Die 903 H4 ersetzt meine 903 St Hd 24, für welche ich ein gutes Zuhause gefunden habe. Mit konventionellem 12h-Zifferblatt, 100m Wasserdichtigkeit und einem kratzfesten Saphirkristalldeck- und Bodenglas passt die 903 H4 besser zu meinem Alltag. Den Handaufzug kann ich indes verschmerzen. Bei der ebenso schönen 903 St Hd 24 waren es mir der Abstriche einfach zuviel. Und da ich kein Uhrensammler bin, wozu Uhren bis zum Ableben horten? Als Amateur-Werwolf wider Willen wird mir die Mondphasen-Komplikation hoffentlich helfen zukünftig weniger Mitmenschen mit meinem temporären Haar- und Hornwuchs zu verschrecken. Was denkt ihr, warum ich noch Single bin
?
Konservative Fliegeruhren-Liebhaber mit Gummiallergie müssen nun ganz tapfer sein
.
Also ran an die Bulletten und langsam das große Schwarze lüften...
Et voila...
Ist sie nicht wunderschön
?
Das komplett dunkle Zifferblatt der H4 passt imo auch besser zu mir Weißbrot als der klassisch weiße Lünettenring. Das Zifferblatt ist UV-resistent galvanisiert. Auf Wunsch hat meine H4 ein farblos entspiegeltes Deckglas erhalten sowie einen gesichtslosen Mond in der Mondphasenanzeige analog zur Abbildung im Katalog. Merkwürdigerweise wird die Uhr standardmäßig mit einem Mondgesicht ausgeliefert.
Das wunderschöne LEMANIA 1883-Uhrwerk besitzt keinen Sekundenstopp. Durch Vor- und Zurückdrehen des Minutenzeigers kann man den Sekundenzeiger jedoch verzögern und leicht zurückdrehen. In der Bedienungsanleitung findet sich leider keine Zeile dazu. Die Mondphasenjustierung erfolgt über zwei Druckknöpfchen auf 10 Uhr. Zur Bedienung dieser Druckknöpfchen gehört ein Messingdorn zum Lieferumfang. Noch schonender drückt man die Knöpfchen freilich mit einem hölzernen Zahnstocher. Die innenliegende Lünette lässt sich für Navigationsberechnungen über die Krone auf 8 Uhr verstellen. Die Riffelung der Außenlünette dient entsprechend nur der Optik – ein Tribut an die 10bar Wasserdichtigkeit.
Kommen wir zum, für einige hier, frevelhaften Teil an einer Fliegeruhr: Montiert ist ein EICHMÜLLER Kautschukband, welches in meinen Augen eine passable Optik mit Nutzwert verbindet. Mit etwas Glück erhalte ich demnächst noch eine polierte original SINN-Schließe mit Breitdorn zu diesem Band. Merke: Auch so mancher Profipilot muss ab und an eine Notwasserung durchführen und Salzwasser und Leder sind keine gute Kombination
! Als Threadtitel stand daher ferner zur Disposition:
„Gummionkels neue Navi-Taucheruhr: 903 H4 (100m wd)“ sowie „Die Schöne und der Gummionkel: 903 H4“
.
Die 903 H4 im Vergleich mit der moderneren 900 Multi:
Ein paar Mikrokratzer habe ich bei der Fotosession leider auch festgestellt
. So wie ich SINN kenne, werden sie aber auch das im obligatorischen zweiten Anlauf auf die Reihe bekommen
.
Wer nun von der 903 H4 angefixt sein sollte, muss sich beeilen, sie ist so gut wie ausverkauft. Ich empfehle die Uhr vor einer etwaigen Blindbestellung in natura zu betrachten. Das Katalogfoto wird ihr nicht ganz gerecht. Mit dem mitgelieferten Massivband (glücklicherweise die zu dieser relativ filigranen Uhr besser passende alte, dünnere Ausführung ohne Inbus-Schrauben) besitzt die 903 H4 wie viele BREITLING-Uhren einen hohen Bling-Bling-Faktor. Mir wäre das mit Massivband zu viel Gefunkel. An schwarzem Leder (oder Kautschuk) wirkt die Uhr ganz anders - sportiv, aber dennoch edel. Ihre Proportionen sind mit 41 x 13,2mm (73 Gramm, 22mm Bandanschlag) perfekt, die aktuellen 903 mit Automatikwerk sind aber mit 41 x 14,5mm imo auch noch sozialverträglich, im Gegensatz zu mancher 103 mit 41 x 17,0mm.
jetzt erspart bleiben