Ein Pilot und seine Uhren.....
Helmut Sinn stand wie kein Zweiter für schlichte, robuste und eigenständige Fliegeruhren.
Nicht zuletzt dadurch geprägt, dass Er selbst ein begeisterter Pilot, ein Kunstfluglehrer und Luftfahrtsachverständiger war.
Nach einem Absturz im II. Weltkrieg und damit verbundener schwerer Rückenverletzung wurde er nach seiner Genesung weiter als Fluglehrer auf der JU 52 und der Ju 88 eingesetzt.
Einige Jahre nach Kriegsende, genauer gesagt im Jahr 1956, gründete er seine erste Uhrenfirma.
Was für ein Glück.... ![]()
Viele der Pilotenuhren aus den Anfangsjahren sind heute nur noch sehr schwer zu bekommen.
Oft befinden sie sich in guten Sammlerhänden oder werden zufällig in einem Nachlass entdeckt.
Über aufgerufene Preise möchte ich hier nicht weiter referieren. SchuechternKichern
Nun zu den o.g. Pilotenuhren und ihre Historie.
Die Fa. Heuer entwickelte im Jahr 1967 im Auftrag der Bundeswehr einen weitgehend in Schwarz gehaltenen Chronographen, der auf den Einsatz von Piloten ausgerichtet war.
Es handelte sich um das Modell Heuer 1550 SG.
Zunächst ausgestattet mit dem Automatik–Kaliber Heuer 12 ( erkennbar an Modellen mit linksseitig angebrachter Krone auf 9 Uhr ).
Diese Modelle wurden nicht an die Bundeswehr ausgeliefert.
Es gibt nur noch wenige Modelle / Einzelstücke, die sich heute in Sammlerhand befinden.
Später wurde die Heuer 1550 SG dann mit dem Handaufzugswerk Valjoux 230 mit Flyback – Funktion ausgestattet.
Ab 1969 bis zum Ende der 1980er-Jahre, waren diese Uhren bei der Bundeswehr im Einsatz.
Es wurden über 10.000 Uhren gefertigt und an die Truppe ausgeliefert.
Baugleiche Modelle gingen auch an die norwegische Luftwaffe.
Zu den Technischen Daten:
Valjoux 230 Handaufzug mit Flyback – Funktion
Plexiglas ,, Plexi ist sexy “ !!!
Stülpboden mit BW Versorgungsnummer
Gehäuse, Edelstahl mattiert
Drehlünette
Antimagnetisch
30 Min. Zähler auf 3 Uhr
Stoppsekunde aus der Mitte
Höhe ca. 14 mm
Durchmesser ohne Krone ca. 43 mm
Durchmesser mit Krone ca. 46 mm
Abstand von Horn zu Horn ca. 50 mm
Zwischen den Hörnern auf 6 Uhr findet man die Modellbezeichnung 1550 SG.
Zwischen den Hörnern auf 12 Uhr findet sich die Nummer der Uhr.
Laut Infos im Netz, gab es nur 4-stellige oder 6-stellige Nummern.
Nachdem die Fa. Heuer die Fertigung Ende der 1980er-Jahre eingestellt hatte, kaufte Helmut Sinn in den 1980er / 1990er-Jahren ausgemusterte Bestände des Heuer Fliegerchronographen 1550 SG mit Schaltrad – Flyback – Chronographenwerk von der Bundeswehr auf.
Sehr schön auch dokumentiert in diesem Bericht aus dem Chronos Magazin von 1997.
Nach erfolgter Überarbeitung gingen diese Uhren dann in den Wiederverkauf.
Ein geringer Teil dieser überarbeiteten Uhren wurde mit einem Sinn Zifferblatt ausgestattet.
Einige dieser Sinn Zifferblätter hatten eine 3H Kennzeichnung auf 6 Uhr.
Die von Helmut Sinn überarbeiteten und angebotene Uhren mit dem Heuer Logo zeigt sehr schön dieser Anzeige aus den frühen 1990er-Jahren.
- großes Heuer Logo
- sauberes Zifferblatt ohne 3H oder T-Symbol auf 6 Uhr
Dem gegenüber stehen die Uhren mit dem Sinn Zifferblatt.
- Sinn Logo
- großes 3H Symbol ( es gab auch kleinere 3H Symbole auf dem Blatt )
- kein T – Symbol
Auch gab es Sinn Zifferblätter ohne 3H Symbol und ohne T – Symbol.
Informationen zu diesen Uhren finden sich unter der Bezeichnung Sinn 1550 oder Sinn 155 Bundeswehr – Chronograph im Netz. ![]()
Ich möchte nun noch kurz auf das original Armband eingehen, das bis Ende der 1980er-Jahre mit der Uhr zusammen ausgeliefert wurde.
Es handelt sich um ein in Schwarz gehaltenes Leder.- Unterlagenband mit Versorgungsnummer und einer sog. Rollenschließe.
In Sammlerkreisen übrigens ein sehr gesuchtes Stück, das preislich hoch gehandelt wird.
Die Schließe bei diesem Band ist vernäht und wurde nicht durch einen Federsteg fixiert.
Spätere Bänder der Fa. Eulit hatten dann einen Federsteg.
Die Versorgungsnummer der Bänder mit Rollenschließe lautet: 6645-12-145-6415.
Diese Nummer ist rückseitig auf dem Schließenteil einprägt und zeigt zusätzlichen die Bezeichnung ,, BUND “.
Die Unterlage ( Mittelteil des Bandes ) ist deutlich kleiner als bei den Bändern aus dem Zubehör oder von Fa. Eulit.
Somit ein eine einwandfreie und störungsfreie Bedienung der Krone gewährleistet.
Und hier noch einmal beide Bänder im direkten Vergleich.
Zum Schluss noch folgende allgemein gehaltene und nicht ganz unwichtige Informationen zu dem Modell Heuer 1550 SG.
Als Versorgungsnummer auf dem Gehäuse.- Schraubboden ist die 6645-12-146-3774 zu finden.
Zusätzlich dann noch der Schriftzug BUNDESWEHR oder BUND.
Auch findet man Uhren mit der Versorgungsnummer 6645-12-146-5081.
Diese Uhren sind im Vergleich eher selten zu finden.
Es gab auch ein sog. Sondermodell der Heuer 1550 SG mit der Bezeichnung Sternzeit reguliert.
Man kann diese Uhr durchaus als ,, blaue Mauritius “ bezeichnen.
Das Sternzeit Logo findet sich auf dem Zifferblatt auf 6 Uhr und das Modell wird mit Heuer 1551 SG SZ bezeichnet.
Die Sternzeit regulierten Uhren weisen gegenüber der Normalzeit einen Vorgang auf.
Diese Uhren gehörten bei der Bundeswehr zur Zusatzausstattung ,,Vermessung “ mit der Versorgungsnummer 6675-12-140-9136 und zur Zusatzausstattung ,, astronomische Richtungsbestimmung “ mit der Versorgungsnummer 6675-12-308-8782.
Aktuell eher selten zu finden und preislich deutlich über 10.000 €.
Auch zu diesem Sondermodell sind Bilder und Informationen im Netz zu finden.
Ich hoffe, meine Vorstellung war kurzweilig und hat Euch den Start in den sonnigen Sonntag erleichtert.
Wie immer erhebe ich auch bei dieser Vorstellung nicht den Anspruch auf Vollständigkeit der Recherche.
Die Datenlage zu diesen Uhren ist eher dünn und weit gestreut.
Da wir in unserem Forum viele Mitglieder mit fundiertem Wissen haben, sind alle dazu aufgerufen, diesen Beitrag zu ergänzen und auch zu korrigieren.
** Das Bild von Helmut Sinn ist aus 2004 und handsigniert auf der Rückseite. ![]()
