben ... und dann auch noch dafür in der Revision abkassieren.

    Was mich an diesen Punkten ärgert, ist der Umstand, das bei Sinn höchstwahrscheinlich wieder einige Mitarbeiter beleidigt sind, das offengelegt wurde das ihr Hokus Pokus nicht funktioniert hat (warum auch immer). An den Kunden liegt es nicht und sie beschweren sich völlig zu Recht.

  • eine äußerst interessante Information :love:

    Peter

    _____________________________________________________________
    Tschüss

    :peter: Peter

    Man verfällt einer Leidenschaft ganz oder nicht.
    Wenn nicht, dann ist es keine Leidenschaft,
    wenn doch, muss sie Erfüllung finden.

  • Sinn verwendet kein Argon mehr zum Befüllen, sondern Stickstoff!

    Geblieben ist nur der Name und das Symbol als optische Täuschung.
    Wie sieht es mit der Verdrängung der Luft aus dem Gehäuse aus, bei unterschiedlich schweren Gasen (Argon/Stickstoff)??

  • Wäre die Uhr mit Schutzgas versehen, dann kann kein Wasserdampf in der Uhr sein.

    Ist das auch mit Stickstoff so ?


    ... und dann auch noch dafür in der Revision abkassieren.

    Kennst Du die zusätzlichen Kosten für die Trockenhaltetechnik bei einer Revision ?

    Wie sieht es mit der Verdrängung der Luft aus dem Gehäuse aus, bei unterschiedlich schweren Gasen (Argon/Stickstoff)??

    Argon ist schwerer als Luft, aber was ist mit Stickstoff ?
    Hat Stickstoff nicht eine ähnliche Dichte wie Luft ?

    Einmal editiert, zuletzt von Kristian (20. Juli 2011 um 07:37)

  • Ist das auch mit Stickstoff so ?

    Selbstverständlich.

    Stickstoff ist recht Reaktionsträge (inert), und wo sich ausschließlich Stickstoff befindet, kann z.B. kein Wasserdampf sein. Stickstoff wird beim Schweißen als Schutzgas verwendet, verhindert das Flugzeugreifen anfangen beim landen zu brennen, kommt zu 78% in der Erdatmosphäre vor und hält in der Lebensmittelbranche die Kartoffelchips knackig, weil die Kartoffeln dann kein Wasserdampf anziehen. [ironie]Wären Kartoffelchips eventuell besser als Wasserdampfbinder geeignet als Kupfersulfatkapseln?[/ironie]
    Erst bei signifikant höheren Temperaturen (Verbrennung im PKW Motoren) können Stickoxide entstehen.

    Da Stickstoff im Gegensatz zu Edelgasen bei Raumtemperatur eine Verbindung mit sich selbst eingeht, dringen Stickstoffmoleküle durch ihre Molekülgröße weniger leicht aus den Dichtungen aus als z.B. Argon.

    Kennst Du die zusätzlichen Kosten für die Trockenhaltetechnik bei einer Revision ?

    Bislang haben einige Leute über die Revisionskosten gestöhnt. Gestern Nachmittag kam freundlicherweise der Kostenvoranschlag für meine Arktis an, in der dann der Betrag für die Schutzgasfüllung mit 55€ angegeben wurde. Wenn es funktionieren würde (offenbar hat hier Sinn ebenso Probleme mit dem befüllen wie bei den UXen), wäre es mir persönlich das wert, aber dann müßte es bezüglich dem Einstellen der Top-Uhrwerke auch bei den Konzis klappen.

    Bezüglich der Kupfersulfatkapseln muß man mal gucken, ob die nicht zu dick sind. Eventuell müßte Sinn diese Kapseln aufwändiger gestalten. So mehr in Richtung Rocketscience.

    Die linke Stirnseite dieser Zylinder bildet das Saphirglas nach Außen ab, die rechte Stirnseite zeigt zum Uhreninneren. Die Farbe Blau soll im Verlauf die Konzentration an gebundenem Wasser im Kupfersulfat anzeigen.

    Das die Trockenkapsel nichts anzeigt könnte daran liegen, das sie sich prinzipiell nicht vollständig sättigen läßt (Aussage Sinn, sie schaft nur einen gewissen Prozentsatz).

    Das man nichts sieht, kann man an der oberen "Trockenkapsel" sehen, wenn das Kupfersulfat nicht homogen mit Farbumschlag reagiert.

    Dann wäre die untere Methode eine Lösung, um das Problem zu minimieren. Man sieht zu, das an der Stirnseite weniger Kupfersulfat ist und gestaltet den Rest als Hohlzylinder. So hat man dann ein homogeneres Ergebnis bei geringerer Wanddicke. (Feststoff)Raketentechnik wäre es dann, wenn das Innere statt eines kleinen Zylinders sternförmig wäre (dann ist die Oberfläche bis zum völligen Abbrand immer gleich, und damit auch der Vorschub gleich und steigert sich nicht wie beim größer werdenden Zylinder erst beim weiteren Abbrennen).

    Argon ist schwerer als Luft, aber was ist mit Stickstoff ?
    Hat Stickstoff nicht eine ähnliche Dichte wie Luft ?

    Unsere Atemluft besteht zu 78% aus Stickstoff. Es wäre recht ungemütlich, wenn dem nicht so wäre. Ein Funke, und wir alle brennen lichterloh.

    Da mein Schnuppernäschen am Toten Meer sowie am Mount Everest immer noch Sauerstoff inhalieren kann, und lediglich der Luftruck bezüglich der geodätischen Höhe eine Rolle spielt, können wir vernünftigerweise annehmen (ohne Fachliteratur zu konsultieren) das sich der Sauerstoffgehalt in unserem Lebensraum ähnlich verhält. Jetzt frag mich aber bitte nicht nach den Eigenschaften in der Stratosphäre. :bulge:

    2 Mal editiert, zuletzt von Scheusal (20. Juli 2011 um 10:03)

  • @ Scheusal
    Vielen Dank für Deine Ausführungen, sehr interessant :thumbup:

    € 55,-- für die Schutzgasfüllung :bulge: ?(
    Das sind ca. 1/3 der Revisonskosten beim freien Uhrmachermeister :pinch:
    Einträgliches Geschäft für Sinn.

  • Ihr verwirrt mich immer mehr ?( :
    funktioniert die Trockenhaltetechnik nun gut, gar nicht oder eben,
    wie Sinn nun selbst auf Anfrage darstellt und man es auf den Punkt bringt "nur ein bisschen"
    oder sagen wir mal für die Praxis ausreichend 8|

    Zitat:
    "die Wirkung der Trockenhaltetechnik besteht darin, die Luftfeuchte im
    Gehäuseinneren dauerhaft auf ca. 25-30% relativer Feuchte zu halten."

    Im Katalog liest sich das aber gaaanz anders:
    Zitat:
    "Lagerung in fast trockener Atmosphäre
    Ziel des mit hohem technischen Aufwand realisierten Maßnahmenpaketes ist es, das
    Uhrwerk in einer nahezu trockenen, schützenden Atmosphäre zu lagern. Als positive
    Folgen wird nicht nur der Alterungsprozeß des Öls verlangsamt und somit die Funktionssicherheit
    des Werkes verlängert. Auch das Anlaufen des Deckglases bei Temperaturschocks (zum Beispiel Eintauchen
    in kaltes Wasser) läßt sich verhindern, um die einwandfreie Ablesbarkeit jederzeit zu sichern."

    Heisst nahezu trocken 25-30%???
    Heisst das beim Eintauchen in kaltes Wasser funktioniert die Antibeschlagsfunktion 100%ig???

    "Die Trockenkapsel bildet das Herzstück der Ar-Trockenhaltetechnik. Diese mit Kupfersulfat
    gefüllte Kapsel nimmt Luftfeuchte aus dem Gehäuseinneren auf und hält sie dauerhaft
    gebunden."

    Wird die in der Kapsel gebundene Luftfeuchte komplett gebunden: ja oder nein???

    "Die Ar-Trockenhaltetechnik wird durch eine aufwendige Schutzgasfüllung perfektioniert.
    Dies schafft ideale Startbedingungen für die Arbeit der Ar-Trockenhaltetechnik.
    Nur noch nachdiffundierende Luftfeuchte muß in diesem Fall in der Trockenkapsel gebunden
    werden. Die herkömmmlicherweise bei der Montage eingeschlossenen Feuchte entfällt
    auf diese Weise."

    Ist nun noch Feuchtigkeit drin: ja oder nein??

    Klaro ist der Eiswürfeltest extrem und nicht unbedingt praxisrelevant!
    Wi e ich eben nochmal gelesen habe, hat bei Wiederholung des Vergleichstests von Jörg die Sinn nun doch am besten abgeschnitten?
    Leichter Beschlag innen, der schnell wieder verschwindet. Also doch nicht sooo schlecht?
    Wird diese Feuchtigkeit dann von den Trockenkapseln gefressen oder ist das die von Sinn beschriebene Restfeuchte von 25-30%,
    die immer in der Uhr ist und gegen die man nix machen kann???
    Warum ist einfaches Ausheizen dann nicht besser oder zuverlässiger.
    Schliesslich ist es doch warscheinlich, dass der Stickstoff mit der Zeit die Uhr wieder verlässt....
    wie sagte schon Helmut Sinn:
    es gibt keine dichte Uhr!!!
    :D

    Gruß

    Selespeed

    Consul de Guinand (Markenbotschafter)
    Calendar Master (Sinn-Forumskalender)
    Stefan alias Selefan alias Sele-Blue alias Han-Sele alias For-Sele alias Cir-Sele :D
    -------------------------------------------------------
    Bevor isch misch uffreesch is mers liewer egaaal!

  • Ihr verwirrt mich immer mehr ?( :

    Tschuldigung :S

    ... funktioniert die Trockenhaltetechnik nun gut, gar nicht oder eben, wie Sinn nun selbst auf Anfrage darstellt und man es auf den Punkt bringt "nur ein bisschen" oder sagen wir mal für die Praxis ausreichend 8|

    Ich zitiere mal Volker Pispers:

    "Es tuts nicht!"

    Heisst nahezu trocken 25-30%???

    Unter Trocken versteht man für gewöhnlich 0% Wasser. Egal ob es sich um die Badewanne handelt oder Alkoholikern ... denen gesteht man ja auch keinen Restalkohol im Blut zu.

    Heisst das beim Eintauchen in kaltes Wasser funktioniert die Antibeschlagsfunktion 100%ig???

    Sinn gibt ja nicht an, bei welcher Temperatur die Luft in den Sinn Uhren mit Ar-Trockenhaltetechnik 25-30 [%] hat.

    Das ist aber entscheidend im Bezug auf die Wassermenge in der Uhr, was Auswirkungen darauf hat ab wann die Uhr an den kältesten Stellen beschlägt.

    Wird die in der Kapsel gebundene Luftfeuchte komplett gebunden: ja oder nein???

    Offensichtlich nicht. Denn sonnst hätte es bei den Uhren von Kristian oder mir nicht zum beschlagen der Uhren kommen dürfen.

    Ist nun noch Feuchtigkeit drin: ja oder nein??

    Offensichtlich ja, denn wenn keine beschlagsfähige Flüssigkeit drin ist, kann auch nichts beschlagen.

    Da die Sinn Uhren (hier die Sinn U2, die gleich 3 Kapseln verbaut hat) beschlagen, ist Wasser in den Uhren nachgewiesen worden.

    Klaro ist der Eiswürfeltest extrem und nicht unbedingt praxisrelevant!

    Die Uhren werden damit beworben das sie bis -45°C beschlags und Funktionssicher sind. Offensichtlich sind sie es nicht. Diesbezüglich würde ich den Eiswürfeltest noch als recht milde bezeichnen.

    Leichter Beschlag innen, der schnell wieder verschwindet. Also doch nicht sooo schlecht?

    Wenn die Uhr beschlägt, kann man sie nicht ablesen. Also kann man das als völliges Versagen der Trockenhaltetechnik verstehen.

    Wird diese Feuchtigkeit dann von den Trockenkapseln gefressen oder ist das die von Sinn beschriebene Restfeuchte von 25-30%,
    die immer in der Uhr ist und gegen die man nix machen kann???

    Selbstverständlich kann man etwas gegen Feuchtigkeit in Uhren unternehmen. In dem man ein dichtes Uhrengehäuse mit einem Schutzgas befüllt und dann noch Chemikalien einführt, die Wasser binden.

    Fernsehröhren hat man auch gasdicht bekommen. Wenn sie innen mit Gas gefüllt wären, würden sie nicht funktionieren ... dafür sind die Elektronenstrahlen zu empfindlich. Also hat man sie in einem Hochvakuum entlüftet und im Inneren der Röhre noch Chemikalien eingeführt die die restliche Luft chemisch binden, so das automatisch ein Hochvaakuum gewährleistet ist.

    Warum ist einfaches Ausheizen dann nicht besser oder zuverlässiger.
    Schliesslich ist es doch warscheinlich, dass der Stickstoff mit der Zeit die Uhr wieder verlässt....

    So einfach ist das nicht.

    Wasser haftet an allen Gegenständen an. Auch an Glasscheiben. Ohne den kleinen Wasserfilm an den Glasscheiben könnten Stubenfliegen nicht über die Fensterscheibe wandern.

    Eventuell müßte man auch die Arbeitsplätze für diese Uhren verändern. Zum einen müssen alle Teile Wasserfrei sein, zum anderen auch die Atmosphäre, in der die Uhren zusammengabaut werden. Wenn man sieht, wie Uhrmacher bislang arbeiten, erscheint dieses Verfahren unmöglich funktionieren zu können, und einem schweren Atemschutz wie ihn die Feuerwehr bei der Brandbekämpfung trägt (wegen giftiger Dämpfe bezüglich PVC und Co.) möchte ich keinen Uhrmacher zumuten.

    Wie kriegt man Wasser aus der Uhr?

    Als Analogie nehme ich mal das übliche PKW Problem im Winter. Bei jedem Einstieg kommt Wasser in Form von Schnee und Matsch mit in den PKW. Wenn man ein bisschen mit der feuchten Luft spielt, bekommt man alles Wasser aus dem Wagen raus.
    Man erwärmt die Luft mit der Heizung, so das sie möglichst viel Dampf binden kann. Dann läßt man diese mit Wasserdampf gesättigte Luft möglichst schnell aus dem Auto entweichen. Anschließend ist frische kalte Luft in der Fahrgastzelle. Nun erwärmt man die Luft wieder, und sie ist nun relativ trocken. Diese trockene Luft schwängert sich nun wieder mit dem Wasser aus den Bezügen, Wagenteppichbezug und dem Eis von den Fenstern ... jetzt wird diese feuchte Luft wieder schlagartig aus dem Wagen gelassen und durch frische kalte Luft ersetzt.
    Diesen vorgang wiederholt man so oft, bis die warme Luft im PKW trocken bleibt.

    Wenn also das Uhrwerk warm ist, und mit trockenem Stickstoff aus der Flasche geflutet wird, wird das Restwasser vom Gehäuse von der warmen Luft mitgenommen. Selbstverständlich sollte die Luft nicht mit den Mitarbeitern in Berührung kommen, sie würden bei einem Stickstoff/Dampf gemisch ersticken. Zur Durchführung würde ich mir einen Arbeitsplatz vorstellen der Ähnlichkeiten mit einem Inkubator/Brutkasten für Frühchen hat. Dort kann dann unter der Schutzgasatmosphäre dafür gesorgt werden das die Luft in den Uhren entweichen kann, die warmen Uhrengehäuse erledigen den Rest.

    Wenn dann noch trotz Schutzgasatmosphäre, Hastenichtgesehendichtungen und wirklich trockenen Trockenkapseln immer noch Wasser im Gehäuse sein sollte, dann wüßte ich auch nicht mehr wie ich helfen könnte ...

  • Ja, die 30 % sind schon sehr trocken.
    Bei ca. -10 Grad hat man ca. 30 % Luftfeuchtigkeit.


    Heisst das beim Eintauchen in kaltes Wasser funktioniert die Antibeschlagsfunktion 100%ig???

    Hier kann ich nur aus meiner Tauchpraxis berichten.
    Ich bin mit der U2 öfter bei 35 Grad Außentemperatur in 15 Grad kaltes Wasser
    gesprungen und auf ca. 40m mit nur noch 10 Grad Wassertemperatur
    abgetaucht.
    Die Glasinnenseite ist dabei nicht beschlagen !
    In der Praxis scheint die Antibeschlagsfunktion also zu funktionieren.


    "Die Trockenkapsel bildet das Herzstück der Ar-Trockenhaltetechnik. Diese mit Kupfersulfat
    gefüllte Kapsel nimmt Luftfeuchte aus dem Gehäuseinneren auf und hält sie dauerhaft
    gebunden."

    Wird die in der Kapsel gebundene Luftfeuchte komplett gebunden: ja oder nein???

    Ja, sonst wären im Gehäuse mehr als 30 % Luftfeuchte,
    als die üblichen ca. 60 % .

    Gleich nach der Montage ist durch das Schutzgas keine Feuchtigkeit drinnen.
    Die Feuchtigkeit (bis 30 %) diffundiert erst später in das Gehäuse.


    Klaro ist der Eiswürfeltest extrem und nicht unbedingt praxisrelevant!
    Wi e ich eben nochmal gelesen habe, hat bei Wiederholung des Vergleichstests von Jörg die Sinn nun doch am besten abgeschnitten?
    Leichter Beschlag innen, der schnell wieder verschwindet. Also doch nicht sooo schlecht?

    Natürlich ist der "Eiswürfeltest" praxisfremd, denn der Eiswürfel
    dürfte aus dem Tiefkühlfach so ca. -18 Grad haben.
    Solch einen Temperatursturz dürfte ein Uhrenglas in der Praxis nie erleben.

    Die von Sinn angebene Betriebsicherheit bei -45 Grad wird ja auch
    nicht durch schlagartiges Herunterkühlen erreicht.
    Zumindest in der Praxis nicht.
    Das heißt, wenn ich die Uhr in die Kühltruhe lege und sie einfriere,
    wird das Glas innen nicht beschlagen.

    Das hat uns ja schon der "Iceman" hier im Forum gezeigt
    ;)

    Ja, meine U2 hat beim 2.Test von drei Taucheruhren am Besten abgeschnitten.
    Diesesmal waren die Bedingungen vergleichbar und die U2 zeigte,
    im Vergleich zu den anderen beiden Uhren, den geringsten Beschlag.
    Ich würde meinen, nur ca. 1/3 .

    Wird diese Feuchtigkeit dann von den Trockenkapseln gefressen oder ist das die von Sinn beschriebene Restfeuchte von 25-30%,
    die immer in der Uhr ist und gegen die man nix machen kann???

    Die Restfeuchte ist anscheinend nach einiger Zeit gleichbleibend in der Uhr.
    Wobei 25-30% nicht richtig feucht sind, siehe oben.

    Fazit, die Trockenhaltetechnik schafft keine Wunderdinge,
    aber sie reduziert die Feuchtigkeit um ca. 50 % im Vergleich
    zu "normalen" Uhren.

    Einmal editiert, zuletzt von Kristian (20. Juli 2011 um 14:01)

  • Ich gestehe, dass ich nicht den kompletten Thread gelesen habe ... aber das Thema finde ich bedenklich und muss einfach mal meinen Senf dazugeben.
    Unter Berücksichtigung, dass Sinn hier ein Schutgas in die Uhr einfüllt (egal ob das nun Stickstoff oder Argon ist) sollte der Wassergehalt gegen 0% tendieren!!!!!!
    Was dann im Lauf der Jahre hineindiffundiert, wird von der Trockenhaltetechnik weggefangen. Punkt!
    Wenn Sinn hier von 30% Feuchte redet, rückt dass für mich die angewandte Techniken in den Bereich eines Marketinggags!
    Wo praktisch "kein" Wasser drin ist, kann auch nix beschlagen!!!! So einfach ist das. Egal wie partiell ich hier abkühle!!!! X(

    Ich werde das demnächts bei meiner U2 mal testen ....

    Einmal editiert, zuletzt von Automatix (20. Juli 2011 um 14:19)

  • Hallo,
    Gerade gelesen,beim Test im Uhren-Magazin 2001 der Sinn 203 Arktis,
    (damals echtes Argon inside) das sich beim Eiswürfeltest sogar die Trockenkapsel
    merklich verfärbte !!!!
    Gruss Lars

  • Du hast vor ein paar Tagen geschrieben, daß es Stoffe gibt, welche zwischen
    flüssig und gasförmig nicht zu unterscheiden sind. Kann ich mir als handgeschnitzter
    Naturbursche überhaupt nicht vorstellen. Das ist für mich höchstinteressant.
    Bitte klär mich auf.
    Daß das Forum in Dir ein ausgesprochen kompetentes Mitglied hat, was techn. physik. ,Info's
    anbelangt, darüber möchte ich Dir meinen Dank und meine Hochachtung aussprechen und ich
    meine, daß ich da nicht der Einzige bin. :love:
    Ich grßße Dich :hatoff:
    Peter

    _____________________________________________________________
    Tschüss

    :peter: Peter

    Man verfällt einer Leidenschaft ganz oder nicht.
    Wenn nicht, dann ist es keine Leidenschaft,
    wenn doch, muss sie Erfüllung finden.

  • Bei ca. -10 Grad hat man ca. 30 % Luftfeuchtigkeit.

    Wenn meine U2s bei -10°C eine Luftfeuchtigkeit von 30% hätte, dann würde sie bei -20°C nicht beschlagen. Da meine Uhr aber nachweislich beschlägt, hat sie bei -10°C keine 30% Luftfeuchtigkeit.

    Laß mich raten ...

    ... Du hast bezüglich des hx-Diagramms von dem hier die Rede ist keinen Schimmer ...

    In der Praxis scheint die Antibeschlagsfunktion also zu funktionieren.

    Wenn das Glas bei einer Uhr bei -18°C beschlägt, dann kann sie nicht bis -45°C funktionssicher sein. Zur Funktion einer Uhr (egal ob sie als Taucheruhr bezeichnet wird oder nicht) gehört es, das man die Anzeige ablesen kann.


    Ja, sonst wären im Gehäuse mehr als 30 % Luftfeuchte, als die üblichen ca. 60 % .

    Hier ist nur ein Fall möglich. Entweder die Luftfeuchtigkeit ist vollständig gebunden, dann enthält das Gas 0% Wasserdampf, oder es ist nicht gebunden, dann enthält das Gas x% Wasserdampf.

    Da das Gas x% Wasserdampf beinhaltet kann es nicht vollständig gebunden sein. :whistling:

    Gleich nach der Montage ist durch das Schutzgas keine Feuchtigkeit drinnen. Die Feuchtigkeit (bis 30 %) diffundiert erst später in das Gehäuse.

    Ich glaube an den Storch, den Weihnachtsmann und den Osterhasen und an die Unfehlbarkeit vom Papst und Sinn ...

    Natürlich ist der "Eiswürfeltest" praxisfremd, denn der Eiswürfel dürfte aus dem Tiefkühlfach so ca. -18 Grad haben.

    Vor allem für eine Uhr, die bis -45°C zuverlässig funktionieren soll ...

    Solch einen Temperatursturz dürfte ein Uhrenglas in der Praxis nie erleben.

    Leider falsch gedacht. Hier spielt die Wassermenge im Uhrengehäuse die Hauptrolle und nicht das Temperaturgefälle, also die Geschwindigkeit der sinkenden Temperatur des Uhrengehäuses.

    Die von Sinn angebene Betriebsicherheit bei -45 Grad wird ja auch nicht durch schlagartiges Herunterkühlen erreicht. Zumindest in der Praxis nicht. Das heißt, wenn ich die Uhr in die Kühltruhe lege und sie einfriere, wird das Glas innen nicht beschlagen.

    Und das schließt Du woraus? Temperaturgefälle? Praxis (nicht den Klingonenmond)?

    Wo beschlägt denn tyischerweise eine Uhr die getragen wird? Bei meinen Uhren ist meistens das Glas am kühlsten.

  • Du hast vor ein paar Tagen geschrieben, daß es Stoffe gibt, welche zwischen
    flüssig und gasförmig nicht zu unterscheiden sind. Kann ich mir als handgeschnitzter
    Naturbursche überhaupt nicht vorstellen. Das ist für mich höchstinteressant.
    Bitte klär mich auf.

    Hallo uhropa, herzlich gerne kläre ich Dich darüber auf. :love:

    Als Beispiel nehme ich hier eine Flüssigkeit die jeder von uns kennt und von der auch hier die Rede ist.

    Dem Wasser.

    Im Wasser p t Diagramm hat man es mit zwei absoluten Größen zu tun. Einmal der Temperatur (auf der Abszisse, die geht waagerecht nach rechts) und den Druck auf der Ordinate (die Achse die senkrecht nach oben geht). Direkt auf der Ordinate herrscht also eine Temperatur die dem des absoluten Nullpunktes entspricht (-273,15°C), und auf der Abszisse herrscht absolutes Vakuum. Je weite wir also nach rechts wandern, desto höher die Temperatur, und je weiter wir uns nach oben bewegen, desto höher der Druck.

    Folgerichtig besteht das Wasser bei niedrigen Drücken und hohen Temperaturen aus Wasserdampf. Bei Niedrigen Temperaturen und höheren Drücken ist das Wasser zu Eis erstarrt, und bei hohen Temperaturen und hohen Drücken haben wir flüssiges Wasser. Diese drei Zonen gilt es zu erkennen und soweit zu verinnerlichen das man diese Alltagserfahrungen in das p t Diagramm eintragen kann.

    Jetzt findet man im Wasser p t Diagramm einen ersten Besonderen Punkt, wenn man der Sublimationslinie vom Ursprung aus folgt. Das ist der Tripelpunkt des Wassers. Hier werden Meßgeräte kalibriert, weil dieser Punkt eindeutig bestimmt ist. Bei 0,01°C und 610Pa (Pascal) kann Wasser fest, flüssig und gasförmig zugleich sein. Wenn wir nun der Siedelinie (der Linie zwischen Gasförmig und Flüssig, vom Tripelpunkt ausgehend) folgen kommen wir zu einem merkwürdigen Punkt. Dem kritischen Punkt. Hat das Wasser besagte Temperatur erreicht bzw. überschritten, kann man aufgrund des Zustandes des Wassers nicht mehr schließen ob es nun flüssig ist oder gasförmig. Auch die Zähigkeit des Wassers gibt keinen Aufschluß darüber. Man rührt also bei sehr hohen Temperaturen und Drücken des Wassers in einer "Suppe" von der man nicht sagen kann ... ist es nun flüssig oder gasförmig. (Hier als überkritisches Fluid bezeichnet.)

    Wasser hat noch eine "Anomalie", eine Besonderheit. Die vom Tripelpunkt ausgehenden (Schmelz)Linien zeigen zum einen an, wie sich normale Stoffe verhalten (hier als gestrichelte "normal" Linie bezeichnet) und wie es sich bei Wasser (der roten H2O Linie) verhält. Wenn man gefrorenes Wasser unter Druck setzt, dann schmilzt es (darum huschen auch Bobs und Schlittschuhe so flott über das Eis, die Flächenpressung läßt das Wasser schmelzen und die Kufen auf einem Wasserfilm dahinflutschen). Eine andere Besonderheit von Wasser ist, das zwischen 0°C und 4°C die Dichte von Wasser nicht ab, sondern zunimmt. Wasser hat seine größte Dichte bei 4°C.

    Ich hoffe, ich habe dem Naturburschen mit diversen Beispielen aus der Natur helfen können?

    Wenn nicht, ist es mein Fehler. Frage bitte, wenn Unklarheiten bestehen. Ich kann mir Gedanken machen und nicht alles Wissen. Ich habe ja nicht alle Informationen darüber, wo ich Dich bezüglich Deines Wissensstands abholen kann.


    Liebe Grüße,

    Rebecca

  • @ Scheusal
    Warum immer gleich so aggressiv ?

    Ohne meinen "Eiswürfeltest" wüßtest Du doch überhaupt nichts
    von den 25-30% Feuchte in Deiner Uhr.

    Wer hat bei Sinn nachgefragt und die Antwort hier eingestellt ?
    Du hast diesbezüglich mit Sinn noch keinen Kontakt gehabt, oder ?

    Wer hatte seine Uhr schon im realen und angedachten Einsatz, Du oder ich ?
    Na also
    :whistling:



    Wenn Du mich schon zitierst, .............

    Wenn das Glas bei einer Uhr bei -18°C beschlägt, dann kann sie nicht bis -45°C funktionssicher sein. Zur Funktion einer Uhr (egal ob sie als Taucheruhr bezeichnet wird oder nicht) gehört es, das man die Anzeige ablesen kann.


    .......dann bitte im vollen Umfang, so wie ich es geschrieben habe.

    Hier kann ich nur aus meiner Tauchpraxis berichten.
    Ich bin mit der U2 öfter bei 35 Grad Außentemperatur in 15 Grad kaltes Wasser
    gesprungen und auf ca. 40m mit nur noch 10 Grad Wassertemperatur
    abgetaucht.
    Die Glasinnenseite ist dabei nicht beschlagen !
    In der Praxis scheint die Antibeschlagsfunktion also zu funktionieren.

    5 Mal editiert, zuletzt von Kristian (20. Juli 2011 um 18:00)

  • @ Scheusal

    Warum immer gleich so aggressiv ?

    Tja, wenn ich das wüßte ...

    ... ich vermute mal, es liegt (eigentlich immer) daran, wenn mir Jemand Unwahrheiten als Tatsachen präsentieren möchte.

    Warum brüllst Du eigentlich immer?

    Ohne meinen "Eiswürfeltest" wüßtest Du doch überhaupt nichts
    von den 25-30% Feuchte in Deiner Uhr.

    Zustimmung

    (Ich lasse mal die absolute Wassermenge im Innern der Uhr außer acht.)

    Jetzt lässt es sich natürlich leicht auf Sinn "einschlagen".

    Hier trennt sich wieder alles.

    Sinn bewirbt ihre Uhren mit Fähigkeiten die die Uhren einfach nicht erfüllen.

    In der Rechtssprechung gibt es einen Begriff dafür.

    Höchstwahrscheinlich habe ich zu Technik einen anderen Zugang als Du. Diesbezüglich bewerte ich die Uhren von Sinn etwas anders bzw. haben sie einen anderen Wert für mich.

    Wer hatte seine Uhr schon im realen und angedachten Einsatz, Du oder ich ?
    Na also :whistling:

    Du gibst eine Kompetenz vor die Du nicht hast.

    Den Rest habe ich in einem der vorherigen Beiträge eindeutig dargelegt.

  • Du gibst eine Kompetenz vor die Du nicht hast.

    Du unterstellst mir, dass ich meine U2 nicht im Tauchbetrieb benutzt
    und dabei keine praktischen Erfahrungen gesammelt habe ?(
    Möchtest Du, dass ich hier mein Logbuch und meine PADI Certification Card veröffentliche ?

    Du magst vielleicht eine sehr gute Theoretikerin sein, aber Praktikerin ?

    Damit keine Zweifel an meiner "Praxistauglichkeit" mit Taucheruhren aufkommen.

    Einmal editiert, zuletzt von Kristian (20. Juli 2011 um 18:37)

  • Kristian.

    Du glaubst definieren zu können, wie der bestimmungsgemäße Gebrauch für meine Sinn U2S auszusehen habe.


    Man kann mit Taucheruhren tauchen, man muß es nicht.

    Man kann mit Fliegeruhren fliegen, man muß es nicht.


    Siehe auch Tim Tompson aus Kanada.


    Du magst vielleicht eine sehr gute Theoretikerin sein, aber Praktikerin ?

    :zzz:

    Du bist definitiv nicht in der Lage und Position das auch nur annähernd beurteilen zu können. :whistling:

  • Vielen Dank, Rebecca. Auch alte Deppen, wie ich, haben noch Wissensdurst. Allerdings benötigen sie, bedingt durch absterben der grauen Zellchen,
    etwas mehr Zeit, um zu verstehen, als die Jungen (Deppen).
    Somit mußt Du mir schon mindestens 1 Semester geben um das Diagramm und besonders die nachfolgende Erklärung, zu verstehen.
    Aber ich werde es schaffen. Also erwarte bitte in den nächsten Tagen keine Rückfrage zu diesem Thema, da ich voll und ganz mit der
    Thematik beschäftigt bin.
    Im Gegenzug kann ich Dir eine Excursion mit z.B. dem Umgang von Motorsägen (Praxis, keine Theorie) bei niederen (minus 25 - 40 Grad)
    Temperaturen anbieten.
    Nun aber Schluß, der Blödelei.
    Dein Bericht ist interessant und lehrreich, aber ich muß diesen schon ein paarmal durchlesen bis ich alles verstanden habe.
    Ich grüße Dich
    Peter
    Hoffentlich läßt mir Dennis, diese Danksagung an Dich, durchgehen.

    _____________________________________________________________
    Tschüss

    :peter: Peter

    Man verfällt einer Leidenschaft ganz oder nicht.
    Wenn nicht, dann ist es keine Leidenschaft,
    wenn doch, muss sie Erfüllung finden.

  • uhropa

    Das man zwischen Text und Grafik hin und her gucken muß, wo sich was vom Text in der Grafik befindet ... ist normal. Das meinte ich mit "Verinnerlichen".


    Ich war zwar früher oft im Wald ... und habe Waldarbeitern auch bei der Arbeit zugesehen ... doch der einzigste Moment, wo ich mit einer Kettensäge etws zu tun hatte war Doom. :whistling:

    :ash:


    Liebe Grüße,

    Rebecca

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