Lasst die Endkontrolle wieder aufleben

  • Hallo Leute,

    zum einen, weil ich mich ärgere, zum anderen, weil es fast schon lustig ist, möchte ich euch an meiner gestrigen Erfahrung teilhaben lassen. Und vielleicht liest SINN hier ja auch mit.

    Ich habe zwei Uhren zu Sinn gebracht:
    1. Sinn U-Black: Service und neues Glas
    2. Sinn U1 Professional: Entfernen von Schmutzpartikeln auf dem Stundenzeiger

    Gestern konnte ich beide abholen. Die U Black war seit Anfang November dort, die Pro erst seit drei Wochen (Garantiefall halt)

    Gestern bekam ich beide zurück, um 15:55 Uhr, also 5 min vor Toreschluss. Das war aber mein Fehler. Mein zweiter Fehler: Ich habe keine
    Endkontrolle gemacht. Ich habe die Uhren genommen und mich mit netten Leuten dort noch unterhalten. Da ich es selbst dann eilig hatte, bin ich schnell los. Abends habe ich mir dann die Uhren erst angeschaut.

    Ich mache jetzt mal ein kleines Ratespiel daraus. Zur Erinnerung: nur Service bzw. Reinigung waren der Auftrag, keine Sonderwünsche.

    Mal sehen, wie gut die U-Kenntnisse sind:

  • Ach du Schande:
    Die U1 Prof hat die Krone normalerweise auf der anderen Seite . Was ist bei der Schwarzen ?

    Gruß

    AndiS

    Alles hat seine Zeit.

    Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen (Sir Peter Ustinov)

  • Soll Sinn die Endkontrolle wieder aufleben lassen ? 34

    1. Nein, kein Bedarf. Die Endkontrolle funktioniert einwandfrei. (0) 0%
    2. Ja, die Endkontrolle (beim Service & Produktion) ist elementar wichtig. (34) 100%
    3. Dort wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Locker durchatmen hilft. (0) 0%

    Wir wollen hier einen Impuls an Sinn zu geben, von daher würde ich dein Thema mal als Abstimmung machen.

    Gruß

    AndiS

    Alles hat seine Zeit.

    Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen (Sir Peter Ustinov)

  • Ich bin auch der Meinung, dass dem Thema Qualität mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden muss.
    Nicht jeder hat immer so viel Geduld und die Zeit, sich mehrmals um seine Uhr zu kümmern.

    Beispiel 1: Mein Sinn-Chrono war für 4 Monate im Service, mit viel Zeit und Mühe wurde das Werk wieder perfekt gemacht. Erst nach der Abholung merkte ich, dass sich die Lünette nicht mehr drehen lies. Zwar eine Kleinigkeit, aber die hätte sofort auffallen müssen.
    Beispiel 2: Metallband montieren lassen. Leider verkehrt herum, die Öffnung der Schliese geht nach hinten.
    Beispiel 3: 3 Sinn-Uhren zum Service gebracht und alle Details persönlich besprochen, dann für alle 3 Uhren schriftlich Auftrag erteilt.
    Nach 4 Wochen kam von 2 Uhren der Kostenvoranschlag mit der Bitte um Auftragserteilung. Von einer Uhr kam dann die Auftragsbestätigung ohne KVA.
    Solche Vorgänge sind nicht zwingend vertrauensbildend.

    Gruß

    AndiS

    Alles hat seine Zeit.

    Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen (Sir Peter Ustinov)

  • Ich bin da zwiegestalten.

    Da ich beruflich selber Produktmanager bin, weiß ich, dass man einen Service nicht verschenken kann.

    Nur als Beispielrechnung (sämtliche Zahlen sind nur Beispiele):

    Die Endkontrolle aller Dinge, die uns auffallen, dauert 10 Minuten oder Brutto 10 Euro. Von 100 Uhren werden bei 10% ein Fehler gefunden, und nur 10% aller Kunden finden alle Fehler, die wir finden. Daß heißt, 1 Uhr von 100 wird reklamiert, 9 von 10 Uhren würden korrigiert, obwohl es den Kunden nicht stören würde. Würden dafür alle 100 Kunden die 10 Euro für die Kontrolle plus die umgelegten Kosten für die Nachbesserung der 9 Uhren (die nicht reklamiert worden wären) mehr bezahlen, oder gehe ich als Firma im Rahmen einer Kosten / Risiko Analyse das Risiko ein?

    Beste Grüße
    Axel

    Wenn ich alt bin, möchte ich nicht jung aussehen, sondern glücklich.

  • ...bei der Black sind die Zeiger doch komplett "matt", oder ?!?
    Bei Deiner sieht das jetzt so aus, als hätten sie die Zeiger von der normalen U genommen und die weißen Flächen einfach matt-dunkel gespritzt. Geht ja gar nicht :gewalt:

  • Als meine Arktis bei der Revision war kam sie auch mit ein Paar Mängeln wieder zurück.
    Ein riesiger Fussel auf dem Zifferblatt, die Schließe wurde am Metallband einfach getauscht und es gab komplett neue Zeiger was alles nicht abgesprochen war und natürlich berechnet wurde.
    Fand ich nicht gerade berauschend.
    Wenn die Preise jedes Jahr teurer werden dann erwarte ich auch das wenigstens der Service stimmt.
    Wir reden hier ja nicht von einer billigen Kaufhof Uhr.

  • Ich bin da zwiegestalten.

    Da ich beruflich selber Produktmanager bin, weiß ich, dass man einen Service nicht verschenken kann.

    Nur als Beispielrechnung (sämtliche Zahlen sind nur Beispiele):

    Die Endkontrolle aller Dinge, die uns auffallen, dauert 10 Minuten oder Brutto 10 Euro. Von 100 Uhren werden bei 10% ein Fehler gefunden, und nur 10% aller Kunden finden alle Fehler, die wir finden. Daß heißt, 1 Uhr von 100 wird reklamiert, 9 von 10 Uhren würden korrigiert, obwohl es den Kunden nicht stören würde. Würden dafür alle 100 Kunden die 10 Euro für die Kontrolle plus die umgelegten Kosten für die Nachbesserung der 9 Uhren (die nicht reklamiert worden wären) mehr bezahlen, oder gehe ich als Firma im Rahmen einer Kosten / Risiko Analyse das Risiko ein?


    Lieber Axel,
    betriebswirtschaftlich magst Du Recht haben, markentechnisch und gesamtunternehmerisch widerspreche ich Dir. Eine Marke aufzubauen und emotional aufzuladen, dauert Jahre und kostet ein Vermögen. Eine Marke nachhaltig zu beschädigen, dauert manchmal nur einen Shitstorm (2-3 Wochen) und kostet drei Vermögen. Wenn ich mich als technisch versiertes Unternehmen für Spezialuhren positioniere, dann muss technische Perfektion meine "conditio sine qua non" sein. Ich habe für eine solche "Schlamperei" - sorry, aber genau das ist es - keinerlei Verständnis. Und machen wir uns nichts vor: Die Fälle häufen sich! Wenn Sinn da nicht sehr schnell und nachhaltig nachsteuert, läuft das Fass in nicht allzu ferner Zeit über. Ließ mal in anderen Foren, wo rational denkende Uhrenliebhaber (nicht solche Sinn-Freunde wie wir) das Thema diskutieren... Das ist ein gefährliches Spiel mit dem Feuer, was Sinn betreibt.

    Die Schere zwischen Anspruch und Wirklichkeit öffnet sich - zumindest aus meiner Sicht : forgive ...

  • Hallo Ulf,

    ich verfolge das Thema durchaus sehr interessiert und habe mich auch an anderer Stelle hier schon sehr kritisch unter anderem über die Wartezeiten bei einer Revision geäußert. Ich überlege halt nur, was für Sinn der „Markt“ ist: Liebhaber wie wir, oder „Laufkundschaft“ oder kaufkräftige Kunden aus dem Ausland ohne echte Liebhaberei.

    Als ich am Samstagmittag am Römerberg war, war der Laden voll und 5 oder 6 Gespräche ließen erkennen, dass es um die *eine* teure Uhr ging, ohne breitere Leidenschaft für Uhren im Allgemeinen. Von diesen Kunden wird keiner die Qualitätsdiskussionen in Foren lesen. Ich kann halt nicht einschätzen, an welchem Marktsegment sich Sinn betriebswirtschaftlich ausrichtet.

    Beste Grüße
    Axel

    Wenn ich alt bin, möchte ich nicht jung aussehen, sondern glücklich.

  • Gerade bei dieser einen „teuren Uhr“ ist es wichtig, besten Service zu leisten.
    Ich mache da generell keinen Unterschied: ich erwarte, dass mit Hänschen genauso umgegangen wird, wie mit Hans !
    Für alles andere habe ich kein Verständnis! :thumbdown:

    keiner

  • Mensch Thorben

    Das ist ja noch schlimmer als gestern Abend angenommen.

    In dem Fall kann man nur sagen das es „Echt doppelt Scheisse“ gelaufen ist.

    Vlt hilft das ja demnächst :


    Grüße

    Gregor :aetsch:


    my brain is my castle - but sometimes it becomes a prison


  • Lieber Axel,
    betriebswirtschaftlich magst Du Recht haben, markentechnisch und gesamtunternehmerisch widerspreche ich Dir. Eine Marke aufzubauen und emotional aufzuladen, dauert Jahre und kostet ein Vermögen. Eine Marke nachhaltig zu beschädigen, dauert manchmal nur einen Shitstorm (2-3 Wochen) und kostet drei Vermögen. Wenn ich mich als technisch versiertes Unternehmen für Spezialuhren positioniere, dann muss technische Perfektion meine "conditio sine qua non" sein. Ich habe für eine solche "Schlamperei" - sorry, aber genau das ist es - keinerlei Verständnis. Und machen wir uns nichts vor: Die Fälle häufen sich! Wenn Sinn da nicht sehr schnell und nachhaltig nachsteuert, läuft das Fass in nicht allzu ferner Zeit über. Ließ mal in anderen Foren, wo rational denkende Uhrenliebhaber (nicht solche Sinn-Freunde wie wir) das Thema diskutieren... Das ist ein gefährliches Spiel mit dem Feuer, was Sinn betreibt.

    Die Schere zwischen Anspruch und Wirklichkeit öffnet sich - zumindest aus meiner Sicht : forgive ...

    Ich hatte schon immer den Eindruck, dass Sinn genau aus den Axel-Überlegungen heraus die Endkontrolle geplant vernachlässigt.
    Darüber hinaus werden die dadurch auftretenden Reklamationen wiederum oft sehr kulant behandelt; sprich:
    in den (vergleichsweise wenigen) Fällen, in denen es zu Problemen kommt löst man das mit Kulanz und schafft so tatsächlich (klingt paradox, ist aber oft so) Kundenbindung.
    Das klappt aber nicht, wenn es überhandnimmt und der Eindruck entsteht, dass Problem nicht die Ausnahme, sondern die Regel sind …

    Ich für meinen Teil hatte bisher aber mehr positive als negative Erfahrungen.

    Watches are the only jewelry men can wear, unless you're Mr. T
    Gordon Bethune

  • "...wieder aufleben" Gruebeln. Hatte ich da etwas verpasst? SchuechternKichern

    Wollen wir hoffen, sie finden endlich ihren Sichtprüfer und dass dieser nicht drei schwarze Punkte auf einer gelben Armbinde trägt.

  • Die von Axel geäußerten betriebswirtschaftlichen Erwägungen sind - wie immer, wenn es mathematisch zugeht - klar auf der Hand liegend.

    Mir stößt aber der - auch am eigenen Leib, aber auch hier und in anderen Foren via glaubwürdiger Berichte erlebte - Endkontrollenmangel schon mehr als sauer auf. Klar, wo geschafft wird, passieren Fehler. Vielleicht spricht auch die erhöhte Endkontrollenproblematik für die "echte Handarbeit", die da noch geleistet wird.

    Was aber meiner Meinung nach überhaupt und gar nicht geht: bei einem Luxusprodukt "Made in Germany" auf eine penible Endkontrolle zu verzichten. Es kann doch nicht sein, dass ein Käufer, gleich ob Afficionado oder Die-eine-Uhr, vor dem Kauf mit Lupe und Erfahrung eine Uhr begutachten muss, um sicher zu gehen, dass er daheim auf dem Sofa dann nicht doch noch einen Fehler findet und die neue Uhr gleich wieder zur Reparatur darf. V.a. Fussel auf dem Ziffernblatt fallen früher oder später jedem auf und müssten durch eine saubere Arbeitsumgebung doch vermeidbar sein.

    Ich hoffe sehr, dass Sinn das in Griff bekommt.

    PS: auch wenn ich mich wiederhole: wie es geht, zeigt Guinand. Inklusive Kontrollprotokoll.

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