Hallo liebe Forenfreunde,
erst kürzlich habe ich mit Schrecken festgestellt, dass ich nunmehr seit ein paar Jahren Forumsmitglied bin und trotz drei mechanischer Anschaffungen (Sinn 900F, Citizen Promaster und Ancon Sea Shadow) noch keine vernünftige Vorstellung gemacht habe, das möchte ich heute nun nachholen.
Aus diesem Grund (und natürlich nur aus diesem Grund
) machte ich mich an einem (viel zu heißen) Mittwoch auf den Weg zum (einzigen!!) offiziellen Damasko Konzi in München (und er ist einer von nur neun in ganz Deutschland).
Ziel meiner Reise war (oh Wunder) eine Damasko und zwar die DA44. Ihr kennt sicher alle das Gefühl, wenn man in einem Forum oder im Netz über eine Uhr „stolpert“ und sich denkt „wow, die gefällt“. Ich betreibe dann immer erstmal intensive Recherche im Netz, schlafe ein paar Nächte unruhig und irgendwann ringe ich mich dazu durch, mir das gute Stück mal live anzusehen. Ganz oft hatte ich schon dieses „haben will“ Gefühl, dass sich dann am Arm so garnicht einstellen wollte.
Der gute Konzi in München ist nun eigentlich Goldschmiedemeister und betreibt den Laden nur nebenbei als Uhrenladen und eigentlich mehr aus Eigeninteresse denn aus Profitgier; sein Hauptaugenmerk bei Uhren liegt auf Nomos (demnächst gibt’s dort wohl ein Ausverkauf von Meistersinger).
So wundert es dann auch nicht, dass die Auswahl an Damasko-Uhren nicht sooo umfangreich ausfiel. Und natürlich, eine DA44 war nicht dabei. Dafür hatte er eine DA45, also quasi den fast eineiigen (schreibt man das so?) Zwilling der DA44. Die DA44 hat dunkles Blatt und helle Zeiger, die DA45 genau umgekehrt.
Nun probierte ich also an und was soll ich sagen… die DA45 hat auf Anhieb überzeugt (hätte vorher nie gedacht, dass ich ein weißes Blatt schön finden könnte). Die Proportionen stimmen, der „Look“ technisch kühl und der Kontrast der Uhr absolut unschlagbar.
Nun möchte ich euch nicht länger langweilen und euch das Schätzelein mal optisch näher bringen. Die Verpackung spare ich mir an der Stelle, da könnte Damasko echt ne Schippe drauflegen… son bissel wie bei Sinn (die Standard-Boxen) nur in noch billigerer Anmutung, da war selbst meine Promaster (eine < 200 EUR Uhr) schöner verpackt. Aber wer kauft schon wegen der Verpackung. 
Da der gemeine Uhrenfreund nicht von der Optik allein lebt, anbei noch die „inneren Werte“ (geliehen von damasko-watches.com):
Basiswerk
- ETA 2836-2 (lt. Auskunft Damasko in der Qualitätsstufe elabore und in 5 Lagen reguliert)
- Mechanisches Werk mit
- automatischem Aufzug
- 25 Rubinlagersteine
- 28.800 Halbschwingungen/Std.
- Stoßsicher nach DIN 8308
- Amagnetisch nach DIN 8309
Gehäuse
- Edelstahl, perlgestrahlt, nickelfrei
- Eisgehärtet auf 60 HRC bzw. 710 HV durchgehärtet
- Gehäuseintegrierter Magnetschutz bis 80.000 A/m bzw. 100mT
- Saphirglas, beidseitig
- entspiegelt, extrem kratzfeste Entspiegelung
- Glasdichtung UV-beständig
- Boden mit Vollgewinde verschraubt, Dichtung Viton O-Ring
- Dichtelemente der Krone mit Dauerschmierung
- Krone verschraubbar, mit Kronenschutz, Krone mit Mechanik gehärtet
- Kronentubus nach „System Damasko“ im Gehäuse verschraubt
- Wasserdicht nach DIN 8310, druckfest bis 10 bar/ 100 Meter
- Unterdrucksicher eingepresstes Glas
- Drehring gehärtet, in beide Richtungen drehbar, exakte, keramische Kugel-Rastelemente
- Drehringeinlage gehärtet, mit Damest-Beschichtung versehen, kratzfest, versiegelter Leuchtpunkt bei 12 Uhr
- Drehringeinlage wählbar: 60-Minuten-Countdown oder 12-Stundenring
Zifferblatt
- Auf der ganzen Fläche mit lang nachleuchtender Spezialfarbe, Luminova C1 weiß, belegt
- Indizes schwarz lackiert
- roter Index auf 12 Uhr
Maße und Gewicht
- Durchmesser: 40mm
- Durchmesser Drehring: 41,90mm
- Gesamthöhe: 12,40mm
- Bandanstoßbreite: 20mm
- Gewicht ohne Band: 75,0 g
Zum Drehring noch ein schnelles Wort: Einfach grandios, mit welcher stoischen Präzision der funktioniert, absolut satt rastend. Durch den griffigen Rand leicht einzustellen, versehentliche Betätigung ist aber auf jeden Fall ausgeschlossen. Weiterer positiver Nebeneffekt des Drehrings... der optische Durchmesser von knapp 42 mm passt perfekt, kleiner dürfte die Uhr nicht sein.
Wie der kundige Uhrenfreund vielleicht schon gesehen hat, ist an meiner DA45 das Stahlband dran. Aber das ist nicht irgendein Stahlband, nein, das ist ein „Manufaktur“-Stahlband. Soll heißen, selbstgemacht und viel zu teuer ;-). Aber Spaß beiseite. Ja, mit einem Preis von 625,-EUR ist es absolut kein Schnäppchen. Man kann sich auch ganz trefflich darüber streiten, ob es das wirklich wert ist (immerhin kostete das tegimentierte Stahlband meiner 900F knapp die Hälfte). Kurzum, es steht der Uhr absolut blendend und ich musste es einfach haben… für die Detailverliebten ein paar Daten von der Webseite (s.o.), gefolgt von Detailbildern:
Innovation Stahlband
Das High-Tech-Produkt deutscher Ingenieurskunst wird mit all seinen Komponenten in der Uhrenmanufaktur hergestellt – „100 % Made in Germany“ – „100 % Made in House“. Jedes Verbindungsstück wird einzeln produziert und in Handarbeit montiert. Das von Spezialisten konstruierte Band besteht inklusive Faltschließe komplett aus dem gleichen eisgehärteten Edelstahl wie das DAMASKO Gehäuse. Zudem sind die Verbindungselemente aus dem hoch belastbaren Werkstoff Titan Grade5. Aufgrund Ihrer extremen Härte und höchste Zähigkeit macht die Kombination dieser beiden Technologiewerkstoffe unsere Stahlarmbänder nahezu unzerstörbar.“
Das Band hat meiner Meinung nach wirklich eine hohe Verarbeitungsqualität, lässt sich super leicht verlängern und kürzen. Wenn man das satte Geräusch hört mit dem es sich schließt, ist man absolut sicher, dass es ohne gutes Zureden und etwas mechanischer Überzeugungskraft auch nicht wieder auf geht, unabsichtliches lösen ist meines Erachtens nach absolut ausgeschlossen.
Das Lederband habe ich der Vollständigkeit halber auch genommen, denke aber, dass es nie den Weg an die Uhr finden wird (wer Interesse hat, PN an mich). Anstoßbreite 20mm, an der Schließe 18mm.
Ich möchte die Vorstellung nicht mit technischen Details überfrachten, deswegen schaut einfach mal auf die Webseite, was genau Damasko an Technologie alles zu bieten hat.
Eines möchte ich jedoch auf keinen Fall unterschlagen: die Leuchtkraft und Ablesbarkeit im Dunkeln. Im Gegensatz zur DA44 ist bei der DA45 das Blatt mit Superluminova belegt (s. techn. Daten) und leuchtet quasi von hinten durch die mattschwarzen Zeiger. Das einzige was etwas schade ist, ist die Tatsache, dass nicht auch das Datumsfenster leuchtet, das wär natürlich der Hit, auch im Dunkeln das Datum ablesen zu können. Als ausgleichende Gerechtigkeit ist der rote Punkt auf der 12 auch rot leuchtend ausgestattet. Bringt nicht so viel, da der Rest der Lünette nicht leuchtet, ist aber eine nette Spielerei.
Zum Abschluss noch einen Wristshot von mir… ich wünsche euch ein schönes Wochenende und viele (erfüllbare) Uhrenträume.
P.S. Wer jetzt Blut geleckt hat: UVP mit Stahlband sind 1965,- EUR (ohne das Lederband). Man kann die Uhr direkt online bestellen oder (und das wäre mein Preistipp) beim Konzi besorgen.