Verehrtes hochverseuchtes Publikum,
geschätzte Mitgefangene und -innen,
Kennt Ihr diese Momente, wenn man den Erwerb des jüngsten Objekts der Begierde deswegen vor den Mitmenschen und, vor allem, vor sich selbst stichhaltig argumentieren kann, weil es herausragende Eigenschaften hat, die es vor widrigen Umständen des eigenen Alltags wappnet ?
Starke Magnetfelder - sie sind mittlerweile ständig präsente Begleiter unserer Zeit, speziell, wenn man sich in der Freizeit als Musiker betätigt. Verstärker, Lautsprecher, Tonabnehmer, Transformatoren lauern an fast allen Ecken, um die tickenden Alltagsbegleiter, im wahrsten Sinn des Wortes, anzuziehen.
Was Magnetismus in einem mechanischen Uhrwerk anrichten kann, hat Guinand-Geschäftsführer Ing. Matthias Klüh in einem anschaulichen Video seines Youtube-Kanals demonstriert ( https://www.youtube.com/watch?v=ptlbQsLohko ), und auch unser hochgeschätztes Forumsmitglied Axel aka Baumaxe aka Watchmaxe hat sich der Thematik angenommen ( https://www.youtube.com/watch?v=q-AwE38ucEY ).
Vor einiger Zeit kam mir eine Feststellung eines Fachmanns unter - ich habe leider vergessen, wann und wo -, wonach etwa 60% aller Uhren, die zum Service abgegeben werden, Magnetismus am Uhrwerk aufweisen.
Wenn ich es richtig verstanden habe, wird durch ein starkes Magnetfeld in erster Linie die Unruh-Spirale magnetisiert, wodurch die Spirale stellenweise regelrecht "zusammenklebt", was die Spirale in ihrer Länge sozusagen "verkürzt" und sie schneller schwingen läßt. So entwickelt ein magnetisiertes Uhrwerk einen starken Vorlauf.
Als nun Guinand im letzten Oktober die "Flight Engineer" präsentierte, war ich gleich von ihr eingenommen. Endlich wieder eine Drei-Zeiger, noch dazu eine sehr schmucke, in der perfekten Größe und mit einem innenliegenden Weicheisenkäfig im Gehäuse. Perfekt - nicht mehr daran denken zu müssen, nicht die linke Hand zu benutzen, wenn ich den Kanalumschalter und die Kabel aus der Rückseite des Gitarren-Amps angle.
Auf der Watchtime in Düsseldorf, eine sehr empfehlenswerte Veranstaltung in einer noch empfehlenswerteren Stadt, hatte ich Gelegenheit, sie ausgiebig anzuprobieren - auf dem Rückflug war mir klar, daß dies eine der nächsten Uhren sein wird. Im November habe ich sie bestellt, mit 2 Lünetten - die schwarze und die orange - und ohne Band, da ich davon mehr als genug habe.
Als sie nun Mitte März geliefert wurde, hielt ich einmal mehr die gewohnt hochwertige Frankfurter Wertarbeit in Händen. Ein Gehäuse aus satiniertem Edelstahl und einem dezenten Schutz um die verschraubte Krone, ein klar ablesbares Zifferblatt mit einer feinkörnig-matten Oberfläche, deutlich erkennbaren Indizes und großen Ziffern auf 12h, 3h, 6h und 9h, die beidseitig drehbare Lünette ohne Rastung und orangefarbenem Leuchtpunkt, der massive verschraubte Boden mit einem eigenständigen Logo und ein klares Zeigerspiel mit markantem Sekundenzeiger, der eine farblich hervorgehobene Spitze mit Leuchtmarkierung trägt. Bemerkenswert finde ich die abgeschrägte Außenkante des Drehrings, die nicht eingefärbt ist und so einen interessanten Kontrast zeigt - ein optisches Detail, das mir in dieser Form noch nicht begegnet ist.
Nach ein paar Tagen am Handgelenk kann ich bestätigen, daß sich die Flight Engineer angenehm und unauffällig trägt - gefühlt ist sie ein klein wenig schwerer als als vergleichbare Uhren dieser Größe, was dem Magnetfeldschutz geschuldet sein dürfte.
Nun ein paar Fotos - alle mit der schwarzen Lünette, da der orange Drehring zu einem späteren Zeitpunkt nachgeliefert wird.
Technische Daten ( Quelle: Guinand-Internetseite: http://www.guinand-uhren.de )
Kaliber Sellita SW220-1 mit 26 Rubinlagersteinen, 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, Schweizer Ankergang, Sekundenstopp, Glucydur-Unruh, stoßsicher nach DIN 8308, antimagnetisch nach DIN 8309
Werkdurchmesser 11 1/2"" ( 25,6 mm )
Incabloc-Stoßsicherung
beidseitig wirkender automatischer Aufzug, kugelgelagerter Rotor
Gangreserve ca. 38 Stunden
Werk dekoriert, gebläute Schrauben, Rotor mit Guinand-Gravur
Gehäuse aus Edelstahl – von Hand satiniert
Magnetfeldschutz-Innengehäuse aus RFe 60/1.1015 gemäß DIN 17405, gegen Magnetfelder bis 1000 Ørsted bzw. 80000 Ampere/Meter
Glas aus gewölbtem Saphirkristall, innen entspiegelt
Boden geschraubt mit Gravur
Krone verschraubt, doppelt abgedichtet mit Kronenschutz
Fliegerlünette beidseitig drehbar, orange nachleuchtender Leuchtpunkt als Hauptmarkierung
Wasserdicht und druckfest bis 20 bar
Gehäusedurchmesser: 40,6 mm
Gesamthöhe in Mitte der Uhr: 14,8 mm
Bandanstoßbreite: 20 mm
Maß über die Hörner: 48,5 mm
Maße zwischen den Armbandstegen: 46,30 mm
Gewicht ohne Band: 85 Gramm
Richard zu der nächsten Guinand !!
