Die betriebswirtschaftliche Rechnung des Produktmanagers hier ist meines Erachtens zu kurz gesprungen. Der Aufwand einen neuen Kunden zu gewinnen ist mehrfach höher als einen Bestandskunden zu halten bzw. von dessen Empfehlungen an Dritte zu profitieren. Auf gut deutsch, stößt SINN mit dem Verzicht auf eine Endkontrolle in Produktion und Service mit dem Boppes die Steinchen um, die zuvor aufwendig aufgebaut wurden. Wenn es andersherum besser funktionieren würde, gäbe es nirgendwo Endkontrollen. Dies ist aber mitnichten der Fall. Bis dato, wurde ab und an sogar darüber gewitzelt, "eine echte SINN erkenne man bei Auslieferung an kleinen Mängeln". SINN scheint das Problem angesichts der Stellenanzeige nun auch endlich begriffen zu haben und es abstellen zu wollen.
Nebenbei erwähnt, SINN hat bei mir stets einwandfrei und aufwendig nachgebessert. Betriebswirtschaftlich ein Minusgeschäft für SINN. Zudem muss man feststellen, dass fähige Uhrmacher im Jahre 2019 offenkundig absolute Mangelware auf dem Arbeitsmarkt sind. Nach hiesiger Erfahrung werden die nachkommenden Generationen im Schnitt immer dümmer und sogenannte Handwerker können zwar blitzschnell saftige Rechnungen aus dem PC zaubern, aber viel mehr nicht. Freilich gibt es auch hier fähige Leute mit Idealismus und Handwerkerehre. Aber der Trend geht bergab.