Der CORONA-Thread !

  • Ich möchte hier gerne auf den Podcast des NDR hinweisen.
    Hier wird täglich unter der Woche ein Interview mit, Prof. Dr. Christian Drosten, dem Leiter der Virologie der Charité in Berlin, veröffentlicht.
    Natürlich sollte man nicht nur eine Quelle für Informationen nutzen, dennoch finde ich, dass dort gut auf das Thema eingegangen wird und Fragen geklärt werden. Die 30 bis 40 Minuten am Abend lohnen sich aus meiner Sicht sehr.
    Hier geht's zur heutigen Folge auf Youtube, dort lassen sich selbstverständlich auch die älteren Folgen nachhören.

    Achja, mal so am Rande: Bin ich eigentlich der einzige der findet, Herr Drosten hat gewisse Ähnlichkeit mit einem Schwammkopf hier? FrecheFratze
    Das ist ausdrücklich NICHT negativ gemeint!


    Gruß,
    Sven

  • Moin zusammen,
    ich möchte eigentlich nicht viel dazu sagen.
    Ein Kollege aus unseren Reihen, ist bereits an dem Virus verstorben.
    Und das hat eine Menge gemacht mit uns Feuerwehrleuten.
    In jedem Dienst ist Corona allgegenwärtig.
    Aufgrund der Infektionszeit, laufen Kollegen ungeschützt ( Da nicht bekannt ist, das der Patient infiziert ist ) ins offene Messer.
    Im Anschluss gehen die Kollegen sofort raus aus dem Dienst und ab in die häusliche Quarantäne.
    Die Wachen, Geräte und Fahrzeuge, werden komplett desinfiziert.
    Mit jedem Kollegen, der im Einsatz nicht zur Verfügung steht, wird die Kette kürzer.
    Zum fehlenden Personal kommen dann auch noch die Engpässe in der Versorgung mit Einsatzmaterial.
    ( Schutzmasken, Schutzanzüge, Schutzbrillen und Desinfektionsmittel )
    Bei Einsätzen, wo im Vorwege ein Verdacht besteht, versuchen wir uns so gut wie möglich zu schützen.
    Einen 100% Schutz gibt es leider nicht.
    So schmerzlich die Einschränkungen auch sind, sie sind notwendig und müssen konsequent vollzogen werden.
    Man kann nicht um Hilfe rufen und wenn Sie dann da ist, einfach davon laufen.
    Nur gemeinsam sind wir stark und werden so auch die Krise meistern.
    Es könnte sein, das es im Anschluss eine längere Durststrecke für jeden Einzelnen und die Wirtschaft geben wird.
    Aber auch das wird sich über kurz oder lang zum Guten wenden.
    Das höchste Ziel muss es doch sein, so viele Leben wie möglich zu retten.
    Und dabei ist die Zeit der Schlüssel zum Erfolg.
    In den Kliniken und Notfallpraxen geht es drunter und drüber.
    Das gesamte Personal arbeitet am Limit.
    Auch dort fehlt es zum Teil an wichtigen Gütern zum Eigen.- und Patientenschutz.
    Obwohl es nicht einfach ist und einem immer wieder " Knüppel zwischen die Beine " geworfen werden, geht es weiter.
    In diesem Sinne haltet durch und bleibt gesund.
    Grüße aus dem Norden

    Ein guter Lehrer bleibt ein Schüler bis an das Ende seiner Tage.

  • Danke Karsten für dein Statement! Wir alle können dir und deinen Kollegen, wie auch den Mitarbeitern in den Kliniken und den Supermärkten nur danken für Ihren Einsatz. Nichts im Leben selbstverständlich, auch das nicht! Ihr lauft eben nicht weg, oder duckt euch weg, sondern zeigt Einsatz und stellt euch den Problemen.

    : Danke002

    Munter bleiben......

    Intruder

  • Noch mal : die Grippe hat 2017-2018 etwa 25.000 tote gefordert. Und das TROTZ der möglichen Impfungen. das waren zum Großteil auch alte und vorerkrankte. Also nicht sehr viel anders verteilt als nun bei covid19


    Noch mal, oder zum 1. mal:
    Die Influenza lässt jährlich im Jahresverlauf mit einer bevölkerten GRUNDIMUNITÄT und Impfstoffen x Menschen sterben, ja. Sie belastet aber weder die Notfallbetten, noch ruft sie wirtschaftlichen Stillstand hervor, noch bricht sie pointiert in Verbreitung weltweit zeitgleich auf, noch etc. etc.

    Der Coronavirus besitzt eine vollkommen andere Dynamik, wie du selbst sehen, lesen, hören kannst.
    Grippe ist in armen Ländern oftmals kein Thema, Corona wird dort eine Katastrophe (TonChip Südafrika-ich war dort, wenn der Virus sich dort ausbreitet, werden wir Bilder sehen, die wir nicht sehen wollen)

    Lies dich bitte ein wenig ein, es bedarf nur ein wenig Zeit sich mit der Thematik sensationsunbewirtschaftet zu beschäftigen, dann wird vieles klarer und seltsame Zahlenvergleiche verschwinden. Sven gab bereits eine sehr gute Infoquelle.

    beste Grüße

    Dominique

  • Sicherlich sind die mittlerweile getroffenen Massnahmen geeignet, um die
    Geschwindigkeit des Anstieges der Neuansteckungen zu reduzieren und
    damit einer Überlastung des Gesundheitssystemes vorzubeugen.

    Leider kommen diese Massnahmen m. E. reichlich spät, wenn nicht zu spät.

    Von Seiten der verantwortlichen Politiker wurde die Bedrohungslage zu lange
    kleingeredet und die Gefahr für uns - und die gesamte westliche Welt - offenbar
    unterschätzt.

    Spätestens, als in Italien die Krankheitszahlen rapid in die Höhe schossen, hätte
    man entschlossen handeln müssen. Und was war in Deutschland? Karneval und volle Fussballstadien!
    (Von den USA, GB, Schweden wollen wir hier mal garnicht reden.)

    Und nun das schier hilflose Reagieren auf allen Ebenen: Viel zu wenige Möglichkeiten, Schwerstkranke
    adäquat versorgen zu können, fehlende Schutzausrüstung für die Ärzte an der Krankheitsfront (fehlende
    Schutzmasken, kaum mehr Desinfektionsmittel, Hinweise, MNS - Masken sollen
    nach Gebrauch wieder sterilisiert werden etc.), wirtschaftliche Bedrohung vieler Existenzen.

    Was mich in dieser Situation wirklich nervt, ist der Umstand, dass ein solches Szenario,
    wie wir das momentan erleben, und das für viele von uns massive Auswirkungen haben wird
    (womöglich bis hin zum vorzeitigen Ableben - siehe wiederum Italien derzeit) schon seit geraumer Zeit
    (siehe die angehängten Dokumente, die gerne leicht im Netz recherchiert werden können)
    als durchaus nicht unwahrscheinliche Situation bei unseren Politikern bekannt gewesen sein muss.
    Offenbar wurde hier aber nach dem Motto verfahren: Füsse mal stillhalten, dem Volk nicht zuviel erzählen,
    Kopp in den Sand stecken, „Et hätt‘ noch immer jot jegange...“ (wie der Kölner wohl so sagt...).

    Und nun ist die Kacke am Dampfen, aber so richtig, und das wird wohl noch einige Zeit so
    weitergehen - und da sind verschobene Olympische Spiele und ein Unterbruch von Bundesliga und Champions
    League noch das geringste Problem.

    Und vielen ist hinter ihren Bergen von Klopapier und Dosenravioli der Ernst der Lage
    offenbar noch garnicht klar...

    Just my two cents...

    Gruss

    Christian :hatoff:

    Niveau ist keine Creme und Stil nicht das Ende eines Besens.

  • Und was war in Deutschland? Karneval und volle Fussballstadien

    .......... wenn es jetzt möglich wäre, den kausalen Zusammenhang zwischen Karneval und Fußballstadien und den Fallzahlen herzustellen, hätten wir einen oder mehrere Schuldige.
    Nein, leider ist die Aussage schnell in der Welt, Verbreitungsmechanismen sind aber komplexer.

    Denn Fakt ist auch:
    So viele Menschen, die den Karneval feiern und für diesen Zweck in die Regionen reisen, fliehen Menschen aus den Regionen um sich diesem Fest zu entziehen.
    Und in welche Regionen machen diese Bürger ihren Karnevalentzug? Osterreich, Italien, Spanien....
    Den Zahlen zu folge steht deiner Aussage entgegen, das die Rückkehrer aus diesen Urlaubsregionen den Virus mit gebracht haben könnten.

    Ferner ist der Virus und seine Auswirkung nicht endemisch, sicher, evtl. hätte die eine oder andere Stellschraube GGF !!!! früher justiert werden sollen(????), doch in der Sache selbst hätte sich wenig und nur entschleunigt ein besser kontrollierbares Bild gezeichnet.

    beste Grüße

    Dominique

  • Setzt in meine Gleichung statt 0,3% mal 3% oder 6% ein dann sieht die Gefahr anders aus. Das sind die schweren Verläufe der spanischen Grippe.

    560.000 Tote oder 1Mio. Tote, man sieht das Risiko für die Systeme sehr schön und verglichen mit den offiziellen Zahlen in D haben die Regierung und die Notfallversorger alles richtig gemacht bisher.

    Da helfen auch keine Zahlen der Lungenkrebskranken Raucher oder normaler Grippetoten, beschäftigt man sich mit den Fakten ist klar, daß man garnicht anders handeln konnte, um die Risiken für die Gesellschaft so gering wie möglich zu halten.

    Von den 24.000 Intensivbetten in D sind durchschnittlich 20.000 belegt, eine Aufstockung der Gesundheitssysteme auf, für schwere Corona Lethalität ausreichende Zahlen, ist schier unmöglich, daher Shutdown und Separation der Bevölkerung in kleinste Gruppen, das Beste um eine ungezügelte Verbreitung zu verhindern oder wenigstens zu verlangsamen.

    Wird uns das wirtschaftlich zurück werfen? Eindeutig JA, aber weniger als alle anderen Länder, die betroffen sind.
    Wird uns das persönlich Geld kosten, auch JA, aber das werden wir überleben sieht man sich die Sparvermögen in D an.

    Wird es einzelne Härten für Betroffene und Familien geben, auch eindeutig JA und denen wird die Regierung auch helfen, wie schon in der Vergangenheit bei Hochwassern oder ähnlichem.

    Aufregen hilft nicht, es ist wie es ist und wir müssen zusammen durch die Situation gehen, uns gegenseitig nachbarschaftlich helfen und unsere Familien so gut es geht beschützen.

    Ruhe bewahren, immer ein Tag nach dem Anderen in Angriff nehmen, keine Weltuntergangsbeschwörungen glauben oder selbst anstimmen, sondern sich an die Fakten halten und im Zweifel Gespräche mit denen suchen, die es besser einschätzen können.

    Wir haben Mitglieder im Gesundheits- und Rettungswesen, das ist doch prima für uns als Forum, so wird das ein Austausch zum Vorteil aller. Schwarmintelligenz @ it’s best halt!

    Das Thema wird früher oder später rum gehen, dann haben wir als soziales gesellschaftliches System etwas gelernt daraus, da bin ich sicher.

    Ganz lieben Gruß

    Ru_Di

    Expect no quarter, expect no mercy, expect total hell

    Einmal editiert, zuletzt von Ru_di (25. März 2020 um 12:24)

  • Der o.g. Prof. Dr. Christian Drosten, Leiter der Virologie der Charité in Berlin, im Interview mit dem "Stern":

    "Wir haben in Deutschland einige Vorteile gegenüber anderen Ländern“

    klick

    Gruß

    AndiS

    Alles hat seine Zeit.

  • Das Problem ist nicht , dass nun ein paar Leute mehr " an der Hitze eines Sommers sterben werden den sie ohne den milden Winter erst gar nicht erlebt hätten", sondern es geht um die Gefahr, dass das gesamte System kippt. Dass, wie aktuell in Spanien, die toten Alten tagelang in ihren Betten liegen weil niemand mehr kommt und die Leichen abholt, dass niemand mehr kommt, wenn du gerade einen Herzinfarkt hast oder von der Leiter gefallen bist, dass keine Fahrer mehr da sind, um das Klopapier von den Lagern in die Läden zu fahren. Covid 19 kommt nicht als Welle daher sondern als Tsunami.


    - Sinn 103 StSa
    - Steinhart Ocean 44
    - Steinhart Vintage GMT

    - Seiko – SKZ325K1 - Stargate

  • ich glaube auch nicht dass es dann "einfach wieder vorbei" sein wird.

    Corona und/oder Abwandlungen davon werden uns dauerhaft "beschäftigen".

    Gut wäre wohl eine Art "Selbsttest" den man zuhause oder an der Arbeit (Werksarzt)
    durchführen kann und der sehr zeitnah ein Ergebnis zeigt; um die Leute wieder in
    Arbeit zu bringen und eine Art "Normalität" hergestellt werden kann.
    Und das mit 14 tägiger Wiederholung. Die Gesunden bleiben, die "Kranken" gehen.

    Sowas kann man evtl. schneller realisieren, wie einen Impfstoff rauszubringen und die
    komplette Bevölkerung zu impfen

    Das "System" wird bis eine flächendeckende Impfung stattfinden kann, diesen Belastungen
    nicht stand halten.(da sprach mal jemand von minimal 1 Jahr)

    In der Zwischenzeit mache ich hier im HO einfach weiter bis jemand kommt der sagt "kannst
    aufhören; es ist vorbei" (so oder so). ;)

    In diesem Sinne:

    bleibt cool, gesund und zuhause !

    Muchos saludos !

    Gerd

    a home without a dog is just a house

  • Die Globalisierung ist, nonchalant ausgedrückt, ein großer Kack! Das sehen wir just wieder. Globalisierung fördert zudem Lohndumping und nationalen Arbeitsplatzverlust. Da würde ich auf "extrem wichtige" Lektüre liebend gerne 2 Wochen warten!

    Karl Lauterbach (SPD) hat gestern im Morgenmagazin die (leider) glaubhafte Prognose gebracht, dass in 2 bis 3 Wochen in den USA das Corona-Chaos ausbricht. Deren Gesundheitssystem sei desolat, nur vermögenden Bürgern würde in Privatkliniken geholfen werden. Lauterbach geht davon aus, dass die Amis aufgrund ihrer Marktmacht dann den europäischen Markt an Klinikbedarf inkl. Schutzmasken komplett leerkaufen und bereit sind auch astronomische Beträge dafür zu zahlen. Willkommen im Kapitalismus Top1 ;( !

    Einmal editiert, zuletzt von der onkel (26. März 2020 um 16:38)

  • »Some people regard private enterprise as a predatory tiger to be shot. Others look on it as a cow they can milk. Not enough people see it as a healthy horse, pulling a sturdy wagon.«
    Winston Churchill

    Nōn quaerō quis mē sinat, sed quis mē prohibeat.

  • Die Globalisierung ist, nonchalant ausgedrückt, ein großer Kack!


    Halte ich ehrlich gesagt für populistisch. Ein Land das, abgesehen von unbedeutenden Miniwäldern und ein paar fruchtbaren Böden, über keine nennenswerte Rohstoffe und Energiequellen mehr verfügt kann sich eine antiglobalistische Haltung ohne imperialistischen Kolonialismus kaum leisten.
    Oder wie möchtest Du die ganzen importierten Rohstoffe und die Energie bezahlen? Wie willst du deine Bude heizen? Mit Buchenholz ausm Spessart oder Strom von der Nordsee?


    - Sinn 103 StSa
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    - Steinhart Vintage GMT

    - Seiko – SKZ325K1 - Stargate

  • Ich heize mit Pellets aus deutschen Landen.
    Funktioniert tadellos und ist billiger wie Öl.
    Riecht auch besser. ;)

    Muchos saludos !

    Gerd

    a home without a dog is just a house

  • Ja, reicht leider nur nicht für alle Haushalte in D. Du würdest schön schauen, wenn sich die Zahl der Pelletheizungen plötzlich verdoppeln würde. Abgesehen davon das das in vielen MFH nicht so ohne weiteres geht.
    Das ist wie mit den Innenstadt Bewohnern die sich damit brüsten autofrei und co2arm in Innenstädten 2min vom Marktplatz weg zu wohnen. das bleibt eben auch nur wenigen vergönnt.


    - Sinn 103 StSa
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    - Seiko – SKZ325K1 - Stargate

  • Wenn wir über diese Themen reden, ist es aus meiner Sicht extrem hilfreich, nicht alles in einen Topf zu werfen.

    - Globlisierung
    - Just in Time Lieferung (vorgestern statt zwei Woche warten)
    - Kapitalismus
    - Kolonialismus


    Das sind in meinen Augen alles Themen, die aufgrund ihrer Komplexität denkbar ungeeignet sind für Ein-Satz-Argumentationen.

    Arbeitsteilung verbunden mit Spezialisierung- auch über Grenzen hinweg - basierend auf dem Ansatz der komparativen Kostenvorteile hat nachweisbar Wohlstandsgewinne für alle Beteiligten zur Folge, die höher sind als im Fall einer nicht spezialisierten Produktion. Dies ist aber nur die Volkswirtschaftliche Betrachtung. Diese kann man nicht losgelöst von der nationalstaatlichen und überstaatlich koordinierten Ordnungs-, Handels-, Finanzpolitik sowie etlicher weiterer Stellschrauben betrachten. Weil etwas in der aktuellen Variante nicht optimal ist, bedeutet das nicht automatisch, das etwas schlecht ist. Es bedeutet nur, dass es vielleicht verbessert und weiterentwickelt werden kann. Das wäre dann Evolution. Kommt man irgendwann aufgrund belastbarer Fakten zu dem Schluss, dass dies der falsche Weg ist, gibt es unterschiedliche Alternativen wie Disruption oder Revolution. Aber auch das sind nicht wirklich Themen für Ein-Satz-Argumente.

    Beste Grüße
    Axel

    Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt, Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!
    (Reinhard Mey)

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