Sinn, das unbekannte Unternehmen. Zahlenspiele eines hoffnungs- und rettungslos an die Marke verlorenen Liebhabers

  • leider fehlt mir die Zeit, als dass ich alles lesen könnte was Rudi für uns so mühevoll zusammenrecherchiert. : sorry :schade:

    Erstmal Applaus für die Leistung, die Zeit, die Mühe, die Leidenschaft!!! : applaus gruppe :respekt:


    Gerne würde ich hier mehr unterstützen und meinen Senf dazugeben, weil diese Zahlenleserei und Zahlenaufstellerei ja zu meinem täglich Brot gehört. :blablah:

    Ab und zu schaffe ich vielleicht doch ein paar Anmerkungen, wenn mir spontan was einfällt oder auffällt

    Zu Euren Lagerwerten und der Bilanzierten Ware: vielleicht ist es nicht allen klar. a) Die Werte sind immer Netto ohne MwSt b) es wird bilanziert zu Anschaffungs- und Herstellungskosten (=AHK). Wir reden hier maimal von einem Einkaufspreis. Bei der Bewertung hat man einen gewissen Spielraum: Untergrenze wären die Einzelkosten, Materialeinzelkosten und Fertigungseinzelkosten, evtl. auch Löhne. Danach besteht ein gewiser Spielraum wo auch Gemeinkosten wie Verwaltungsgemeinkosten mit dazu kommen können (Vertriebskosten dürfen nie bilanziert werden). So wie ich die Firma Sinn, bzw. Herrn Schmidt einschätze und auch die Jahresabschlüsse gelsen habe, wird er eher sehr gering bilanzieren. Wieso soll ein so "gesundes Unternehmen" unnötig Gewinne ausweisen --> kostet sonst nur unnötig Steuern SchuechternKichern


    Das bedeutet nun, der tatsächliche Bestand, Wert an Uhren ist wesentlich höher. Wobei dieser erstmal verkauft werden müsste um den tatsächlichen Wert zu realisieren. Wir unterstellen aber, dass im Warenbestand keine alten aus der Mode gekommenen Ladenhüter dabei sind.


    Es ist korrekt, dass wenn Sinn seine Händler als "Konsignationslager" nutzt, weiterhin die Bestände ganz normal bilanziert. Sie werden wie oben beschrieben mit den AHK bilanziert und nicht mit einem höheren Händler-Einkaufspreis.

    Grüße
    Ticker
    _______________________________________________________________________

    ...warum bleibt am Ende des Geldes so wenig Uhr übrig... ? :wall:

  • Sehr geehrter Herr Betriebswirt ....und leidenschaftlicher Sinn-Fan, :yeah:

    danke für die spannende und unterhaltsame Darstellung der Firmengeschichte unseres Lieblingsunternehmens aus BWLer Sicht.
    Ich mag den Stil mit einer pikanten Mischung aus Zahleninterpretation, harten Fakten und weichen Spekulationen.
    Wohl niemand auf der Welt außer der Chef selbst (und das Finanzamt) hat sich mit den Bilanzen so detailliert auseinandergesetzt wie unser Ru_di !
    Das hat eine völlig neue, bisher nie dagewesene Qualität, die ihresgleichen sucht !
    : Applaus Mannschaft :YoureTheMan : applaus : 10Punkte :hopp: :applaus: : Danke002

    Dass du uns damit an unsere intellektuelle Grenze bringst, macht garnix aus, das fordert uns eher. FrecheFratze

    Generell freut es mich natürlich, dass die Entwicklung positiv ist, insbesondere in den für den Handel schwierigen Corona-Zeiten.

    Ich bin gespannt, wie die Story weiter geht... !

    Gruß

    AndiS

    Alles hat seine Zeit.

  • Interessant sind die Sachbezüge, die wie 2009 bei 80.000€ liegen. Das werden wohl in der Hauptsache die Personaluhren sein, vermute ich.

    Meine Einschätzung zu den erwähnten Sachbezügen: Aus der Praxis kann ich sagen, dass es sich bei den verrechneten Sachbezügen in mind. 95% aller Fälle um die PKW-Nutzung/Gestellung an Mitarbeiter handelt.

    Vom Betrag könnte das auch passen. Es wird mit Sicherheit einige (langjährige) Mitarbeiter geben sowie den Firmeninhaber, der bei einer GmbH ebenfalls angestellter Arbeitnehmer ist, die einen PKW gestellt bekommen. Wie viele wissen, muss dieser versteuert und verbeitragt werden in der Sozialversicherung. Meistens erfolgt dies über die sog. 1%-Regelung. Dieser Sachbezug kommt als Bruttobezug "oben" in der GEhaltsabrechnung als Aufwand mit dazu und muss aber unten "netto" wieder abgezogen werden. Dieser Nettoabzug ist Mwst-pflichtiger Ertrag.
    Zu dem 1%-Wert kommen dann noch ggfs. FAhrten Wohnung-/Arbeitsstätte mit 0,03% pro km hinzu.
    Unterstellt man Herr Schmidt fährt einen Wagen der oberen Mittelklasse für 80tsd€ Bruttolistenpreis in 2009, so wären das als 1%-Wert pro Monat 800 €, pro Jahr somit knapp 10tsd€. Dazu noch Fahrten Wohnung/Arbeitsstätte? Evtl. ist das Fahrzeug teurer? Noch ein paar andere Mitarbeiter haben einen Firmenwagen?
    Schnell kommt man dann auf die 80tsd€.

    Wie werden die Personaluhren behandelt? Wurde hier mal eine Aussage getroffen?
    Üblicherweise gibt es bei eigenen Produkten die steuerliche Rabatt-Freibetrag-Regelung.
    DAs deutsche Steuerrecht erlaubt an Mitarbeiter eigene Produkte grds. 4% günstiger zu verkaufen und zusätzlich gibt es 1 x im jahr einen Freibetrag von 1080 €. Werden diese Grenzen eingehalten, muss nichts versteuert werden und wird somit nicht in der Bilanz bzw. GuV ausgewiesen.

    Grüße
    Ticker
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    ...warum bleibt am Ende des Geldes so wenig Uhr übrig... ? :wall:

  • Vielen Dank für die Blumen,

    Die Komplimente gebe ich gerne zurück. Ihr lest das Geschreibsel ja alles und stellt Fragen & spendet Lob. Das tut mir gut.

    Ich kratze in der Beurteilung maximal an der Oberfläche. Fachleute wie Ticker haben da einen ganz anderen Zugang.
    Es scheint mir ja zu gelingen, die Berichte spannend & mit Humor zu gestalten.

    Zu den Personal-Uhren: Ich hatte das schon mal bei Sinn nachgefragt, im Vertrieb hat jeder Mitarbeiter zwei oder drei Uhren zur Verfügung. Im Bereich Kundenkontakt, also zB Service eine Uhr.

    Die Sachbezüge in 2019 lagen um 180K€, setzte ich den Durchschnitt der Uhren mit 2000€ an, handelt es sich um 90 Uhren. Das könnte hinkommen zumal dieser Wert sich über Jahre stabil bleibt und immer neue Uhren dazu kommen.

    Darunter sind sehr viele teure Uhren, T50 Gold, Damaszener 1800, EZM 1.1, 140, Fipla. Ob die Mitarbeiter Ihre Dienst-Uhren privat nicht tragen und wie Arbeitskleidung nur im Haus oder Außendienst anziehen weiß ich nicht.
    Bekannt ist auch, daß zB die Voll Goldbronze Modelle von mehreren Mitarbeitern über Monate Probe getragen wurden, und zwar vor der Vorstellung derselben.

    Sehr viele Mitarbeiter haben zusätzlich eine oder mehrere Uhr(en) privat erworben. Und tragen diese während der Arbeit.

    Lieber Bruder Andi,

    Dir speziell möchte ich danken, mir diese Berichte zu erlauben.

    PS Ich hoffe der Testierer hat die Berichte auch gelesen :D

    Ganz lieben Gruß

    Ru_Di

    Expect no quarter, expect no mercy, expect total hell

    Einmal editiert, zuletzt von Ru_di (14. August 2025 um 08:08)

  • Sinn wächst (wie immer :D) mit 10,8%. Der dt. Uhrenmarkt stagniert, das BIP liegt bei nur noch 0,6%.

    In diesem Jahr stagniert zur Abwechslung mal der Auslandsumsatz, dafür wächst der im Inland um 18.2%.
    Man liefert in 73 Länder und erfreut sich hoher Auftragseingänge.

    Das Rohergebnis liegt bei 11,88M€, also genau eine Million mehr als im Vorjahr.
    Die Vorräte sind bei 13M€ bilanziert, der Personalaufwand steigt auf 5,7M€ (+0,4M€), die betrieblichen Aufwendungen nur sanft auf 4,3M€ (+0,1M€).

    Man macht wieder detaillierte Angaben zur Rückstellung für Gewährleistung von 0,84M€
    Die Mitarbeiterzahl liegt bei 88 plus 30 in Teilzeit. Der Umsatz pro Mitarbeiter bei 0,171M€. Ihr wißt was Ihr damit tun könnt :D.

    Darüber hinaus könnte man eben diese Rückstellungen, durch den errechneten Umsatz teilen, um die erwartete, ich nenn es mal Fehlerrate, zu kalkulieren.
    Das kann jeder für sich selber machen.

    Es wird damit klar, daß die Häufung von Fehlern in Internetforen, keinen Zusammenhang mit der Realität hat, eben weil es ein Standardwert in vielen Industrien ist.

    Es gibt einen sehr langen Absatz zu Covid und den damit zusammen hängenden Betriebsschließungen, sowie dem Ausfall aller Messen.
    Sinn hat das zu Beginn als enormes Risiko für das Geschäft gesehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern & Branchen, ist Sinn in den ersten 5 Monaten 2020 um 20% YoY gewachsen. Ich glaube davon war man selbst etwas überrascht. Angenommen war nur ein sanftes Wachstum, im niedrigen Bereich.

    Man arbeitet mit Hochdruck an der neuen Webseite und verspricht sich mehr Umsätze vom neuen Konzept.

    Und was ist mit den Uhren ?

    Auf der Münchner Uhrenmesse Inhorgenta stellte man die äußerst erfolgreichen limitierten Modelle 104 St Sa A B E und 158 vor.
    Fokus wurde in diesem Jahr auf die neue Taucheruhrenlinie U50 gelegt, die eine Verkleinerung der seit Jahren erfolgreichen Modellreihe U1 darstellt.
    Darüber hinaus stellten wir die klassische Modellreihe 1739 vor und ergänzten unsere Einstiegsmodelle 556 um zwei Varianten.
    In Vorbereitung ist aktuell ein Modell zu Ehren der Deutschen Einheit :D.

    Auch auf Grund des Erfolgs des Modells 104, entscheidet man sich eine komplett neue Serie der U Modelle einzuführen. Die Baureihe wird, wie keine andere zuvor, zum Wachstum des Umsatzes, der Stückzahlen und dem Rohergebnis beitragen, wie wir in den folgenden Berichten sehen werden.

    Man kann trefflich darüber spekulieren, ob Sinn zu früh oder zu spät war, mit der Abkehr vom großen Durchmesser.
    Wie wir sehen werden, schlägt diese Entscheidung, jedoch ins Geschäft ein ,wie eine Bombe : like

    Ganz lieben Gruß

    Ru_Di

    Expect no quarter, expect no mercy, expect total hell

  • Viele viele spannende sinnige Themen kommen hier hoch ^^ Top1
    Das wird ein "Kompendium" an Wissen zur Fa. Sinn mit ALLEN Zahlen/Daten/Fakten! :sensation:
    Bin sicher dass da auch die Firma selbst das so noch nie betrachtet hat und auch aus den Kommentaren und Hinweisen noch ihre Schlüsse draus ziehen kann! :applaus:

    Der "Ingenieur" fährt meines Wissens seit zig Jahren sehr komod mit einem Audi A8 von der Schweiz nach Rödelheim bzw. Sossenheimund zurück! Also eher Oberklasse aber er fährt ja auch viel FrecheFratze
    und es sei im gegönnt und ob das wirklich ein Firmenwagen ist wäre ich mir bei ihm gar nicht sicher... :D

    Sachbezüge: ich Uhren sind da bei > 130 bis 150 MA schon ein Posten ^^
    hat Rudi ja schon was dazu geschrieben dass die Vetriebsmitarbeiter mehrere Uhren (3?) zu Wahl und ich vermute auch im Austausch haben. Gruebeln
    Prinzipell trägt JEDER Mitarbeitende eine Sinn Uhr, was sich auch für richtig halte. : doppelt Daumen hoch Soweit ich weiss wurden die auch persönlich ausgesucht und privat gekauft. :whistling:
    Viele haben auch mehrere Uhren und bekommen diese vermutlich mit einem ordentlichen Mitarbeiterrabatt! So gehört sich das auch! : like

    Gruß

    Selespeed

    Consul de Guinand (Markenbotschafter)
    Calendar Master (Sinn-Forumskalender)
    Stefan alias Selefan alias Sele-Blue alias Han-Sele alias For-Sele alias Cir-Sele^^
    -------------------------------------------------------
    Bevor isch misch uffreesch is mers liewer egaaal!

  • 2020, endlich isser da, der Bericht, der alle Anderen schlagen wird :D

    Lange hat es gedauert, viel wurde geschrieben.

    Rohergebnis 13,66M€ zum Vorjahr eine nur unwesentliche :D Steigerung von 1,8M€

    Betriebsergebnis 3,17M€ zum Vorjahr schlaffe 163Komma2% mehr : like

    Das BIP schrumpft in 2020 mit 5%, die dt. Uhrenbranche mit 15%.
    Sinn wächst mit 17,7% zum Vorjahr. Im Inland mit 5,7% im Ausland mit 38,9%

    Beide halten sich nunmehr fast die Waage. Dies war schon länger absehbar, eben wenn der Gesamtabsatz mit 10% stieg und der Umsatz im In- oder Ausland mit 20% Wachstum angegeben war. Angenommene Werte nur zur Verdeutlichung.

    Die Gewinnrückstellungen haben sich die letzten drei Jahre eher sanft von 5,4 über 5,5 auf 5,6M€ entwickelt.

    Warum dies ?

    Man hat eine Sondertilgung der Verbindlichkeiten vorgenommen. Wert über 1M€.
    Personalaufwand liegt jetzt bei 6,0M€ (+0,3M€), die betrieblichen Aufwendungen sinken auf 3,9M€ (-0,45M€)
    Man weist erstmals Verkaufsprovisionen aus mit 0,1M€.

    Wo das wohl her kommt?

    Werbung & Messekosten schrumpfen wegen C19 mit 0,2M€, von den 0,8M€ Rückstellung für Gewährleistung kann man 0,2M€ ins Ergebnis auflösen.
    Währungsdifferenzen tragen ebenfalls 0,1M€ zusätzlich bei. Neue Rückstellung für Gewährleistung ist 0,74M€.
    Dies obwohl einige Kosten steigen. Unter anderen Lizenzen & Patente, Fracht, EDV mit insgesamt +0,2M€.

    Interessant ist der Posten Erträge aus Sachbezügen :D. Ich muß hier korrigieren, das sind schon immer Erträge aus Sachbezügen.
    Knappe 0,2M€, was hat man denn hier verkauft an die Mitarbeiter?

    Doch nicht etwa Uhren ? :D

    Und die Uhren ?

    Anfang März wurde das auf 500 St. limitierte Modell U1 DS in dieser Weise vorgestellt und war innerhalb von vier Wochen ausverkauft.

    Im April wurden unsere Frühlingsneuheiten online präsentiert. Insbesondere unser Jubiläumsmodell 144 St S Jubiläum II zum 60-jährigen Unternehmensjubiläum und das technisch höchst anspruchsvolle Modell 717, wurden kundenseitig und von Seiten der Fachpresse sehr positiv aufgenommen.

    Die noch junge und äußerst erfolgreiche Taucheruhrenlinie U50 wurde um ein limitiertes Sondermodell mit Perlmuttzifferblatt ergänzt.
    Weitere Ergänzungen der Kollektion innerhalb der Modellreihen 104, 358 und 434 um Farb- und Gestaltungsvarianten erfolgten zusätzlich.

    So da hammer den Salat. Eine neue Uhrenreihe in 41mm und dazu kaum billiger als die großen Brüder in 44mm.
    Dazu gleich mehrere Modelle, SDR, schwarz Hartstoff später noch mehr, blaue Verlaufsblätter, Perlmutt, Hydro….. ich denk Ihr wißt was in 2021 passiert.

    Schaun wir mal :D : like

    Ganz lieben Gruß

    Ru_Di

    Expect no quarter, expect no mercy, expect total hell

    4 Mal editiert, zuletzt von Ru_di (14. August 2025 um 12:10)

  • Die Fahrzeugkosten liegen um 0,2M€ pa.

    Also wahrscheinlich ein paar Fahrzeuge fürs Management falls gekauft, oder paar mehr falls das Leasingkosten sind.
    Obere Mittelklasse, 700 bis 900€ pro Monat, das wäre 15-20 Fahrzeuge.

    Ob Sinn das Sezieren & Spekulieren seiner Zahlen lieben wird? Ich weiß es nicht.
    Die Story an und für sich, liest sich jedoch prima :D

    Ganz lieben Gruß

    Ru_Di

    Expect no quarter, expect no mercy, expect total hell

    Einmal editiert, zuletzt von Ru_di (14. August 2025 um 11:47)

  • Nichts ist älter, als die Neuheit von gestern!

    Ich stelle grade fest, nur noch drei Berichte…..

    Wir befinden uns im Jahre des Herrn 2021.
    Der Umsatz pro Mitarbeiter ist um 5,3% gestiegen, im Vorjahr um 11% und davor war er 0,171M€.
    Mitarbeiter sind 99 & 32 Teilzeit (Vorjahr 93/32) und davor 88/32.

    Ihr wißt, was Ihr damit machen könnt!

    Je nach dem wie man die Teilzeitköpfe rechnet, als voller Kopf, oder als Halber, könnte man den Umsatz pro Mitarbeiter, multipliziert mit dieser Zahl, heraus finden. Das Ergebnis schwankt um 3M€, je nach dem wie man Headcount ausrechnet.

    Und dagegen stellt man jetzt das Rohergebnis…… und dann wird einem mehr als schwindelig.

    Das Betriebsergebnis, neudeutsch EBIT genannt (Earnings before Interest & Taxes), ist 5M€. Zwischen drei bis fünf mal dieser Ebit wäre eine Kaufsumme für eine GmbH dieser Größe. Allerdings eine, ohne 10M€ Gewinnrückstellung. :D

    Eine kleine Vortragsreihe für Stammis? Beurteilung „quick an dirty“ aus Geschäftsberichten. Um Himmels willen :D
    Übrigens habe ich die Berichte der SUG gefunden, auch interessant. Handeln wir aber separat ab, wird sonst zu unübersichtlich.

    Auch Mühle (6M€), Damasko (3,5M€), Laco (3,8M€) und Guinand (1M€) (jeweils Bilanzsumme) habe ich eingesehen.
    Jetzt wissen alle möglichen Mitleser, die hier als Besucher erscheinen, auch was die Konkurrenz so macht.:D

    Zurück zu Sinn:
    Man hat 80 Depots, liefert in 78 Länder im Ausland, hat die Niederlassung am Römerberg, die das komplette Programm zur Ansicht führt, genau wie das Haupthaus.

    Das BIP steigt mit 2,7%, die dt. Uhrenbranche schrumpft um 4,1% und Sinn wächst mit 10,5%. (Ausland 19,2% Inland 4,1%) Business as usual.

    Also, schnallt Euch an. Das Rohergebnis steigt auf 17,2M€ (von 13,7M€)

    Betriebsergebnis 5,02M€ (Vorjahr 3,2M€)

    Vorräte von 14,7M€ (Vorjahr 13,4M€)

    Drei Millionen Euro in Cash auffem Bankkonto :D

    Personalkosten steigen auf 6,5M€ (Vorjahr 6M€), die betrieblichen Aufwendungen bei 5M€ (Vorjahr 3,9M€), Messekosten 1,1M€ (+0,1M€), Patente und Lizenzen 0,6M€, Rückstellung für Gewährleistung 1,35M€ (Vorjahr 0,77M€)

    Man hat keine Verbindlichkeiten, größer 5 Jahre, mehr :D

    Die Gewinn Rückstellung hat sich von 5,6M€ in 2019, hin zu 7M€ für 2020, auf 10M€ für das Berichtsjahr 2021 entwickelt.

    Zum Thema Bürgschaft: Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch verschiedene selbstschuldnerische Bürgschaften des geschäftsführenden Gesellschafters in Höhe von TEUR 3.300 besichert.

    Macht auch nicht jeder :D

    Und getreu dem Motto wenn es schon regnet, dann fällt ein Brett Wasser vom Himmel gibt es einen Ertrag aus einer Vergleichszahlung für Rechtstreitigkeiten im Zusammenhang mit dem Neubau (TEUR 315, Vorjahr TEUR 0)

    Investitionen in 2022 werden weiterhin geprägt durch Investitionen in die tiefgreifende Neuentwicklung der Website des Unternehmens, den nächsten Releasewechsel des ERP-Systems und ein angrenzendes neues PIM-Datensystem (Produkt Informations Management). Die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens wird durch diese Projekte maßgeblich gesichert werden.

    Und die Uhren ?

    Sämtliche Uhren-Neuvorstellungen waren innerhalb von wenigen Wochen ausverkauft und führten zu einem historisch immens hohen Auftragseingang.

    Die größtenteils limitierten Neuheiten umfassten dabei sowohl hochpreisige Technologieträger, wie den EZM 1.1 S, als auch metallisch-farbige Sondermodelle des Einstiegsmodells 556. Auch die Sortimentserweiterung der unlimitierten Neuvorstellungen 103 Ti Ar, EZM 13.1 und das Modell 1739 Ag B aus einer besonderen Silberlegierung mit Oxidationsschutz, stießen auf großes Interesse bei Endkunden und Händlern.

    Die Uhrenvorstellungen beziehen sich in allen Berichten auf das laufende Jahr. Der Umsatz im Rekordjahr wird also durch die neuen Uhren im letzten Bericht erzielt.

    U50, 717, u1 Kratzi usw usw.

    Der Rekordumsatz & Gewinn bestreitet sich also in Masse wahrscheinlich aus den neuen 41mm Uhren und den ganz teuren wie 144 Jubi und 717. Nicht zu vergessen die neue Baureihe 206 und die 6012 &. 6099, die ebenfalls teuer sind.

    Wie könnten wir annehmen, welche Uhr sich am meisten verkauft.

    Schwierig, der Ingenieur wird es uns nicht sagen, schauen wir also mal in soziale Netzwerke.
    Steht die Häufigkeit eingestellter Bilder in einem Zusammenhang mit der Verbreitung der jeweiligen Uhr ?

    Nicht besonders wissenschaftlich, aber je mehr Bilder gepostet werden, desto mehr Fans hat das spezifische Modell/Baureihe.
    Lassen wir dies mal so stehen, für den Moment.

    Ganz lieben Gruß

    Ru_Di

    Expect no quarter, expect no mercy, expect total hell

    2 Mal editiert, zuletzt von Ru_di (15. August 2025 um 11:16)

  • Hallo Rudi,


    sehr schön ausgearbeitet!!!! : applaus : applaus : applaus Hast meinen vollsten Respekt.
    Ich hab jetzt offengesagt nur deine Ausführungen gelesen und die Quellen nicht geprüft, aber anhand eines öffentlichen Jahresabschlusses hast du da ja echt viel analysiert! :hatoff:

    Mich würde jetzt interessieren, ob du bei deinerr Interpretation der Vorratswerte auch überlegt hast, dass diese in den Bilanzen beziehungsweise in den Herstellungskosten angesetzt sind und damit nicht direkt Rückschlüsse auf den Verkaufspreis und vor allem auf die Stückzahlen zulassen?

    Hast du dir mal überlegt, vielleicht die Entwicklung der Gewinnrücklagen ins Verhältnis zur Bilanzsumme zu setzen, um über die Thesaurierungsquote ein Verständnis für die Entwicklung der Eigenfinanzierungskraft zu bekommen?
    Bei einem Unternehmen, das offenbar über viele Jahre Gewinne im Unternehmen belässt (gibts ja quasi fast nicht mehr) und damit Wachstum sowie Investitionen ohne große Fremdfinanzierung stemmen kann, wäre es doch interessant zu sehen, wie stark diese Innenfinanzierungskraft tatsächlich ist und wie sie sich entwickelt hat.

    Was mich als branchenfremden echt total interessiert, ist die Personalaufwandsquote. Für 2021 bei ca 115 FTE, 65 € Personalaufwand und 21(?) € Umsatz habe ich dann ca 30%?
    Siehst du das ähnlich, und lassen sich daraus im Zeitvergleich Hinweise auf Veränderungen im Lohnniveau oder in der Personalstruktur ableiten? Gruebeln

    Ich finde dein methodisches Vorgehen echt gut. Auf Basis von den öffentlich zugänglichen Jahresabschlüssen hast du da echt eine saubere Analyse hingelegt. Am Ende muss dabei einfach viel spekuliert werden. :mggl:

    Viele Grüße,

  • Huhu Spezi,

    Das sind einige Fragen:D

    Der Geschäftsbericht gibt viel viel mehr Zahlen her, als ich hier verwurste seit Tagen. Da ich die Beurteilung der Werte halbwegs gleich halten will über die Jahre, habe ich nur Einige erwähnt, die mir am besten das Geschäft des Ingenieurs darstellen helfen.

    Lager, Roh- & Betriebsergebnis, Gewinn Rückstellung und ein paar interessante Kosten, Gewährleistung, Patente & Lizenzen, Erträge durch Mitarbeiterkäufe.

    Zum Vermögen, daß sich der Gesellschafter eventuell gegönnt hat, schreibe ich nicht viel, das kann jeder selbst herausfinden.
    Gebietet für mich der Respekt gegenüber diesem Menschen.

    Zum Vorrat, hat Ticker oben zu den Herstellungskosten geschrieben, das wären Material, Werke, Uhrmacherzeit, SUG Zulieferungen, Zifferblatt bedrucken usw usw. strenges Niederstwertprinzip, dh gesamte Personalkosten & betrieblicher Aufwand werden nicht drin sein.

    Auch da gibt es verschiedene Methoden. Alle Herstellungskosten pro Uhr in die Einkaufpreise. Danach Betrachtung pro berechneter Position auf der Rechnung. Der Deckungsbeitrag muß hoch genug sein, das regelt Sinn über die Preisliste.

    Wie im ersten Beitrag geschrieben möchte ich hier keine Umsätze spekulieren, ich habe aber genügend Hinweise hinterlassen, daß dies jeder selbst machen kann.

    Im Personalaufwand sind alleine 1,2 M€ Arbeitgeberanteile für AV,RV,SV enthalten.

    Ich kalkuliere ein Durchschnitt Monatsgehalt von 3,5K€. Durch die fast 25% Teilzeitgehälter, wird diese Zahl nach unten gedrückt.
    Die Struktur der Organsation, sowie die pro Ebene zugeordneten Gehaltsspielräume kennen wir nicht.

    Wer sich die Mühe macht, in professionellen Netzwerken nach Sinn Personal zu suchen, findet zumindest das Management unter dem Ingenieur und die Teamleader.
    Nehmen wir an, daß sich pro Ebene das Einkommen jeweils verdoppeln kann, wird man mit Akribie und ganz viel Annahme, jede Menge Erkenntnisse sammeln können.

    So etwas halte ich aber für eine Übung auf einem Stammi. Das möchte ich hier nicht erörtern.
    Zum Glück ist ja am 22.08. einer.

    Was mit den Gewinnrückstellungen passieren wird, da kann man ebenfalls trefflich drüber spekulieren.
    Ich denke die Struktur der Bilanz hilft beim Kreditlimit, das man von Lieferanten bekommt.
    Auch Darlehen von Banken, gehen damit einfacher.

    Wie man die Darlehen für die Immobilien abgezahlt hat, was übrig ist und was getilgt wurde, wäre einen eigenen Beitrag wert.

    Ganz lieben Gruß

    Ru_Di

    Expect no quarter, expect no mercy, expect total hell

    Einmal editiert, zuletzt von Ru_di (15. August 2025 um 12:58)

  • Sodele, womit fangen wir an ?

    Da wäre zum Einen die neue Sinn NL Dresden für Service und dann recht schnell auch Verkauf.

    Wie die neue Vertriebsleiterin mal erwähnte, bei uns ist jeder Uhrmacher auch Verkäufer. Sie muß es wissen, führte sie doch die NL am Römerberg knapp 10 Jahre. (Und daher stammt die Aussage) Frauenpower vom Feinsten !

    So wird auch in Dresden jeder Uhrmacher auch Uhren verkaufen! Auch dort führt eine Frau das Ruder !

    Zwei Niederlassungen, die Erste im Flugverkehrs-Knotenpunkt Frankfurt und zwar aufm Römer, wo das meiste Publikum ist übers Jahr.
    Die Zweite in Dresden, das Juwel der neuen Bundesländer, wo die meisten Touristen anzutreffen sind, wegen der neu erbauten Frauenkirche.

    Da mußte erstmal drauf kommen, als Entscheider. Beides keine günstigen Unterfangen auf Grund der Standorte, aber bestimmt jeden Cent wert.

    Highlight für unser Forum war sicherlich die erste Einladung Sonntags bei Sinn, zum Bestaunen der Neuheiten (siehe letzter Bericht).
    Wir erscheinen mit über 50 Mann (Frau).

    Im Ernst, Sonntags sein Haus zu öffnen für fast 50 Kunden & Liebhaber der Marke, Personal abzustellen inklusive Serviceannahme & Verkaufsraum, uns zu bewirten mit tollem Essen & Getränken (wenn auch der gedeckte Apfelkuchen fehlte, dem ich bei jedem weiteren Treffen mit Sinn hinterher weinen werde :D) uns zu informieren & zu bespaßen, die Möglichkeit mit dem Ingenieur life für über eine Stunde sich auszutauschen.

    Welche Marke macht das sonst ? Genau, Keine!
    Chapeau Sinn, das macht Euch so schnell niemand nach. Den Rest, der jetzt folgt, macht Euch trotzdem, auch keiner nach :D

    Das BIP zeigt 1,9% und die dt. Uhrenbranche ein Plus von 20,5%

    Sinn wächst leider kaum, dies liegt daran, das spezialisiertes Personal zur Produktion rar im Angebot ist. Man hat riesige Auftragseingänge , kommt aber leider nicht schnell genug hinterher mit der Produktion. Ich halte dies aber für normal, nicht erst mehr Personal zu suchen und dann im neuen Sweetspot 41mm tätig zu werden.

    Man stellt erst das Produkt vor und dann wird man von der Nachfrage überrollt (bestenfalls :D). Schließlich hat man grade erst ein Rekordjahr eingefahren.
    Und wir wollen keine höheren Rückstellungen für Gewährleistung produzieren, sondern die gewohnte Qualität.

    Also ein Rohergebnis von 15,4M€ (-1,8M€), Personalaufwand 7,7M€, betrieblicher Aufwand 5,3M€. Der Personalaufwand steigt deutlich, der Rest nur sanft.

    Zum Personalaufwand: Es gibt drei neue Vollzeitköpfe und einen Teilzeitkopf 102/33.
    Inflationsbedingte Anpassungen sowie Kosten der Personalgewinnung, sind Gründe für den Anstieg.

    Marketing & Messe steigen deutlich auf 1,4M€ (+0,3M€), dazu 1,2M€ (-0,2M€) Rückstellung für Gewährleistungen. Der Aufwand für Kursdifferenzen steigt auf 0,3M€ (und verdoppelt sich damit fast).

    Und die Uhren ?

    Nahezu alle Uhren-Neuvorstellungen waren 2023 innerhalb von wenigen Wochen ausverkauft und führten zum historisch gesehen höchsten Auftragseingang, bezogen auf einen Monat. Ich sag nur 41mm :D

    Die teilweise limitierten Neuheiten konzentrierten sich diesmal auf das Segment der professionellen Taucheruhren. Die neue Taucheruhrenlinie T50 vereint die geschätzten technologischen Besonderheiten mit Materialien wie hochfestem Titan und einer zum Patent angemeldeten Legierung mit Namen GOLDBRONZE 125. Die Legierung wurde eigens im Haus entwickelt und zeichnet sich durch besonders hohe Reinheit der verwendeten Legierungsbestandteile aus. Das limitierte Modell T50 GOLDBRONZE war innerhalb weniger Tage ausverkauft. Die limitierten Varianten bestehender Kollektionsmodelle, U1 S Perlmutt S und U50 DS, stießen ebenfalls auf großes Interesse bei Endkunden und Händlern.

    Wir sind gespannt auf 2023!

    Ganz lieben Gruß

    Ru_Di

    Expect no quarter, expect no mercy, expect total hell

    2 Mal editiert, zuletzt von Ru_di (15. August 2025 um 14:44)

  • So, auf gehts zum vorerst letzten Bericht. Im Oktober 2025 sollte die Bilanz zu 2024 veröffentlicht sein.

    Man bilanziert für 2023 32,5M€. Größter Posten darin sind die Vorräte mit 20M€ (Vorjahr 16,5M€)
    Die Gewinnrücklage beträgt 11M€ (Vorjahr 10M€)

    Das BIP bleibt gleich in 2023, der dt. Markt ebenfalls und Sinn wächst natürlich mit 7%, fast vollständig im Ausland mit 15,7%.
    Hier sehen wir sie wieder, die Fast-Parität zwischen In- und Auslandsumsatz.

    Man hat 70 Depots (-10) und liefert in 80 Länder.

    Das Rohergebnis liegt bei 18,1M€ (15,4M€ im Vorjahr) und wächst damit deutlich. Der Personalaufwand liegt bei 8,6M€ (7,7M€ im Vorjahr).

    Hier noch ein Zitat aus dem Bericht, das schön die größte Herausforderung skizziert:

    „Die aktuell größte Herausforderung ist es, die vorhandene Nachfrage mit den vorhandenen Kapazitäten zu bedienen. Der Fachkräftemangel wirkt sich zusehends auf die Kapazitätssituation aus. Fachpersonal zu gewinnen und vorhandenes zu halten, stellt sich als zunehmend kostenintensiv dar. Neu gewonnenes Personal zu schulen, weiterzuentwickeln und spezielle Qualifikationen zu erkennen und zu fördern, bindet gleichzeitig die Leistungsfähigkeit des vorhandenen Mitarbeiterstamms. Das vergangene Jahr 2023 führte zwar zu den erhofften Effekten der Kapazitätssteigerung, trotzdem bleibt die Personalsituation eine Herausforderung bei der Sicherstellung des zukünftigen Wachstums.“

    Personell liegt man bei mittlerweile 120 Vollzeit- & 40 Teilzeitköpfen.
    Ich könnte mir vorstellen, daß in der Teilzeit vor allem Menschen mit Kleinkindern arbeiten, aber vielleicht auch ältere in Rente.
    Wer weiß?
    Der Anstieg selbst kommt von der NL Dresden nehme ich an.

    Der Umsatz pro Mitarbeiter sinkt um 4,8%, damit ist man wieder auf dem Wert für 2021 (bei allerdings dreissig mehr Köpfen, insofern ist der Gesamtumsatz deutlich gestiegen).
    Ich gehe davon aus, daß der sich errechnet Umsatz aus Köpfe mal genannter Zahl ein Nettoumsatz ist. Der durchschnittliche Preis pro Uhr würde sonst wenig Sinn machen. (Die Uhrenpreise sind ja Bruttopreise)

    Die umgesetzte Stückzahl, wurde für eine vergangene Periode, einmal von einem ausgeschiedenen Mitarbeiter im Gespräch genannt.

    Auch wenn ich die genannte Zahl, als mindestens um 10% zu hoch angesehen habe, ergibt die 90% Stückzahl, einen für mich sinnvollen Durchschnittspreis pro Uhr.
    Genauer werde ich es nicht ausrechnen können, dies ist aber auch nicht schlimm.
    Mehr dazu gerne auf einem Stammi.

    Ich habe mich gestern der Mühe unterzogen, für alle Modellreihen die Durchschnittspreise zu errechnen. Also zB alle UX Bruttopreise zusammen, und dann durch die Anzahl geteilt.

    Die Werte sind natürlich leicht unscharf, eben durch jährliche Preissteigerungen und ausgeschiedene Modelle. Insgesamt läßt sich damit aber spielen.

    Also wird demnächst Excel angeworfen, die Kennzahlen über die Jahre erfaßt und dann weitere Betrachtungen angestellt.
    Mich interessiert zB detaillierter, was in den Verbindlichkeiten vorgeht, wie man die Darlehen für die Immobilien abgezahlt hat, wie sich die Gewährleistungsrate entwickelt hat, wie sich die Uhren Stückzahlen & Gehälter entwickelt haben.

    Teilweise werde ich hier dazu etwas schreiben, das weitaus meiste werden wir auf Stammis anschauen, falls Interesse besteht.
    Es ist glaube ich keiner Erwähnung wert, gegenüber der langjährigen Stammi Besatzung, aber wir sind uns hoffentlich einig, daß solche Zahlen nicht Ihren Eingang in andere soziale Netzwerke finden sollen.
    Das schulden wir der Firma Sinn und noch mehr Ihrem Inhaber.

    Es sind Erkenntnisse für uns Fans und sonst niemand!

    Man geht für 2024 von einem leicht steigenden Umsatz aus!

    Ein weiteres Zitat:
    „Die neue Taucheruhrenlinie U50 HYDRO sticht bei den Neuheiten technologisch besonders heraus. Die dort verwendete HYDRO-Technologie ist einzigartig und verkörpert für SINN ein Alleinstellungsmerkmal am Markt.

    Das limitierte Modell U50 S L stellte ebenfalls eine technologische Neuheit dar. Hierbei kommt erstmals ein hybridkeramisches vollflächig leuchtendes Zifferblatt zum Einsatz.

    Die Sammlerherzen ließen wir mit der limitierten und zeitgemäßen Neuauflage der 103 St Ty Hd, einem historischen SINN-Handaufzug-Chronographen, höher schlagen.

    Im Mai sorgten wir erneut mit einer Neuvorstellung für außerordentlich große Aufmerksamkeit am Markt. Die traditionelle Modellreihe 903 wurde technologisch komplett überarbeitet und mit drei neuen Modellen vorgestellt. Das auf 500 Stück limitierte Sondermodell 903 St II HB war dabei innerhalb von 5 Tagen ausverkauft, die Kollektionsmodelle 903 St II und 903 St II B E erfreuten sich ebenfalls einer hohen Nachfrage.

    Technologisch wurde hierbei über das neu entwickelte Schaltrad-Chronographen-Uhrwerk, die wasserdichte Konstruktion des Gehäuses, bei gleitender Drehung des kombinierten Außen- und Innendrehrings, bis hin zu Zeigern und Zifferblatt mit Applikation hybridkeramischer Leuchtmittel ein Meilenstein in dieser Modellreihe gesetzt. Diese technologischen Weiterentwicklungen bei gleichzeitig feinfühliger Überarbeitung des Uhren-Grunddesigns wurde am Markt von Endverbrauchern und Händlern überaus positiv aufgenommen.“

    Letzter Absatz auch in kurz möglich als Eff you Bräthling….. :D

    Noch ein Wort zu den Kosten. Messe & Marketing stiegen auf 1,6M€ (1,4M€ im Vorjahr), Rücklage für Gewährleistung knapp 1,5M€ (+0,3M€), der Rest blieb im Wesentlichen gleich oder stieg nur unwesentlich.

    Weiter gehts mit einer Betrachtung zur SUG, in Kürze, Versprochen :D

    Ganz lieben Gruß

    Ru_Di

    Expect no quarter, expect no mercy, expect total hell

    5 Mal editiert, zuletzt von Ru_di (16. August 2025 um 11:47)

  • Lieber Matthias,

    Gewaltig! Einfach nur gewaltig! Seit mind. zwei Stunden sitze ich da und lese Deine Berichte, wow! Ok, manches muß ich zweimal lesen und manches verstehe ich vielleicht nicht ganz, aber ich finde es absulut kurzweilig und spannend geschrieben! Meinen allergrößten Respekt. Du hast in einem Bericht geschrieben du benötigst ungefähr 1 1/2 Stunden zum ausarbeiten und schreiben, ich bräuchte wahrscheinlich 1 1/2 Tage... Herzliches Dankeschön für Deine Mühe! :YoureTheMan : applaus : 10Punkte ;-MeinHeld
    Eigentlich wollte ich meine längst fälligen Reisebericht weiter schreiben, aber der kommt halt jetzt erst in ein paar Tagen.... WeisseFahne2

    Viele Grüße
    Andy

    "Mit Menschen ist es wie mit Autos: Laster sind schwer zu bremsen." - (Heinz Erhardt)

  • Danke Dir Andy : like

    Ich weiß Euer Interesse zu schätzen.

    Mittlerweile habe ich gestern und heute einen Excelfile begonnen.

    Links von 2005-2034 :D alle wesentlichen Zahlen, die ich hier genannt habe, wenn auch nicht alle.
    Aber zB den Umsatz pro Mitarbeiter mal die Anzahl derselben. Ergibt den Gesamtumsatz.
    Hier muß ich noch klären, ob das Brutto- oder Nettoumsätze sind.

    Rechts eine Aufstellung aller Modellreihen heute, mit dazugehörigen Durchschnittspreisen pro Baureihe.
    Also U50HYDRO, 3 Modelle, 8800€ als Summe, dann geteilt durch Drei = Durchschnittspreis
    Dann eine Spalte, in der die Stückzahlen eingetragen werden können.

    Damit kann man dann spielen und versuchen den realen Zahlen, wie Rohergebnis und Umsatz pro Geschäftsbericht, so nahe wie möglich zu kommen.
    Man bräuchte natürlich eigentlich, die Modelle per Umsatzjahr und die realen Preise dazu. Das ist aber eine Herkusles-Aufgabe für irgendwann oder nie :D

    Ich denke, die Deckung pro Uhr, ist im wesentlichen pro Jahr, sanft angestiegen, sowie die Stückzahl.
    Als Beispiel die U50 Reihe, man hat die U1 geschrumpft, also kaum Entwicklungsaufwand, kleinere Materialkosten (Kosten von Saphirglas steigt überproportional mit dem Durchmesser) und dadurch prozentual mehr Deckung in Euro.

    Gegenbeispiel, die 717. Volle Entwicklungskosten für Gehäuse, Entwicklung Radialdichtung, Patent & Markenschutz, großen Durchmesser beim Saphirglas (scheint mir dünner als bei anderen Uhren)

    Vieles läßt sich so simulieren, wenn auch unscharf.

    Auch die ganzen Sonderserien (vor allem Japan) aber auch zB die 857 Boing 747, andere Sonderreihen wie U2 Espresso und auch archivierte Modelle wie U1000, EZM10 und 757 werden für immer darin fehlen. Das währe zuviel Sisyphos für mich ,ohne eine wesentlichen erweiterte Erkenntnis.
    Das Sinn sehr erfolgreich ist, wissen wir ja bereits.

    Was steht als Nächstes öffentlich an?

    Die sächsische Uhrentechnologie GmbH Glashütte. Hier gibts nur Bilanzen, dat Dingen gehört dem Ingenieur seit Jahren.
    Die Verbindlichkeiten von deren Zulieferungen finden sich in den Sinn Geschäftsberichten.

    Machen wir der Vollständigkeit halber. :D

    Dann wären da noch die Konkurrenten auf dem deutschen Markt, natürlich nur die, die auch in D bilanzieren.
    Also zB Hanhart, Laco, Muehle, Damasko etc. Auch dort gibt es nur einfache Bilanzen, die nicht zu viel hergeben.
    Sieht für mich so aus, als ob man erst bei 10M€ Umsatz die GuV und weitere Details veröffentlichen muß.

    Sinn hat in Deutschland keine echte Konkurrenz mehr, dazu ist man zu groß geworden.

    Und Fortis ? Schweizer, keine Geschäftsberichte. Mitarbeiter <25 und Umsätze angeblich um 6M€.
    Da kommen wir auch nicht weiter.

    Was mich brennend interessieren würde, wären die einzelnen Kosten pro Modellreihe.

    Werk, Dreizeiger, Chrono, SZ ?
    Gehäuse, Hochglanz, Perlstrahlen, Bürstenfinisch, Tegimentierung, Hartstoff
    Armband, Leder SIlikon Stahl
    Saphirglas
    Lünette nach Material & Tegimentierung, Hartstoff.
    Zeiger + Bedrucken / Färben

    Falls da jemand Info hätte…….. : like

    Falls wir uns die Datei auf dem Stammi anschauen wollen, dann brauche ich Hilfe. Ich habe nur einen alten Desktop PC und auf dem Ipad kein Excel noch Konnektivität zu einem Beamer.

    Stefan, könntest Du mir hier eventuell aushelfen, dann reicht ein USB Stick zum Mitbringen für mich.

    Ganz lieben Gruß

    Ru_Di

    Expect no quarter, expect no mercy, expect total hell

  • :hopp: : Sabberalarm mache mer... Top1
    Notebook mit Excel ist no problem ;)
    Beamer muss ich gucken ob das geht. FrecheFratze

    Gruß

    Selespeed

    Consul de Guinand (Markenbotschafter)
    Calendar Master (Sinn-Forumskalender)
    Stefan alias Selefan alias Sele-Blue alias Han-Sele alias For-Sele alias Cir-Sele^^
    -------------------------------------------------------
    Bevor isch misch uffreesch is mers liewer egaaal!

  • Ich dachte das Hotel hätte einen, nicht schlimm dann schauen wir auf dem Ipad.

    Habe jetzt office online drauf und kann die Datei zeigen.

    Danke Dir!

    Ganz lieben Gruß

    Ru_Di

    Expect no quarter, expect no mercy, expect total hell

  • Vielleicht hat jemand doch nen kleinen tranportablen Beamer... Gruebeln Top1

    Gruß

    Selespeed

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  • Vielen Dank, lieber Ru_Di für die tolle Aufarbeitung! Kurzweilig, humorvoll und dennoch so prägnant, dass auch der Laie ungefähr eine Ahnung erhalten kann, wie gewirtschaftet wird. :flw:
    Auch die Berichte der anderen Uhrenfirmen habe ich sehr gern gelesen, um etwas Kontext zu erhalten.
    Für mich erklären sich die jährlichen Preiserhöhungen nun nicht mehr nur gefühlsmäßig ("ein gesundes Unternehmen muss wachsen"), sondern auch anhand von Zahlen. Da wird sehr vieles sehr richtig gemacht, beständig, mit Plan und Ziel und richtiger Risikoeinschätzung.

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