Euch, liebe Mit-Insassen, erzähle ich sicher nichts Neues, wie das ist, wenn Ihr im World Wide Web nach etwas sucht und etwas ganz anderes findet. ![]()
Im konkreten Fall wollte ich eigentlich nur wissen, was aus der "Viennatime"-Uhrenmesse wurde, die schon seit über einem Jahr im Siechtum liegt. Um es kurz zu machen: Nix Viennatime mehr, dafür die "Design 2018" im MAK (Museum für Angewandte Kunst), deren Homepage mir die verschiedensten Marken-Namen rund um Wohnen und Accessoires über den Bildschirm flimmern ließ. Doch plötzlich auch so klingende Namen wie Corum, Porsche Design, Minase und Ulysse Nardin - öha, da haben sich auch ein paar Uhrenhersteller eingefunden. ![]()
Darunter fand sich auch ein Hersteller namens "Viribus Unitis" - ein Begriff, der mir zugegebenerweise völlig unbekannt war, noch dazu, weil sich meine Latein-Kenntnisse rein auf diverse Floskeln aus den Asterix-Bänden beschränken.
Also, diesen Namen kurzerhand durch Google gejagt, dies ergab folgendes:
1) Übersetzt auf deutsch „Mit vereinten Kräften“ – der Wahlspruch des letzten Habsburger-Monarchen, Kaiser Franz Joseph I
2) Das erste Schlachtschiff der Tegetthoff-Klasse der k.u.k. Kriegsmarine Österreich-Ungarns hieß "SMS Viribus Unitis" ( Stapellauf 20. Juni 1911, versenkt am 1. November 1918 )
...und 3) Es gibt einen im Wienerwald ansässigen Hersteller von Uhren dieses Namens.
Das war der Moment, wo mich die Sache zu interessieren begann ! ![]()
Mich sprachen einige der Uhren auf der gut gestalteten Website bereits so sehr an, daß ich der Messe kurzerhand einen Besuch abstattete. Der Inhaber dieser Firma war persönlich vor Ort und gab mir die Gelegenheit, die drei Modelle A11 (Edelstahl-Gehäuse, blaues Zifferblatt), 153-52 (Edelstahl, rotes Zifferblatt) und 153-27 (Bronze-Gehäuse, grünes Zifferblatt), die mir besonders gut gefielen, ausgiebig zu probieren. Es gab da eine Menge zu entdecken: Das Gehäuse zeigt sich trotz 44 mm Durchmesser recht kompakt am Handgelenk, ordentlich verarbeitet, die Namens-Gravur an der linken Flanke, der Edelstahl-Boden mit Flugzeug-Silhouetten, die Lünette rastet gut spürbar 120 Mal, die Krone mit eigenständiger Form ohne jegliche scharfe Kanten, das Zifferblatt als Sandwich-Konstruktion und mit einem Verlauf vom Hellen ins Dunkle sowie einem eigenständigen Zeigerspiel.
Erwähnenswert ist, daß alle Modelle von Viribus-Unitis im Design einen Bezug zu österreichischen Militär-Einheiten aufweisen - Infanterie-Regimenter, die Kaiserjäger und einige Flugzeug-Modelle. In diesem Zusammenhang verweise ich auf die Homepage des Herstellers, die zu jedem Uhrenmodell eine Geschichte bereithält !
Das Bronze-Modell 153-27 mit dem grünen Zifferblatt und Miyota-9015-Automatik-Werk hat es mir besonders angetan, sie saß mit dem serienmäßigen oliv-grünen Zulu-Band ordentlich am Handgelenk, und als ich erfuhr, daß nur noch wenige Exemplare von der limitierten Zahl von 200 Stück verfügbar waren, gab es für mich kein langes Überlegen. Sofort klemmte ich mich kurzentschlossen hinter den Laptop, als ich wieder zuhause war. 
Bereits zwei Werktage später hielt ich das Paket in den Händen. Gemeinsam mit einer Kollegin, die vor Jahren für einen renommierten Uhrenhersteller im Verkauf tätig war, zelebrierte ich das "Unboxing". Zum Vorschein kam, zu unserem Erstaunen, ein schmuckes cognac-farbenes Leder-Case mit einem Magnet-Laschen-Verschluß, in der wir das schöne Stück vorfanden. Auch die Betriebsanleitung und die Garantiekarte waren in einem kleinen Leder-Heftchen untergebracht - nicht zu verachten, das habe ich selbst bei 4-mal so teuren Uhren so noch nicht gesehen.
Nun wird sich zeigen, wie sich meine neue Uhr im Alltag bewährt und wie ich mit ihr und "vereinten Kräften" durch den Winter komme. Auch bin ich schon gespannt darauf, wie schnell die Bronze beginnt, die oft zitierte Patina anzusetzen. Nach einige Tagen des Tragens kann ich wohl spüren, daß ich nun eine etwas schwerere Uhr am Handgelenk habe, aber sie ist keineswegs unangenehm. Dies kann aber auch daran liegen, daß ich bekanntermaßen schon länger Uhren an Nato- und Zulu-Bändern trage.
Nun noch ein paar Bilder - leider sind die Fotos nicht ganz so geworden, wie ich es mir vorgestellt habe, aber das miese Wetter mit wenig natürlichem Licht und eine fast 15 Jahre alte Spiegelreflexkamera ließen nicht mehr zu.
Hier zum Abschluß die technischen Daten (Quelle: http://www.viribusunitis-watches.com )
Uhrwerk: Miyota 9015, Datumsanzeige, Sekundenstopp, 24 Rubine, 28800 Schwingungen pro Stunde
Gehäuse: Bronze
Abmessungen: Durchmesser 44 mm ohne Krone (selbst gemessen, abweichend zur Angabe auf der Website !)
Gesamthöhe: 14mm
Gewicht: 180 Gramm (ohne Band)
Bandanstoßbreite: 22mm
Gehäuseboden: Edelstahl 316L, verschraubt
Lünette: Aluminium
Wasserdicht: bis 20 ATM
Krone: verschraubte Krone
Glas: Saphirglas mit Antireflexbeschichtung auf der Innenseite
Zifferblatt: grün, in Sandwichbauweise
Leuchtmasse: Super Luminova
Zeiger: Stunde, Minute und Zentralsekunde mit Super-Luminova
Armband: Nato, Gewebe