Sinn hat ein Problem mit Qualität - Ein Persönlicher Bericht

  • Liebe Uhrenfreunde,

    es gibt bereits einige Threads zum Thema „Qualitätsprobleme bei Sinn“. Ich möchte trotzdem einmal meine persönlichen Erfahrungen schildern – was mir in den letzten drei Jahren konkret passiert ist. In diesem Zeitraum habe ich drei unterschiedliche Sinn-Modelle neu gekauft und musste bis heute sage und schreibe vier Garantiefälle verzeichnen – plus einen Kauf, der am Ende nicht zustande kam, weil mir bereits im Geschäft Mängel aufgefallen sind.

    Die Probleme traten jeweils etwa 2 bis 7 Monate nach dem Kauf auf. Die Bandbreite reichte von Gehäuseverfärbungen über eine Nietverbindung die sich am Band löste und wodurch die Uhr abstürzte, bis zu losen Platinen-/Werksschrauben die das Räderwerk blockiert haben, sowie einer fest sitzenden Lünette, die sich nicht mehr drehen ließ. Auch unsauber gesetzte Zeiger und eine ungleichmäßige schwarze Hartstoffbeschichtung waren darunter.

    Wichtig vorweg: Mit dem Kundenservice bin ich grundsätzlich sehr zufrieden. Die Fälle wurden am Ende zu meiner Zufriedenheit behoben, auch wenn die Wartezeiten teils sehr lang waren. Insbesondere das Depot hat aus meiner Sicht einen wirklich hervorragenden Job gemacht, dafür bin ich sehr dankbar. Meine Kritik richtet sich daher nicht gegen den Service, sondern gegen die Häufung der Mängel bei mehreren Neuuhren.

    Hier die Fälle im Überblick:

    Sinn 103 Ti

    • Nach ca. 8 Wochen: Verfärbung/Wölkchenbildung am Gehäuse
      Reparaturdauer: ca. 13 Wochen

    Sinn 103 Ti

    • Nach ca. 7 Monaten: Die Niet-/Verbindungsstelle am Band (NICHT die Innensechskantschrauben zur Längenanpassung) hat sich ohne ersichtlichen Grund gelöst → die Uhr ist vom Handgelenk gefallen. Ich habe es erst etwas später bemerkt, als ich plötzlich keine Uhr mehr am Arm hatte. Glücklicherweise ist sie auf Teppich gelandet, daher keine Folgeschäden. Draußen auf der Straße wäre das eine ganz andere Geschichte gewesen.
      Reparaturdauer: ca. 2 Wochen

    Sinn 903 St II

    • Nach ca. 4 Monaten: Lose Platinen-/Werksschraube, die das Räderwerk blockiert hat
      Reparaturdauer: ca. 2 Wochen

    Sinn 903 St II

    • Nach ca. 6 Monaten: Drehbare Lünette fest/klemmend
      Reparaturdauer: aktuell noch offen, daher nicht abschätzbar

    Nach langer Überlegung und großer Vorfreude wollte ich gestern eine Sinn 140 St S kaufen. Im Geschäft sind mir jedoch zwei Punkte aufgefallen, die mich vom Kauf abgehalten haben:

    • Der Minutenzeiger der großen 60er-Stoppminute stand nicht sauber auf den Minutenmarkierungen des Zifferblatts (wirkte wie nicht exakt gesetzt).
    • genau Zwischen den Bandgliedern fiel mir eine ungleichmäßige Hartstoffbeschichtung auf: Stellen waren nicht schwarz, sondern zeigten eine goldene Verfärbung. Ist das normal, oder ein Beschichtungsfehler?

    Ich habe mich deshalb letztlich gegen den Kauf entschieden. Aktuell gehe ich davon aus, dass meine geplanten Neuanschaffungen in diesem Jahr nicht aus dem Hause Sinn kommen werden.

    Nochmal: Mir ist klar, dass bei jedem Hersteller mal etwas passieren kann. Ein Garantiefall ist das ärgerlich, aber kein Weltuntergang. Bei mir sind es jedoch drei verschiedene, neu gekaufte Modelle – und vier Garantiefälle plus ein abgebrochener Kauf wegen auffälliger Mängel direkt im Laden.

    Das hat einen faden Beigeschmack und hinterlässt nachhaltig keinen guten Eindruck. Ein bisschen enttäuscht bin ich schon. Ich habe bisher immer viel von Sinn gehalten und das wird auch in Zukunft so sein. Sinn ist nach wie vor meine Lieblingsmarke, weshalb die Enttäuschung vielleicht gerade deshalb auch etwas größer ist – auch wenn der Service, insbesondere das Depot am Ende hervorragend gearbeitet hat. Ich bin gespannt was noch kommt – die Uhren haben ja noch alle Garantie.

    Mich würde interessieren: Habe ich einfach nur unwahrscheinliches Pech gehabt oder sind die Ansprüche zu hoch? Ich muss aber ehrlich sagen: Wenn ich eine Uhr – und Sinn ist ja nicht gerade günstig – für 3.500 Euro kaufe, sollte doch eigentlich alles passen, oder nicht? Gibt es bei anderen Herstellern ähnliche Probleme? Ich würde gerne eure Geschichten und Erfahrungen hören.

    Über Geschmack lässt sich streiten, über guten Stil nicht.

  • Leonard 26. Februar 2026 um 17:23

    Hat den Titel des Themas von „Sinn hat ein Problem mit Qualität - Ein Persöhnlicher Bericht“ zu „Sinn hat ein Problem mit Qualität - Ein Persönlicher Bericht“ geändert.
  • Hast Du den Faden Zufriedenheit Kundenservice gelesen ?
    Da steht fast alles von meinem Weg mit Sinn drin. Ich will das hier nicht wiederholen, aber schief gesetzte Zeiger hat Sinn öfters. Wie oft das ist, kann ich nicht beurteilen. Ich habe bisher 3 Uhren (717, 206 II, 6012) bei Sinn deswegen gehabt und meine 757 S nach der Revision wird die Vierte sein, die zurück geht wegen dieses Fehlers.

    Die anderen Fehler hatte ich noch nicht.

    Zu meiner 140, ich fragte meinen Betreuer bei Sinn im Vertrieb, zu kontrollieren, daß alle Zeiger korrekt gesetzt sind und die Uhr nicht den 7750 A-Lochhebel nicht falsch herum eingebaut hat, dann läuft die Soppstunde beim SZ01 weiter.

    Wenn ich die letzten 12 Uhren betrachte, dann sind mehr als die Hälfte bei Sinn gewesen, zum richtig machen.
    Du machst also alles richtig, alles anzuschauen vor dem Kauf.

    Machen andere wohl auch, ohne es hier zu erzählen.
    Ich habe auf den Stammis allerdings auch schon Uhren der Vier-Fünf Kilo Klasse gesehen, wo Zeiger schief gesetzt waren. Fällt nicht jedem auf oder ist manchem egal.

    Bandglieder habe ich allerdings noch keine kontrolliert. Hirsch Arne richtet es.

    Mit 100% bildest Du schon eine Ausnahme, das habe nicht mal ich geschafft.

    Wenn der Zufall es will, ist alles richtig, wenn nicht, dann hat man manchmal Probleme mit Sinn.
    Bei Neukäufen halte ich alles über 3 Wochen für unzumutbar, bei der Fehlerbehebung. Mag jeder anders sehen.

    Ich bin mit dem derzeitigen Sinn Portfolio fertig mit Käufen. Wenn was für mich interessantes Neues kommt, lasse ich Sinn die gewünschte Uhr prüfen & aussuchen. Dann fahr ich hin und bezahle.

    Mich treiben seit langem auch andere Marken wie Damasko, Mühle und Omega um. Da werde ich das genau so machen. Schon beim Neukauf prüfen, was Masse ist. Gebraucht sowieso, obwohl das sind Fehler meistens behoben.

    Ganz lieben Gruß

    Ru_Di

    Expect no quarter, expect no mercy, expect total hell

  • Ja Leonard, das ist traurig, dass du solche Erfahrungen machen musstest. Das braucht man auch nicht schönreden. So wie du das beschrieben hast, sind das auch keine Fehler mit "Interpretationsspielraum", sondern eindeutige Mängel.

    Vermutlich hat jeder früher oder später mal Pech, am Ende ist entscheidend, wie der Verkäufer und v.a. man selbst damit umgeht. Jeder Käufer hat in dieser Klasse das Recht, eine einwandfreie Uhr zu bekommen. Aber leider ist es halt nicht immer so.

    Ich hatte auch schon so leidige Erfahrungen machen müssen, kurz nach der Garantiezeit ist mir aufgefallen, dass die Zeiger ohne äußere Einflüsse nicht mehr richtig sitzen und auch die Lünette nicht mehr richtig ausgerichtet ist. Wie wenn sich beides selbst verstellt hätte. Diese Omega Planet Ocean war damals meine mit Abstand teuerste Uhr, aber der Hersteller hat das -auch nach der Garaniezeit- in wenigen Wochen einwandfrei repariert. Aber auch bei Sinn hatte ich schon Pech und ja, das nimmt einem die Freude am Hobby. Am Ende war Sinn aber immer bemüht und hat die Fehler an meinen Uhren repariert.

    Ärgerlich war bei mir auch, dass eine Uhr bei Sinn zur Kulanzreparatur war, die Probleme professionell repariert wurden, aber dann andere Fehler eingebaut waren, die vorher noch nicht vorhanden war, das war z.B. eine Lünette, die sich nach der Reparatur nicht mehr drehen ließ. Nicht schlimm, trotzdem ärgerlich. Oder eine neue Krone wurde eingebaut, die sich dann aber nicht mehr verschrauben ließ. Auch doof.

    Am Ende muss jeder für sich selbst entscheiden, wie leidensfähig er ist und was er sich selbst zumutet. Ich kann den Rudi verstehen, der der nix mehr kaufen will. Ich bin aber sicher, dass er auch bei Damasko oder anderswo nicht glücklich wird, weil auch dort Menschen arbeiten und Fehler entstehen. Wie kulant man bei anderen Firmen ist, weiß ich nicht, das wird man sehen.

    Meiner Meinung nach gehört zu jedem Hobby ein wenig Leidensfähigkeit. Fragen wir mal den Supergoali, wie lange er auf die Motorenüberholung seines W126 warten durfte und was das gekostet hat. Oder den einen oder anderen Tierliebhaber, der schon mehrere 10 TEUR beim Tierarzt hat liegen lassen.

    Wie gesagt: Am Ende muss jeder für sich selbst entscheiden, wie leidensfähig er ist und was er sich selbst zumutet. Mit zunehmendem Alter und was man auf dem Weg so alles erlebt, habe ich mir überlegt, dass viele Menschen glücklich wären, sie hätten so Problem wie wir mit Uhren.

    Gruß

    AndiS

    Alles hat seine Zeit.

  • Es kann immer mal was passieren.Bei jedem und überall.


    Ich habe in meinen 45 Jahren im Vertrieb in der Regel und wenn es angemessen war Reklamationen

    dazu genutzt, unsere Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit in den Ring zu werfen.

    Mit den richtigen Maßnahmen kann eine gute Reklamationsabwicklung durchaus zur Kundenbindung

    beitragen.


    Wenn man natürlich das Gefühl hat, dem Verkäufer ist es egal, dann weiß man auch was zu tun ist

    und wird dort nicht mehr kaufen.

    Ich hatte bisher nicht wirklich etwas zu beanstanden und wenn ich etwas auf dem Herzen hatte, wurde

    schnell reagiert. Ist nicht immer so, das weiß ich auch; aber ich reagiere da mittlerweile gelassener…

    Muchos saludos !

    Gerd

    a home without a dog is just a house

  • Da bin ich ganz bei Gerd…

    Die ärgerlichen Stories gibt es natürlich und das nicht nur bei Uhren. Deshalb möchte ich Nicht zu weit ausholen, was ich mit Neuwagen schon erlebt habe. Gerade im letzten Jahr.

    Wie schon gesagt wurde, ist der Umgang „After Sale“ für mich entscheidend.

    Und wir neigen natürlich dazu, genau Diese Stories zu erzählen und zu diskutieren. Ich habe im letzten Jahr im Mutterhaus zwei Uhren geordert und diese sind einwandfrei, tadellos, hervorragend verarbeitet und haben einen super Gangverhalten.

    Dann muss man auch noch die einzelnen Komponenten der Uhren differenziert betrachten. Die Die Kaliber werden eingekauft und da könnte die Qualitätskontrolle bei der Hereinnahme gegebenenfalls verbessert werden.

    Wenn es um Gehäuse , Zifferblatt und Zeiger geht, kann die Firma Sinn bestimmt selber den Qualitätsstandard oder die Endkontrolle anheben.

    Bei der fünfstelligen Anzahl an Uhren, die jedes Jahr ausgeliefert werden, gibt es entgegen den Ärgernissen Tausende zufriedene Käufer. Die erzählen allerdings weniger über ihre Zufriedenheit als umgekehrt.

    Trotzdem habe ich natürlich Verständnis für ärgerliche Stories. Ich würde sie trotzdem nicht unbedingt als Maßstab ansetzen.
    Dazu müsste man genauer hinschauen.

    Deswegen bin ich nicht bei der Überschrift dieses Fadens, sondern bevorzuge die differenzierte Betrachtung von entweder Einzelfällen, Anhäufung oder durchweg ständig….

    Die Firma Sinn selber weiß um die Anzahl Reklamationen und kann daher auch selbst die Analyse beurteilen. Falls dort eine Anhäufung festgestellt wird , ist dringend Handlungsbedarf gefordert.

    Viele Grüße !
    ursinn


    In der Ruhe liegt die Kraft

  • Moin Leonard,

    auch von mir ein paar Anmerkungen: ich hatte mich vor Jahren mal öffentlich (an anderem Ort) beschwert über meine Enttäuschung bei der Qualität von Sinn-Uhren. Bei mir waren es rostige Schließenteile von Uhren "aus Deutschem U-Boot-Stahl", Werke, die nach dem Wind gingen, abfallende Bänder und raschest ausbleichende Zeiger nach Außeneinsätzen unter freiem Himmel (und ich war VIEL draußen....).

    Modus Rudi: Nix mehr kaufen. Hab ich auch SEHR lange durchgehalten. Dann holten mich doch die irgendwie heimelige Sympathie und Zugänglichkeit des Hauses, das einzigartige Design und vor allem die Community (hier!!) doch wieder ab.

    Inzwischen repräsentieren die Preise leider nicht mehr den selbst gestellten technischen Anspruch, sondern reiten das Marketingpferd der Luxusuhrenbranche. Siehe Neupreis z.B. für die zwar ikonische U1, an der sich aber in gut 20 Jahren nix, aber auch gar nix geändert hat (außer vielleicht Umstieg von ETA auf Sellita und ein anderer roter Lack für die Zeiger). Aber war, aber ist Sinn eine Luxusmarke? Würde ich nach wie vor doch verneinen. Opfer des eigenen Wachstums? Gelingt diese Positionierung? Ich weiß nicht so recht...

    Ich hab nur noch eine einzige Sinn, eher jetzt aus einer Mischung aus persönlicher Tradition, Lokalpatriotismus und für den Community-Zutritt ;) - und diese meine eine Sinn (UX) hat nichtmal ein mechanisches Werk, und ich hätte sie mir nie (mehr) neu gekauft, sondern also 2nd hand. Alles andere blieb nicht.

    Am meisten Spaß macht mir momentan meine Guinand, der hidden champion, die trägt engste Verwandschaftsgeschichte und ist auch aus FRANKFURT AM MAIN (horsch e'mol!)- Herr Klüh nimmt End-Qualitätskontrolle und Kundennähe anscheinend schon noch ernster.... mein vier Jahre alter Pilot Chrono 42 ist sowas von gut verarbeitet, top ausgestattet läuft mit 0 s/d und macht mir einfach nur Freude.

    Ich hoffe, ich steige hier niemandem auf die Füße... aber ich beobachte schon auch, dass hier keiner (mehr?) irgendeinem falschen religiösen Eifer erlegen ist, sondern das Haus durchaus kritisch begleitet. Und mitgelesen wird hier (hoffentlich) auch.... alles hat seinen Sinn.

    Herzliche Grüße
    Bodo

    Instagram 1: ponton_ponton
    Instagram 2: blauer_babybenz

  • noch eine kurze Anmerkung zu den schwarzen Massivbänder


    Auch mein Band hat zwischen den Gliedern Gebrauchsspuren durch Reibung und es gibt da kleine blanke Stellen.
    Das ist wohl der mechanischen Beanspruchung geschuldet.
    Diese "blanken" Stellen habe ich hier fast zwischen allen Gliedern.

    Im Gebrauch aber nicht zu sehen, insofern stören die mich nicht wirklich.

    Auch an den Kanten habe ich Gebrauchsspuren (Band ist auch erst 2 Jahre in Gebrauch; natürlich nur sporadisch )

    Das ist dann schon etwas, was ich nicht so toll finde...

    Muchos saludos !

    Gerd

    a home without a dog is just a house

  • Und wir neigen natürlich dazu, genau Diese Stories zu erzählen und zu diskutieren. Ich habe im letzten Jahr im Mutterhaus zwei Uhren geordert und diese sind einwandfrei, tadellos, hervorragend verarbeitet und haben einen super Gangverhalten.

    Meine Frau und ich besitzen in Summe sieben SINN Uhren und sind noch nie (Toi, toi, toi!) mit Qualitätsproblemen konfrontiert worden. Alles Neuuhren, im Werk persönlich abgeholt und bei Abholung sorgfältig mit u.a. Lupe geprüft. Da ich dies vor der Abholung immer freundlich ankündige, bilde ich mir ein, dass die Endkontrolle besonders gründlich durchgeführt wird.

    Die verifizierte Defektquote kennt ausschließlich SINN. Auch extreme Häufungen - wie im Beitrag #1 umrissen - gestatten für Außenstehende keine Rückschlüsse auf die verifizierte Defektquote, sind aber natürlich für den Betroffenen überaus enttäuschend und als Begründung untauglich.

    Inakzeptabel ist meiner Meinung nach der "Einbau" weiterer Mängel im Rahmen einer Garantiereparatur. Gerade bei Reklamationsfällen müssen größte Sorgfalt und eine vollständige Endkontrolle nach dem Vier-Augen-Prinzip selbstverständlich sein.

    Viele Grüße

    Dirk

  • Es ist nicht ganz einfach ein ausgewogenes Verhältnis zur Fehlerquote zu behalten, falls man selbst betroffen ist.

    Es war bei Sinn auch nicht immer einfach Gehör zu finden, dies hat sich in den letzten Jahren gebessert. Ist zumindest mal mein Eindruck.
    Daß man es nicht schafft die Zeiger 100% zu setzen ist in meinen Augen die sichtbar ärmste Leistung, seitens eines Herstellers.

    Fehler im DLC oder Politur, Schraube nicht angezogen, Rotor nicht fest genug, kann ich alles mit leben.
    Aber jeden Tag auf falsch gesetzte Zeiger zu starren, daß vermiest mir die Laune. Zumindest dort könnte man doch 100% erreichen.

    Auch wenn Sinn sich mir gegenüber größte Mühe gibt, auf Grund meiner vielen Gespräche mit dem Service & Vertrieb, bleibt durch die Häufung meiner Fälle ein Geschmäckle in mir zurück.
    Das andere keinen einzigen Fehler haben, da kann ich nur gratulieren. Vielleicht mal genauer hinsehen ? ich hau mich wech!

    Keine Empfehlung, genau das habe ich gemacht. Nicht zu empfehlen der Weg.

    Die Nietung der Faltschließe ist an meinem EZM 1.1 auch aufgegangen, nur an einer Seite glücklicherweise.
    Sinn‘s lapidare Maßnahme, tauschen wir aus, statt 70€ nur 50€ zu bezahlen. Ich habe das damals so hingenommen, wenn mir die Uhr herunter gefallen wäre…..

    Positiv möchte ich hervor heben, daß ich innerhalb der Gewährleistung nichts zu bezahlen hatte, auch für kleine Fehler, die ich verursacht hatte. Datumsverstellung bei der 717, gerichtet mit dem Zeiger setzen, Mondanzeige der 6012 nach Absturz im Bad, gerichtet mit dem Zeiger setzen. Das fand ich klasse.

    Es passieren halt Dinge, bei 15.000 Uhren sind 0,5% Fehlerquote halt immer noch 75 Uhren und damit 75 erstmal verärgerte Kunden. Die Gewährleistungsrückstellungen sprechen allerdings eine andere Sprache. 1,5M€ bei 30M€ angenommenen Umsatz, das sind 5%. Dazu die Quote von Fehlern die nie bemerkt und korrigiert werden.

    Irgendwo zwischen den 5% und drüber wird die Rate liegen. Immer noch nicht zu viel für mich, um mich abzuwenden, auch wenn das einige so aufgefaßt haben. Einen EZM 1.1 Titan würde ich sofort kaufen.

    Eine goldene 6012 ebenfalls.

    Gute Uhrmacher sind schwierig zu finden, viele verlassen den erlernten Beruf. Die Bezahlung falls nicht unterirdisch zumindest nicht himmlisch. Das bleibt die ewige Heimsuchung aller Hersteller.
    Interessant wäre auch zu wissen, wie man die Fehler versucht zu vermindern intern. Die Selbstkontrolle bringt es nur dann, wenn man offen und ehrlich mit allen Arten von Fehlern zum Vorgesetzten gehen kann. Also auch selbst Verursachte zugeben kann, ohne daß die Prämie oder Gehaltserhöhung futsch ist.
    Grade die Verbindung zweier solcher Ziele wie keine Fehler und dann Prämie führt in der Realität zum genauen Gegenteil. Selbst zigfach im Berufsleben erlebt mit Logistikern. Fehler werden vertuscht, damit man die Prämie / Erhöhung nicht verliert.

    Es ist schade, daß man sicht- oder erkennbare Fehler nicht vor dem Kunden abfängt. Wir reden also gar nicht mehr davon, keine Fehler zu machen (da unrealistisch), sondern wenigstens die Offenen abzustellen.

    Das es bei den anderen Herstellern genau so ist, ist kein Grund, nicht mal was Anderes zu erwerben. Der Service dort wird es im Zweifel richten. Eventuell hat man allerdings auch keine Fehler zu beanstanden. Soll auch vorkommen wie ich hörte. Jedenfalls habe ich hier von Rolex, Omega oder Panerai noch keine Stories wie die oben gehört. Geben wird es sie.

    Noch ein Wort zu Damasko, die Watsche (von mir nicht so empfunden) auf der WT scheint ja tief zu sitzen bei einigen. Einschaler zu sein ist jedenfalls für mich keine Abwertung, auch wenn es vielleicht so gemeint war.

    Und das Damasko kein schwarzes Stahlband hat, geschenkt. Die sind 10x kleiner als Sinn. Da hatte Sinn auch noch keine schwarzen Bänder im Programm. Dafür hat Damasko 100% Fertigungstiefe (bis auf die Rubine) und ein Armband aus UBootstahl für 800€, das man bei Sinn nicht für Geld und gute Worte findet.
    Wie gut der Service & Fertigung ist bei Damasko? Ich werde es bei meinem ersten Neukauf zweifelsohne heraus finden.

    Ganz lieben Gruß

    Ru_Di

    Expect no quarter, expect no mercy, expect total hell

    2 Mal editiert, zuletzt von Ru_di (27. Februar 2026 um 11:38)

  • Eines ist für mich auch noch klar:

    Wenn nach Enttäuschungen der Stachel tief sitzt, kann am wenigsten der Käufer dafür.

    Der Ball liegt auf jeden Fall beim Hersteller und ich hoffe, dass dort das Thema ankommt.

    Bei aller Verbundenheit!

    Viele Grüße !
    ursinn


    In der Ruhe liegt die Kraft

  • Bei meinen aktuellen und ehemaligen Sinn Uhren (in Summe immerhin 24) war meine persönliche Fehlerquote bezogen auf Uhren, nicht einzelne Fehler 12,5 %. Nicht repräsentativ, und ich habe auch schon länger keine neuen Sinn in nennenswertem Umfang gekauft. Allerdings weiß ich aus persönlicher Erfahrung und aus Gesprächen mit anderen, das sich die Reklamationsquote in den letzten 18-24 Monaten über alle Marken zu erhöhen scheint. Meine zuletzt gekauften Hanhart mussten beide zur Nachbesserung, eine sogar 2X. Wurde alles gut gemacht, macht aber keine Freude.

    Insofern denke ich, dass möglicherweise das Gefühlt, das die Qualitätskontrolle nachlässt, nicht ganz falsch ist. Aber dies ist nichts, was Sinn exklusiv betrifft.

    Am Ende ist es mir fast egal (naja, natürlich nicht, aber Ihr versteht, was ich meine), wie der Hersteller mit Fehlern umgeht, wenn sie sich häufen. Denn selbst bei einem mega super Service habe ich trotzdem den Ärger und Aufwand, den ich bei einer neuen Uhr nicht haben möchte.

    Beste Grüße
    Axel

    Wenn ich alt bin, möchte ich nicht jung aussehen, sondern glücklich.

  • Joah... ich hatte auch noch nie eine Neuuhr zur Reklamation - bis vor zwei Wochen: Meine neue Union Noramis Sport ging postwendend zurück nach Glashütte: Krone dreht samt Tubus auf'm Gehäuse durch sowie Zeiger unsauber gesetzt. Ersteres wohl Fertigungsfehler, letzteres nicht akzeptable Schluderei bei der QK:


    Jetzt hoffe ich nur, dass sie sich unterwegs keine Händling-Spuren einfängt... - die Christ-Mitarbeiterin musste sie bei der Annahme gleich mal horizontal und grobschlächtig auf's Stahlband legen anstatt mit bisschen Gefühl auf die Seite.

    Herzliche Grüße
    Bodo

    Instagram 1: ponton_ponton
    Instagram 2: blauer_babybenz

  • Ja auch andere….

    Als ich 2017 meine erste über 3000€ Seiko kaufte , stellte sich heraus , dass einige ein schräg eingesetztes Saphirglas , nicht auf 12 rastende Lünette und Schmutzpartikel auf Zeigern und Zifferblatt hatten.

    Ich hörte , dass es bei dem Preis in anderen Foren heiß diskutiert wurde. Lese aber selber nicht in anderen Foren.

    Meine erste Seiko SLA 017 hatte alle 3 Mängel und ich verkaufte sie. Die Story 62MAS habe ich hier gepostet.

    Jedenfalls kaufte ich ja 2 Jahre später die High Beat SLA 037 für 6,5 K. Was soll ich sagen. Glas saß schräg. Bei der Wölbung echt gut sichtbar. Und zu messen sowieso. Sie fand einen Käufer nach einiger Zeit.

    Als ich letztes Jahr wie hier geschildert noch eine SLA 017 neu OVP Full Set erwerben konnte, tat ich dies ohne zu zögern ….weil zu UVP.(Chr24 Preise liegen deutlich höher).

    Naja.“ Glaskuppel“ schräg.

    Ich brachte sie nach Düsseldorf zu SEIKO Deutschland und es wurde innerhalb von 4 Wochen anstandslos ein neues Glas eingesetzt. Vollkommen gerade! Neu gedichtet und reguliert. ALLES TOP! Tolle Uhr. Ihr kennt die Story ja.

    Seiko hat kein Qualitätsproblem. Ganz im Gegenteil….

    Viele Grüße !
    ursinn


    In der Ruhe liegt die Kraft

  • Vier von Vier schief eingesetztich hau mich wech!


    :respekt:


    Streich ich schon mal ein paar Marken, die interessieren könnten. Seiko, Union, Hanhart, Sinn …..ich hau mich wech!

    Werden nicht viele übrig bleiben….. die leistbar wären.

    Die gefällt mir allerdings, kostet auch nur 495, können keine Fünfhundert kaputt gehen. Sorry fürs OT

    Ganz lieben Gruß

    Ru_Di

    Expect no quarter, expect no mercy, expect total hell

    Einmal editiert, zuletzt von Ru_di (27. Februar 2026 um 20:34)

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