Heute in der Tageszeitung


  • Ein Gewinner namens Rolex

    Die Schweizer Uhrenindustrie verkauft weniger – Umsatz und Gewinn konzentrieren sich auf einzelne Namen

    Andrea Martel

    Starker Franken, Konsumflaute in China und seit einem Jahr auch noch amerikanische Strafzölle: Die Schweizer Uhrenindustrie kämpft an mehreren Fronten. Das Geschäft läuft schleppend, und das seit über zwei Jahren. Auch im laufenden Jahr hält die Schwäche an: Im Januar lagen die Ausfuhren 3,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Frankenwerte erzählen allerdings nur einen Teil der Geschichte.

    Über zwei Jahre betrachtet, beträgt der Rückgang rund 4,5 Prozent. Nach mehreren Jahren kräftigen Wachstums –

    unterbrochen nur von der Corona-Delle –

    wirkt das zunächst wie eine Normalisierung. Ein vollständigeres Bild ergibt sich beim Blick auf die Stückzahlen. Und hier zeigt sich ein tiefgreifender Wandel. Die Zahl der exportierten Uhren hat sich in zehn Jahren halbiert. 2015 verliessen noch 28 Millionen Zeitmesser die Schweiz. 2025 waren es nur noch 14 Millionen. Besonders Quarzuhren brachen ein. Doch auch bei mechanischen Modellen – dem Kern der Schweizer Produktion – sanken die Exporte um einen Drittel.

    Die Industrie verkauft also Jahr für Jahr weniger Uhren, dafür zu höheren Preisen. Der Trend hin zu immer noch teureren Luxusuhren ist enorm. Laut Morgan Stanley entfallen inzwischen 37 Prozent des Exportwerts auf Uhren, die über 50 000 Franken kosten. Dieses Segment trug 2025 zu 89 Prozent des Wertwachstums bei, obwohl es nur 1,4 Prozent der exportierten Uhren umfasst. Also 200 000 Stück.

    Die Zulieferer leiden besonders

    Dieser Rückgang im Volumen trifft vor allem die Zulieferer. Sie leben nicht von einigen wenigen Ultraluxusuhren. Diese werden von den Uhrenmarken sowieso meist intern gefertigt. Ihre Domäne sind die Serienmodelle –

    die «normalen» IWCs, TAG Heuers, Hublots. Und genau dort sind die Stückzahlen eingebrochen. Vertreter von Zulieferbetrieben berichten schon seit längerem von stark gesunkenen Bestellungen. Aber die Misere hält an, wie auf Nachfrage bei einigen Betrieben zu erfahren ist.

    Dabei nützen offenbar auch langfristige Verträge mit Abnahmegarantien nichts. Die Uhrenmarken würden sie schlicht nicht einhalten, heisst es. Gegen grosse Konzerne rechtlich vorzugehen, erscheint unrealistisch. Da bleibt nur Kurzarbeit. Oder ein Stellenabbau.

    2025 sank die Beschäftigung in der Uhrenbranche erstmals seit der Pandemie. 835 Stellen fielen weg, ein Minus von 1,3 Prozent. In den Uhrenkantonen Jura und Neuenburg liegt die Arbeitslosigkeit deutlich höher als im Landesdurchschnitt. 5,5 beziehungsweise 4,8 Prozent im Vergleich mit 3,2 Prozent. Auch die Uhrenmarken stehen unter Druck. Viele gehören jedoch grossen Luxuskonzernen an. Für sie geht es weniger um das unmittelbare Überleben als um ihre Profitabilität – und

    ihre Rolle im Konzern.

    Bei Richemont und LVMH entwickeln sich andere Sparten derzeit deutlich dynamischer, insbesondere der Schmuck. Vor diesem Hintergrund stellt sich in den Führungsetagen offenbar die Frage, welche Uhrenmarken langfristig ins Portfolio passen. Richemont hat Baume & Mercier bereits veräussert; bei Jaeger-Le Coultre kursieren Spekulationen über ein Management-Buyout. Im LVMH-Konzern gilt insbesondere die Zukunft von Zenith als offen. Bei der Swatch Group hingegen sind vergleichbare Überlegungen nicht erkennbar.

    Anhaltende China-Schwäche

    Ein Hauptgrund für die Schwäche ist China. Die Exporte nach Festlandchina sanken 2025 um 12 Prozent, jene nach Hongkong um 6,5 Prozent. Seit 2023 beträgt der Rückgang in China ein Drittel, in Hongkong ein Viertel. Auch in den USA, seit der Schwäche Chinas der wichtigste Wachstumsmotor, gingen die Exporte 2025 leicht zurück.

    Glaubt man Branchenvertretern, laufen die Verkäufe innerhalb der USA allerdings weiterhin gut. Negativ dürfte sich die Zollpolitik von Präsident Trump vor allem in den Gewinnzahlen niederschlagen. Viele Uhrenfirmen haben ihre Preise in den USA zwar erhöht. Aber sie taten dies zurückhaltend, um die Erhöhungen später nicht wieder rückgängig machen zu müssen. Bei Luxusprodukten sind Preissenkungen tabu. So müssen die Firmen einen Teil der Zölle selber auffangen.

    Die USA werden irgendwann einen neuen Präsidenten haben, China wird sich irgendwann erholen. Die Frage ist, ob dann die Schweizer Uhrenindustrie wieder zurück auf den Wachstumspfad findet. Nick Hayek, der CEO der Swatch Group, ist überzeugt davon. Andere sind skeptischer. Laut einer Studie von McKinsey wächst der Luxusmarkt generell nicht mehr so stark wie früher. Zudem findet eine Verschiebung statt: weg von Produkten, hin zu Erlebnissen.

    Entscheidend wird sein, ob die Marken auch für jüngere Kunden interessant bleiben. Die Faszination für Uhren ist vorhanden. Nach der Pandemie stiegen die Verkäufe stark. Doch Begeisterung allein trägt nicht dauerhaft. Die grossen Häuser leben von ihren Klassikern. Submariner, Nautilus, Royal Oak, Speedmaster – sie verkaufen sich seit Jahrzehnten. Viele Neuheiten sind Varianten dieser Modelle: andere Zifferblätter, neue Materialien, leicht veränderte Proportionen. Das sichert Kontinuität. Es birgt aber auch das Risiko der Wiederholung. Der Erfolg kleiner, unabhängiger Marken zeigt, dass ein Teil der Kundschaft nach neuen Formen und eigenständigem Design sucht.

    Für Junge zählt der Werterhalt

    Gleichzeitig hat sich das Kaufverhalten verändert. Die Generation Z ist mit digitalen Handelsplattformen aufgewachsen und kennt den Wiederverkaufswert ihrer Uhr genau. Luxusuhren sind für sie nicht einfach eine Leidenschaft, sondern auch ein Investment. Entsprechend gering ist die Bereitschaft, mehrere tausend Franken für ein Modell auszugeben, das bereits beim Verlassen des Ladens 30 Prozent oder mehr an Wert einbüsst.

    Rolex steht in dieser Beziehung gut da. Die Genfer Marke ist nicht nur die mit Abstand am meisten gehandelte im Secondhand-Markt. Sondern auch – zumindest unter den grösseren Marken –

    die mit dem besten Werterhalt: Laut Morgan Stanley wird fast die Hälfte der gebrauchten Rolex-Modelle deutlich über dem Listenpreis gehandelt, die andere mit Abschlägen von maximal

    20 Prozent. Das gibt Vertrauen. Und dürfte einer der Gründe sein, warum Rolex-Uhren generell so begehrt sind. Gemäss Schätzungen von Morgan Stanley macht Rolex mittlerweile mehr Umsatz als die vier nächstgrösseren Marken – Cartier, Audemars Piguet, Patek Philippe, Omega – zusammen.

    Secondhand-Markt entdeckt

    Rolex geht allerdings noch einen Schritt weiter. Das Unternehmen hat erkannt, wie wichtig der Gebrauchtuhrenmarkt ist, und mischt dort mittlerweile selber mit. Als einzige Marke mit grossen Stückzahlen stellt Rolex für gebrauchte Uhren aus dem eigenen Haus Echtheitsbescheinigungen und Garantien aus. Die Uhren werden dann als «Certified Pre-Owned»-Uhren (CPO) verkauft – in den gleichen Fachgeschäften, die auch neue Rolex-Uhren verkaufen. Das Geschäft boomt. Die Bank Vontobel schätzt, dass der Umsatz mit Rolex-CPO-Uhren mittlerweile 500 Millionen Franken erreicht. Wäre es eine eigenständige Marke, käme sie fast in die Top 10.

    Die Gefahr, dass Rolex sich damit selbst kannibalisiert, ist gering. Neue Rolex-Uhren gibt es nicht direkt im Laden zu kaufen. Wartelisten gehören mittlerweile zum Geschäftsmodell. Die zertifizierten Gebrauchtuhren sind da eine gute Ergänzung: Ein Kunde, der auf seine neue Uhr wartet, greift möglicherweise zu einem gebrauchten Modell – und tauscht es später wieder ein. So bleibt er im System der Marke. Gleichzeitig treten die CPO-Uhren, die meist etwas günstiger sind als neue Modelle, direkt in Konkurrenz zu anderen Marken im gleichen Preissegment.

    Das Programm wird damit zu einem strategischen Instrument. Die zertifizierten Gebrauchtuhren erweitern das Angebot – und verstärken die Wettbewerbsposition zusätzlich. Der Sekundärmarkt wird so zu einer Waffe im Konkurrenzkampf.

    Aus dem E-Paper der NZZ vom 27.02.2026

    Gruss

    Christian :hatoff:

    Niveau ist keine Creme und Stil nicht das Ende eines Besens.

  • Danke Christian: like

    Aber Hallo, man hat also ein Absatzproblem, verdeckt das kurzfristig mit straffen Preiserhöhungen und leidet dann darunter, daß die Gewinnmarge prozentual sinkt. Interessante Vorgehensweise, von der Rolexfabrik für noch eine Million Stück hört man auch nicht mehr viel.
    Wenn man dort nur Stahlmodelle herstellen würde ich hau mich wech!

    Luxusuhren als Investitionsmodell, das ist mir auch neu.🤭

    Ich erde mich jetzt mal, in dem ich den ersten Stock und das Erdgeschoß staubsauge.

    Ganz lieben Gruß

    Ru_Di

    Expect no quarter, expect no mercy, expect total hell

  • Wenn ich mir mal so anschaue, was Bucherer für die (Rolex)
    CPO-Uhren hier in CH so haben möchte, habe ich nicht den Eindruck, dass
    die günstiger wären als Neuuhren. Aber dafür halt verfügbar.

    Gruss

    Christian :hatoff:

    Niveau ist keine Creme und Stil nicht das Ende eines Besens.

  • Ru_di: So wie ich informiert bin, hat Rolex in 2024 die
    Baugenehmigung für einen ausgedehnten Neubau in
    der Gemeinde Bulle südlich von Freiburg/CH bekommen.
    Die ziehen das durch…

    Gruss

    Christian :hatoff:

    Niveau ist keine Creme und Stil nicht das Ende eines Besens.

  • 6K€ einfach an einen Shop im Internet transferieren, ohne Paypal ohne jede Sicherheit?

    Kann man machen, irgendwie muß man ja Erfahrungen sammeln. Entschuldigt natürlich nicht den Betrüger.

    Ganz lieben Gruß

    Ru_Di

    Expect no quarter, expect no mercy, expect total hell


  • Die Rolex Oyster gibt es seit 100 Jahren

    In ihren Anfängen galt die Armbanduhr als Accessoire für Frauen – das änderte Hans Wilsdorf 1926

    Andrea Martel

    Im Jahr 1926 ist die Welt der Zeitmessung noch eine Zweiklassengesellschaft. Der Mann, der etwas auf sich hält, trägt die Uhr in der Westentasche. Die Armbanduhr gilt als zerbrechliches Accessoire für Damen, ein neumodisches Ding, dem es ausserdem an Präzision mangelt.

    Die Fachwelt ist sich einig: Ein Werk von der Grösse einer Münze kann nie die Genauigkeit einer Taschenuhr erreichen, geschweige denn jene eines Marinechronometers – damals die präzisesten Zeitmesser für die Navigation auf See. Zudem ist das Handgelenk ein denkbar ungeeigneter Ort für eine Uhr: zu viel Bewegung, zu exponiert.

    Hans Wilsdorf, der Gründer von Rolex, sieht dies schon früh anders. Der 1881 in Bayern geborene Wilsdorf verliert jung seine Eltern und sucht später sein Glück in London und Genf. Er ist kein eigentlicher Uhrmacher, sondern ein Unternehmer mit einem ausgeprägten Gespür für gesellschaftliche Entwicklungen. Wilsdorf ist überzeugt davon, dass die Zukunft der Uhr am Handgelenk liegt. Entsprechend konsequent richtet er seine Strategie darauf aus, die Armbanduhr alltagstauglich zu machen. Sie muss genau laufen – und widerstandsfähig sein.

    Verschlossen wie eine Auster

    Die Frage der Präzision lösen Wilsdorf und sein Bieler Industriepartner Hermann Aegler schon früh. Bereits 1910, fünf Jahre nach der Gründung, erhält eine Rolex-Armbanduhr ein Chronometerzertifikat in der Schweiz – und beweist damit, dass sie ebenso genau laufen kann wie eine Taschenuhr, die damals der Massstab der Zeitmessung war.

    1914 folgt am Kew Observatory in England ein Klasse-A-Präzisionszertifikat, die höchste Auszeichnung jener Zeit. Bis dahin war sie grossen Marinechronometern vorbehalten, die nur um wenige Sekunden pro Tag abwichen, während gewöhnliche Taschenuhren deutlich grössere Abweichungen aufwiesen. Rolex zeigte damit erstmals, dass eine Armbanduhr in eine Präzisionsklasse vorstossen kann, die zuvor anderen Zeitmessern vorbehalten war.

    Doch das wahre Problem liegt anderswo. Im Gegensatz zur Taschenuhr, die geschützt getragen wird, ist die Armbanduhr permanent äusseren Einflüssen ausgesetzt. Dabei geht es nicht nur um Bewegung und Schläge. Staub, Feuchtigkeit und Schweiss dringen in das Gehäuse ein und beeinträchtigen die Mechanik – und damit auch die Ganggenauigkeit.

    Wilsdorf setzt deshalb alles daran, diese externen Störfaktoren zu eliminieren. Seine Antwort ist die Oyster: ein Gehäuse, so dicht verschlossen wie eine Auster, die im Wasser lebt und ihr Inneres vor allen Unreinheiten schützt.

    Verschraubt und wasserdicht

    Die Idee des wasserdichten Gehäuses ist nicht völlig neu. Wilsdorf greift bestehende Ansätze auf und entwickelt sie weiter. So erwirbt er unter anderem ein Patent der Erfinder Paul Perregaux und Georges Perret, die eine verschraubte Krone entwickelt haben. Rolex kombiniert diese Lösung mit einem verschraubten Boden und einer verschraubten Lünette (dem Ring um das Zifferblatt, der das Glas fixiert) und setzt das Ganze industriell um.

    Damit entsteht die erste wasserdichte Armbanduhr, die in grösserem Stil produziert wird. Wilsdorf selber ist derart überzeugt von dem Produkt, dass er Anfang 1927 vor skeptischen Händlern verkündet: «Meine Herren, wir bauen die beste Armbanduhr der Welt.»

    Wilsdorf weiss allerdings auch: Technische Innovation allein genügt nicht. Er muss Vertrauen schaffen. Die Gelegenheit bietet sich im Oktober 1927: Die junge Londoner Sekretärin Mercedes Gleitze hat soeben nach mehreren gescheiterten Versuchen als erste britische Frau den Ärmelkanal durchschwommen. Kurz darauf sieht sie sich mit Zweifeln an dieser Leistung konfrontiert und kündigt eine weitere Überquerung an.

    Wilsdorf erkennt das mediale Potenzial. Er bittet Gleitze, bei diesem erneuten Versuch eine seiner neuen Oyster-Uhren zu tragen. Die Überquerung muss zwar wegen schlechter Wetterbedingungen abgebrochen werden. Doch die Uhr, die Gleitze an einem Band um den Hals trägt, funktioniert auch unter diesen extremen Bedingungen einwandfrei.

    Wilsdorf nutzt den Moment für einen beispiellosen PR-Coup. Er kauft für die damals exorbitante Summe von 40 000 Franken die gesamte Titelseite des für Frauenthemen und Sport bekannten britischen Massenblatts «Daily Mail» und verkündet den Erfolg der wasserdichten Uhr.

    Es ist die Geburtsstunde des Testimonee-Konzepts, das Rolex bis heute pflegt. Prominente Träger sollen dabei die Leistungsfähigkeit eines Produkts glaubwürdig belegen. Die Botschaft ist klar: Wenn diese Uhr den Ärmelkanal überlebt, überlebt sie auch Ihren Alltag.

    Parallel dazu schärft Wilsdorf die Markenführung. Seine Händler lässt er wissen, «dass es in Zukunft keine Rolex-Uhr mehr ohne den Rolex-Schriftzug auf dem Zifferblatt, im Innern der Uhrenschalen und auf dem Uhrwerk geben wird». Bis dahin trugen die Uhren auf dem Zifferblatt nicht den Namen der Marke, sondern jenen des Händlers, was Wilsdorf stets missfiel.

    Was der Oyster-Uhr in diesem Moment noch fehlt, ist der passende Antrieb. Mit der verschraubten Krone ist das Werk zwar geschützt. Aber das tägliche Aufziehen bleibt ein Problem, denn jedes Öffnen setzt die Uhr erneut Staub und Feuchtigkeit aus und beansprucht die Dichtung.

    Gesucht ist daher eine Lösung, die ohne diesen Eingriff auskommt. Auch diese Idee ist nicht neu – bereits im 18. Jahrhundert haben Uhrmacher mit automatischen Aufzügen experimentiert –, doch erst mit der Armbanduhr ergeben sich die nötigen Bewegungen, um solche Systeme zuverlässig zu betreiben. Anfang der 1930er Jahre gelingt es Rolex schliesslich, dieses Prinzip industriell umzusetzen: Ein Rotor im Innern der Uhr nutzt die Bewegungen des Handgelenks, um die Zugfeder kontinuierlich aufzuziehen. Damit wird die Uhr unabhängig vom manuellen Aufziehen durch das Drehen der Krone – und das wasserdichte Gehäuse der Oyster kann seine Stärke erstmals voll ausspielen. Die Oyster Perpetual ist geboren.

    Wilsdorf schreibt dazu: «Wenn Sie sie am Tag mindestens sechs Stunden lang tragen, hört sie nicht auf, sich selbst aufzuziehen. Wenn Sie die Perpetual einmal an Ihrem Handgelenk tragen, können Sie sie – den Ölwechsel alle achtzehn Monate ausgenommen – vergessen.»

    Diskretes Jubiläumsmodell

    Dieses Jahr wird die Oyster hundert Jahre alt. Entsprechend gross war in den vergangenen Monaten die Neugier, ob und wie Rolex dieses Jubiläum inszenieren würde. Die Antwort fällt – wohl zur Überraschung vieler – diskret aus. Die neuen Uhren, die am Dienstag an der Genfer Uhrenmesse Watches and Wonders präsentiert wurde und der NZZ bereits vorab vorlagen, setzen keinen spektakulären Akzent. Vielmehr handelt es sich um eine zurückhaltende Hommage an das Basismodell der Marke. Dessen zentrale Merkmale – das wasserdichte Gehäuse (Oyster) und der automatische Aufzug (Perpetual) – prägen fast alle neueren Modelle, von der 1953 lancierten Submariner bis zur 2025 vorgestellten Land-Dweller.

    Dazu gehören unter anderem vier Ausführungen der Oyster Perpetual. Nur eine davon ist ausdrücklich als Jubiläumsuhr gekennzeichnet: ein Modell mit 41 Millimetern Durchmesser, klassisch gehalten in Stahl und Gold sowie in der markentypischen Farbe Grün. Der Hinweis auf das Jubiläum bleibt diskret. Anstelle des üblichen Schriftzugs «Swiss made» findet sich bei 6 Uhr die Inschrift «100 years».

    Die anderen drei Oyster-Perpetual-Modelle haben die Grössen 36, 34 und 28 Millimeter. Während die beiden kleineren Varianten dem klassischen Erscheinungsbild folgen, kommt die 36-Millimeter-Version mit einem mehrfarbigen, auffällig frechen Zifferblatt daher, ähnlich wie die Modelle aus dem Jahr 2023, die damals für Aufsehen gesorgt haben.

    Die grösste technische Innovation, die Rolex diesen Frühling präsentiert, steckt in der Yacht-Master, von der es gleich zwei neue Modelle gibt. Die Uhr richtet sich an Segler, die den Countdown zum Start einer Regatta messen wollen. Neu lässt sich die Countdown-Funktion einfacher bedienen: Sie wird nicht mehr über die Lünette gesteuert, sondern direkt über seitliche Drücker. Der Countdown-Zeiger läuft zudem gegen den Uhrzeigersinn und macht so die verbleibende Zeit intuitiver fassbar.

    Dass dieses Jahr die Yacht-Master überarbeitet wurde, dürfte nicht zuletzt damit zusammenhängen, dass Rolex sich wieder verstärkt dem Segelsport zuwendet. Das Sponsoring der Formel 1 hat die Marke im vergangenen Jahr aufgegeben.

    Strengere Qualitätsstandards

    Zum Jubiläum verschärft Rolex ausserdem seine internen Qualitätsstandards. Die sogenannte «Superlative Chronometer»-Zertifizierung, die seit dem Jahr 2015 für alle Modelle gilt, umfasst neu nicht mehr nur vier, sondern sieben Kriterien.

    Neben der bereits etablierten Ganggenauigkeit von –2 bis +2 Sekunden pro Tag sowie Anforderungen an Wasserdichtigkeit, Gangreserve und den automatischen Aufzug prüft Rolex neu auch die Widerstandsfähigkeit gegen Magnetfelder, die allgemeine Zuverlässigkeit und Aspekte der Nachhaltigkeit. Die Tests erfolgen nach dem Zusammenbau der Uhr und ergänzen die externe Chronometerprüfung, bei der nur die Werke geprüft werden. Sie sollen sicherstellen, dass die Uhren ihre Leistung im Alltag dauerhaft erbringen.

    Genau darauf zielte Hans Wilsdorf bereits mit der Oyster von 1926: Präzision und Zuverlässigkeit unter realen Bedingungen.

    Aus dem E-Paper der „NZZ“ vom 15.04.2026

    Gruss

    Christian :hatoff:

    Niveau ist keine Creme und Stil nicht das Ende eines Besens.

  • Da hat die Krone wirklich einige nicht erwartbare Neuvorstellungen rausgehauen.

    Hat denn schon jemand Bilder vom Sinn-Stand gesichtet ? Bin gespannt welche Größe der Stand hat und wo er platziert ist FrecheFratze.

    Schöne Grüße aus dem Münsterland Top1
    Christian

  • Man erkennt es auf dem Screenshot kaum: gleich nach dem Eingangsbereich kommt – auf dem Weg zu den riesigen Haupthalllen rechts eine Art Platz, um den sich kleiner Räume (keine Stände im eigentlichen Sinne) gruppieren. Vermutlich deutlich billiger als in den großen Hallen.

    Dort finden sich Marken wie Nomos, Eberhardt, Corum, Raymond Weil und andere.

    Ich finde, das passt.

    Watches are the only jewelry men can wear, unless you're Mr. T
    Gordon Bethune

  • Christian_60

    Danke, fürs teilen des Berichts aus der NZZ!

    Wer solche Zeitgeschichten mag, dem kann ich das Buch der Längengrad empfehlen. Es handelt von dem Tischler (Uhrmacher) John Harrison der den ersten Chronometer erfunden und gebaut hat.

    Aber bestimmt haben die meisten hier es schon gelesen!

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