Fremdgehen erweitert den Horizont.
Ich darf Euch heute meinen Neuzugang vorstellen: ![]()
Die Fortis F43 Triple GMT
Highlights:
Das Highlight der Triple-GMT ist ohne Zweifel das verbaute Uhrwerk. Fortis ging 2018 eine Partnerschaft mit Kenissi – einem 2016 gegründeten Hersteller hochwertiger Uhrwerke mit Sitz in Genf – ein. Verbaut ist das COSC-zertifizierte Manufakturwerk "Kaliber 13" mit einer ordentlichen Gangreserve von 70 Stunden und damit einer Kapazität, die das Wochenende abdeckt. Kenissi ist eine Marke, die zu Tudor SA gehört und in letzter Zeit für viel Aufmerksamkeit gesorgt hat, insbesondere als bekannt wurde, dass sie auf Rolex-Grund in Le Locle eine 150m lange Produktionsstätte baut. Es wird manchmal behauptet, dass diese Fortis ein Tudor-Werk besitzt, das ist also nicht ganz korrekt. Es handelt sich hier um ein "echtes" GMT-Werk, "echt" im Sinne darauf, welcher Stundenzeiger durch die Schnellschaltung geändert wird, also in der Lokalzeit oder der der zweiten Zeitzone. Hier kann der Stundenzeiger unabhängig vom Minutenzeiger in Stunden-Schritten verstellt werden.
Hier noch ein Link zum Kenissi-Werk, in welchen Uhren es zum Einsatz kommt und die Geschichte zu Kenissi: klick
Features:
Die Triple-GMT (Anzeige von 3 Zeitzonen durch Stundenzeiger, GMT-Zeiger und beidseitig drehbarer Lünette) ist eine 43mm-Titanuhr, damit bleibt die präsente Fortis trotzdem leicht und angenehm tragbar. Die Bandanstossbreite sind 21mm, die Bandglieder sind mit Schlitzschrauben verbunden, der Bandanstoss ist ebenso verschraubt.
Die Oberfläche ist satiniert und wirkt damit hochwertig, durch die Farbe des Titans trotzdem toolig.
Die Schliese verfügt über eine praktische Schnellverstellung, aber keine Taucherverlängerung, was der Flieger auch hoffentlich nie braucht. Die Schnellverstellung rastet in 9 Stufen und verfügt damit über den Verstellbereiches eines ganzes Gliedes. Die Krone ist -wie sich das für eine schöne Fliegeruhr gehört- freistehend ohne Schutz und sehr griffig ausgeführt. Ich mag das, weil es gut aussieht und einfach praktisch ist, wenn sich die Krone gut fassen lässt.
Das Saphirglas ist beidseitig entspiegelt und dadurch fast unsichtbar, der Metallboden verfügt über den Schriftzug "Ohne Flieger wäre der Himmel nur Luft". Na ja, das hätte ich nicht gebraucht, bisher hatte ich auch Spaß an Fliegeruhren ohne diese Weisheit.
Mir gefällt:
Bei der Triple-GMT handelt es sich um eine starke Toolwatch, die aber nicht einfach ist. Sie verfügt über viele schöne Details, wie z.B. orangefarbene Akzente und die orangefarbene 13 im Datum. Oder die Synchroline® bei 12 Uhr in Berlac Fluor Orange, die Piloten bei der Synchronisierung ihrer Uhren hilft, oder der besonders leuchtstarke Brixtrack® (Indexring, leicht erhöht) sind bei der F-43 Triple-GMT an Bord. Interessant ist eine kleine Inschrift bei 4 Uhr : „Certified Chronometer“ .
Das Blatt ist nicht nur mattschwarz, sondern bei genauerer Betrachtung längs gestreift, was man am Titelbild gut sieht. Die Gehäuse- und Bandbearbeitung ist allererste Sahne. Die Schliese zeigt nach dem Öffnen die praktische Schnellverstellung. Die Lünette ist fein geriffelt, rastet stramm und präzise und fällt nach innen ab - so schützt sie das Glas. Und erinnert mich in diesem Detail ein wenig an die Stowa Prodiver.
Die Geschichte von Fortis:
Fortis ist ein sehr traditionsreicher Hersteller unter den Schweizer Marken. MIt Sitz in Grenchen, ist Fortis seit 1912 ohne Unterbrechungen tätig, auch die Quarz-Krise hat Fortis überstanden. Meilensteine in der Fortis-Geschichte sind die Serienproduktion der allerersten Automatik-Armbanduhr der Welt sowie die Alarm-Komplikation im Kaliber F2001. Fortis ist vor allem bekannt für den B-42 Cosmonauts Chronograph, der aus einer Kooperation mit der russischen Raumfahrtbehörde ROSKOSMOS entstanden ist. Nach einer erfolgreichen Zeit ging es mit Fortis in den letzten Jahren allerdings bergab.
Fortis unter neuer Führung:
Seit 2018 steht Fortis unter neuer Führung von Jupp Phillpp, der die Marke und die Modelle mit viel Elan erneuert. Wer sich für die Marke interessiert, dem empfehle ich, die Videos aus der Serie "Fortis Talks" auf YouTube anzuschauen, z.B. hier:
FORTIS talks
Als der Jupp die Marke übernahm, sortierte er erstmal die Modelle neu und brachte im Jahr 2020 die ersten neuen Uhren heraus. Zuerst kümmerte man sich um die Fliegeruhren, die Dreizeiger-Modelle F39, F41, dann die F43 Triple GMT und die F43 Bicompax. Die TripleGMT ist in Titan ausgeführt, alle anderen Modelle sind Stahluhren.
In diesem Jahr 2021 waren die Taucheruhren dran, kürzlich wurden die neuen Marinemaster in 40mm und 44mm lanciert.
Ich gehe mal davon aus, dass nächstes Jahr eine nächste Serie neu aufgelegt wird. Fortis ist bekannt für Alarm-Chronos, eine zwischenzeitlich seltene Komplikation, insbesondere in Verbindung mit Toolwatches. Nachdem Fortis eine Höherpositionierung im Markt anstrebt, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass sowas nochmal neu aufgelegt wird.
Fortis und die 13:
Als Jupp die Marke übernahm, hatte sie 13 Mitarbeiter und so nominierte er die Zahl 13 als Glückszahl für Fortis. Deshalb ist bei der Datumsscheibe die Zahl 13 in orange ausgeführt, die Neupräsentationen fanden immer an einem 13. des Monats statt.
Preis und Leistung:
Die Triple-GMT kostet 4.500,-- Euro (Stand 11/2021) - das ist im ersten Moment ein echtes Brett. Wenn man sich aber die Uhr, die Ausstattung und insbesondere die Verarbeitung anschaut, finde ich den Preis fair.
Und Fortis fand ich schon immer gut und als ich in Düsseldorf das erste Mal die Uhr genauer inspizierte, wusste ich: das ist Meine !
Zum Abschluss noch die Daten:
Ref: F4260000
Kaliber: WERK 13 (COSC-zertifiziert)
Gangreserve: 70h
Stegbreite: 21mm, Lug-to-lug: 54,4mm
Lünette: 12h-GMT-Lünette (24 Klicks)
Wasserdicht: 200m
Features: SYNCHROLINE, BRIXTRACK
UVP: 4.500,-- Euro
Resümée:
Für mich ist diese Fortis F43 Triple-GMT das schönste und interessanteste Modell der neuen Flieger-Reihe.
Der neue Chef Jupp Philipp zeigt mit diesem Modell eindrucksvoll, wo die Marke hin will !
Gut zu sehen: Das "gestreifte" Blatt, der Brixtrack (Indexkreis), der Zertifizierungsschriftzug bei der 4.
Und der Minutenzeiger, der dank schwarzer Umrandung und ausreichender Länge beim Treffen des Indizes die weisse Markierung
überdeckt und damit sehr präzise anzeigt. Danke an Mark für den Hinweis! ![]()
Die verstellbare Schliese (ausgefahren/eingeschoben):
Bilder: Fortis, AndiS
