Hallo liebe Schrauberfreunde!
Wie bereits ein mal im Forum erwähnt, habe ich mir vorgenommen, das Uhrwerk einer meiner Seiko Uhren zu wechseln! Am Ende ist es allerdings nicht die geplante SKNL41K1 geworden...
... sondern eine meiner ältesten Seikos: Die SKX009!
Der einfache Grund war, dass ich für die erstgenannte Seiko leider keine passenden Krone gefunden habe, da dieses Metier für mich absolutes Neuland ist (siehe Titel) und ich keine ordentlichen Quellen kenne ![]()
Also ist es dann am Ende mit viel Mut doch meine gute alte Diver-Seiko geworden!
Ob das so eine gute Idee war, seht ihr am Ende des Threads ![]()
Wieso?
Wieso hab ich mich dazu entschlossen, das Uhrwerk der Seiko zu wechseln? Nun, zum einen bin ich jetzt in dem Hobby bereits einige Jahre unterwegs und interessiere mich auch für die Technik der Uhren. So war es lange mein Traum, mal ein wenig an einer günstigeren Uhr rumzuschrauben. Einfache Seiko oder ETA / Sellita Werke habe ich bisher mit viel Feingefühl eh schon reguliert, das ist für die Mutigen nun auch kein großes Hexenwerk. Aber ich wollte mehr! Und die Seiko hat sich hier angeboten. Das gute alte 7S26 Werk von Seiko ist der Traktor unter den japanischen Werken und solide genug für solche Uhren. Allerdings hat er zwei Nachteile, die mich nach einigen Jahren doch gestört haben: Das Werk besitzt weder einen Sekundenstopp, noch eine Handaufzugs-Möglichkeit. Zusammen mit meinem Interesse an einem solchen Projekt mal selbst zu arbeiten, kam es zu diesem Plan, welchen ich heute dank sturmfreier Bude umgesetzt habe!
Wundert euch nicht...
Ich möchte hiermit nochmal betonen, dass ich ein absoluter Laie bin und euch mit diesem Erfahrungsbericht einfach ein wenig näher bringen möchte, was man denn so mit zwei linken Händen an einer Uhr machen kann. Geübte Schrauber und Kenner werden sich wohl bei diesem kleinen Tausch ein Kichern nicht verkneifen können
Richard, Hans Werner, der Schrauber und alle anderen alten Hasen auf dem Gebiet: Ich bin auf eure Fachmeinung gespannt FrechAuslachen
Vorbereitung
Hier seht ihr, welche Werkzeuge ich für mein Vorhaben verwendet habe. Alles davon ist bis auf das Bergeon Federbesteck billiges China-Werkzeug, was für meine Zwecke mit ausreichend Feingefühl allerdings ausreicht. Für günstigere Bastelprojekte ein guter Start, um ein wenig in das Thema reinzukommen. Einiges davon hatte ich bereits in meinem Besitz, um übliche Aufgaben an meinen Uhren zu erledigen, manches habe ich explizit für diesen Uhrwerks-Tausch gekauft. Eine kleine Kostenaufstellung findet ihr am Ende des Fadens!
1. Ein Fläschchen Schraubensicherung, natürlich von Sinn
2. Ein Glas oder irgendeine transparente Box, um später das Ziffernblatt bzw. das Uhrwerk vor Staub zur schützen
3. Läufer Typenreiniger. Eigtl. für Schreibmaschinen. Es gibt auch die offizielle Bergeon Uhrmacherknete, die im Endeffekt genau das gleiche ist, nur teurer
Alternativ geht jede Form von Knete - darf aber unter keinen Umständen abfärben!
4. Hier ist die neue Krone für die Seiko SKX009 (samt Seiko-S-Logo) drin, was die Originalkrone nicht hat!
5. Das neue Uhrwerk aus Japan, ein SII NH36 - im Endeffekt ein Seiko 4R36, welches für den Export gedacht ist und in vielen günstigeren mechanischen Uhren weltweit benutzt wird.
6. Finger-Gummis. Gibt's im 300er-Pack für unter 5€.
7. Uhrmacher- bzw. Feinmechanik-Schraubendreher
8. Ein Zeiger-Setz-Werkzeug.
9. Ein Gehäusehalter
10. Ein Gehäuseöffner
11. Das klassische Bergeon 6767 Federsteg-Werkzeug. Hier empfehle ich was hochwertiges, da man mit billigen Tools gerne mal ausrutscht oder die Spitzen brechen und das schnell für Kratzer an der Unterseite der Hörner sorgen kann.
12. Ein Mikrofaser-Tuch als Unterlage, wenn man wie ich keinen passenden Uhrwerks-Halter besitzt...
13. Ein Zeiger-Entfern-Werkzeug (keine Ahnung wie die Dinger heißen
)
14. Erst vergessen auf den Tisch zu legen, dann vergessen zu nummerieren: Eine einfache dickere Folie, die z.B. von Herstellern verwendet wird, um Uhren beim Erstverkauf zu schützen.
15. Jaaa, wegen dem Ding wurde ich in den USA 2011 mal am Flughafen rausgezogen... nein, es ist KEINE Bombe. Es ist ein Blasebalg. Für Luft. Zum Saubermachen. Ohne Pusten. Nicht mehr. Nicht weniger.
15. Zahnstocher. Deutlich wichtiger, als er aussieht! ![]()
Auf geht's!
Nochmal prüfen ob alles da ist...
Das Objekt der Begierde.
Optional: Ein Gläschen feinster österreichischer Hausschnaps für ruhigere Hände. Grüße an Richard! ![]()
Als erstes wird das Armband entfernt.
Danach wird die Uhr mit dem entsprechenden Werkzeug geöffnet.
Das Seiko 7S26(C). Nicht schön, aber erfüllt seinen Zweck!
Und schon kommt der Zahnstocher ins Spiel. Damit kann man mit einem Druck auf exakt die gezeigte Stelle die Krone entriegeln und leicht herausziehen.
Faszinierend, wie fein selbst so ein industriell gefertigtes Teil wie diese Aufzugswelle ist! ![]()
Mit vorsichtigem Hebeln mithilfe eines feinen Schraubendrehers lässt sich das Uhrwerk einfach aus dem Gehäuse entnehmen.
Und ab unter den Whiskey-Tumblr! Vll. kann man den später ja noch brauchen... ![]()
Jetzt kommt der erste heikle Teil: Das Entfernen der Zeiger! Dazu gibt es auch eine unnützes Werkzeug von Bergeon, was mit einer einfachen, dickeren Folie auch erledigt werden kann. Folie drunter, Werkzeug drauf und go! Für das schicke Bild hab ich dann hier auch leider meinen Fauxpas begangen: Der Sekundenzeiger hat direkt in der Mitte eine leichte Schramme abbekommen, der schwarze Lack ging hier dezent ab
Keine große Uhrsache, eindeutig ein Fehler von mir, weil das Werkzeug nicht sauber angesetzt war. Aber: Halb so wild! Das lässt sich nachträglich noch fixen. Kampfspuren, gehört dazu! ![]()
Geschafft! Das ZB ist zum Glück heil geblieben und zeigt sich in seiner ganzen Schönheit. Das können die Japaner - absolut tolle Ziffernblätter, selbst im günstigsten Preissgement! ![]()
Mangels zweitem Glas verstaue ich die Zeiger unter dem Gehäuse, um sie etwas vor Staub und meinem feuchten Atem zu schützen.
Das tolle am Uhrwerkswechsel: Man hat zwei (nahezu) identische Uhrwerke zum Vergleich und gegenseitig testen! Oben mit grauem Uhrwerkring: Das neue NH36, unten in schwarzem Mantel: Das originale 7S26C.
Die zweite Herausforderung wartet: Der extrem dünne und empfindliche C-Ring muss ohne Verbiegen von der Datumsscheibe entfernt werden. Der Grund dafür ist simpel: Die Datumsscheibe des NH36 ist so bedruckt, dass das Datum sowie die Krone auf 3 Uhr exakt gerade steht. Das 7S26 hingegen hat die Krone auf 4 Uhr - die Anzeige des Datums wäre so also versetzt. Das bedeutet: Die Datumsscheiben müssen gewechselt werden. Also auf beiden Werken mit extrem viel Vorsichtig den C-Ring entfernen... dank sehr spitzem Schraubendreher aber ein kleineres Problem als gedacht! Die Dimensionen werden für mich aber schon jetzt sehr klein und empfindlich... beeindruckend!
Da ist der kleine Scheisser.
Die Innereien des 7S26 zeigen sich langsam. Interessant, dass die Schalträder des Tag / Datums aus Kunststoff sind. Trotz allem sind sie SEHR präzise und sauber gefertigt!
Rauf mit dem alten Ring auf's neue Werk!
C-Ring vorsichtig mit der Pinzette andrücken. Diese war übrigens vorher bei den Werkzeugen nicht erwähnt und wäre hiermit die Nr. 17 bzw. 18., wenn man den Hausschnaps dazu zählt... ![]()
Jetzt müssen auch noch die Werkringe getauscht werden. Bzw. sollten. Der graue Ring des NH36 passt zwar auch so gut in das Gehäuse der Seiko SKX, der schwarze sitzt aber perfekt. Also wechseln!
Hier kommt für mich die erste echte Herausforderung, die ich nicht erwartet hab. Man muss wirklich SEHR vorsichtig sein, da die Ringe nur an das Werk geklipst sind. Das Entfernen ist noch machbar, das wieder anbringen des jeweils anderen Rings erfordert aber SEHR viel Fingerspitzengefühl! Man muss schon mit Kraft rangehen und so genau aufpassen, wo man seine Fettfinger am Uhrwerk platziert. Brücken und die Mitte des Rotors sind okay, diese sind deutlich stabiler als zuerst gedacht. Wenn man allerdings nicht aufpasst, fast man plötzlich mitten in die Unruh
Was mir natürlich einmal passiert ist... diese ist kurz gestoppt, als ich den Finger drauf hatte, schwingte dann aber ohne zu Meckern wieder fröhlich weiter... ob ich hiermit schon die komplette Ganggenauigkeit der Uhr zerstört habe, wird sich erst in Zukunft zeigen
Erste Beobachtungen und Prüfungen der Gangwerte auf kurze Zeit zeigen aber zum Glück keinen größeren Schaden
Wenn man weiß wie, kein großes Problem. Als Unerfahrener war dies für mich aber die bis dato größte Herausforderung und ich denke, dass Grobmotoriker spätestens hier ihr Uhrwerk in die ewigen Jagdgründe begleiten...
Wechsel erfolgreich! Dass ich alle Schritte am zweiten Werk wiederhole, dient zum einen zur Übung, zum anderen dazu, dass alle Kleinteile wieder "aufgeräumt" sind. Macht Spaß, wenn man schon beim zweiten Versuch merkt, wie man besser geworden ist!
Das neue Werk hat nun den schwarzen Werkring und den alten Datumsring.
Damit wäre der Wechsel eigentlich vollzogen und ich hätte den Rückbau vollziehen können!
Vergangen sind bisher ca. zwei Stunden. An dieser Stelle kommt nun die Kontrolle - schaltet das Datum und der Tag ordentlich weiter? Funktioniert alles?
Natürlich kam es, wie es kommen musste. Das neue Werk schaltete nicht mehr das Datum. Ein Gegencheck beim alten Werk zeigt, dass trotz quasi identischem Umbau dort alles funktionierte. Ich hatte schon innerlich aufgegeben, da ich dachte, dass ich durch das erste fahrlässige Anbringen des Werkrings das Uhrwerk dauerhaft zerstört hatte... ![]()
Dennoch wollte ich mich nicht geschlagen geben. Ein wenig Internet-Rechereche ergab viele Infos, dass ein "hängen gebliebenes" Datumsrad wohl nicht so ungewöhnlich bei Seiko Werken wäre. Trotz einiger Videos, konnte ich nichts passendes für mein 7S26 finden.
Was also tun? Aufgeben war keine Option.
Also ein zweiter 4cl Schluck besten Marillendestillates und auf geht's!
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Mit meinem in 2-3 Stunden erlernten Feingefühl habe ich mich getraut, das Werk aufgrund reiner Logik ohne weitere Anleitung zu zerlegen. Die hier gezeigte Platine / Brücke (verzeiht mir, dass ich den passenden Fachbegriff nicht kenne...) ist gefühlt so dünn wie Alufolie und hat aus Bildperspektive auf 4 Uhr sogar ein direkt vernietetes Zahnrad! Beeindruckend. Dieses Teil ist übrigens NICHT identisch mit dem anderen Werk, wie ich später schmerzlich erfahren musste.
Die Dimensionen werden kleiner. Soweit wollte ich eigentlich nicht gehen! ![]()
Die Schaltlogik des neuen NH36 Werks mit Handaufzug. Die Datums- und Tag-Schaltung ist hier ganz anders mit horizontal angeordneten Zahnrädern realisiert, was das 7S26 nicht hat. Mein Bewunderung aller Uhrmacher dieser Welt steigt...
Durchatmen... ein kleiner Überblick über den OP-Tisch und eine kurze Pinkelpause nach ca. 3 Stunden...
Die Teile, wie die Schrauben im Hintergrund, werden immer kleiner... was hab ich nur getan?! 
Ich habe den Fehler leider immer noch nicht gefunden und baue mich weiter runter...
Je weiter ich gehe, desto mehr verstehe ich das Werk. Die Freude kommt zurück!
Hier sieht man auf ca. 2 Uhr übrigens den horizontalen Federhebel, der für das typische "Klicken" und "Rasten" des Datums zuständig ist. Ohne ihn, würde sich das Datum frei bewegen lassen. Diesen mitsamt der gesamten Brücke / Platine in Stellung zu halten, erfordert hohe Aufmerksamkeit. Die Pins auf 6:30 und 11:00 Uhr müssen sauber eingehakt sein, sonst fliegt einem alles um die Ohren.
GESCHAFFT!
Nach mehrmaligem Ab- und Aufbau der gesamten Konstruktion war es endlich soweit: Ich habe beide Werke wieder ordentlich zum Laufen gebracht!
Dadurch, dass es auf dieser Ebene so feine Zusammenhänge gibt und einige Teile nur im Werk liegen bzw. "eingespannt" sind, muss man sehr aufpassen. Was genau der Fehler nun beim ersten Mal war, kann ich nicht sagen. Ich habe aber viele Zusammenhänge gelernt, die mir bereits jetzt jede Menge Erfahrung gebracht haben! ![]()
Eine ebenfalls sehr heikle Angelegenheit, zumindest für den Laien: Das Setzen der Zeiger. Um die Tag-/Datums-Schaltung bei exakt 12 Uhr zu erreichen, muss das Werk erst so eingestellt werden, dass das Datum gerade erst umgeschaltet hat. Das kennzeichnet die 12 Uhr Position. Die Krone bleibt nun gezogen, damit auch 12 Uhr bleibt. Alle Zeiger müssen nun exakt auf 12 Uhr ausgerichet und nacheinander gesetzt werden. Das entsprechende Werkzeug sieht man hier. Erst Stunden-, dann Minuten- und zuletzt der Sekundenzeiger. Die unterschiedlich großen Aufsätze des Werkzeugs lassen die Zeiger ordentlich andrücken - für mich war diese Aufgabe leichter als gedacht! Keiner der Zeiger wurde wirklich beschädigt, auch wenn diese in der Hand wirklich SEHR viel kleiner Wirken als bei genauer Betrachtung unter dem ZB! ![]()
Die Zeiger sind gesetzt, das Werk läuft, alles lässt sich schalten - happy!
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Noch ein Bild, weil's einfach so schön ist ![]()
Das neue Werk im alten Gehäuse! Das Ende naht!
Aufgrund der unterschiedlichen Schaltungen (Handaufzug, Sekundenstopp...) passen die Kronenwellen nicht mehr zueinander. Daher musste ich für das NH36 Werk eine passende Krone samt Aufzugswelle kaufen (wobei letztere beim Werk dabei war). Wie man auf diesem Bild sieht, ist die Welle viel zu lang, da diese für unterschiedlichste Gehäuse- Arten und -Größen gedacht ist. Die neue Krone (keine Original Seiko) besitzt statt einer dicken Dichtung zwei kleinere. Laut Verkäufer bietet diese aber die gleiche Wasserdichtigkeit wie das Original.
Mithilfe von einem Seitenschneider (ebenfalls leider nicht auf den Anfangsbildern, daher Nr. 18. bzw. 19.) wird die Welle einfach am Ende mit dem Gewinde abgeknipst. Schön vorsichtig, um die Welle nicht ZU kurz zu machen! Stück für Stück. Almost there... der Rest wird mit dem gleichen Multitool-Werkzeug abgeschliffen, welches auch den Seitenschneider beinhaltet.
Sobald die Länge passt, kommt die Schraubensicherung ins Spiel. Die Welle sollte mit der Krone ordentlich fixiert werden! Daher einmal ordentlich eintauchen.
... und rein in die gute Stube! Deckel drauf und das war's!
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Und hier ist sie! Meine SKX009 mit erfolgreichem gewechselten Werk!
Wie man sah, hat sich das ganze dann trotz einfach klingendem Tausch doch zu einer größeren OP entwickelt als geplant. Insgesamt hat mich die Aktion den ganzen Nachmittag und damit fast 6 Stunden gekostet
Wobei ein Großteil der Zeit natürlich dafür draufgegangen ist, den Datumsring wieder zu fixen...
Am Ende bin ich stolz auf das neue Werk, welches einwandfrei funktioniert und sich mit einer neuen Krone samt Seiko-S-Logo schmückt!
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FAZIT
Da ich mir heute extra den Tag für diese Aktion genommen habe, hat sich die ganze Aktion für mich voll gelohnt! Ich habe extrem viel gelernt und nur wenig kaputt gemacht
Bis auf den angedotzten Sekundenzeiger ist das Werk heil geblieben und der Wechsel hat funktioniert!
Damit ist meine Uhr ein gutes Stück funktionaler geworden und meine persönliche Bindung zur ihr ist deutlich gestiegen
Vor allem ist aber meine Anerkennung aller Uhrmacher massiv gestiegen, da ich mir zwar vieles vorstellen konnte... aber kein Gefühl dafür hatte, was es WIRKLICH bedeutet, an solchen Werken zu arbeiten! Das erfordert wirklich extrem viel Aufmerksamkeit und Konzentration! Natürlich habe ich mir mit dem Seiko Werk ein recht robustes rausgesucht, aber aufgrund seiner geringen Größe ist es mit Sicherheit nicht das einfachste gewesen. Ein großes Unitas-Handaufzugswerk hat hier vermutlich weniger kleine Teile und ist für Anfänger etwas einfacher zu handhaben. Allerdings hatte ich keine Uhr mit diesem Werk und einen China-Klon eines Unitas wollte ich mir auch nicht extra bestellen.
Würde ich es wieder tun?
Auf jeden Fall! Ich denke ich habe schon durch diese Aktion sehr viel gelernt und habe am Ende schon festgestellt, dass meine Handgriffe deutlich sicherer geworden sind. Würde ich es jedem empfehlen? Hm, eher nicht! Man muss schon wirklich viel Feingefühl und Geduld mitbringen. Die Chancen, eines der Werke kaputt zu machen, sind schon sehr groß... das falsche Teile verbogen oder abgerissen und es ist praktisch vorbei. Wer allerdings wie ich bis dato seine Uhren schon selbst reguliert hat und auch so Interesse am Thema zeigt, kann sich das durchaus antun! Eine ruhige Hand, Feingefühl und viel Geduld vorausgesetzt.
Am Ende war ich zugegeben sehr erschöpft, da ich nur eine kurze Pinkelpause eingelegt hatte und auch unter Stress stand, war es ja wirklich eine Uhr, die mir am Herzen lag. Im Endeffekt habe ich nun knapp 6 Stunden für die ganze Aktion gebraucht... wobei ich in diesen 6 Stunden auch wirklich viel gelernt habe! Und das ist neben der eigentlichen Aufgabe meine größte Errungenschaft mit dieser Aktion
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Kosten
Für alle Interessierten hier mal eine grobe Kostenaufstellung. Alle Werkzeuge und Materialen wurden über eBay oder Amazon erworben. Wie bereits erwähnt ist bis auf das Bergeon-Werkzeug alles China-Ware. Mit viel Feingefühl und Vorsicht lässt sich damit aber durchaus arbeiten.
1. Uhrwerk SII NH36: ca. 35€ (ja, SO billig!)
2. Neue Krone samt Aufzugswelle: 24€ (leider mit Abstand das teuerste Teil, allerdings habe ich nichts besseres gefunden!)
3. Gesamtes Werkzeug: ca. 100€ (wirklich nur grob überschlagen, aber wirklich überschaubar!)
Die Werkzeuge abgezogen hat mich der Uhrwerkswechsel also gerade mal ca. 60€ gekostet!
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Ich finde das ist eine verschmerzbare Investition für so ein Ergebnis! Selbst, wenn das ganze schief gegangen wäre - für ca. 35€ hätte ich mir ein neues NH36 Werk kaufen können und von vorne beginnen... ![]()
Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig mit meinen amateur- und abenteuerhaften Arbeiten unterhalten und habe euch im Besten Fall dazu motiviert, selbst ein Mal Hand anzulegen! ![]()
Jetzt genieße ich noch mein wohlverdientes Hefeweizen und verbleibe mit besten Grüßen,
Daniel

