ich möchte Euch meine R500 vorstellen und kurz erzählen warum ich mich für sie entschieden habe. Nachdem ich mit meiner 900 Flieger, EZM9 und 147 eigentlich gesättigt war, überkam mich mal wieder die Neugier und ich stöberte auf der Sinn-Homepage. Die Neuvorstellungen waren interessant, bei der R500 traf es mich wie ein Blitz. Es war Liebe auf den ersten Blick. Das war auch der Grund nach langer Abstinenz wieder bei Euch im Forum vorbeizuschauen. Ich verschlang geradezu alles, was es an Infos zur R500 zu lesen und zu sehen gab.
Eins war klar, die will ich haben! Also bei Sinn angerufen und gefragt, ob man diese telefonisch reservieren kann. Kein Problem, ich wäre ja als Kunde bereits angelegt und man würde das gerne machen. Und ob ich eine spezielle Seriennummer wünschen würde. Das hab ich dann direkt gemacht und mich schon mal für eine Besichtigung Anfang Dezember, wo das noch möglich war angemeldet. Dort habe ich sie dann in Augenschein nehmen und anlegen können. Die ist ja in echt noch schöner als erwartet. Also noch ein längeres Band geordert und mich in die Schlange eingereiht. Am 10.02. konnte ich sie mit Vorabtermin bei Sinn direkt abholen.
Was gefällt mir so an der R500:
Das Gehäuse:
Bullheads waren mir vorher kein Begriff, als ich dann ähnliche Uhren suchte, wie z.B. Citizen oder Seiko, bzw. der scheinbar legendäre Sinn-Vorgänger aus den 70ern, gefielen mir im Gegensatz zur R500 die Gehäuseformen nicht so richtig. Bei denen wurde das Gehäuse für das schräg stellen und abdecken des Bandanstoßes oben so vergrößert, dass ich diese irgendwie unförmig empfand. Nicht so bei der R500. Das Design ist sehr klar. Das Gehäuse und und es lenkt nichts Störendes beim Blick auf die Uhr ab. Mit 42mm und dem offen gestaltetem Zifferplatt wirkt sie keinesfalls klein. Ich finde sie von der Größe ideal. Mein HGU ist 18,5cm
Das Zifferblatt:
Die Symmetrie ist für mich bisher einmalig, dezentrale Sekunde bei 6 inklusive Datum, die Stoppuhr-Totis bei 3 und 9. Der Sekundenzeiger hat zudem eine zurückhaltendere Form als die der Stoppuhr. Gang- (Tank-) Anzeige mittig bei 12. Das ist für die Anzahl der Anzeigen sehr aufgeräumt. Dass Drücker und Krone oben angeordnet sind, erhöht diesen Eindruck zudem. Das Zifferblatt ist im Gegensatz zu meinen anderen Uhren auch etwas edler aufgebaut. Die Aufgesetzten Indizes sind poliert und scheinbar leicht „gewölbt“ auf dem Zifferblatt angebracht. Dies erzeugt ein angenehmes Lichtspiel, so dass diese bei Lichteinfall nicht alle gleichzeitig spiegeln sondern verschieden. Dies erzeugt eine räumliche Tiefe. Dazu tragen auch die vertieften Totis mit einem polierten Rand bei. Nochmal zur Ganganzeige: Ist die nicht der Hammer? Diese schöne rotgrüne Skala. Bei der 956 mit Graustufen wirkt das lange nicht so schön. Die Zeiger für Stunde und Minute sind poliert und mit Super Luminova gefüllt, ebenso die Indizes.
Glas:
Gewölbt und beidseitig entspiegelt, so soll es sein.
Die Limitierung der Uhr:
Da bin ich hin und hergerissen. Hätte ich auch gleich zugeschlagen, wenn sie nicht auf 300 Stück limitiert gewesen wäre? Vielleicht nicht. Es gibt auch viele andere Uhren die mir gut gefallen, EZM10 zum Beispiel. Und wenn man denkt, die kann man sich in 2 Jahren noch kaufen, dann ist der Druck vielleicht auch nicht so hoch. Was die R500 aber von vielen anderen „Sonder-Editionen“ unterscheidet, sie ist komplett eigenständig. Es ist nicht einfach ein anders gefärbtes Zifferblatt oder andre Zeiger verbaut. Nein, das ist eine sehr spezielle Uhr, die durch ihre Gehäuseform und Bandanstoß und die Bullhead-Anordnung der Drücker ein sehr eigenständiges Erscheinungsbild hat.Letztendlich gefällt sie einem oder eben nicht. Dass bei mir ersteres zutrifft, erklärt sich von selbst. Der Blick auf die Uhr zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Daher ist sie meine „Gute-Laune_Uhr“
Kritik:
Es gibt, für die Kritiker der Uhr auch ein paar Eindrücke, welche ich in den ersten Tagen sammeln konnte. Hier ist mein Empfinden, dass sich zugunsten des Designs die Funktionalität manchmal leicht unterordnen musste. Dies ist aber eher geringfügig. Hier muss man vielleicht die Einsatzuhren, bei denen die absolute Ablesefähigkeit vordergründig ist einfach abgrenzen. Ein praktischer Kombi hat ja auch Vor- und Nachteile gegenüber einem Sportwagen.
Bullhead-Anordnung:
Sie ist ein echter Hingucker und unterstreicht die Symmetrie der ganzen Uhr. Dass sich die Drücker bei 11 und 1 Uhr besser bedienen lassen als bei 2 und 4 Uhr kann ich nicht bestätigen. Es ist aber auch nicht schlechter. Man muss sich nur kurz daran gewöhnen. Die Krone bei 12 Uhr tja, das ist unpraktisch, weil trotz der Anschrägung des Gehäuses, die Finger am Band anstehen und die Krone deshalb nicht so gut zu bedienen ist. Hauptsächlich das Verschrauben bedarf Aufmerksamkeit.
Das verschraubte Band:
Auch das ist ein Zugeständnis an das Gesamtkonzept. Optisch bin ich wie gesagt hin und weg. Der Nachteil ist, man ist an dieses Band gebunden. Sinn bietet kein anderes an (Es kostet aber auch nur 80€, da werde ich mir mal noch Ersatz beschaffen). Der Tragekomfort ist allerdings auch bei 24mm prima. Nun bin ich noch auf der Suche nach einer Titanfaltschließe. Edelstahl gebürstet tut‘s am Anfang aber auch.
Ablesbarkeit:
Ähnlich wie bei der 903 BE verliert sich bei halbheller Umgebung der Kontrast zwischen den hellen Totis und den Stunden- und Minutenzeigern. Ein Ablesen der Uhrzeit benötigt wenn ein Zeiger über den Totis steht mehr Aufmerksamkeit. Das ist bei der R500 aufgrund der polierten Zeigern aber etwas besser, als bei der 903 BE. Hier hilft ein leichtes Bewegen und schon glitzert‘s irgendwo.
Ich hoffe ich konnte Euch die R500 etwas näher bringen und nun gibt’s noch ein paar Bilder:
