BastelWastel - ein Neuling versucht sich am Uhrwerkswechsel

  • Hallo liebe Schrauberfreunde!

    Wie bereits ein mal im Forum erwähnt, habe ich mir vorgenommen, das Uhrwerk einer meiner Seiko Uhren zu wechseln! Am Ende ist es allerdings nicht die geplante SKNL41K1 geworden...

    ... sondern eine meiner ältesten Seikos: Die SKX009!

    Der einfache Grund war, dass ich für die erstgenannte Seiko leider keine passenden Krone gefunden habe, da dieses Metier für mich absolutes Neuland ist (siehe Titel) und ich keine ordentlichen Quellen kenne :mitleid

    Also ist es dann am Ende mit viel Mut doch meine gute alte Diver-Seiko geworden! : doppelt Daumen hoch Ob das so eine gute Idee war, seht ihr am Ende des Threads FrecheFratze


    Wieso?

    Wieso hab ich mich dazu entschlossen, das Uhrwerk der Seiko zu wechseln? Nun, zum einen bin ich jetzt in dem Hobby bereits einige Jahre unterwegs und interessiere mich auch für die Technik der Uhren. So war es lange mein Traum, mal ein wenig an einer günstigeren Uhr rumzuschrauben. Einfache Seiko oder ETA / Sellita Werke habe ich bisher mit viel Feingefühl eh schon reguliert, das ist für die Mutigen nun auch kein großes Hexenwerk. Aber ich wollte mehr! Und die Seiko hat sich hier angeboten. Das gute alte 7S26 Werk von Seiko ist der Traktor unter den japanischen Werken und solide genug für solche Uhren. Allerdings hat er zwei Nachteile, die mich nach einigen Jahren doch gestört haben: Das Werk besitzt weder einen Sekundenstopp, noch eine Handaufzugs-Möglichkeit. Zusammen mit meinem Interesse an einem solchen Projekt mal selbst zu arbeiten, kam es zu diesem Plan, welchen ich heute dank sturmfreier Bude umgesetzt habe!

    Wundert euch nicht...

    Ich möchte hiermit nochmal betonen, dass ich ein absoluter Laie bin und euch mit diesem Erfahrungsbericht einfach ein wenig näher bringen möchte, was man denn so mit zwei linken Händen an einer Uhr machen kann. Geübte Schrauber und Kenner werden sich wohl bei diesem kleinen Tausch ein Kichern nicht verkneifen können :peinlich : zu spät
    Richard, Hans Werner, der Schrauber und alle anderen alten Hasen auf dem Gebiet: Ich bin auf eure Fachmeinung gespannt FrechAuslachen

    Vorbereitung

    Hier seht ihr, welche Werkzeuge ich für mein Vorhaben verwendet habe. Alles davon ist bis auf das Bergeon Federbesteck billiges China-Werkzeug, was für meine Zwecke mit ausreichend Feingefühl allerdings ausreicht. Für günstigere Bastelprojekte ein guter Start, um ein wenig in das Thema reinzukommen. Einiges davon hatte ich bereits in meinem Besitz, um übliche Aufgaben an meinen Uhren zu erledigen, manches habe ich explizit für diesen Uhrwerks-Tausch gekauft. Eine kleine Kostenaufstellung findet ihr am Ende des Fadens!

    1. Ein Fläschchen Schraubensicherung, natürlich von Sinn ;)
    2. Ein Glas oder irgendeine transparente Box, um später das Ziffernblatt bzw. das Uhrwerk vor Staub zur schützen
    3. Läufer Typenreiniger. Eigtl. für Schreibmaschinen. Es gibt auch die offizielle Bergeon Uhrmacherknete, die im Endeffekt genau das gleiche ist, nur teurer FrecheFratze Alternativ geht jede Form von Knete - darf aber unter keinen Umständen abfärben!
    4. Hier ist die neue Krone für die Seiko SKX009 (samt Seiko-S-Logo) drin, was die Originalkrone nicht hat! : doppelt Daumen hoch
    5. Das neue Uhrwerk aus Japan, ein SII NH36 - im Endeffekt ein Seiko 4R36, welches für den Export gedacht ist und in vielen günstigeren mechanischen Uhren weltweit benutzt wird.
    6. Finger-Gummis. Gibt's im 300er-Pack für unter 5€.
    7. Uhrmacher- bzw. Feinmechanik-Schraubendreher
    8. Ein Zeiger-Setz-Werkzeug.
    9. Ein Gehäusehalter
    10. Ein Gehäuseöffner
    11. Das klassische Bergeon 6767 Federsteg-Werkzeug. Hier empfehle ich was hochwertiges, da man mit billigen Tools gerne mal ausrutscht oder die Spitzen brechen und das schnell für Kratzer an der Unterseite der Hörner sorgen kann.
    12. Ein Mikrofaser-Tuch als Unterlage, wenn man wie ich keinen passenden Uhrwerks-Halter besitzt...
    13. Ein Zeiger-Entfern-Werkzeug (keine Ahnung wie die Dinger heißen FrecheFratze )
    14. Erst vergessen auf den Tisch zu legen, dann vergessen zu nummerieren: Eine einfache dickere Folie, die z.B. von Herstellern verwendet wird, um Uhren beim Erstverkauf zu schützen.

    15. Jaaa, wegen dem Ding wurde ich in den USA 2011 mal am Flughafen rausgezogen... nein, es ist KEINE Bombe. Es ist ein Blasebalg. Für Luft. Zum Saubermachen. Ohne Pusten. Nicht mehr. Nicht weniger.
    15. Zahnstocher. Deutlich wichtiger, als er aussieht! ;-MeinHeld

    Auf geht's!

    Nochmal prüfen ob alles da ist...


    Das Objekt der Begierde.


    Optional: Ein Gläschen feinster österreichischer Hausschnaps für ruhigere Hände. Grüße an Richard! :hatoff:


    Als erstes wird das Armband entfernt.


    Danach wird die Uhr mit dem entsprechenden Werkzeug geöffnet.


    Das Seiko 7S26(C). Nicht schön, aber erfüllt seinen Zweck!


    Und schon kommt der Zahnstocher ins Spiel. Damit kann man mit einem Druck auf exakt die gezeigte Stelle die Krone entriegeln und leicht herausziehen.


    Faszinierend, wie fein selbst so ein industriell gefertigtes Teil wie diese Aufzugswelle ist! : AlterSchwede


    Mit vorsichtigem Hebeln mithilfe eines feinen Schraubendrehers lässt sich das Uhrwerk einfach aus dem Gehäuse entnehmen.


    Und ab unter den Whiskey-Tumblr! Vll. kann man den später ja noch brauchen... :whistling:


    Jetzt kommt der erste heikle Teil: Das Entfernen der Zeiger! Dazu gibt es auch eine unnützes Werkzeug von Bergeon, was mit einer einfachen, dickeren Folie auch erledigt werden kann. Folie drunter, Werkzeug drauf und go! Für das schicke Bild hab ich dann hier auch leider meinen Fauxpas begangen: Der Sekundenzeiger hat direkt in der Mitte eine leichte Schramme abbekommen, der schwarze Lack ging hier dezent ab :wacko: Keine große Uhrsache, eindeutig ein Fehler von mir, weil das Werkzeug nicht sauber angesetzt war. Aber: Halb so wild! Das lässt sich nachträglich noch fixen. Kampfspuren, gehört dazu! ;)


    Geschafft! Das ZB ist zum Glück heil geblieben und zeigt sich in seiner ganzen Schönheit. Das können die Japaner - absolut tolle Ziffernblätter, selbst im günstigsten Preissgement! : klasse


    Mangels zweitem Glas verstaue ich die Zeiger unter dem Gehäuse, um sie etwas vor Staub und meinem feuchten Atem zu schützen.


    Das tolle am Uhrwerkswechsel: Man hat zwei (nahezu) identische Uhrwerke zum Vergleich und gegenseitig testen! Oben mit grauem Uhrwerkring: Das neue NH36, unten in schwarzem Mantel: Das originale 7S26C.


    Die zweite Herausforderung wartet: Der extrem dünne und empfindliche C-Ring muss ohne Verbiegen von der Datumsscheibe entfernt werden. Der Grund dafür ist simpel: Die Datumsscheibe des NH36 ist so bedruckt, dass das Datum sowie die Krone auf 3 Uhr exakt gerade steht. Das 7S26 hingegen hat die Krone auf 4 Uhr - die Anzeige des Datums wäre so also versetzt. Das bedeutet: Die Datumsscheiben müssen gewechselt werden. Also auf beiden Werken mit extrem viel Vorsichtig den C-Ring entfernen... dank sehr spitzem Schraubendreher aber ein kleineres Problem als gedacht! Die Dimensionen werden für mich aber schon jetzt sehr klein und empfindlich... beeindruckend!


    Da ist der kleine Scheisser.


    Die Innereien des 7S26 zeigen sich langsam. Interessant, dass die Schalträder des Tag / Datums aus Kunststoff sind. Trotz allem sind sie SEHR präzise und sauber gefertigt!


    Rauf mit dem alten Ring auf's neue Werk!


    C-Ring vorsichtig mit der Pinzette andrücken. Diese war übrigens vorher bei den Werkzeugen nicht erwähnt und wäre hiermit die Nr. 17 bzw. 18., wenn man den Hausschnaps dazu zählt... :klug:


    Jetzt müssen auch noch die Werkringe getauscht werden. Bzw. sollten. Der graue Ring des NH36 passt zwar auch so gut in das Gehäuse der Seiko SKX, der schwarze sitzt aber perfekt. Also wechseln!
    Hier kommt für mich die erste echte Herausforderung, die ich nicht erwartet hab. Man muss wirklich SEHR vorsichtig sein, da die Ringe nur an das Werk geklipst sind. Das Entfernen ist noch machbar, das wieder anbringen des jeweils anderen Rings erfordert aber SEHR viel Fingerspitzengefühl! Man muss schon mit Kraft rangehen und so genau aufpassen, wo man seine Fettfinger am Uhrwerk platziert. Brücken und die Mitte des Rotors sind okay, diese sind deutlich stabiler als zuerst gedacht. Wenn man allerdings nicht aufpasst, fast man plötzlich mitten in die Unruh :wacko: Was mir natürlich einmal passiert ist... diese ist kurz gestoppt, als ich den Finger drauf hatte, schwingte dann aber ohne zu Meckern wieder fröhlich weiter... ob ich hiermit schon die komplette Ganggenauigkeit der Uhr zerstört habe, wird sich erst in Zukunft zeigen :nww: Erste Beobachtungen und Prüfungen der Gangwerte auf kurze Zeit zeigen aber zum Glück keinen größeren Schaden :yeah:
    Wenn man weiß wie, kein großes Problem. Als Unerfahrener war dies für mich aber die bis dato größte Herausforderung und ich denke, dass Grobmotoriker spätestens hier ihr Uhrwerk in die ewigen Jagdgründe begleiten...


    Wechsel erfolgreich! Dass ich alle Schritte am zweiten Werk wiederhole, dient zum einen zur Übung, zum anderen dazu, dass alle Kleinteile wieder "aufgeräumt" sind. Macht Spaß, wenn man schon beim zweiten Versuch merkt, wie man besser geworden ist! :applaus:
    Das neue Werk hat nun den schwarzen Werkring und den alten Datumsring.

    Damit wäre der Wechsel eigentlich vollzogen und ich hätte den Rückbau vollziehen können!

    Vergangen sind bisher ca. zwei Stunden. An dieser Stelle kommt nun die Kontrolle - schaltet das Datum und der Tag ordentlich weiter? Funktioniert alles?

    Natürlich kam es, wie es kommen musste. Das neue Werk schaltete nicht mehr das Datum. Ein Gegencheck beim alten Werk zeigt, dass trotz quasi identischem Umbau dort alles funktionierte. Ich hatte schon innerlich aufgegeben, da ich dachte, dass ich durch das erste fahrlässige Anbringen des Werkrings das Uhrwerk dauerhaft zerstört hatte... TraurigWinken

    Dennoch wollte ich mich nicht geschlagen geben. Ein wenig Internet-Rechereche ergab viele Infos, dass ein "hängen gebliebenes" Datumsrad wohl nicht so ungewöhnlich bei Seiko Werken wäre. Trotz einiger Videos, konnte ich nichts passendes für mein 7S26 finden.
    Was also tun? Aufgeben war keine Option.

    Also ein zweiter 4cl Schluck besten Marillendestillates und auf geht's! : doppelt Daumen hoch : Applaus Mannschaft


    Mit meinem in 2-3 Stunden erlernten Feingefühl habe ich mich getraut, das Werk aufgrund reiner Logik ohne weitere Anleitung zu zerlegen. Die hier gezeigte Platine / Brücke (verzeiht mir, dass ich den passenden Fachbegriff nicht kenne...) ist gefühlt so dünn wie Alufolie und hat aus Bildperspektive auf 4 Uhr sogar ein direkt vernietetes Zahnrad! Beeindruckend. Dieses Teil ist übrigens NICHT identisch mit dem anderen Werk, wie ich später schmerzlich erfahren musste.


    Die Dimensionen werden kleiner. Soweit wollte ich eigentlich nicht gehen! : zu spät


    Die Schaltlogik des neuen NH36 Werks mit Handaufzug. Die Datums- und Tag-Schaltung ist hier ganz anders mit horizontal angeordneten Zahnrädern realisiert, was das 7S26 nicht hat. Mein Bewunderung aller Uhrmacher dieser Welt steigt...


    Durchatmen... ein kleiner Überblick über den OP-Tisch und eine kurze Pinkelpause nach ca. 3 Stunden...


    Die Teile, wie die Schrauben im Hintergrund, werden immer kleiner... was hab ich nur getan?! :schneekatze:


    Ich habe den Fehler leider immer noch nicht gefunden und baue mich weiter runter...


    Je weiter ich gehe, desto mehr verstehe ich das Werk. Die Freude kommt zurück! : wie geil : klasse
    Hier sieht man auf ca. 2 Uhr übrigens den horizontalen Federhebel, der für das typische "Klicken" und "Rasten" des Datums zuständig ist. Ohne ihn, würde sich das Datum frei bewegen lassen. Diesen mitsamt der gesamten Brücke / Platine in Stellung zu halten, erfordert hohe Aufmerksamkeit. Die Pins auf 6:30 und 11:00 Uhr müssen sauber eingehakt sein, sonst fliegt einem alles um die Ohren.

    GESCHAFFT!


    Nach mehrmaligem Ab- und Aufbau der gesamten Konstruktion war es endlich soweit: Ich habe beide Werke wieder ordentlich zum Laufen gebracht! :hopp:
    Dadurch, dass es auf dieser Ebene so feine Zusammenhänge gibt und einige Teile nur im Werk liegen bzw. "eingespannt" sind, muss man sehr aufpassen. Was genau der Fehler nun beim ersten Mal war, kann ich nicht sagen. Ich habe aber viele Zusammenhänge gelernt, die mir bereits jetzt jede Menge Erfahrung gebracht haben! : doppelt Daumen hoch


    Eine ebenfalls sehr heikle Angelegenheit, zumindest für den Laien: Das Setzen der Zeiger. Um die Tag-/Datums-Schaltung bei exakt 12 Uhr zu erreichen, muss das Werk erst so eingestellt werden, dass das Datum gerade erst umgeschaltet hat. Das kennzeichnet die 12 Uhr Position. Die Krone bleibt nun gezogen, damit auch 12 Uhr bleibt. Alle Zeiger müssen nun exakt auf 12 Uhr ausgerichet und nacheinander gesetzt werden. Das entsprechende Werkzeug sieht man hier. Erst Stunden-, dann Minuten- und zuletzt der Sekundenzeiger. Die unterschiedlich großen Aufsätze des Werkzeugs lassen die Zeiger ordentlich andrücken - für mich war diese Aufgabe leichter als gedacht! Keiner der Zeiger wurde wirklich beschädigt, auch wenn diese in der Hand wirklich SEHR viel kleiner Wirken als bei genauer Betrachtung unter dem ZB! :sensation:


    Die Zeiger sind gesetzt, das Werk läuft, alles lässt sich schalten - happy! :bulge: : wie geil : klasse


    Noch ein Bild, weil's einfach so schön ist :sensation:


    Das neue Werk im alten Gehäuse! Das Ende naht!


    Aufgrund der unterschiedlichen Schaltungen (Handaufzug, Sekundenstopp...) passen die Kronenwellen nicht mehr zueinander. Daher musste ich für das NH36 Werk eine passende Krone samt Aufzugswelle kaufen (wobei letztere beim Werk dabei war). Wie man auf diesem Bild sieht, ist die Welle viel zu lang, da diese für unterschiedlichste Gehäuse- Arten und -Größen gedacht ist. Die neue Krone (keine Original Seiko) besitzt statt einer dicken Dichtung zwei kleinere. Laut Verkäufer bietet diese aber die gleiche Wasserdichtigkeit wie das Original.


    Mithilfe von einem Seitenschneider (ebenfalls leider nicht auf den Anfangsbildern, daher Nr. 18. bzw. 19.) wird die Welle einfach am Ende mit dem Gewinde abgeknipst. Schön vorsichtig, um die Welle nicht ZU kurz zu machen! Stück für Stück. Almost there... der Rest wird mit dem gleichen Multitool-Werkzeug abgeschliffen, welches auch den Seitenschneider beinhaltet.


    Sobald die Länge passt, kommt die Schraubensicherung ins Spiel. Die Welle sollte mit der Krone ordentlich fixiert werden! Daher einmal ordentlich eintauchen.


    ... und rein in die gute Stube! Deckel drauf und das war's! 8o : doppelt Daumen hoch


    Und hier ist sie! Meine SKX009 mit erfolgreichem gewechselten Werk! :yeah: Wie man sah, hat sich das ganze dann trotz einfach klingendem Tausch doch zu einer größeren OP entwickelt als geplant. Insgesamt hat mich die Aktion den ganzen Nachmittag und damit fast 6 Stunden gekostet : crazy
    Wobei ein Großteil der Zeit natürlich dafür draufgegangen ist, den Datumsring wieder zu fixen...

    Am Ende bin ich stolz auf das neue Werk, welches einwandfrei funktioniert und sich mit einer neuen Krone samt Seiko-S-Logo schmückt! : wie geil : 10Punkte


    FAZIT

    Da ich mir heute extra den Tag für diese Aktion genommen habe, hat sich die ganze Aktion für mich voll gelohnt! Ich habe extrem viel gelernt und nur wenig kaputt gemacht FrecheFratze Bis auf den angedotzten Sekundenzeiger ist das Werk heil geblieben und der Wechsel hat funktioniert! : doppelt Daumen hoch
    Damit ist meine Uhr ein gutes Stück funktionaler geworden und meine persönliche Bindung zur ihr ist deutlich gestiegen ^^ Vor allem ist aber meine Anerkennung aller Uhrmacher massiv gestiegen, da ich mir zwar vieles vorstellen konnte... aber kein Gefühl dafür hatte, was es WIRKLICH bedeutet, an solchen Werken zu arbeiten! Das erfordert wirklich extrem viel Aufmerksamkeit und Konzentration! Natürlich habe ich mir mit dem Seiko Werk ein recht robustes rausgesucht, aber aufgrund seiner geringen Größe ist es mit Sicherheit nicht das einfachste gewesen. Ein großes Unitas-Handaufzugswerk hat hier vermutlich weniger kleine Teile und ist für Anfänger etwas einfacher zu handhaben. Allerdings hatte ich keine Uhr mit diesem Werk und einen China-Klon eines Unitas wollte ich mir auch nicht extra bestellen.

    Würde ich es wieder tun?

    Auf jeden Fall! Ich denke ich habe schon durch diese Aktion sehr viel gelernt und habe am Ende schon festgestellt, dass meine Handgriffe deutlich sicherer geworden sind. Würde ich es jedem empfehlen? Hm, eher nicht! Man muss schon wirklich viel Feingefühl und Geduld mitbringen. Die Chancen, eines der Werke kaputt zu machen, sind schon sehr groß... das falsche Teile verbogen oder abgerissen und es ist praktisch vorbei. Wer allerdings wie ich bis dato seine Uhren schon selbst reguliert hat und auch so Interesse am Thema zeigt, kann sich das durchaus antun! Eine ruhige Hand, Feingefühl und viel Geduld vorausgesetzt.
    Am Ende war ich zugegeben sehr erschöpft, da ich nur eine kurze Pinkelpause eingelegt hatte und auch unter Stress stand, war es ja wirklich eine Uhr, die mir am Herzen lag. Im Endeffekt habe ich nun knapp 6 Stunden für die ganze Aktion gebraucht... wobei ich in diesen 6 Stunden auch wirklich viel gelernt habe! Und das ist neben der eigentlichen Aufgabe meine größte Errungenschaft mit dieser Aktion 8o : doppelt Daumen hoch


    Kosten

    Für alle Interessierten hier mal eine grobe Kostenaufstellung. Alle Werkzeuge und Materialen wurden über eBay oder Amazon erworben. Wie bereits erwähnt ist bis auf das Bergeon-Werkzeug alles China-Ware. Mit viel Feingefühl und Vorsicht lässt sich damit aber durchaus arbeiten.

    1. Uhrwerk SII NH36: ca. 35€ (ja, SO billig!)
    2. Neue Krone samt Aufzugswelle: 24€ (leider mit Abstand das teuerste Teil, allerdings habe ich nichts besseres gefunden!)
    3. Gesamtes Werkzeug: ca. 100€ (wirklich nur grob überschlagen, aber wirklich überschaubar!)

    Die Werkzeuge abgezogen hat mich der Uhrwerkswechsel also gerade mal ca. 60€ gekostet! :sensation: :respekt:

    Ich finde das ist eine verschmerzbare Investition für so ein Ergebnis! Selbst, wenn das ganze schief gegangen wäre - für ca. 35€ hätte ich mir ein neues NH36 Werk kaufen können und von vorne beginnen... :aetsch:


    Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig mit meinen amateur- und abenteuerhaften Arbeiten unterhalten und habe euch im Besten Fall dazu motiviert, selbst ein Mal Hand anzulegen! : doppelt Daumen hoch


    Jetzt genieße ich noch mein wohlverdientes Hefeweizen und verbleibe mit besten Grüßen,
    Daniel

  • Daniel!!!

    Supertoll, was Du da geleistet hast!!!
    Vielen Dank, dass Du uns hast daran teilnehmen lassen!
    : applaus gruppe : 10Punkte :sensation: : Danke002

    Bin schwer beeindruckt!

    Gruss

    Christian :hatoff:

    Niveau ist keine Creme und Stil nicht das Ende eines Besens.

  • Das ist ja echt zienlich gut gelaufen : doppelt Daumen hoch

    Meine Gedanken :

    Bitte keinen Alkohol trinken.Uhrwerke verzeihen nichts.
    Zahnstocher hinterlassen sehr feinen Holzabrieb in und ums Werk.
    Zeigerheber heißt das Ding und man braucht viel Übung (ich nehme lieber die Y-Zeigergabeln).
    Gab is die Stellwelle nicht einzeln ?
    Säge diese auf länge plus sauberes entgraten (wegen Gewinde) mit der Feile.

    Bitte nicht von günstig sprechen,kennst du die echten Einkaufspreise von Teuer ?
    Bitte nicht von "schlechtem" oder einfachem Plastik sprechen.
    Das ist oft das Bestmögliche.Nur damit man schön Kohle machen kann wird es oft verdammt (leider).

    Nochmal,danke fürs Zeigen.Fast schon Profi Arbeit : doppelt Daumen hoch

    Schäfchen zählen,pah ich leg mir meine Uhr aufs Ohr :zzz:

  • Danke für‘s Mitnehmen Daniel.

    Ich schaue solche Bilddokumentationen mit Beschreibung immer wieder gerne. Selbst habe ich mal an ein Unitas rangetraut. Habe eins gekauft zerlegt, wieder montiert, Zeigersatz, Gehäuse und alles einzeln gekauft. Und die Uhr hat funktioniert, dafür das ich sie anschließend verkauft habe könnte ich mich heute noch ohrfeigen.
    Das Seiko ist alleine von der Dimension schon was ganz anderes und es hat Spaß gemacht wie Du den Umbau vollzogen hast.

    Gruß,
    Stephan

  • Moin Daniel,

    Wow, was für ein toller Beitrag. : klasse
    Damit hast du ein ganz dickes Ausrufezeichen hinter unseren Ansatz - Sinn Uhren- TECHNIKFORUM- gesetzt.

    Vielen Dank

    Nur die Zeit ist unbestechlich

  • : AlterSchwede Daniel,
    was für ein sehr besonderer Beitrag für unser Forum : Applaus Mannschaft
    Wunderbar detailliert und absolut lesenswert.
    Ich bin da ganz bei Gerd und würde mir so eine ,, Operation am offenen Herzen " nicht zu trauen.
    Und wenn, dann nur nach einer Schulung und unter Anleitung.
    Also, :respekt: ... :respekt: ... :respekt: mein Lieber.
    Und das Ergebnis passt natürlich auch : 10Punkte

    Grüße und Dir noch einen netten Sonntag.

    Ein guter Lehrer bleibt ein Schüler bis an das Ende seiner Tage.

  • Hallo Daniel,
    meinen aller-allergrößten Respekt vor dieser Leistung ! :respekt: :respekt: Sehr gut gemacht ! :hatoff: :hatoff: Bild und Text natürlich in gewohnt-hervorragender Qualität vom MdU ( Meister der Uhrvorstellung ). :D

    Wie Du selbst gemerkt hat: Es ist eine unheimlich interessante Arbeit, und es bereitet Vergnügen, sich damit zu befassen. Natürlich - es werden einem Konzentration und Nervenstärke abverlangt.

    Damit ich es richtig verstehe: Der Wechsel des Datumsrings war nötig, weil durch das "Verdrehen des Uhrwerks" - damit die Welle eben auf 4 Uhr statt auf 3 Uhr sitzt - der Wochentag nicht das entsprechende Fenster am Zifferblatt getroffen hätte.
    Denn nach Adam Riese: 360° dividiert durch 14 (Tages-Bezeichnungen ! 7 x englisch + 7 x italienisch) ergibt 25,71. Wenn man das Werk um 30° weiter dreht, ergibt sich eine Differenz von -5,71°, mit der der Wochentagsring verdreht sitzen würde.

    Auf dem Foto, das die beiden Werke nebeneinander zeigt, sehe ich nämlich, daß die Ausrichtung von Welle-Datumsring-Wochentagsring bei beiden Werken eigentlich gleich aussieht - oder täuscht mich hier die Kamera-Perspektive oder die Weitwinkel-Optik ?
    Ich hätte aber den Wochendatums-Ring auch ausgetauscht, weil mir der englisch-italienische Ring lieber als der englisch-japanische wäre.

    Natürlich bin ich gespannt, ob dieses Experiment Mut für weitere Projekte bei Dir auslöst .... ;)

  • Ich kann mich gar nicht entscheiden, ist alles so schön bunt hier (wer hat’s »gesagt«?) … FrecheFratze

    Finde ich die Aktion besser oder den geil bebilderten Bericht darüber?! :bulge:

    Doch, ich weiß: schreiben macht mir – im Gegensatz zum Handwerken jeder Art – auch Spaß … daher begeistert mich die Berichterstattung fast mehr als die absolut bewundernswerte Aktion an sich. :flw:

    Ach was, beides einfach hammer. Gerd und Mark haben den Nagel (Handwerks-Allegorie, gemerkt?) auf den Kopf getroffen! : doppelt Daumen hoch

    Watches are the only jewelry men can wear, unless you're Mr. T
    Gordon Bethune

    Einmal editiert, zuletzt von tapir (21. Februar 2021 um 11:44)

  • Ui, vielen Dank für das viele positive Feedback! :kow: : dankeschoen So beginnt der Sonntag doch schön : thankyousomuch

    Gleich vorweg positive Nachrichten: Die Uhr läuft auch heute Mittag noch und hat jetzt seit gestern ca. 4 Sekunden über Nacht verloren : doppelt Daumen hoch Das Werk scheint also ordentlich zu laufen und es scheint keine gravierenden Abweichungen zu geben. Nach ein paar Tragen wird dann nochmal ordentlich nachreguliert :yeah:

    Die Leuchtmasse hab ich so wie es aussieht auch nicht beschädigt und der automatische Tag-/Datums-Wechsel über Nacht verlief offensichtlich auch problemlos:

    : klasse

    Danke für dein Feedback, Lasse! ^^

    Zum Thema Alkohol: Da geb ich dir natürlich absolut Recht! Don't Drink&Screw (up!). Also gestandener Allgäuer denke ich aber, dass zwei Gläschen Klarer auf 6 Stunden verteilt meine kognitiven Fähigkeiten nicht beeinflusst haben - zumindest hat es mich psychisch beruhigt ;)
    Die Verwendung des Zahnstochers habe ich in meinem Bericht nicht detaillierter beschrieben. Mit ihm habe ich vorsichtig kleine Schräubchen, Zahnräder und Brücken in Position gerückt. Da alle anderen Werkzeuge dafür entweder zu stumpf oder metallisch waren, erschien mir das als perfekte Option. Da ich damit keinen Druck ausgeübt habe, dürfte der Holzabrieb denke ich kein wirkliches Problem darstellen. Nach jedem Vorgang wurde das Werk ja auch vorsichtig abgepustet - da mach ich mir mal bei diesem Seiko Werk keine Gedanken. An teurere Uhrwerke würde ich mich mit dem Equipment eh nicht wagen ;)

    Danke, genau! Zeigerheber. Die Y-Zeigergabeln sind auch ein guter Hinweis, die habe ich ebenfalls schon öfter gesehen. Bin jetzt beim ersten Mal allerdings überraschend gut mit dem Zeigerheber klar gekommen.

    Bzgl. der Welle: Diese war zwar einzeln schon beim NH36 Werk dabei, allerdings lässt sich laut Berichten im Netz die originale Krone nicht von der orginalen Welle entfernen. Vorsichtige Versuche meinerseits haben das bestätigt. So musste in jedem Fall eine neue Krone her, und da war eben auch nochmal eine Welle dabei. Gestört hat mich das nicht, da ich so jetzt auch eine Krone mit S-Logo habe, was mir deutlich besser gefällt als die blanke Originale! : doppelt Daumen hoch

    Die Welle habe ich wie oben beschrieben etwas abgefeilt, sie lies sich problemlos ohne Verhaken ins Gewinde drehen Top1

    Bzgl. günstig - auf was bezogen? Uhrwerke? Ich finde 35€ durchaus günstig für ein komplett neues Werk auf dem Endkunden-Markt. Vor allem, wenn ich an einen Service denke für eine Seiko Uhr, der sich preislich tatsächlich leider in keinster Weise rentiert. Für das Geld wechsle ich selbst das Werk, wenn's mal nicht mehr tut...
    Aber du magst wohl recht haben: Ich habe auch an mehreren Stellen gehört, dass auch ein ETA / Sellita etc. im Einkauf nicht die Welt kostet.

    Bzgl. "Plastik" - genau deswegen habe ich es oben brav "Kunststoff" genannt :klug: und habe geschrieben, dass ich die Verwendung an der Stelle "interessant" fand - nicht, dass ich es in irgendeinerweise schlecht machen wollte ;)

    Danke auch dir nochmal für dein ausführliches Feedback! : doppelt Daumen hoch


    Respekt Daniel !

    Ich krieg da beim Lesen schon Schweißausbrüche "

    Ich gebe zu: Ich habe mich stellenweise auch ein wenig wie Suppenfleisch gefühlt : muaha

    Hallo Richard!

    Danke auch dir für dein Feedback & Lob! ^^ Das freut mich.

    Bzgl. des Datumsrings: Das habe ich mich in meiner Beschreibung gestern tatsächlich komplett verwechselt! : forgive Gemeint war natürlich der Tag-Ring! Man sieht es auch auf den folgenden Bildern danach.
    Du hast es allerdings schon perfekt vorgerechnet, genau so ist es. Es geht allerdings nicht um die Ausrichtung von Tag zu Datum, sondern um die Ausrichtung von Tag zum entsprechenden Ausschnitt auf dem Ziffernblatt. Hier nochmal das Bild:

    Das waren die beiden Werke im Originalzustand.
    Oben das NH36 mit grauem Werkring, achte auf das "WED - 17". Das ist die 3-Uhr-Position, wo bei diesem Werk auch die Krone sitzt. Diese Werke werden also in Uhren eingebaut, die die Krone klassisch auf 3 Uhr haben.
    Unten siehst du das 7S26, achte hier auf das "SUN - 7". Das ist die korrekte 3-Uhr-Position des Tagrings, da die Krone ja bei 4 Uhr verbaut ist. Wenn ich das Werk jetzt einfach so in meine Uhr gebaut hätte, würde das Datum auf 3 Uhr so aussehen wie auf dem obigen Werk bei "THU - 13" bspw.

    Behalten hätte ich aufgrund der Herkunft der Uhr dennoch lieber den japanischen Tag-Ring :schade:

    Der Vollständigkeit halber sei zu Erwähnen: Durch meine Problematik der Datums-Schaltung habe ich am Ende dann nicht nur den Tag-Ring, sondern auch den Datums-Ring gewechselt! Man sieht auf den Bildern wenn man sie groß macht, dass die Bedruckung des NH36 Werks nicht so sauber und dick ist, wie beim originalen 7S26, was in meiner SKX ursprünglich drin war. Der Druck wirkte eher gräulich und nicht so schön tiefschwarz. Daher hatte die Odyssee dann am Ende doch noch was Gutes! ^^

    Hier sieht man noch den alten Datumsring auf dem neuen Werk (neu = schwarzer Werkring):

    Kurz vor Ende hier schon das gleiche, neue Werk mit altem, besseren Datumsring:


    Danke nochmals an alle für eure Rückmeldungen & einen schönen Sonntag! ^^ :sensation: : yourock

    Edit:

    Ich kann mich gar nicht entscheiden, ist alles so schön bunt hier (wer hat’s »gesagt«?) … FrecheFratze

    Finde ich die Aktion besser oder den geil bebilderten Bericht darüber?! :bulge:

    Doch, ich weiß: schreiben macht mir – im Gegensatz zum Handwerken jeder Art – auch Spaß … daher begeistert mich die Berichterstattung fast mehr als die absolut bewundernswerte Aktion an sich. :flw:

    Ach was, beides einfach hammer. Gerd und Mark haben den Nagel (Handwerks-Allegorie, gemerkt?) auf den Kopf getroffen! : doppelt Daumen hoch


    Danke, Claus! : DuBistEinSchatz Besonders von dir ehrt mich das Lob, dass du auch meine Berichterstattung darüber lesens- und sehenswert fandest :hatoff: Ich versuche mir immer Mühe zu geben! : doppelt Daumen hoch

  • Hallo Daniel, Glückwunsch zu deinem Mut und zu dieser grandiosen Leistung! Ganz klasse Bericht, hab vielen Dank dafür. Deine technische Ausstattung für dieses Projekt ist ja voll umfänglich vorhanden. Das braucht es sicher auch, bevor man so etwas angeht.

    : applaus : maulwurf cheerleader : wie geil

    Munter bleiben......

    Intruder

  • Das ist ein wirklich, wirklich toller Bericht!

    Vielen Dank dafür

    Gesendet von meinem SM-T815 mit Tapatalk

    Gruß
    Uli
    _______________________________________
    Kaum macht man's richtig, schon geht's...

  • Mein lieber Scholli!

    Was für ein geiler Bericht zum Sonntag Morgen. Habe richtiggehend mitgefiebert, nur die Prinz Marille mußte dem Kaffee weichen SchuechternKichern

    Danke auch für die Werkzeugvorstellung(anpinnen ?) und die Mitteilung der Fehler.

    So macht das Spaß, auch wenn ich dafür zu wenig Ruhe und Fingerspitzengefühl habe.

    : Applaus Mannschaft

    Ganz lieben Gruß

    Ru_Di

    Expect no quarter, expect no mercy, expect total hell

  • Servus Daniel - auch von mir größten Respekt und herzlichen Glückwunsch, zur gelungenen Operation am offenen Herzen!
    Vielen Dank, dass du uns bei dieser großen Aktion so detailliert mitgenommen hast! Die Euphorie, wenn am Ende des Wagnisses sich die Vorstellung erfüllt - geil!

  • Wow !!

    Vielen Dank für´s Zeigen !!

    Auf der Oberseite schaut das Seiko-Werk genau so aus, wie das Miyota 8205 in meiner günstigen Timex (die mit dem Snoopy).

    Die Rückseite ist aber doch deutlich anders.

    Viele Grüße, Daniel

  • Danke Tobi, am Ende hat mich wirklich die Euphorie bis ins Ziel getragen :yeah:

    Hallo Daniel, Glückwunsch zu deinem Mut und zu dieser grandiosen Leistung! Ganz klasse Bericht, hab vielen Dank dafür. Deine technische Ausstattung für dieses Projekt ist ja voll umfänglich vorhanden. Das braucht es sicher auch, bevor man so etwas angeht.

    : applaus : maulwurf cheerleader : wie geil

    Danke Ralf! Einige der gezeigten Werkzeuge gibt's schon günstig im Set, einiges hatte ich davon wie gesagt schon. Besonders an meinen günstigeren Uhren habe ich öfter mal die ein oder andere Kleinigkeit ausprobiert, vor allem Regulierungen auf die eigenen Tragegewohnheiten. Aber ja: Ohne die passenden Werkzeuge ist so eine OP praktisch aussichtslos. Auch ich habe einige Vorgänge eher pragmatisch durchgeführt, wo es professioneller ginge. Das muss allerdings jeder selbst abschätzen, mit entsprechender Vorsicht und Feingefühl wird das ein oder andere "Tool" meiner Meinung nach überflüssig.

    Mein lieber Scholli!

    Was für ein geiler Bericht zum Sonntag Morgen. Habe richtiggehend mitgefiebert, nur die Prinz Marille mußte dem Kaffee weichen SchuechternKichern

    Danke auch für die Werkzeugvorstellung(anpinnen ?) und die Mitteilung der Fehler.

    So macht das Spaß, auch wenn ich dafür zu wenig Ruhe und Fingerspitzengefühl habe.

    : Applaus Mannschaft

    Danke Rudi! Bzgl. den Werkzeuge werde ich ggf. mal noch einen eigenen Thread eröffnen. Das Problem bei den China-Alternativen ist oft, dass sie zwar heute verfügbar sind, in einem halben Jahr oder Jahr aber nicht mehr. Also wenn es um konkrete Produkte / Anbieter geht, die man in DE über Amazon, eBay & Co. bekommt.

    Wow !!

    Vielen Dank für´s Zeigen !!

    Auf der Oberseite schaut das Seiko-Werk genau so aus, wie das Miyota 8205 in meiner günstigen Timex (die mit dem Snoopy).

    Die Rückseite ist aber doch deutlich anders.

    Ja, ich denke es ist wie bei anderen Werken: Die Grundbasis ist oft ähnlich. Gerade weil Citizen / Miyota ja auch ähnliche Uhren / Werke baut, sprich, ebenfalls mit Tag / Datum Anzeige auf 3 Uhr.
    Angesichts dessen, dass ich nun ein 7S26 übrig habe, werde ich aber denke ich irgendwann auch das eigentliche Herz des Uhrwerks zerlegen, um noch mehr darüber zu lernen! : doppelt Daumen hoch Meine Umbau-Arbeiten erstreckten sich ja praktisch nur die Vorderseite des Werks, wo es in erster Linie um Tag- / Datums-Schaltung geht. Die eigentlichen Innereien sowie das eigentliche Räderwerk, welches die Zeiger antreibt, ist da ja noch mal eine andere Hausnummer!

  • Hallo Daniel,
    Respekt, ich möchte mich meinen Vorrednern anschließen und dich zu deinem Mut und Tatendrang beglückwünschen.
    Das ist echt eine Bereicherung.

    Beste Grüße, Peter

    900 Flieger, EZM9, 147, 903 BE, 157 TiTyAr, 244 Ti, R500, 902, 901

  • Den Mutigen gehört die Welt ! : AlterSchwede : wie geil

    Hey Daniel, grosser Respekt vor deiner Leistung ! Das find ich stark und motiviert dich bestimmt, noch mehr zu machen. Ich denke, die allergrößte Herausforderung stellt man dabei selbst dar ! Mit Mut aber auch Demut hat es ja geklappt und ich denke auch, dass du nun zu deiner Uhr ein ganz besonderes Verhältnis hast.
    Danke für deine schön bibilderte Dokumentation, wer sowas schonmal gemacht hat, der weiss, dass das den Zeitaufwand der Operation mindestens verdoppelt hat, von daher: Vielen herzlichen Dank für deine Mühe, du machst bestimmt vielen anderen auch Mut, sich ans Werk ;) zu machen !

    Gruß

    AndiS

    Alles hat seine Zeit.

  • Lässige Aktion! Eine Operation am offenen Herzen ist nicht jedermanns Sache - ich wäre dafür zu grob gestrickt und würde wohl ungeduldig direkt zum Schnaps übergehen... :ash:

    Ihr habt die Uhren - wir haben die Zeit

    (Afghanisches Sprichwort)

  • Hallo Daniel,
    volle Zustimmung zu deinen Aussagen : doppelt Daumen hoch

    Holz Zahnstocher hinterlässt schon beim Welle entriegeln etwas Rückstände.
    Ausblasen ist mehr ein ins Werk blasen (leider).
    Benutze daher so einen Freund in Kunststoff.

    Außerdem habe ich mir einen Feinpinselkopf so umgearbeitet,das einfach ganz wenig Rodico Knete
    an der Spitze super sind um Schraubenköpfe an sehr Engen stellen zu positionieren.

    Dann Arbeite ich aber mit min.10 Fach Vergrößerungsmodus.

    btw. tolle Uhr
    Gruss Lasse

    Schäfchen zählen,pah ich leg mir meine Uhr aufs Ohr :zzz:

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