SINN Belastungstest im Fraunhofer-Institut

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    Marketing steuert die Menschen und das nutzt auch Lothar Schmidt, wieso nicht - er muss profitabel arbeiten, sonst kann er zu machen und das will keiner.


    Alles zutreffend, aber wir verzetteln uns. Worauf ich ursprünglich hinauswollte: Sinn-alt und Sinn-neu ist wie wenn jemand kommt und Deine Stammkneipe putzt und neu möbliert und anbaut und den Speiseplan neu aufstellt. Klar macht der neue Laden mehr her, ist evtl. auch gewinnbringender, aber die alten und die neuen Kunden haben evtl. andere Sichtweisen auf den neuen Speiseplan.

    Wenn wir den neuen Laden mit anderen echten Gourmet-Tempeln vergleichen, ist das eine oder andere Gimmick sicher ein Unterscheidungs- bzw. Alleinstellungsmerkmal (aber wer ist schon Frühlingsrolle mit Pfefferminzsoße und Grenadine?) und es gibt evtl. immernoch Currywurst-Pommes und Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln ... aber Ende der 80er kostet eine 144 um und bei 500,-DM, eine Breitling Chronomat ca. 2500,-DM heute? Ach neh, Breitling hat ein B01 gebaut, um sich dem 7750-7750 Vergleich zu entziehen ...

  • Also ich fühle den dringenden Wunsch auch noch meinen Senf dazuzugeben…

    Also die Entwicklung der mechanischen Uhr ist doch eigentlich seit einigen Dekaden abgeschlossen. Es sind nur noch inkrementelle Weiterentwicklungen möglich, seit der automatische Aufzug, das wasserdichte Gehäuse (jaja ich weiss, Rolex…) und die Schweizer Ankerhemmung etabliert waren.
    Spätestens seit der Quarzkrise sind mechanische Uhren nicht mehr sinnvoll, sondern im weitesten Sinn Kunsthandwerk.

    Um sich zu unterscheiden (aka »positionieren«) gehen manche den klassischen Weg, z. B. flache sehr schöne Werke, andere setzen auf technische Gimmiks im Werk wie Schnecke und Kette, Coaxial-Hemmung, Silizium-Spirale u. v. m.. Finde ich super, aber ein gut reguliertes ETA-Werk ich auch kaum ungenauer, wenn überhaupt.
    Es geht um das technisch machbare und um minimale Verbesserungen.

    Da das bei Werken schon fast alles ausgereizt ist, setzt ein Gehäuse-Spezialist (mit IWC-Erfahrung und einer entspr. Tochterfirma) auf…Gehäuse - da ist im Vergleich mehr Fortschritt zu realisieren.
    Aber auch hier geht es eben nur um vergleichsweise minimale Weiterentwicklungen und die Trockenkapsel ist vielleicht auch kaum wirkungsvoller wie ein Tourbillon, dennoch kann ich dieser Idee viel abgewinnen und bin daher ein Sinn-Freund.
    Schliesslich brauche ich auch eine 200m wasserdichte Uhr nicht weil ich so tief tauche, sondern weil es Stand der Technik ist, das man als Hobbytaucher eine 20bar Uhr haben sollte um auf 30m zu gehen.
    Weil es Reserve verspricht, so wie eine Trockenkapsel etwas »Verschleiss-Reserve« gibt…

    Also für meinen Teil finde ich die Gimmiks/Features der Sinn-Uhren im Marktvergleich sehr sinnvoll und machen mir Spass.


    NB: ich bin sehr froh, dass Sinn dabei bisher der Versuchung erlegen ist eine Uhr mit dem (auch im Vergleich zu anderen Uhrenfeatures) völlig unsinnigen (weil nur von ca. 50 Leuten weltweit nutzbaren) Heliumventil anzubieten. Solcher Schnickschnack mach nämlich nun gar keinen Sinn (ausser für die ganz spezielle Zielgruppe), selbst beim besten Willen…

    Watches are the only jewelry men can wear, unless you're Mr. T
    Gordon Bethune


  • Alles zutreffend, aber wir verzetteln uns. Worauf ich ursprünglich hinauswollte: Sinn-alt und Sinn-neu ist wie wenn jemand kommt und Deine Stammkneipe putzt und neu möbliert und anbaut und den Speiseplan neu aufstellt. Klar macht der neue Laden mehr her, ist evtl. auch gewinnbringender, aber die alten und die neuen Kunden haben evtl. andere Sichtweisen auf den neuen Speiseplan.

    Anschaulich formuliert! Als ich durch einen Freund auf Sinn aufmerksam wurde (ich glaube, es war Herbst 2006), fand ich das Profil einer Marke mit Geschichte (Helmut Sinn), technischen Gimmicks (U-Boot-Stahl etc) und Design (U-Serie) zu einem angemessenen Preis (deutlich unterhalb der sogenannten Luxusmarken) interessant, einen Kauf auch ohne fette Rabatte empfand ich als clevere Entscheidung. Heute würde ich mich als Depp fühlen, eine weitgehend unbekannte Marke zum Preis einer Breitling oder Omega zu kaufen.

    Es ist tatsächlich so, wie bei der renovierten Stammkneipe: Der neue Laden kümmert sich halt um eine neue Zielgruppe. Die alte Zielgruppe mag halt selbst entscheiden, ob sie noch kommt oder sich etwas anderes sucht.

    "Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie angeschaut haben." (Alexander von Humboldt)

  • Heute würde ich mich als Depp fühlen, eine weitgehend unbekannte Marke zum Preis einer Breitling oder Omega zu kaufen.

    Wahrscheinlich bin ich ein Depp, denn mir ist es nicht gelungen eine Breitling oder Omega
    zu dem Preis einer Sinn U2 mit vergleichbarer Technik und Optik zu kaufen :cl:

  • Ich vermute, dass das der Grund ist, weshalb Sinn gleich am Anfang des Artikels nach meiner Wahrnehmung Wert darauf legt, subtil klarzumachen, dass es nicht nur das Werk ist, sondern eben auch die Zifferblattfüße und der Zeigersitz sind, auf die es ankommt und das hat ja auch was mit der Verarbeitung bei Sinn zu tun…

    Hallo,
    ich finde schon, dass der beschriebene Test nicht nur für die sehr gute Qualität der Werke spricht, sondern auch für Sinn. Denn auch die sehr guten Werke müssen ja schließlich so im Gehäuse verbaut werden, dass sie einen derartigen „Stress“ aushalten – also geht es darum, ein vernünftiges Gesamtkonzept zu finden, um die im Test erwähnten Werte zu erzielen. Der erwähnte Versuchststand für den Rütteltest wird von der deutschen Autoindustrie genutzt, um die Autos auf Herz und Nieren zu überprüfen. Da geht es also schon ordentlich zur Sache. In einem anderen Testbericht habe ich gelesen, dass die erwähnten 300 Kilometer den Lebenszyklus eines Autos entsprechen. Das ist also eine ganze Menge, die die Uhren aushalten müssen.

    Wenn ich mir das Katalogbuch so anschaue, ist es bei Sinn ja wohl Standard, solche und ähnliche Tests durchzuführen. Es gehört also zur Tradition, zumindest für die von Lothar Schmidt verantwortete Zeit. So viel ich weiß, macht das kein anderer Hersteller, oder? Irgendwo habe ich auch gelesen, dass Sinn mit diesen Tests auch den Beweis antreten, dass die Angaben zu den Uhren nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch mehr oder weniger wissenschaftlich bewiesen sind. In Sachen Taucheruhren und die Zertifizierung durch den Germanischen Lloyd dürfte das aus meiner Sicht sogar ein Qualitätssiegel sein.

    Und natürlich werden diese Dinge auch für das Marketing genutzt. Warum auch nicht? „Mache gute Arbeit und rede darüber“ und „wer nicht wirbt, stirbt“. Mir als Konsument gibt das ein gutes Gefühl. Auch wenn ich meine Uhr nicht solchen Belastungen aussetze. Ich denke mir, wenn die Uhren das aushalten, werden sie mein Büro- und Trainingsleben erst recht lange unbeschadet überstehen.
    Liebe GrüßeKlaus

  • Hallo,
    ich sehe das ähnlich. Sinn ist damit als technologische Marke positioniert und (!) bietet mit seinen Technologien auf dem Uhrenmarkt etwas an, was andere Hersteller nicht im Programm haben.

    Ich bin zwar kein Techniker, aber das Warum?, Weshalb?, Wieso? der Technologien im Katalogbuch kann ich nachvollziehen. Und nicht nur das! Ich sehe für mich darin einen unmittelbaren Nutzen. Ich würde deshalb auch nicht von Gimmicks sprechen, dafür sind diese Technologien doch zu ausgeklügelt, sinnvoll und brauchbar. Außerdem machen diese Technologien so eine wunderbare Erscheinung wie eine mechanische Uhr so richtig schön alltagstauglich. Der Wert bleibt erhalten.

    Ich habe mir neulich ein neues Notebook gekauft. Gerade bei diesen Dingen ärgere ich mich immer sehr. Warum? Das Ding hat einen Prozessor, den ich höchstens zu 10 Prozent auslasten kann. Die Festplatte werde ich in diesem Leben nicht mehr vollspeichern können. Die Liste ließe sich fortsetzen… Das Ergebnis: Weil es keine Alternativen gibt, bin ich gezwungen, ein technisches Gerät mit Komponenten zu kaufen, die ich nicht brauche. Wo ist da der unmittelbare Nutzen? Das wäre so, als wenn ich mir einen Reisebus kaufe, um jeden morgen alleine zur Arbeit zu fahren. Ankommen tue ich mit dem Ding auch…
    Liebe GrüßeKlaus

  • ...Ich habe mir neulich ein neues Notebook gekauft. Gerade bei diesen Dingen ärgere ich mich immer sehr. Warum? Das Ding hat einen Prozessor, den ich höchstens zu 10 Prozent auslasten kann. Die Festplatte werde ich in diesem Leben nicht mehr vollspeichern können. Die Liste ließe sich fortsetzen… Das Ergebnis: Weil es keine Alternativen gibt, bin ich gezwungen, ein technisches Gerät mit Komponenten zu kaufen, die ich nicht brauche. Wo ist da der unmittelbare Nutzen? Das wäre so, als wenn ich mir einen Reisebus kaufe, um jeden morgen alleine zur Arbeit zu fahren. Ankommen tue ich mit dem Ding auch…
    Liebe GrüßeKlaus


    In drei bis vier Jahren wird jede Website mit irgendeinem blitzendem, zuckendem, blinkendem und drehendem 3D-Mist so überfrachtet sein, daß Dein Prozessor bei 99,9% im Eck ist, und Du wirst soviele Video-Clips, Musikstücke, Programme, Bücher, Bilder, ... auf dem Rechner haben, daß Du über eine externe Platte nachdenkst. Anno Tobak äh "neulich" sagt Bill Gates (sinngemäß): "Niemand braucht mehr als 640k Speicher!" und, wie weit kommst Du heute mit irgendeinem Microsoft-Produkt mit 640k? Wieviele Installationsdisketten hatte Dein aktuelles Betriebssystem? In den frühen 90ern waren 4GB Adressraum (also virtueller Speicher) für einen Profirechenr (wie z.B. eine VAX) der Standard, wo ist Dein Rechner heute?

    Die meisten Leute fahren übrigens mit einem 4-5-sitzigen PKW mit großem Kofferraum morgens alleine zur Arbeit ;) äh, kriegen wir den Bogefn zu Sinn? Jein. Mein uralter Taschenrechner mit eingebauten Akkus ist mucksmäuschen still, der mit Standard-Batterien kann noch ... der mit Exoten-Batterien steht auf der Kippe der Betreibbarkeit ... hat jemand schon mal erlebt, daß er für seine Quarzuhr (oder von mir aus auch für seine Stimmgabel-Uhr) keine passende Batterie mehr bekommt? Für mich auch immer wieder ein Grund für eine mechanische Uhr.

  • ... hat jemand schon mal erlebt, daß er für seine Quarzuhr (oder von mir aus auch für seine Stimmgabel-Uhr) keine passende Batterie mehr bekommt?

    Für mich auch immer wieder ein Grund für eine mechanische Uhr.

    Ja ich ?( , für meine Certina DS-3 (Bj.1982) gibt´s nur noch Restbestände an passenden Batterien.

    Ich hatte auch mit dem Kauf einer UX geliebäugelt, die Technik fasziniert mich :thumbup:
    Aber der springende Sekundenzeiger und die Abhängigkeit von einer Batterie,
    ließen mich dann doch zur U1 und U2 greifen.

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